Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
197
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Nr. 13.]

uud Dich in Deinem bekannten ſtarren, eigenſinnigen Brü⸗ iu zu ſtören. Es iſt mir ganz nach Wunſch gelungen, ſeilich auf Koſten der guten Meinung, die der Rittmeiſter on mir hatte, indeß bin ich überzeugt, daß Du ſelbſt Dich keeifern wirſt, mir dieſe wieder zu verſchaffen. Aber, p ſchloß Adolph mit ernſter Stimme,daß Du mich einer plchen Handlung fähig hielteſt, hätte ich nicht geglaubt.

Verzeihung! rief ich beſchämt, indem ich ihm um den Hals fiel,rechne die Verblendung der Eiferſucht zu neiner Entſchuldigung. Ich ſehe ein, daß ich kein Recht habe dies zu fordern, aber

Ei was, unterbrach er mich gutmüthig und herzlich, vergeben, darum bin ich nicht hergekommen, und dies wäre auch gewiß nicht geſchehen, wenn ich Dir nicht ſchon ther vergeben hätte, was ich um ſo leichter that, als ich nus eigner Erfahrung weiß, zu welchen Thorheiten die Eiferſucht einen ſonſt geſcheidten Kerl bringen kann. Aber ſag mir, wie ſtehſt Du mit dem Mädchen?

Dieſe Frage brachte mich aufs Neue in Verlegenheit, denn ſie erinnerte mich an unſeren Zwiſt. Einem Andern hätte ich jede Antwort verweigert, aber gegen Adolph fühlte ich mich doppelt verpflichtet, und ſo war für mich kein Grund vorhanden, ſie ihm zu verweigenn und ohne Rückhalt machte ich ihn alſo zum Vertrauten des traurigen Geſchicks Janka's, das mir Poſchek erzählt hatte.

Georg, ſprach er mit Herzlichkeit, als ich geendet hatte,ſo gefällſt Du mir, und ich liebe Dich drum doppelt. Ich bin zwar ein leichter Geſell und will nicht ſchwören, daß ich aus dieſem Kampf ſo gut hervorgegangen wäre, als Du, aber ich habe Herz und Gefühl genug, um mir dewußt zu ſein, daß ein rechtſchaffener Menſch ſo handeln uuß, um ſeine Schwächen und Thorheiten, von denen wohl teiner frei iſt, aufs Vollkommenſte gut zu machen. Die arme Janka dauert nicc herzlich, und ich könnte Dir nur zürnen, wenn ich wüßte, daß Du im Stande wäreſt, ihr den ſeligen Michael zu erſetzen und vergeſſen zu machen.

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Aber als aufrichtiger Freund kann ich Dir damit nicht ſchmeicheln. Alſo von etwas Anderem. Du biſt ja ſouſt ein eifriger Jäger, und die Gegend hier wimmelt von Haſen und Faſanen. Wollen wir nicht heute Nachmittag einen kleinen Streifzug machen, ehe Lieutenant D. mit ſeinen Windhanden uns alle Haſen verjagt hat?

So leidenſchaftlich ich auch ſonſt die Jagd liebte, ſo hatte ſie doch, ſeit ich Janka erblickte, einer andern Leideu⸗ ſchaft weichen müſſen. Nun aber, da ich mit dieſer im Reinen war, erwachte mit der Erinnerung auch die Luſt daran, und was dieſer noch an Stärke fehlte, ergänzte der Wunſch, Adolph wieder ganz mit mir auszuſöhnen, weßhalb ich ihn aufforderte, mich nach Tiſche abzuholen.

Janka ſchien nach unſerm Zwiegeſpräch verändert zu

ſein und war nirgends zu erblicken. Poſchek, der gegen Mittag noch zu mir kam, ſagte mir, die Mutter habe ſich gegen ihn beklagt, das Mädchen habe heut alle Arbeiten, ganz gegen ihre ſonſtige Art, vernachläſſigt und ſich in ihre Kammer eingeſchloſſen, ſo daß ſie ſich nun quälen und zum Rechten ſehen müſſe. Sie ſelbſt habe ſich heute, was ſeit Jahren nicht vorgefallen ſei, mit ihrem Manne ge⸗ zankt, weil er durchaus nicht zugeben wollte, daß ſie Janka nöthige, die Kammer zu verlaſſen, nachdem er ſich erſt durch einen beſorgten Blick durchs Schlüſſelloch überzeugt hatte, daß ſie nicht krank ſei, ſondern am Tiſche ſitze und ſchreibe.

