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werde, bereits geſchrieben, daß ich auf gutem Wege und mit meinem Plane bald aufs Reine ſei. Meine Augſt ſtieg mit jedem Tage, aber ſie ſollte bald
und machte allen meinen Plänen und Beſorgniſſen ein Ende. Die Blattern fingen im Dorfe an bösartig zu graſſiren. Der Richter, ein ſtarrer, wohlthätigen Neue⸗ rungen unzugänglicher Mann, hatte ſich, wie viele Andere, nicht dazu entſchließen können, ſein Kind impfen zu laſſen, um ſo weniger, da ſein älteſter Sohn die natürlichen Blat⸗ tern ſehr leicht und glücklich überſtanden hatte. Sein jüngſter Sohn, ein Knabe von etwa 9 Jahren, ward mit einer ſolchen Heftigkeit von der Epidemie ergriffen, daß er derſelben in wenig Tagen erlag. Die Mutter war troſt⸗ los über den Verluſt ihres einzigen Kindes, auch der Vater trauerte, doch minder heftig, da er von härterer Gemüths⸗ art war und ihm ja auch noch ein Sohn geblieben. Der Grund, dieſen dem geiſtlichen Staude zu widmen, war nun gänzlich beſeitigt, und kaum war der Schmerz des Vaters gewichen, ſo trug er mir auf, nach Prag an Mi⸗ chael zu ſchreiben, daß er auf der Stelle zurückkommen ſolle. Mit leichtem Herzen that ich dies ſogleich und eilte daun der armen Jauka die glückliche Wendung der Dinge zu verkünden. Sie hatte ſich mit ihren Entſagungsideen ſo vertraut gemacht, daß es ihr ordentlich Mühe koſtete, ihr Herz der neuen Hoffnung zu öffnen; und als es mir endlich gelang, war ihre Freude nicht laut, aber wahrhaft rührend. Eine ſaufte Heiterkeit ergoß ſich über ihr gan⸗ zes Weſen, und bald erblühte ſie wieder in neuer Jugend⸗ friſche. In Kurzem erhielt ich Antwort von Michael. Nach den Ergüſſen ſeines Entzückens und Dankes folgte die Bitte, ſeinen Vater zu bewegen, ihn noch bis zum Schluſſe des akademiſchen Jahres in Prag zu laſſen. Er habe, ſchrieb er, gleich von Anfang die theologiſchen Stu⸗
dien nur ſehr wenig und mehr zum Schein beſucht, dagegen
aber alle cameraliſtiſchen Collegia gehört, da er feſt ent⸗
Uovellen-Zeitung.
einſt überuehmen ſolle. geendet werden; das Schickſal ſelbſt legte ſich ins Mittel
ſchloſſen ſei, ſich der Landwirthſchaft zu widmen, was nun um ſo nothwendiger ſei, da er die väterliche Beſitzung Müßte er nun im Curſus abbrechen, ſo ſei das bisherige Studium ſo gut wie verloren u. ſ. w. Anfangs war der Richter ſehr erzürnt über dies Verlangen ſeines Sohnes und meinte, er brauche nicht klüger zu ſein und mehr zu lernen als er ſelbſt, das ſei, wie der Erfolg gezeigt, vollkommen hinlänglich, um ein ſolches Gut zweckentſprechend zu bewirthſchaften. Seine Frau trat aber wider Erwarten auf meine Seite, denn ſie war ihrem Stiefſohn nicht ſo ſehr geneigt und wünſchte daher ihn ſo ſpät als möglich im Hauſe zu haben. Eudlich war das Univerſitätsjahr zu Ende, und Mi⸗ chael kam von Prag zurück, bedeutend zu ſeinem Vortheile verändert, denn ſeine Sitten waren fein und angenehm, und er hatte ſeine Zeit auch tüchtig benutzt, um etwas Rechtes zu lernen. Das Wiederſehen war für beide Lie⸗ bende ein laugerſehntes Freudenfeſt, und nichts ſtörte ihr Glück, da Michael's Eltern nun nichts mehr gegen ihre Liebe einzuwenden hatten, weil Wrtba weit wohlhabender als der Richter, Janka alſo die beſte Partie war, die ſie für ihren Sohn nur finden konnten. Michael's Abſicht aber war es nicht, jetzt ſchon im väterlichen Hauſe, wo es ihm nicht behagen konnte, zu bleiben. Sein Plan war, auf einer benachbarten Herrſchaft, welche ziemlich bedeu⸗ tend war, noch ein paar Jahre praktiſch die Landwirthſchaft zu erlernen und ſodann einen Beamtenpoſten ſo lange zu bekleiden, bis er das Gut ſeines Vaters übernehmen müſſe. Die zweite Hälfte ſeines Planes verſchwieg er jedoch wohl⸗ weislich ſeinem Vater vor der Hand, um nur deſſen Ge⸗ nehmigung zu der erſten zu erhalten, die er auch nach eini⸗ gem Weigern deſſelben erhielt.— Das Scheiden von Jauka ward diesmial durch die Ausſicht auf baldiges und öfteres Wiederſehen erleichtert, denn kaum 3 Meilen ent⸗ fernt war der neue Wohnſitz Michael's, und er hatte ſich vorgenommen, meiſt die Sonntage und hohen Feſttage in
Cariboo wurde ſpät im Jahre 1860 entdeckt, das Goldgraben dort begann aber erſt im Sommer 1861.
