Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
238
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digen Weiſe gegen dieſen Befehl.

ſteinen einen ſo hölliſchen Lärm verführen. nicht, daß Ihre Regeln Dann, Sir, hätten Sie leſen ſollen, was dort

Fibel eines Schulkindes. Kartenſpiele ſind in jedem Schiffe unſerer Rheder verboten. Daher ſage ich: meine Herren!

Von Kartenſpiel konnte natürlich weiter keine Rede ſein, ich konnte mir aber nicht verbieten, mit meinen neuen Bekannten in ihrem unterdrückten Unwillen in dieſes will⸗ kürliche Einmiſchen in unſern Zeitvertreib zu ſympathiſiren.

Wir fuhren den Strom ſchnell hinab, und die künſt⸗ lichen Dämme am linken Ufer des Miſſiſſippi waren ſicht⸗ bar, während über denſelben die grünen Wipfel ſchlanker Bäume, die der Axt der Holzfäller noch nicht zum Opfer gefallen waren, ſich bogen.

Wenn Sie uns die Gunſt erweiſen wollen, ſagte Alphonſo Jones, nachdem er eine kurze Zeit mit ſeinen drei Freunden geflüſtert hatte,auf einige Tage unſer Gaſt zu ſein, ſo werden wir uns darüber ſehr freuen, und Sie wer⸗ den uns dadurch eine große Ehre erweiſen. Wir landen in Grand Gulf, wo das Dampfſchiff in drei Stunden ankommen wird, und wo ich wohne. Wir können Ihnen nur die Bequemlichkeit einer Junggeſellenwirthſchaft mit dem Vergnügen der Entenjagd anbieten, Sir, aber wenn Sie nicht zu ſtolz ſind.

Was konnte ich anders thun, als eine ſo aufrichtige und gutgemeinte Einladung annehmen? Es wurde be⸗ ſchloſſen, daß ich auf kurze Zeit der Gaſt meiner Reiſe⸗ gefährten ſein ſolle. Jetzt ertönten die erfreulichen Glocken⸗

klänge, die zum Mittagseſſen einluden, und zugleich erfolgte das gewöhuliche Drängen, Treiben und Stoßen, um einen

Herr Jones demonſtrirte in einer ruhigen, aber wür⸗ Platz zu gewinnen. Sicher, Herr Capitain, ſind wir eben ſo harmlos beſchäftigt, wie die Schachſpieler dort, oder wie dieſe Enthuſiaſten, die mit ihren Domino⸗

fort mit den Karten, oder laſſen Sie ſich ans Ufer fahren!

Ich wurde von der Menge mit fort⸗ geriſſen und fand einen Platz in einer ziemlichen Entfer⸗

nung von meinen neuen Freunden. Zu meiner Linken ſaß ein geiſtlicher Herr mit einem vollen Geſichte, wie ich

Ich wußte glaubte, ein Biſchof der Epiſkopalkirche; zu meiner Rech⸗

tten eine ſehr liebenswürdige Dame, die große Vorliebe für

ſchwarz die Literatur zeigte, die Frau Gouverneur Gunn. Miſtreß Nauf weiß angeſchlagen und ſo leicht zu leſen iſt, wie die Gunn hatte ihren Gemahl mit an Bord des Schiffes; es

