Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
229
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agte er welcher er aber Thaler nicht, müßte, nennen an, ſie Gene

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Nr. 15.]

gefaßten Perlen und Steine die Thränen dazu. Ich habe oft geliebt, das langweilige Garniſonsleben brachte es ſo mit ſich, heute hätte ich große Luſt, Ihrem Rathe zu folgen.

Darum gab ich ihn Ihnen, antwortete ich ruhig.

vereinigen und glücklich werden.

Glück ankommt. Verhelfen Sie mir zu einer reichen Frau, hicch will Ihnen ewig dankbar dafür ſein, oder beſſer, laſſen Sie uns die Sache bei einer Flaſche Wein überlegen, na⸗ kürlich gutem Sekt.

Das hat Etwas für ſich, bemerkte ich gelaſſen. Aber wo?

Nun warten Sie: im goldenen Adler? nein, das t nicht gut, der Kerl hat mich erſt Sonnabend beim Oberſteu verklagt, im blauen Eber? der zieht be⸗ denkliche Mienen und fängt an, die Hauer zu zeigen. Aber im Schwan! Dem will ich ein Paroli biegen, denn, denken Sie ſich, er hat mich auch wegen einer Lumperei von acht⸗ zig Thalern verklagt! Wir können das dabei gleich ab⸗

machen. Wir brachen auf und gingen nach dem Schwan. Der Wirth zog ein jammervolles Geſicht, als wir ein⸗

traten, aber er brachte doch höchſt eigenhändig die beſtellte Flaſche Champagner.

Sie ſehen heute ſo melancholiſch aus, Herr X., mmaeeinte mein Freund.

Ach Gott, Herr Lieutenant, ich habe morgen Wechſel

zu bezahlen.

Wechſel? Das iſt übel. Ich möchte Ihnen rathen,

ſie zu prolongiren. Ich habe jetzt gewiſſe Ausſicht, reich

zu heirathen, es wird mir dann auf eine Kleinigkeit nicht

ankommen.. Herr X. lächelte über das ganze Geſicht und ſagte mit

Dritte

Sie können überdies das Angenehme mit dem Nützlichen

Gewiß, obgleich es mir mehr auf das Geld als das

Folge. 229 Gratulire von Herzen, Herr Lieutenant; darf ich fragen

Nein, bei Leibe nicht, Mann! fuhr Gumal heraus; machen Sie mich nicht unglücklich durch Ihre Indis⸗ cretion.

Herr X. verbeugte ſich zum zweiten Male und trank mit wonneſtrahlendem Geſichte das Glas Champagner aus, das ihm Gumal eingeſchenkt hatte.

Herr von Gumal, auf das Wohl Ihrer Braut.

Stille! oder ich vernichte Sie es iſt ja voch ein tiefes Geheimniß.

Ah, ich verſtehe!

Noch eine Flaſche Sekt, Herr X.!

Draußen klapperte und ſtampfte es ganz gewaltig, es war, als ob ſich Jemand die Stiefeln auf der Strohdecke reinigte. Einige Secunden ſpäter trat eine Ordonnanz von unſeren Musketieren ein. 4

Der Herr Lieutenant nehmen nicht für ungut, ſtot⸗ terte er, ſich an Gumal wendend,der Herr Feldwebel ſchicken mir.

Dienſt? rief mein heirathsluſtiger Camerad bei⸗ nahe außer ſich.Jeder Officier kriegt wenigſtens drei Tage Urlaub, wenn er ſich verloben oder heirathen will, und ich heute? Was bildet ſich der Hauptmann ein? Was willſt Dn, Menſch, der mich aus allen meinen Himmeln reißt?

Der Soldat machte ein entſetzlich dummes und ver⸗ ſchüchtertes Geſicht, dann fuhr er fort:

Der Herr Feldwebel laſſen dem Herru Lieutenant melden, daß der Herr Oberſt auf Befehl des Herrn Bri⸗ gade⸗Commandeurs befohlen haben, daß der Herr Lieute⸗ nant ſich parat machen möchten, auf Befehl des Herrn Feld⸗, nein, des Herrn Brigade Commandeurs die Her⸗ ren, nein, die Garderekruten, welche auf Befehl des Herrn Generalcommandos ausgehoben worden, heute über acht Tage nach Berlin zu bringen.

