Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
195
Einzelbild herunterladen

Altare, d Kind, em Talare,

Lind! 1

in M. in Nann getragen, on,

egebeugt,

t.

.

ege fern, tten, ern; rochen,

prochen

mern cht, ämmern, immern,

umen, Nuth!

iumen,

umen,

bedeckt, ngen, gen, eckt.

Nr. 13.

Dritte

Novellen-

Die Stumme von Kloppay.

(Fortſetzung.)

Nur mit großer Mühe und Selbſtbeherrſchung hatte ich vermocht, die Erzählung Poſchek's mit einiger äußeren Ruhe bis zu Eude anzuhören, nunaber, als er fort war, hatte ich Zeit, Janka's trauriges Geſchick aus tiefſter Seele zu ſedauern und meinem Schmerz darüber Raum zu geben. Dieſen Zuſtand zu ſchildern iſt mir nicht möglich, da ich deſſelben nicht mehr bewußt bin. So viel weiß ich jedoch noch, daß Liebe und Mitleid einen harten Strauß in mei⸗ ner Bruſt gekämpft haben, und daß das Letztere endlich Sieger blieb. Als ich mich unn einigermaßen beruhigt

hatte, drängte ſich mir die ſchmerzliche und beſchämte

Lleberzeugung auf, daß ich in thöricht lächerlicher Eitelkeit das für Zeichen von Liebe zu mir gehalten habe, was nur Aeußerungen der Erkenntlichkeit Janka's waren, und ihr war es mit mir gewiß umgekehrt gegangen. Sie hatte meine freundlichen Liebesblicke, Mienen und Worte dank⸗ var für wohlwollende Zeichen der Theilnahme und des Mitleids genommen. Ich konnte mir trotz meiner frühe⸗ wen eitlen Verblendung nicht verhehlen, daß in dieſem frommen Herzen, außer der Liebe zu Gott und zu Michael, kein auderes Gefühl als die allgemeine Nächſtenliebe Raum haben könne. Wie ſehr hatte ich Kurzſichtiger vorher ge⸗ wwünſcht, noch dieſen Abend die Geſchicke Janka's zu er fahren, um nicht wieder eine unruhige Nacht zu verbringen, und nun welche Qual hatte mir dieſe Geſchichte berei⸗ tet! Bis zum hellen Morgen lag ich ſchlaflos auf mei⸗ nem Lager, bald ſprang ich auf und ging in meinem Ge⸗

aach auf und ab, bald öffnete ich das Fenſter, weil es mir

au eng im Zimmer wurde, und ſtarrte in die Sternenpracht hinaus, um das Mitleid derſelben für Janka zu erbitten, dann warf ich mich wieder aufs Bett, ohne ein Auge zu ſchließen. Als der Tag anbrach, ſtand ich auf, kleidete mich raſch an urnd eilte hinab in den Garten, um mich in der kühlen Morgenluft zu erfriſchen. Doch auch hier hatte ich nicht Raum genug, der Ruinenberg ſchaute noch halb ins Mor⸗ gengrau gehällt zu mir in den Garten hinein, ich erſtieg jihn haſtig und nahte mich dem Fuße des alten Thurms. Dort blieb ich in trüben Betrachtungen auf der Stelle ſtehen, wo Michael ſein Leben ausgehaucht, und an der ſich Janta hatte knieen und beten ſehen. Das Dörfchen llag, in leichten Dunſt gehüllt, friedlich zu meinen Füßen, die Thäler und der kleine Fluß dampften im Morgennebel, lleichte Wolkenſtreifen zogen ſich über die Ebene an deu Woinbergen hin, und jenſeits derſelven ſtieg ein leichtes

Folge.

Zeitung.

Morgenroth am Himmel auf. Die reizende Gegend ruhte in ſtillem Gottesfrieden, und auch in meiner Bruſt begaun es ruhig zu werden. Als aber das Morgenroth imnier purpurner erglühte, als endlich die glänzende Senuen ſcheibe majeſtätiſch über den Horizont emporſtieg und die Höhen ringsum begrüßte, als dieſe freudig erglühten und ſich heiter in ihren goldenen Strahlen badeten, als die ganze Natur rege ward und jubelnd den herrlichen Tag begrüßte, da hob ſich auch meine Bruſt leicht und begeiſtert in frommem Dankgefühl zu dem Schöpfer, und getilgt war in meinem Junern jegliche Zwietracht. Der Sieg der Vernunft über die Leidenſchaft war entſchieden, und nur das innigſte Mitleid mit der armen Janka erfüllte mein Herz. Ich weilte dann noch einige Minuten auf der Stätte des Unglücks und kehrte dann getröſtet ins Dorf zurück. Als ich in das Haus trat, kam Janka eben aus dem Keller, grüßte mich freundlich durch ein Kopfneigen und wollte an mir vorübergehen, aber ich vertrat ihr entſchloſſen den Weg, denn nun wußte ich ja, daß ſie mich vollkommen verſtehen werde, auch waren Zweifel und Ungewißheit von mir ge⸗ wichen.

Guten Morgen, liebe Janka, ſprach ich, ihre Hand faſſend,ich habe Dir Etwas zu ſagen und bitte Dich deßhalb einen Augeublick zu verweilen. Das Mädchen ſah mich geſpannt und zweifelhaft an und ſchien unentſchloſ⸗ ſen, ob ſie gehen oder bleiben ſolle.Fürchte nichts von mir, fuhr ich fort,Du kannſt mir vertrauen. Ich kenne Dein unglückliches Geſchick, arme Janka. Betroffen und, wie es ſchien, unangenehm überraſcht, erröthete ſie, ich aber, als bemerke ich dies gar nicht, ſprach weiter, freilich nicht ganz wahr:Gleich Anfangs flößteſt Du mir große Theilnahme ein, da es mir ſchien, als ſeiſt Du nicht ganz glücklich. Auch fiel mir Dein ſtetes Schweigen auf. Deß⸗ halb forſchte ich bei dem Einzigen, mit dem ich ſprechen konnte, nach näherer Kunde von Dir und hörte nicht auf, in ihn zu dringen, bis der gute Poſchek, meine große Theil⸗

nahme an Dir erkennend, nicht länger anſtand, mir Deine traurige Geſchichte zu erzählen. Kann ich auch leider zu meiner großen Betrübniß gar Nichts thun, um Dir zu hel⸗ fen, ſo hoffe ich doch, daß es mir gelingen wird, durch die herzlichſte Theilnahme wohlthuend und tröſtend auf Dein armes Herz zu wirken.

Ihr ſchönes, ausdrucksvolles Geſicht ſpiegelte ihre Em⸗ pfindungen deutlich wieder. Doch kaum hatte ich ausge⸗ ſprochen, da las ich ihr Vertrauen auf ihren flammenden Augen, und mit ſtürmiſcher Heftigkeit riß ſie meine Hand an ehre Lippen, bedeckte ſie mit Küſſen, preßte ſie dann an ibre hochwogende Bruſt, und fing laut an zu ſchluchzen. Beſtürzt und geängſtigt ſuchte ich ſie zu beruhigen, da ich

.