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von Kaufmannswaaren; man ſieht deren oft in Nagaſaki, wo ſie die Straßen eben ſo ſehr verſtopfen wie die Karawa⸗ nen von Kameelen die Straßen von Smyrna, und die Ausländer betrachten mit Erſtaunen dieſe Pferde und Ochſen, deren Füße mit von ſtarkem Reisſtroh in der Form von Cothurns gefertigten Sandalen beſchuht ſind, die ihnen erlauben, die zu ſteilen Abhänge, ohne auszugleiten, herabzuſteigen, ſich nicht an den ſpitzen Kieſeln des Weges zu verwunden und die moraſtigen Stellen der Straße zu paſſiren, ohue allzutief einzuſinken. Um neun Uhr Abends werden alle Thüren verſchloſſen, kein Licht iſt in den einſa⸗ men Straßen zu erblicken, es müßte denn die Stocklaterne von Gummipapier irgend eines Officiers ſein, der ſich ver⸗ ſpätet hat. Augenſcheinlich will die japaneſiſche Regie⸗ rung den Fremden den Aufenthalt in dieſer Stadt, welchen die Verträge ihnen octroyirt haben, verhaßt machen; ſie finden tauſend Schwierigkeiten, ehe ſie dort eine Wohnung finden; auch erblickt man, die Conſularflaggen ausgenom⸗ men, die auf einigen Myas oder Pagoden wehen, nirgends eine Spur von Europäern; ſie haben ſich Alle in den ſüd⸗ lichen Theil der Bai nach Yokuhama, auf eine Art von moraſtiger Küſte begeben, wo man ihnen ein Gebiet einge⸗ räumt hat, das ſie geebnet haben und wo ſich die neue Stadt erhebt. Hier ſucht die japaneſiſche Regierung ſie, fern von den großen Verbindungsſtraßen und dem eigen⸗ thümlichen Leben des Landes, eingeſchloſſen zu halten.
Die Straße, welche längs des Meeres zu Lande nach Yokuhama führt, bietet eine Menge reizender Ausſichten dar, wie man ſie in Japan überall findet z. B. enge, tiefe, kleine Thäler, deren Seiten mit prachtvollen Waldungen bedeckt ſind; Cascaden, murmelnde Bäche, hübſche Land⸗ häuſer und Pagoden, die gleichſam im grünen Gebüſch be⸗ graben ſind; der Boden überall, wo die Hand des Menſchen den Erdboden zuſammenhalten konnte, auf's Sorgfältigſte bebaut, Reisfelder, Obſtgärten, grüne Wieſen, lebendige Hecken von Magnolias und Camelias; ſelbſt dem ſtrengen
Uovellen-Zeitung.
(VIII. Jahrg.
Winter iſt es hier nicht möglich, die Natur ihrer Reize zu entkleiden.
blick, den vor zwanzig Jahren noch die Factoreien in Canton gewährten, wo die Chriſten wie in einem Juden⸗ quartier eingeſchloſſen waren, die jetzt in Aſche liegen und von denen man keinen Stein mehr auf dem andern findet. Ein tiefer, mit Seewaſſer angefüllter Graben iſolirt es vollſtändig; ein Hügel, der bald mit Kanonen und Wachen beſetzt ſein wird, beherrſcht es; ſtarke Gitter, an denen un⸗ aufhörlich läſtige Polizeiagenten Wache ſtehen, ſchließen es von der Weſtſeite ein. Daß einige unglückliche, ver⸗ lorne Kinder Europa's, die durch Zufall hierher verſchlagen worden ſind und die kaum eine Idee von der Würde des Menſchen und den Pflichten, die ſie uns auflegt, haben, ſich
fürſtlichen Kaufleute der City von London ver, dieſen energiſchen und kräftigen engliſchen Menſchenſchlag, dem die Freiheit Alles gilt, der ſich ohne Rückhaltung dem Geſetz unterwirft, aber den jede Willkür empört. Mau ſtelle ſich dieſe ſtolzen Angloſachſen vor, die von ihrem Er⸗ folg in China ſchon berauſcht ſind und die den fernſten Oſteu als ihre Beute betrachten, dieſen Neckereien der japa⸗ neſiſchen Polizei gegenüber! Sie gerathen in Wuth, wie ein Löwe, den ein Muskito raſend macht, und oft über⸗ ſchreiten ſie die Grenzen. Auch hat der eugliſche Miniſter viel zu thun, um ſeine Landsleute einigermaßen im Zaume zu halten.
