gebieteriſch, es war die höchſte Zeit aufzubrechen, wollten wir noch bei Tageslicht im Lager eintreffen.
So riß ich mich denn entſchloſſen los, ſtieg zu Pferde, und hui— doch nein, im beſcheidenen langſamen Schritt zogen wir mit unſeren faſt überbürdeten Pferden zum Thore und zum Dorfe hiuaus, noch manchen dankbaren Zuruf von dem Volke empfangend, aber als Helden des Tages eigentlich doch eine ziemlich wunderliche Figur ſpie⸗ lend. Etwa tauſend Schritt mochten wir geritten ſein, als ich aus meinem Sinnen durch die Meldung Adolph's, der in meiner Nähe ritt, geweckt wurde.
„Georg,“ ſprach er lebhaft,„ſchau doch einmal nach jenem vor uns liegenden Hügel, der Koſak da oben ſcheint uns zu beobachten, und ſieh— eben ſprengt er eilig davon.“
„Ei nun,“ antwortete ich verdrießlich über die Stö⸗ rung,„ich finde darin nichts Beſonderes, laß mich.“ Adolph brummte Etwas vor ſich hin, was ich nicht hörte, als wir aber den Hügel hinter uns hatten und vor uns eine Strecke überſehen konnten, rief Adolph heftig: „Da haſt Du's,“ und ich bemerkte auffahrend, daß der Weg von einem Koſakentrupp verlegt war und links und rechts mehrere derſelben vorgeſchoben waren, ſo daß ſie uns bei unſerer Annäherung flankirten. Daß dies uns galt, war ich nun bald überzeugt, denn ſie erhoben ein Ge⸗ ſchrei, rückten etwas vor und machten dann wieder Halt, gleichſam um den Erfolg ihrer Aufforderung abzuwarten, die mir nicht zweifelhaft erſchien. Offenbar beabſichtigten ſie uns einige Erleichterung angedeihen zu laſſen, und wenn auch kaum ſtärker als wir, hatten ſie doch den großen Vor⸗ theil, daß ſie ſich ungehindert bewegen konnten, wogegen wir uns dazu unſerer Laſt hätten eutledigen und dieſe einem ungewiſſen Schickſale preisgeben müſſen. Den Charakter dieſer Völker aus Erfahrung kennend, beſchloß ich B zu ſagen, da ich einmal A geſagt und ihnen nicht nachzugeben.
[VIII. Jahrg.
Der Anführer dieſes Trupps, es war unverkennbar derſelbe, den wir zuletzt aus dem Dorfe verjagt, konnte nicht deutſch, und die einzige Mittelsperſon, deren ich mich be⸗ dienen konnte, war der Trompeter, der als ein geborener Wende ſich zur Noth mit den Ruſſen verſtändigen konnte. Zu dem Ende inſtruirte ich ihn, ritt mit ihm allein auf den Koſakentrupp los und hielt wenige Schritte vor ihm. Mein Begleiter that einen feierlich impoſanten Trompetenſtoß und frug in meinem Namen, was ſie wollten.
