[VIII. Jahrg.
Uovellen-Zeitung.
nicht da ſei, und es ward mir überzeugend klar, daß ſie V wieder vor meine Seele. Vergebens ſpähte ich in die mich gar nicht zu ſehen brauche, um mich im Geiſte neben Ferne, um die alte Burgruine zu entdecken, denn leider ſich zu haben; ſie ſagte dies ganz einfach, ohne die mindeſte hatte die heiße Juliſoune die Gegend in undurchdringlichen Betheuerung und mit der ruhigſten Gewißheit, daß ich als Dunſt gehüllt. Später kamen die Damen mit den Wagen, ihr Schutzengel immer vor ihr ſchweben, ja in ihr leben und wir mußten ihnen erzählen, was wir vor zehn Jahren werde. So war mir denn auch ihre Ruhe bei der Nach⸗ hier erlebt hatten. Wenig hätte gefehlt, ſo würden wir richt von unſerem Abmarſch auf das Befriedigendſte er⸗ ihnen die Evolutionen und Manuövers noch einmal klärt. ausgeführt haben, wenn nicht die Betrachtung des preu⸗ Oft gedachte ich des theueren Mädchens mit Weh⸗ ßiſchen Denkmals an die Schlacht ihre Aufmerkſamkeit muth, doch nie mit Schmerz und Reue. Der Drang der abgelenkt hätte. Sie fanden daſſelbe zu einfach und deß⸗ großen Ereigniſſe, ich muß es geſtehen, rückte ihr Bild halb unangemeſſen. Mein Kriegscamerad und ich ſpotte⸗ nach und nach, wenn auch langſam, in den Hintergrund, teu natürlich nicht wenig über die Damen, aber die Frauen immer ſeltener tauchte die Erinnerung an das liebe Weſen ließen uns nicht weiter freveln, ſondern fielen vereint mit in meiner Bruſt auf, doch niemals erloſch es ganz in mir, ſo eifriger Zungengeläufigkeit über uns her, daß ich Gott auch dann nicht, als das Schickſal mich bald da, bald dankte, daß Julius, mein Camerad, der Noth ein Ende dorthin ſchleuderte, und als eine mit dem ſchönſten Erfolge V machte, indem er mit gewaltiger Stimme ſagte: gekrönte Liebe mich ganz erfüllte.„Der Gegenſtand eignet ſich weder zum Spott, noch Oft habe ich meiner guten Frau von Janka
meiner Liebe zu ihr erzählt und noch öfter in glücklicher Geht doch nach Thermopyl Ehe an ſie gedacht. Zehn Jahre war ich verheirathet, als rathon; vergebens werdet
und kann er überhaupt vernünftiger Weiſe angegriffen werden.
ä, geht auf das Feld von Ma⸗ Ihr Deukmäler und Erinne⸗
ich mit meiner Familie eine Reiſe durch einen Theil von rungszeichen ſuchen an die großen Thaten, die dort ge⸗ Süddeutſchland machte, wobei wir den Anfang des Som⸗ ſchahen und die ewig in der Weltgeſchichte glänzen werden, mers 1823 zu Dresden im Schloſſe der Kunſt und der und dennoch kann Euch ein jeder Hirt die Stätte zeigen. Natur verlebten, von wo aus wir viele herrliche Ausflüge Der heldenmüthige, ritterliche König hat ſeinen hohen machten. Ich fand dort einen alten Kriegscameraden Sinn am richtigſten dadurch an den Tag gelegt, daß er von meinem Regimente, mit dem ich an Ort und Stelle durch ſo einfache, beſcheidene Marken die Stellen bezeich⸗ Erinnerungen aufſuchte, und wir fanden auch hier hinläng⸗ nen ließ, an denen Großthaten geſchahen, die immerdar liche Gelegenheit hierzu. Auf einer unſerer Partien ins für ſich ſelbſt ſprechen werden und keines eitlen Prunkes Böhmiſche hinein ſtiegen wir bei Nollendorf aus und bedürfen, um ſie der Nachwelt zu überliefern. Schaut gingen von hier, in ein lebhaftes Geſpräch verwickelt, weiter. die gewaltigen Pyramiden Aegyptens an, vergeſſen ſind Da lag mit einem Male das Schlachtfeld von Kulm und die Namen ihrer Erbauer, und vergebens fragt Ihr das Teplitzer Thal vor unſeren Blicken, und alle Erinne⸗ nach ihren großen Thaten. Nur das Kleinliche, Unbedeu— rungen, die ſich an den Anblick knüpften, berauſchten Herz tende bedarf prunkender Monumente, um von ſich reden und Sinne. Viele Punkte konnte ich auf einmal überſehen, zu machen und einen Anſchein von Wichtigkeit zu erhalten. zu denen ich damals in Beziehung geſtanden hatte, die mir Das wahrhaft Große genügt ſich ſelbſt. Wenn es wahr lieb und theuer waren, und auch das Bild Janka's trat iſt, was ich kürzlich vernommen, ſo werden wir in Kurzem
Feuilleton.
