Uovellen-Zeitung.
[VIII. Sahrg. —— fürchtete, einer meiner Cameraden könnte Zeuge dieſer ſah gar nicht ſo aus wie ein ſich ſeiner Sünde bewußter Scene werden und ſie frivol deuten. Es blieb mir Nichts Reumüthiger. Mit freundlichem Geſicht und einem nur übrig, als dieſe Befürchtung gegen ſie auszuſprechen. Mit durch einen leiſen Anſtrich von Befangenheit gemilderten einem halbtraurigen Kopfſchütteln nahm ſie ſich endlich zu— ſarkaſtiſchen Lächeln ſtand er vor mir und redete mich an: ſammen, drückte mir noch einmal die Hand, warf noch einen„Guten Morgen, lieber Georg! Wohl hätte ich Ur⸗ unendlich dankbaren Blick auf mich und eilte raſch die ſache Dir zu zürnen, aber ich bin nun einmal ein ſo guter Treppe hinauf. In ſeltſam bewegtem Zuſtande blickte ich Narr, daß es mir keine Ruhe ließ, bis ich mich mit Dir ihr nach und ging dann, da Alles im Hauſe noch ſchlief, verſtändigt hätte. Höre mich ruhig an, und Du wirſt ſehen, wieder in den Garten und ſetzte mich in eine Laube, um daß Du in Betreff meiner in großem Irrthum biſt und mich meinen Betrachtungen ungeſtört zu überlaſſen. Zu mir ſehr Unrecht gethau haſt. Als Du mir damals die meiner Beſchämung muß ich geſtehen, daß das exaltirte, Moral über meine Frivolität laſeſt, begriff ich Dich nicht, leidenſchaftliche Benehmen Janka's meine erſt ſo ſiegreich denn ich verſtand unter dem Mädchen, von dem ich zu Dir bekämpften Gefühle wieder aufgeregt und meinem eitlen ſprach, durchaus nicht die Tochter Deines Wirthes, weil ſich Dünkel neue Nahrung gegeben hatte. So mußte ich denn den mir ſonſt wohl der Gedanke an Eiferſucht Deinerſeits Kampf abermals aufnehmen, und da ich meine ſchwache Seite aufgedrängt hätte. Haſt Du Dir denn die Möglichkeit aus der eben gemachten Erfahrung deutlich erkannte, zog gar nicht gedacht, daß in dieſem Dorfe mehr als ein hüb⸗ ich, wie ein vorſichtiger Feldherr, meine beſten Kerntruppen, ſches Mädchen zu finden ſei? Aber freilich ein Verliebter, die ſchwere Artillerie der Vernunft, die ich in dem früheren wie ſollte der neben ſeiner Auserwählten noch ein anderes Sieg ziemlich geſchont hatte, mit ins erſte Treffen, und da Mädchen als hübſch gelten laſſen! Daß Du übrigens, durch dieſe Waffe in dem lockern und durchſchnittenen Boden der grundloſe Eiferſucht getrieben, mich und meine Camera⸗ Leidenſchaft kein ganz günſtiges Terrain fand, natürlich den in das entfernteſte Ende des Dorfes und in eines der auch ſchwerfällig und langſam manövrirte, dauerte das ſchlechteſten Quartiere legteſt, brachte mich zuerſt auf die Gefecht geraume Zeit, ehe ſich der Sieg für mich ent⸗ richtige Spur, und dies allein veraulaßte mich, Dir mein ſchieden hatte. Mein Triumph nach dieſem war nicht ſo miſerables Quartier zu verzeihen, obgleich es mich im An⸗ laut als der erſte, er bekundete ſich mehr durch eine innere, fange ſehr verdroſſen hatte. Abes auch ohne dies wäre behagliche Ruhe, durch eine wohlthätige, ſtille Heiterkeit. ich nicht fähig geweſen, Dich bei dem Rittmeiſter anzu⸗ Dieſe angenehme Stimmung wurde jedoch auf einige Au⸗ klagen und anzuſchwärzen, und es hat mir ſehr weh ge⸗ genblicke durch das Erſcheinen Adolph's unterbrochen, wel⸗ than, daß Du dies vorausſetzteſt. Ich will keinen Andern cher eben in den Garten trat und ſich mir raſchsnäherte. beſchuldigen, es gethan zu haben, aber ich bin es mir ſelbſt Ein bitteres Gefühl wallte plötzlich in mir auf, doch ſuchte und auch Dir ſchuldig, mich zu rechtfertigen, weßhalb ich ich deſſelben Herr zu werden, was mir auch bald gelang. Dich auffordere, auf der Stelle mit mir zum Rittmeiſter In der That hätte er auch keinen günſtigeren Augenblick zu gehen und ihn in meiner Gegenwart zu fragen, ob ich zu einer Verſtändigung mit mir finden können, denn ſtatt ihm ein Wort zu Deinem Nachtheil geſagt habe. Ferner Zorn und Verachtung fühlte ich nur Mitleid mit ſeiner muß ich Dir ſagen, daß ich, Dich und den Rittmeiſter wohl Leidenſchaft, die ihn zu ſo arger Verletzung ſeiner ſonſti⸗ keunend, abſichtlich die Verwirrung beim Futterausgeben gen Freundſchaft für mich getrieben hatte. Aber Adolph anrichtete, um ihn zu nöthigen, Deinen Arreſt aufzuheben
Feuilleton.
