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icht unfreundlih un Feeleben, 1 es nicht ſchon 1 itnehmen.— 3 kann, Oberjäg wil!, wohl aban erkant habe. Si Nelbemttoder ohue Dbliegende abſicht 1 Ehrgefütl nicht, Sie,“ fuhr er nnich ndben einen Be⸗ b die Sache beim
ſchaute ich ihm teſt Du auch mich teſt Alles mit mir enen Strauß, und mich haben wilſt, ich, als die Ueber⸗ Unteroffiiertreſſe ohl öfter ſchon be⸗
r, wandte er ſich
aus der Hausthür arten zu. Ihr An⸗ nen durch. licte ihr nach und nach der Ruine ſollte, ſtand ich cht au un, Nan de, die jedeufall m wußte ich ja bä nicht, wie ich mich ſchten Störungen! tſal nicht, daß ich —— mochten. In ſolchen
zaglich und wohl, zu⸗ werhöhnte, nicht allein
Mit meinem Anſehen
rinnere ich mich, daß onditorladen beſand, Y als einer der Lehrer Alle ſchraken zuſam⸗ niſterei ſe rers inuntrſtz Weiſe trieb ich mi meinem Leben blieb Freilich nahm ich den „ 21
Jahrg
dann allerlei Manöver machen ließ.
ts Gläſerſ
Nr. 12.)
Dritte die Geſchichte Janka's erfahre. Sollte eig ſein? Aber da wußte das Schickſal ebenſowenig als mein Rittmeiſter, wie ich zu behandeln ſei.
Ich hatte es mir feſt in den Kopf geſetzt, das Mädchen für ihr gehabtes Unglück zu entſchädigen. lche Liebe war's gewiß, aber die getraute ich mir wohl zu beſiegen, und hatte ich ſie nicht etwa ſchon beſiegt? des Mädchens Zuneigung zu mir war ja unverkennbar.— Aber endlich mußte es tagen; ein ſtolzes Selbſtgefühl ſchwellte mir die Bruſt, im frohen Vorgefühl der doppel⸗ ien Wonne, ſelbſt glücklich zu werden Janka's in Glück zu verwandeln, eilte ich ungeduldig ins Dorf, um den Schulmeiſter aufzuſuchen. Er war beim Richter mit Gemeindeangelegenheiten beſchäftigt. Aber⸗ maliges Mißgeſchick! Alſo noch eine Nacht ſollte ich mich in Unwiſſenheit quälen? Vor Verdruß darüber mochte ich keinen Biſſen eſſen und ging bald hinauf in mein Stübchen, um recht ungeſtört meinen Aerger zu verarbei⸗ ten, aber er wurde dadurch nur noch ſtärker, wie eine ho⸗ möopathiſche Medicin, deren Kräfte ſich immer verdoppeln, ſje öfter man ſie verreibt. Schon war ich dahin gekommen,
meiner Stimmung in lauten Exclamationen Raum zu
geben, als es, dies Mal nicht unwillkommen, abermals an meine Thür klopfte. Auf mieine Einladung trat zu meiner großen Freude Poſchek hereiu. Er wollte nur fragen, was ich vorhin von ihm gewollt, als ich ihn aufgeſucht; er wolle ſeinerſeits keine Vernachläſſigung begehen, da es muthmaßlich eine Geſchäftsſache ſei, wegen der ich ihn ſprechen wolle, da ich ſehr dringend geweſen. „Allerdings,“ antwortete ich ihm,„iſt die Sache wich⸗ tig, obgleich keine Dienſtangelegenheit. Es betrifft die Geſchichte Janka's, die mir nun ſchon oft vorenthalten iſt, die ich aber nun endlich erfahren muß, allen Störungen zum Trotz.“ Zugleich eilte ich, einen Proteſt auf ſeinem Geſicht leſend, nach ver Thür, ſchloß ſie von innen ab und fuhr, den Schlüſſel in die Taſche ſteckend, fort:„Nun ſind
Folge.