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3.

einer unterthänigen Verbeugung:. t

auf dem an ihrer Hütte vorbeifließenden Strome hinunterfluthen ließ, und hatte ihn ſomit als ihren angenommenen Liebhaber an⸗ cerkannt. Geſtützt auf das Vertrauen, ihr Herz zu beſitzen, richtete

er ſein ganzes Streben dahin, ſich die Eltern geneigt zu machen, und bemühte ſich eifrig, ihnen einen Erſatz zu bieten, der ſie für

ten, entſchädigen könnte. Zu dieſem Zwecke begab er ſich auf eine lange und weite Jagdpartie, und während er alle geiſtigen und körperlichen Kräfte aufbot, um Trophäen und Geſchenke zu ſam⸗ l meln, durch welche er ihre Gunſt gewinnen und dem Gegenſtande ſeiner Anbetung ſeine ganze Hingebung zeigen könnte, brachte ihr böſes Geſchick Shawwanoſſoway, einen damals großen Häupt⸗ ling in der Fülle ſeiner männlichen Kraft und Friſche, in ihr Lager; er kehrte von einem kriegeriſchen Ausfluge zurück, auf dem er ſich ſehr ausgezeichnet und ſeinen Ruf, der Schrecken ſeiner

Feinde ſo wie der Ruhm ſeiner Freunde zu ſein, weit umher ver⸗ ays an breitet hate. 3 ch eine Da er von den überirdiſchen Reizen Awh⸗mid⸗way's gehört Zohne 3 hatte, erſchien er vor ihr, umgürtet mit den Kopfhäuten ſeiner n d⸗way 1 Feinde und beladen mit Siegestrophäen. Kaum hatte er ſie er⸗ ne hön⸗ blickt, als er auch ſchon, von ihren Reizen bewältigt, ſich ihrem Krieger Dienſte widmete und durch Alles, was nur irgend die leidenſchaft⸗ f⸗ mow liche Liebe eingeben kann, ihre Achtung zu erwerben ſuchte. Er auf dem erzählte von den zahlreichen Schlachten, die er gewonnen, von den ſein⸗ Feinden, die er erſchlagen; er zeigte die dampfenden Kopfhäute, welche terbalg erdem beſiegten Feinde abgenommen, Kriegern, die der Schrecken vam, ſeines Volkes geweſen waren; er nannte die vielen Häuptlinge, iducgen welche bei ihm um Frieden eingekommen waren, und zugleich be⸗ ſhe r diente er ſich jeglicher Liſt, um das Wohlwollen der Eltern zu ge⸗

den Verluſt, welchen ſie in einer ſo innig geliebten Tochter erlit⸗

winnen, welche, ſtolz auf die große Eroberung wie ſie zu ſagen pflegten, die ihre Tochter gemacht hatte, ihm mit Entzücken zuhörten und ſie mit aller Ueberredungskraft zu dem Entſchluſſe drängten, einen ſo ausgezeichneten Häuptling zum Gatten zu nehmen, indem ſie ſich in Betrachtungen über die Ehre ergingen, welche ſolch eine Verbindung ihrer Familie bringen werde. Aber treu ihrem erſten Geliebten, war ſie für alle Betheurungen ſeines Nebenbuhlers taub, und was er von Siegen und Trophäen er⸗ zählte, rief nur ihren Abſcheu hervor. .Doch unbiegſam in ſeinem Vorſatz und entſchloſſen, ſie zu geminnnen, ſei es durch rechtliche oder unrechtliche Mittel, beharrte wwanoſſaway in ſeiner Bewerbung, indem er der Zeit und dem⸗Zufall vertraute und durch ſie ſeinen Zweck zu erreichen dachte. Das arme Mädchen, das nun durch ſeine unabläſſige Velfolgung wahrhaft elend war, welche die Drohungen der Eltern begkeiteten, die ſich feſt vornahmen, das, was ſie als rebelliſchen Starrſinn ihres Kindes betrachteten, zu beſiegen, kam endlich zu dem Entſchluß, die Großmuth und Ehre ihres Verfolgers anzuru⸗ fen, und geſtand, da ſie auf ſeine Langmuth baute, zu unſeliger Stunde die langgehegte Liebe für Muck⸗e⸗tick⸗enow. Kaum hatte er entdeckt, aus welchem Grunde ſeine Bewerbung zurückgewieſen worden, als Wuth und Eiferſucht ſein Herz ganz in Beſitz nah⸗ men und Rachepläne in raſcher Folge ſich entwickelten, bis er die Ermordung ſeines Nebenbuhlers beſchloß. Da er von ſeiner arg⸗ loſen Angebeteten den Weg erfahren, den ihr Geliebter eingeſchla⸗ en, folgte er ſeiner Spur, erreichte ſein Lager, kroch, indem er ſch hütete, bemerkt zu werden, nach dem Feuer hin, wo ſein Opfer allein bei der Bereitung ſeiner Abendmahlzeit ſaß, und erſchoß es von hinter einem Baum. Nachdem er den todten Körper zwiſchen