— O5e⸗
San Francisco. nen Schooner und Kutter, deren Beſtimmungsort auf einem aus⸗
: gehängten Bret angezeigt iſt. Das Drängen und Toben der
Wenn der neuangekommene Fremde vom Schiffe aus den Fuhrleure, der Bootführer, Schuhputzer, Trödler, Obſt⸗- und Maſtenwald und das Labyrinth von Häuſern betrachtet, ſo iſt ſein Candishändler, das unaufhörliche Läuten der Glocken der Auctio⸗ erſter Eindruck der des Staunens. Er vermag es nicht zu begrei⸗ nare wirkt nach der Ruhe und Langweiligkeit der Seereiſe wahr⸗ fen, wie ein kurzer Zeitraum eine ſo große und ſchöne Stadt hat haft betäubend. Den größten Lärm auf Long Wbarf machen die hervorzaubern können. Sein Erſtaunen wächſt, wenn er hört, Runners, Agenten für zwei concurrirende Dampfboote nach dem daß noch vor zwanzig Jahren ein großer Theil des Bodens, worauf Sacramento oder S. Joaquin, die unaufhörlich mit lauter jetzt die Stadt ſteht, theils von Meerwaſſer bedeckt war, theils Stimme ſchreien, daß das Fahrgeld bis Stockton heute auf 1 Dol⸗ aus hohen Hügeln und tiefen Abgründen beſtand, welche jetzt ge⸗ lar geſetzt, daß ihr Boot das beſte in dieſen Gewäſſern, wennnicht
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ebnet ſind, und daß fünf große und mehrere kleine Feuersbrünſte das beſte in der Welt iſt; daß die Fahrt mit dem andern Boote die Stadt von Zeit zu Zeit faſt ganz zerſtört haben, ſo daß es freilich auch nur einen Dollar koſte, aber die Eigner beſſer thäten, ſehr wenige Häuſer gibt, die über ein Jahr alt ſind.
Ein Boot bringt ihn für einen Dollar die Perſon ans Land, d. h. an die lange Brücke(long wharf oder central wharf), welche Stadt, eine halbe engliſche Meile in die Bay hinausgebaut und zum den ſteten und unumgänglichen ihnen Theil mit Häuſern beſetzt iſt. Nur das äußere Ende iſt beladen iſt, ſo ſtürzen beide Runners auf ihn zu, um ihm eine
Gefahr und Unbequemlichkeit. Kommt einer aus dem Innern der der mit Gepäck oder nur mit ein paar wollenen Decken,
rei von Häuſern; hier liegen zuerſt die großen Seedampfboote Paſſagekarte zu verkaufen; ſie vertreten ihm den Weg, halten ihn
und Klipper, dann andere Seeſchiffe, die Dampfboote, welche feſt und können oft nur mit die Bay hinauf nach Sacramento, Stockton, Vallejo, Pueblo gebracht werden.„Fahren de San Joſé ꝛc. fahren, und zuletzt nächſt den Häuſern die klei⸗
jedem Paſſagier zehn Dollars zuzugeben, wegen der ungeheuren Begleitern der hieſigen Reiſenden,
einem Colt's Revolver aus dem Wege Sie mit dem andern Boote, wenn Sie Luſt haben, in die Luft geſprengt zu werden,“ iſt der tröſtende