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Jägerleben und Vogeſjagd“). Italiens harmloſe Zugvögel, die heitern Sänger unſerer Wälder, Wie man von ſo vielen Dingen irrige Vorſtellungen hat, auf den Raſtplätzen zu Tauſenden und zu Hunderttauſenden um⸗ obſchon man ſie täglich ſieht, ſo denkt man ſich auch unter dem bringt, trägt der deutſche Jäger im ſchneereichen Winter dem Jäger einen Mörder, der jedes Thier niederſchießt oder ſonſt um- Reh und Hirſch Futter hinaus in den Wald, pflanzt Wachholder⸗ bringt, deſſen er habhaft werden kann. Allerdings pflegen Ita- und Beerenſträucher„damit die Waldvögel auch im Winter Nah⸗ liener und Spanier ſo zu verfahren, daß ſie ohne Unterſchied rung finden, und wird nie einen harmloſen Waldſänger tödten, erwürgen, was ſie erreichen, aber der aufgeklärte, gemüthvolle noch dulden, daß hartherzige Buben Eier oder Junge aus den deutſche Jäger macht ſich zum Schirmer der Ordnung im Thier⸗ Neſtern rauben. 2 S leben, zum Beſchützer der Unſchuld und zum Verfolger der Räu⸗ Der deutſche Jäger hat ja ſeine Freude an dem heitern, ber und Schadenſtifter. Der Jäger pflegt Bäume und Thiere, lauten Waldleben, an dem Wachsthum der Bäume und Kräuter, kennt den Nutzen beider, weiß auch, wie man ihnen nützlich wer- die er alle beim Namen kennt, an der Liederluſt der Vögel und den kann, und die Ausübung dieſes Wiſſens iſt ſein Amt. Er an deren oft ereignißreichem Treiben. Denn auch ſie erleben vertilgt nur ſchädliche Thiere, damit die nützlichen um ſo ſicherer Idyllen, Tragödien und Komödien, Novellen und Romane, wohnen können, und wenn er der eigenen Erhaltung wegen ſchad- Kämpfe und Siege, Sorgen und Freuden. Zu jeder Jahres⸗ loſe Thiere tödtet, ſo geſchieht es derart, daß ihre Vermehrung und Tageszeit beſucht der Jäger den Wald und kennt deſſen nicht gehindert wird. Waͤhrend der Bewohner des nördlichen Reichthum an Schönheit; er kennt jeden Laut im Walde und — verſteht ihn zu deuten, er weiß aber auch jeden Waldbewohner V 7) Aus:„Die Natur im Dienſtdes Menſchen. Fur die er⸗ zu erreichen, ſei es, daß er ihn ſchießt, in Schlingen, Fallen oder wachſene Jugend und alle Freunde der Natur dargeſtellt von Friedrich Gruben fängt, ihm im Hinterhalt einer Krähenhütte auflauert, Körner, Profeſſor an der Handelsakademie zu Peſth. Fünfter Band. 1
Leipig, Berlag von Bernhard Schlicke. 1862.) Wir hoffen auf dies ver⸗ ihn auf den Vogelheerd lockt oder ſei es, daß er ihn in der Höhlen⸗ dienſtvolle Werk noch zurück zu komm=. 4 D. R wohnung überfällt..