war ein kleiner grauhaariger Mann, mit außerordentlich wehen Augen, der in irgend einem Staate Wisconſin, Florida oder Miſſouri Gouverneur geweſen war, aber in Folge ſeiner ſchlechten Geſundheit ſeine Stelle aufgege⸗ ben hatte. Die Gemahlin dieſes kränklichen, ſehr hohen Beamten war ſicher die vornehmſte Perſönlichkeit an Bord unſres Schiffes, die Königin der Moße und die Richterin V des Geſchmacks. Sie war ſo freundlich geweſen, ſich mit mir während des erſten Theils unſerer Reiſe in einer ſehr liebenswürdigen Art zu unterhalten; indeſſen jetzt waren die Springfedern der Leutſeligkeit der Frau Gouverneur Gunn gegen mich eingefroren. Sie beantwortete meine Bemerkungen mit einer eiſigen Einſylbigkeit, machte mir ein finſteres Geſicht und zeigte ſich auffallend kalt. Ich konnte mir durchaus nicht erklären, ich welcher Art ich ſie beleidigt haben könne; doch als ich ihr Benehmen einer weiblichen Laune zuſchrieb und mich an den Biſchof wandte, war derſelbe ganz eben ſo. Er wurde röther im Geſicht, kürzer in ſeinen Antworten, verlor ſein mildes Lächeln, in⸗ tereſſirte ſich nicht länger für meine Auslegungen des frei⸗ willigen Princips, und eben ſo wenig lag ihm etwas an V einer weitern Auskunft über die britiſche Hierarchie. Das war ſehr ſeltſam. Was hatte ich gethan? Ich ſah mich gezwungen, meine Aufmerkſamkeit auf den wilden Trut⸗ hahn und das Wildpret vor uns zu richten, und war hoch erfreut, als das ſehr gute Mittageſſen zu Ende war.

(Schluß folgt.)

Hei Fiſchlein, Fiſchlein, ſo komm' herauf! Ach! da entſchlüpft es eben, Taucht munter unter, hüpft und ſchlüpft dahin;

Der Fang mißlang dir, arme Fiſcherin.

Der Barſch, der muthwillige Bube der! Im Bart von rothen Floſſen, Schwimmt blau und ſilbern geſchmückt einher, Du Schelm, du Schelm voll Poſſen! Bald iſt's geſcheh'n, ſollſt ſeh'n, ich fange dich, Er ſieht ſie, flieht ſie, fruchtlos müht ſie ſich.

Der Barſch, er rudert auf tiefem Grund, Mit flinker Floſſenfeder, Er ſchwenkt und lenkt in die Rund' ſo bunt, Schnappt endlich nach dem Köder Ja, ruck nur, zuck nur, biſt jetzt mein; doch ach! Da hüpft er, ſchlüpft er ſportend in den Bach.

Da ſchwimmt der muthwillige Bube fort, Behend und unverdroſſen, Aus Klee und Raſen noch blitzt er dort Im rothen Bart von Floſſen. Er lenkt und ſenkt und ſchwenkt ſich hin und her, Der Barſch, da plötzlich wird zum Jüngling er.

O Maid, wer weiß auf welch Hexenſtück Die finſtern Mächte ſinnen 1. Das iſt ein Vampyr, es ſagt ſein Blick,

ſche Gedichte zu ihrem Nachtheil kennzeichnet.

O Mädchen, flieh' von hinnen! Auf! auf! zum Lauf, der Loſe folgt dir dicht, Und fang dich nur an eigner Angel nicht!

Ha, Mädchen, ſuche das weite Feld!

Das glatte Gras bringt Raſt;

Da iſt manch Dorngebüſch, das dich hält,

Und hier und dort ein Aſt! Ach, lauf, ſchon drängt dich hart der loſe Mann Er drängt dich, fängt dich fleh' ſein Mitleid an.

Bei dieſer ſehr anmuthigen Dichtung habe ich mir nur erlaubt, einige Worte an verſchiedenen Stellen ſo abzuändern, daß dadurch den gewohnten Anſchauungen der deutſchen Leſer ein wenig ent⸗ gegengekommen iſt und unter andern die Veraltung vermieden wurde, welche durch Nennung von Mädchennamen auch viele deut⸗ Der Ueberſetzer, getreu ſeiner Pflicht wörtlicher Wiedergabe, konnte ſich dazu we⸗ niger veranlaßt fühlen. O. B.

8 Miscellen. Worte für Welt und Haus.

Es iſt wahr, viel kommt in der Literatur auf den guten An⸗ fang einer Abhandlung an, mehr aber auf eine gute Fortführung.

Wenn man ſelbſt Dilettant wird, i*ſt dies der beſte Weg, ſein Kunſturtheil zu verlieren. 6.

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