ling des ganzen Dorfs. und aumuthig in allen ihren Bewegungen, ſanft und freund
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dies ein Finger⸗ Sie mein Gefangener, und ich gebe Sie nicht eher frei, bis
Grund meines eifrigen Drängens nicht begreifen, indeß Eine unglück⸗ wohl einſehend, daß er durch Weigern nichts ausrichten würde, begann er ohne Weiteres:
ich Alles weiß. Zaudern Sie darum nicht länger.“ Be⸗
denklich ſah mich der gute Mann an, als könne er den
„Schon als ganz kleines Kind war Janka der Lieb Schön wie ein Engel, reizend
lich gegen Jedermann, war dies erklärlich. Als ſie in
und das Unglück ihrem ſechsten Jahre zur Schule geſchickt wurde, war ich erſt kurze Zeit hier im Amte, und bald bemerkte ich, daß
Janka ſtiller und aufmerkſamer war und meine Lehren viel ſchneller und richtiger auffaßte als alle andern Kinder. Da ich bis jetzt noch nicht viel Freude an meinen übrigen Schü⸗ lern erlebt hatte, beſchäftigte ich mich mit ganz beſonderer Vorliebe mit dem lieblichen Kinde und ich kann ſagen, daß während der ſechs Jahre, in denen ſie die Schule beſuchte, mir Janka nicht ein einziges Mal Anlaß zur Unzufrieden⸗ heit gegeben, ausgenommen, daß ſie zuweilen durch ihre ſcharfſinnigen Fragen, deren Beantwortung über meinen Horizont ging, mich in arge Verlegenheit brachte. Von allen Schulkindern ward ſie geliebt, denn niemals gerieth ſie in Zank und Streit, vermittelte vielmehr überall den Frieden, war duldſam und gefällig, und haff gern den Minderfähigen bei ihren Arbeiten. Ein Knabe aber war es vorzüglich, der ihr ſtille Zuneigung durch Theilnahme und Aufmerkſamkeiten jeder Art, beſonders aber dadurch bewies, daß er ſie ein paar Mal gegen Anfeindungen roher Buben in Schutz nahm und mit Erfolg vertheidigte. Dies gewann denn dem keineswegs wohlerzogenen Jungen ihr be ſonderes Wohlwollen, ſie ſchloß ſich mehr an ihn als alle anderen Knaben, und es war auffallend, wie bald aus dem rohen ſtörriſchen Bengel durch ihren Einfluß ein artiger, ſaufter, geſitteter und fleißiger Knabe geworden war. Er war der Sohn des jetzigen Richters, etwa 2, Jahr älter
So gewann ich, ohne daß mir Einer Anleitung gegeben hätte, Kunde von den Schlachten Alexanders, Cäſar's, des großen Friedrich und Napoleon’s. Mit⸗ unter kam über ſolche Beſchäftigungen einer meiner Cameraden zum Beſuch, was mich dann immer verſtimmte. Ich rief ihnen mit der größten Aengſtlichkeit zu, ſie möchten mir meine Bohnen
in Ruhe laſſen, und wies ihnen ſogar die Thüre. Den Sinn der
Sache hielt ich zugleich ganz geheim, weßhalb ſich denn die Bu⸗ ben den Kopf über meine Seltſamkeiten zerbrachen. Ueberhaupt ließ ich mir in Betreff meiner Studien nicht gern in die Karten ſehen. Mitunter arbeitete ich nämlich recht tüchtig, aber da ich vor meinen Mitſchülern den falſchen Schein haben wollte, als käme mir Alles durch das Genie, ſo verbeimlichte ich die Mühe und den Fleiß. Saß ich hinter meinem Cäſar, Livius, Horaz und Homer, um mir die fehlenden Wörter im Lexikon zu ſuchen, und es trat der Eine oder Andere hinzu, ſo warf ich die Bücher zur Seite, griff nach irgend einem abgeſchmackten Romane und that, als ob ich nur ſolche Lectüre triebe. 4 5 In gleicher Weiſe wie die Geſchichte intereſſirte mich die Li⸗ teratur, uͤber die ich mir bald eine große Ueberſicht verſchaffte. Die Declamation machte mir ſchon in frühen Jahren Freude, und ich begnügte mich keineswegs mit einem mechaniſchen Herſagen der aufgegebenen Gedichte, ſondern bemühte mich im Gegentheil, ihnen einen ſehr pathetiſchen Ausdruck zu geben. Auch auf die deutſchen Aufſätze verwandte ich ſtets einen großen Fleiß. Kein Schüler brachte ſie in ſolcher Ausdehnung wie ich. Dabei war es meine Schrulle, das Geſchreibſel ſo originell wie möglich zu halten. Wie ich im Geſpräche gern von einem Gegenſatz in den andern verfiel, ſo übte ich auch hier dieſe launenhafte Art, ſodaß
der Lehrer nicht ſelten den Kopf ſchüttelte und mich mit Anerken⸗ nung meines Talents zu Ordnung und Regel mahnte. Einmal⸗ mußten wir ein Märchen als deutſchen Aufſatz liefern. Die an⸗ deren Schüler brachten gewöhnliches Zeug. Ich aber hatte ein wunderliches Ding zuſammengeſchmiedet. Es war in der That ein Gedicht. Der Lehrer fuhr mich an, als habe ich einen alten Schriftſteller geplündert, ja er ſprach von Shakeſpeare und Calde⸗ ron. Ich konnte mit gerechtem Stolze ſagen, daß ich ſelbſt der Verfaſſer ſei, und fuhr nun fort, für mich allerlei⸗ poetiſche Ver⸗
ſuche zu machen, die in das lyriſche, epiſche und dramatiſche Fach
hineinſpielten. Auch die Bühne fing an, mich gewaltig zu inter⸗
eſſiren. Mein Taſchengeld wurde zum Theaterbeſuch verwandt; da es aber nicht hinreichte, um mir oftmals dieſen Genuß zu ver⸗ ſchaffen, ſo machte ich mir einen Stadtmuſicus willig, der mir nunmehr ſeine Flöte anvertraute, die ich, als ob ich zur Kapelle gehörte, vor ihm her in das Orcheſter trug, wo ich in einem ver vorgenen Winkel hocken blieb. So ſah ich in früher Jugend eine Menge von Stücken, die ich ſchon damals in meiner rückſichtsloſen Art in mir und vor Andernetritiſirte. Sogar ein Trauerſpiel wurde begonnen, wüſt, wirr, kraus, titanenhaft, das den Pelion auf den Oſſa thürmte, und aus dem ich nachmals manche Stellen in meinen„Gothland“ verpflanzt habe. Bei all dieſen Eigen⸗ ſchaften kann es nicht verwunderlich ſein, daß ich in jungen Jah⸗ rren durch unſere kleine Reſidenz, in welcher jeder Hans jeden Kunz kennt, als ein Meerwunder auspoſaunt wurde. Gleichwohl floh ich die Annäherung aller feiner gebildeten Leute, die mich heran⸗ iehen wollten, und blieb ein einſiedleriſcher, bärbeißiger Geſelle, der ſich höchſtens mit ſeinen Cameraden herumtrieb. Ich verach⸗ tete gewiſſermaßen die gute Geſellſchaft und ihre Formen. Täp⸗
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