Ich erzählte Poſchek das Vorgefallene und hatte Mühe, dem guten Maune die Beſorgniß auszureden, Janka möchte ihm ſeiner Ausplauverei wegen zürnen. Er blieb über Mittag, wozu Wrtba ihn ein⸗ für allemal aufgefor⸗ dert hatte, da er wünſchte, daß er anſtatt ſeiner die Koſten der Unterhaltung tragen möchte. An dem Eſſen zeigte ſich heute ein unerfreulicher Unterſchied gegen ſonſt. Die Suppe war räucherig, das Fleiſch hart, das Gemüſe ver⸗ ſalzen, der Braten verbrannt, und unſer gewöhnliches Deſ⸗ ſert fehlte ganz. Wrtba war dadurch etwas mißgeſtimmt,

Nachruf des Runners, deſſen Zudringlichkeit und Unverſchämt⸗ heit reſultatlos geblieben.

Indem der Neuling neben dem Karren, der ſein Gepäckfährt, weiter ſchreitet, ſieht er vor einigen Häuſern große amerikaniſche Flaggen wehen. Sie ſcheinen ihm ein Feſtſchmuck, aber er über⸗ zeugt ſich bald, daß es nur Comptoire ſind, wo Seeleute für aus⸗ gehende Schiffe angenommen werden, wie die Anzeigen unter den Balluſtraden angeben:Zwanzig tüchtige Matroſen nach China und ums Cap der guten Hoffnung.Ein Oberkellner und ein Koch für einen Dampfer., Vork direct ac.

Schenken und Reſtaurationen ſind dort in großer Anzahl mit wirklichen und gemalten Flaggen, mit großen Speiſezetteln an der Thür, welche zur nähern Erläuterung mit Bären, Hirſchen, Rehen, Feldhühnern, Fiſchen, wilden Gänſen, rieſigen Kohl⸗ köpfen und Rüben, auch wohl mit einem Löwen, Panther, Waſch⸗ bär, Reiher, Pelikan und andern eßbaren und nicht eßbaren Dingen garnirt ſind. Aus einem dieſer Häuſer tönt ein Lärm, den die Amerikaner Muſik nennen. Es iſt ein Spielhaus, wo die Lieb⸗ haber des Faro, Monte oder Roulette unter dem Getön einer ſchlecht geſpielten Violine, die von Guitarre, Banjo, Tambourin und den unentbehrlichen Klapperblättern begleitet wird, ihr Geld verlieren. Dieſe Art Muſikcorps(hierBanden genannt) be⸗ ſchmierten ſich früher Geſicht und Hände mit Schwärze, ſetzten trauſe Negerperrücken auf und ſpielten und ſangen äthiopiſche Melodien, die weder äthiopiſch noch Melodien ſind. Weiterhin iſt ein anderes Haus, wo Pſeudo⸗Tyroler ſingen, und noch ein anderes, wo die Dublonen und Dollars muſikaliſcher klingen, als das Clavier, das von einem frühern Matroſen, ſpätern Gold⸗

Zwölf Mann Matroſen nach New⸗

gräber unbarmherzig mißhandelt wird. Zeitungsträger(fliegende Buchhändler, hier Newboys genannt) bieten jedem Vorübergehen⸗ den ihre neueſten atlantiſchen Zeitungen an, und der ſich ſtets wiederholende Ruf:Dies iſt die neueſte Ausgabe des Newyork Herald, der Weekly Tribune, des Boſton Journal und True Delta! übertönt eine Weile das Wagengeraſſel, das Rufen der Runners, das muſikaliſche Chaos und das Geplauder der Chine⸗ ſen und Franzoſen, die ſich darin ähnlich ſind, daß ſie immer paar⸗ weiſe über die Straße gehen, ſtets in.lautem Geſpräch mit heftigen Hiſtiuintimen begleitet, ſo daß es immer ſcheint, als zankten ſie ſich.

Durch das Getümmel drängt und ſchiebt ſich der Neuling, dem es vorerſt hauptſächlich darum zu thun iſt, ein Obdach zu finden, um ſeine Siebenſachen, deren er, wie faſt alle hier Ein⸗

wandernden, dreimal ſo viel bei ſich hat, als nöthig ſind, in Si⸗ cherheit zu bringen und dann den innern Menſchen zu pflegen. Er hält vor einem unanſehnlichen Breterhauſe, woran mit großen BuchſtabenBoard and lodging ſteht. Im Nu liegen ſeine Sachen auf der Straße, der Karrenführer ſagt kurz:Dollar and a half(anderhalb Dollar), nimmt ſein Geld und fährt, unbe⸗ kümmert um das Leben oder die Gliedmaßen ſeiner Nebenmenſchen,

in das dichte Getümmel. Der Wirth iſt mit einigen Gäſten bei einem Kartenſpiel beſchäftiget, kann ſich daher um den Gaſt nicht bekümmern, was er ohnehin auch nicht eher thut, als bis der Gaſt ſich ihm gehörig vorgeſtellt hat. Der erſte Kellner(Barkeeper) ſteht hinter der Schenke und betrachtet lächelnd den neuen An⸗

kömmling, dem er gleich anſieht, daß er ein Greenhorn(unerfah⸗ rener Neuling) iſt, und auf den er, ohne ihm übrigens im Minde⸗ ſten zu helfen, mitleidig herabſieht, denn er iſt ſchon drei Monate