Die Goldſucher be⸗
gannen ihr Werk im Mai 1861 am Antler⸗Creek, und Mancher von ihnen ſammelte täglich für 200 Dollars Gold. Ein Mann fand in einem Tage für 400 Dollars, ein Herr Smith 3 ½ Pfund
(185 Pf. St. 6 Sh. Werth) Gold in einem Tage. Die ſogenannten „Bench elaims,“ Flächen die 100 Fuß höher als das Waſſer des Creek liegen, lieferten täglich für jeden rocker, ein Inſtrument zum Durchſieben des Goldes, 4 bis 8 Unzen Gold(die Unze ge⸗ wöhnlich zu 4 Pfd. St.). Es gab wenig Claims, die nicht täg⸗ lich für jede Perſon 50 bis 100 Dollars Geld gaben. Eine Ge⸗ ſellſchaff von 5 Männern gewannen in einem Tage 37 Unzen Gold, zwei Männer hatten in zwei Tagen für 900 Dollars Gold gewonnen. Noch viel reichlicher war der Gewinn, wenn ſich 5— 6 Männer mit einander verbanden und ſogenannte„flumes“ erbauten, die ihnen viel Handarbeit erſparten und ihnen den langſamen und mühevollen Rocker entbehrlich machten, denn der Gewinn einer ſolchen Geſellſchaft belief ſich täglich auf 100 bis 500 Pfd. St.
Geringer war der Goldertrag am Keithley's Creek, wo ein Mann täglich nur für 25 bis 75 und nur in einzelnen Fällen 100 Dollars verdiente.
Bis Ende Mai befanden ſich in Cariboo ohngefähr 1400 Goldgräber, doch die Zahl derſelben nahm dann täglich zu, weil am 9. Juni für 70,000 Dollars Gold aus Cariboo in Victoria eintraf, was das Vertrauen zu der Ergiebigkeit der neuen Gold⸗ jelder ſehr vermehrte.
Gegen Ende Mai's machte der auf den Bergen ſchmelzende Schnee die Waſſer für Maulthiere, welche Lebensmittel zuführten,
unbrauchbar, was einen Mangel an Vorräthen zur Folge hatte und große Theurung verurſachte. Der Proviant wurde von den Indianern auf dem Rücken herbeigeſchafft, wofür Jeder derſelben taäglich 50 Dollars erhielt. Eine Portion Bohnen und Speck und eine Taſſe ſchlechten Kaffee bezahlte man bei den Wirthen mir 2 Dollars, 1 Pfd. Mehl mit 38 Cents(1 Sch. 7 Pence), 1 Pfd. Kaffee oder Zucker mit 75 Cents(ohngefähr 31 Silbergro⸗ ſchen). Nochtheurer warder Preis von Geräthſchaften. Eine blecherne Pfanne, die in England 3 Pence koſtet, wurde mit 8 Dollars be⸗ zahlt; eine Axt oder Schaufel mit 6 Dollars, und mit einem Stiel mit 7 ½ Dollars; Wäſche jedes Stück ½ Dollar.
Der Ertrag der Goldernte im Juni war ſehr verſchieden. Ein Goldgräber war ſo glücklich in einem Vormittag mit ſeinem Rocker 50 Unzen Gold zu gewinnen; drei Andere ernteten in einer Woche mit der Goldwäſche 100 Unzen, während im Allgemeinen der tägliche Gewinn eines fleißigen Arbeiters zwiſchen 20 und 100 Dollars ſchwankte.
Im Juni kam in Cariboo die Nachricht an, an der öſtlichen Seite der Rocky Mountains auf britiſchem Gebiete ſei Gold entdeckt worden, während gleichzeitig von Goldgräbern, die von dem Antler⸗Creek zurückkehrten, gemeldet wurde, daß ſie in einer Entfernung von 30 Meilen günſtige Anzeichen von Gold und reiche Quarzadern entdeckt hätten. Aehnliche Entdeckungen wur⸗ den an andern Punkten gemacht, und am Keithley⸗Creek konnten fünf Perſonen als den Ertrag einer Tagesarbeit 1200 Dollars unter ſich vertheilen, und ſie fanden täglich durchſchnittlich 1 Pfd. Gold. 4
An demſelben Creek wurden mehrere Schleußen angelegt und bearbeitet, deren Erfolg täglich ein Verdienſt von 20 bis 50 Dol⸗
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[VIII. Jahrg.
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