Als Handelspunkt iſt die Bucht von Yokuhama der von Kanagawa bei weitem vorzuziehen, das unterliegt keinem Zweifel; der Ankerplatz iſt dort bequem, das Waſ⸗ ſer tiefer, der Zugang zu den Quais, auf denen die Waa⸗ ren ein⸗ und ausgeladen werden, viel leichter; kein andrer Punkt der Bai bietet dieſelben Vortheile; die Magazine und Wohnungen der Kaufleute ſind in der Nähe der Quais;
Wiedemannſchen Illuſtrationen, welche wenigſtens durch gefällige Feinheit den Mangel altdeutſcher Komik im derben Styl erſetzen.
Der Jugend ganz beſonders ſei es eine nationale Aufgabe,
dieſe Dichtung aus den Tagen unſerer Vorfahren kennen zu lernen. O. B. Das adelige Neſt, von J. S. Jurgenew. Ruſſiſchen überſetzt von Fuchs. Kollmann's Verlag. Der Verfaſſer iſt als ein talentvoller ruſſiſcher Novelliſt bekannt und hat ſich beſonders durch Charakteriſirung von eigen⸗ thümlichen Charakteren und bäuslichen Verhältniſſen beliebt ge⸗ macht. Seine Beobachtungsgabe iſt ſcharf und fein und erſetzt ihm, verbunden mit der lebendigen Darſtellung, was faſt allen ruſſiſchen Schriftſtellern an Urſprünglichkeit und wahrhaft dich⸗ teriſcher Schöpfungskraft fehlt. Sie heben ſich vorläufig noch
Aus dem
durch geſchickte Nachahmung und Anlehnung auf ein handliches
Niveau.
Uebrigens trägt der Verfaſſer weſentlich zur aufklärenden
Kenntniß ſeines Vaterlandes bei, denn er zeichnet und zieht ans Licht, was in verborgenen Winkeln den Blicken ſonſt entgehen würde, aber doch ein charakteriſtiſcher Beſtandtheil ruſſiſcher Cultur und Uncultur iſt. vertraut zu machen, gelingt dem deutſchen Ohr oft ſchwer, und es wäre die Frage, ob man nicht beim Ueberſetzen ſich hier einige Ver⸗ änderungen, natürlich im Sinne der ruſſiſchen Namenfärbung, mit Vortheil für den Leſer zu Schulden kommen laſſen ſollte.
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Mit den ruſſiſchen Eigennamen ſich
Miseellen. Mannigſaltiges. Wie weit die Bienen zu fliegen vermögen, geht daraus her⸗
vor, daß achtbare Seeleute verſichern, ſie hätten an der Küſte
der Normandie Bienen ankommen ſehen, die ſeewärts von Jerſey⸗ und Guernſey(15 engliſche Meilen, 6 bis 7 Stunden) herkamen. Die Bienen fliegen von dieſen Inſeln zum feſten Lande, um die Blumen zu plündern und beutebeladen nach ihren Körben zu⸗ rückzukehren. Daß die Sehweite des Bienenauges nicht aus⸗ reicht, um den Thieren ihre Richtung anzuweiſen, iſt wohl nicht zu bezweifeln, und doch fliegen ſie, wie man bemerkt haben will, den geradeſten Weg, ohne daß es ihnen vergönnt iſt, unterwegs eine Station zu machen, da ihr Flug über das Meer hingeht.
6.
Worte für Weſt und Haus.
Bei Menſchen, die mit Schmeichlern zu verkehren gewohnt V ſind, macht der gerade Charakter den ungünſtigen Eindruck des
herzloſen und ſtumpfen Gemüths. Wer keine geſchminkte Sprache V führt, deſſen Rede kommt bei ihnen zu kurz. 5.
Man theilt in neuer Zeit die Naturforſcher in gläubige und ungläubige. Wie darf man von gläubigen ſprechen, da lo⸗ giſch nicht vom Glauben die Rede ſein kann, wo es nur auf's Forſchen ankommt? Dieſes wird überflüſſig, wenn der Glaube da iſt. 6.
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einem ſolchen Regime unterwerfen, das läßt ſich allenfalls begreifen; aber man ſtelle ſich einmal die Agenten jener
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