Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
159
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Dritte Folge.

der Ort iſt daher vollkommen gut gewählt.

Die Stadt, die japaneſiſche Phautaſie ſich nach ihrer Bequemlichkeit ent⸗

welche ſich hier ſeit zwei Jahren erhoben hat, beſteht aus faltet

zwei Theilen, dem europäiſchen Theil, den zu beſchreiben ganz nutzlos iſt, da ſich Jedermann eine Idee davon machen kann, und dem Theil der Eingebornen, rechtwinkeligen, neu erbauten Straßen, in denen ſich wie an den Pariſer Boulevards in allen Häuſern Läden finden, wo

ein Ganzes mit aus, wollen, da gerade über dieſen Gegenſtand uns bereits viel Belehrung zu Theil geworden iſt. S

Schließlich ſpricht ſich der Schreiber des Briefes daun über die in Yokuhama feil gehaltnen japaneſiſchen Waaren was wir als weniger wichtig hier nicht mittheilen

C.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Aus meiner Liedermappe, Gedichte von Hein⸗ rich Zeiſe. Altona, bei Uflacker. Wie Sie immer wieder mit Hoffnung und Theilnahme

auf die moderne Lyrik blicken, ſo haben wir auch dieſen

Gegenſtand ſchon verſchiedene Male zur Beſprechung ge⸗ zogen.

Es ſtellten ſich dabei immer wieder mehrere Facta

heraus, die ſchon jedes an und für ſich genügend ſind, dem ſiegreichen Durchbrechen einer tüchtigen Lyrik das Lebeu abzuſchneiden oder wenigſtens ſchwer und unerfreulich zu tnachen. Vor Allen gehört dahin die Verſchlechterung des mo⸗ dernen Geſchmacks, ſowohl bei den Poeten, als beim Publi⸗ cum, eine Schule, die auf das hier traurige Princip des gegenſeitigen Unterrichts begründet iſt. Die Leſer haben ſich gewöhnt, entweder ſüßromantiſche Sentimentalitäten, oder pointirte Pikanterien voll künſtlich aufgeſtachelter Lei⸗ denſchaft zu genießen, oder vielmehr ſie ſind von dem Gang unſerer Literatur und von einzelnen darin talentvollen Perſönlichkeiten zu dieſer Lectüre gewöhnt worden. Statt nun davon wieder zurückzugehen und nur zu bringen, was Jeder ſeiner Natur nach im Innern birgt, iſt es von Sei⸗ ten der Schaffenden, wenn man unſelbſtſtändige Individuen ſo nennen kann, zur ſchwachſinnigen Mode geworden, zu fragen: was dem Publicum wohl gefallen und ſeinen aller⸗ höchſten Beifall abnöthigen möchte? In der Muſik und Malerei, von der Plaſtik gar nicht zu ſprechen, findet der⸗ ſelbe ſelaviſche Unfug ſtatt, und ſo dichtet, compoyirt und malt gar Mancher etwas ganz Anderes, als wozu er ſich getrieben fühlt, bloß weil er Urſache findet, es für gangbar zu halten. Das Publicum würde ſich aber viel beſſer dabei ſtehn und auch viel beſſer gefallen, wenn man ihm nicht ſowohl brächte, was man für begehrt, als was man für begehrungswürdig hält. Nicht der Eſſende, ſondern der geſchmackskundige Koch iſt berufen, Gerichte zu erfin⸗ den und die Freuden der Tafel zu arrargiren. Die fein⸗ ſten und edelſten Leckerbiſſen ſind nicht der Zunge der Welt anempfunden, ſie ſind ihr octroyirt.

Ferner ſetzt die jetzige Vielſchreiberei dem Durchdrin⸗

gen des Beſſern einen kaum überſteiglichen Damm ent⸗ zegen. Es fühlt ſich Jeder ungemein berufen, den nicht die Befähigung, den nur der Drang der Eitelkeit beruft. Ohne es ſich ſelbſt klar zu machen denn er hütet ſich wohl, ſich etwas Demüthigendes zu offeriren ſagt es

daß ſie das Gedankenmark und die Gefühlskraft verloren hat, und man uun ſo thut, als gehöre dieſes Höchſte aller Kunſt nicht in ihren Kreis. Mit Sympathie und innerer Sättigung fährt er fort, auf dieſem ſeichten Wege durch den Nürnberger Spielzeugpark moderner Lyrik weiter zu ſchrei⸗ ben, und wie ein krankes, träumeriſches Heimchen zirpt er auf jedes grüne oder welke Blatt im Mond⸗ und Sonnen ſchein ein ſchmachtendes Liedchen. Zwiſchen dem abgetha⸗ ven, nicht mehr in der Mode ſtehenden, großmäuligen Weltſchmerz und der kleinen perſönlichen, allerneueſten Wehmuth mitten inne ſteheud, fühlt er ſich ſchon in ſeinem dreißigſten Jahre ein Greis, beklagt ſeine verlorene Ju⸗ gend und Lebensluſt,Kann nie beglücken mehr ein holdes Mädchenherz, aus dem Leſer unbekannten Gründen; be⸗ klagt auch einige Male Deutſchland in patriotiſchen Seuf zerphraſen, ſchwingt im Geiſte den Flamberg, daß alle Franzmänner vor Schreck auf die Rückſeite fallen; thut ein paar langbeinige Schritte in die deutſche Vergangen⸗ heit, ſtattet dem alten Barbaroſſa im Kyffhäuſer einen unnützen Beſuch ab und geht dann plötzlich, nachdem er dem Jugendleid, dem Liebesſchmerz und der Vaterlands⸗ liebe genug gethan, in ein gemüthlicheres Thema über. Er läßt uun entweder einige ſtumpfe Epigramme hören, ſingt ein paar naive Kinderlieder und contemplative Früh⸗ jahrsempfindungen, worin das Veilchen und das Mai⸗ glöckchen ein gequältes Zwiegeſpräch halten, oder er wird gar humoriſtiſch, ſei es in der ſpießbürgerlichen Ballade oder im abgedroſchenen Trinklied. Natürlich kommt ihm das Alles nicht ſchwer an, denn die Mühle der Rhythmen und Reime klappert ihm Nacht und Tag im Kopfe und iſt wie eine andere Mühle, die man nach allen Richtungen wenden kann. Er braucht ihren lyriſchen Schnepper bloß auf irgend einen Gegenſtand zu ſtellen, und das Dichten geht los: lauter gute, wohlgeſtaltete Verſe, wie ſie jetzt bei fortgeſchrittener Formbildung zwiſchen Tertianern und Inſtitutbackfiſchen nicht anders gewechſelt werden. So wird ein lyriſcher Band nach dem andern fertig, und der Dichter,

welcher vielleicht ein ſehr begabter Frauenſchneider, Kauf⸗

mann, Militair oder Beamter geworden wäre, iſt entzückt,

der Verleger unvorſichtig und das Publicum gutwillig.

Dieſer jämmerliche Zuſtand der heutigen Lyrik findet nur wenige Ausnahmen, da auch von den wenigen Dich⸗ tern von Beruf die meiſten ihren Gedichten nicht die ganze Kraft ihrer Seele, wohl aber der Mode allen Fleiß willig zuwenden.

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