Sie wollten die Hälfte unſerer Fourage, und wenn wir uns weigerten, ſo wollten ſie mit Gewalt nehmen. Der Trompeter dolnietſchte mir nun, und ich befahl ihm, recht nachdrücklich zu erklären, daß wir jedenfalls entſchloſſen ſeien uns auf's Aeußerſte zu wehren, daß es daher auf bei⸗ den Seiten Blut und Leben koſten würde, ehe ſie im gün⸗ ſtigſten Falle ihren Zweck erreichten. Dies möchte ihnen aber unfehlbar die ſtrengſte Verantwortung zuziehen, in⸗ dem wir ſie zu gut ins Auge gefaßt und ſie wieder erkennen würden. Sodann müßten wir dem Hetmann und dem Kaiſer ſelbſt Mittheilung ihres Frevels machen und blutige Rache erheiſchen. Aber dahin, hoffe ich, ſolle es nicht kommen. Ich ſagte ihnen, mein Plau ſei, ruhig und geſchloſſen vorzuzurücken, indem meine Leute ſich durch Heubündel möglichſt decken und einem beabſichtigten Angriff vorerſt durch Piſtolen⸗ und Büchſenſchüſſe(die letztere Waffe be⸗ ſaßen wir nicht, die erſtere auch nur zum Theil) begegnen würden. Dies würde außer dem Schaden, den wir ihnen dadurch zufügen würden, auch noch den beſonderen Nutzen für uns haben, daß unſere Cameraden, die im nächſten Dorfe noch in großer Zahl einquartiert ſeien, durch das Schießen aufmerkſam gemacht, uns zuverläſſig Hülfe bringen würden, und dann ſei es ganz um ſie geſchehen. Sie möchten nun thun, was ſie wollten, die üblen Folgen würden allein auf ſie fallen, wenn ſie gegen alte, treue
brüderlich Verbündete feindſelig handelten.(Daß die An⸗
welche andere Stadt oder Geſellſchaft ſollte dann den Muth zu ähnlichen Unternehmen haben?—
Am 23. December 1854 übergab man daher die Arbeit dem Ingenieur Kind und bezeichnete als den Ort der Ausführung die Ecke der Avenue de St. Cloud und der Rue du petit Park in der Vorſtadt Paſſy. Es wurde ſogleich mit dem Werke be⸗ gonnen, und Alles ging vortrefflich von ſtatten. Am 31. März 1857 hatte man das Bohrloch ſchon bis zu einer Tiefe von 1682 Fuß getrieben, das Hervorbrechen des Waſſers mußte ſchon jeden Tag erwartet werden— da wurde plötzlich, circa 100 Fuß unter der Erdoberfläche, ein Rohr aus ſtarkem Eiſenblech, womit dieſe Strecke ausgekleidet war, von der umgebenden Thonmaſſe zer⸗ quetſcht und dadurch natürlich jede weitere Fortſetzung der Ar⸗ beiten abgeſchnitten, bis das Hinderniß beſeitigt war; und das dauerte beinahe drei volle Jahre. Das Uebereinkommen mit Herrn Kind wurde in dieſer Zeit aufgelöſt, und die Stadt Paris führte auf eigene Rechnung und Verantwortlichkeit, aber unter fernerer Leitung des Herrn Kind das ſchwierige Werk weiter.
Es wurde jetzt von oben ein zweiter größerer Schacht nieder⸗ zutreiben begonnen, und zwar bis zu einer Tiefe von 150 Fuß, um die gefahrbringenden Schichten der Tertiärformation zu durchſchneiden und auf den feſten Kalkſtein zu kommen. Der Schacht wurde theils mit Gußeiſen und innerem Mauerwerk, theils mit Eiſenblech ausgefüttert; zwei Dritttbeile der Höhe erhielten einen Durchmeſſer von 9 ½2, das übrige von 5 ½ Fuß. Es war dies eine lange und gefährliche Arbeit: gußeiſerne Röhren von 1 Zoll Stärke im Eiſen zerſplitterten unter dem ſeitlichen Druck der beweglichen Thonſchichten wie Fenſterſcheiben, und mehr als einmal wollten die Arbeiter nicht mehr an's Werk gehen. Am
September 1861 Mittags in einer Tiefe von 1870
fuß, ſtieg aber am
13. December 1859 endlich war es gelungen, das urſprüngliche Bohrloch von 1682 Fuß Tiefe wieder frei zu machen, und man konnte nun mit der Vertiefung weiter fortſchreiten. Leider aber gab es bald wieder neue unvorhergeſehene Hinderniſſe. Der ganze Brunnen ſollte mit einer Auszimmerung aus ſtarkem, mit Eiſen feſt zuſammengefügtem Holzwerk verſehen werden, die als ein Ganzes hinuntergeſenkt werden mußte. 2
Am unteren Ende der Holzverkleidung von 2 ½ Fuß Durch⸗ meſſer hatte man ein Rohr aus Bronze befeſtigt, von welchem 6 Fuß im Holze ſteckten und 38 Fuß frei waren; dieſer letztere Theil war durchlöchert, um, ſobald man die waſſerführende Schicht erreicht hätte, das Waſſer einzulaſſen. Bis zu einer Tiefe von 1752 Fuß hatte man das Röhrenſyſtem glücklich hinab⸗ gebracht, ohne noch das Waſſer zu erreichen, da bleibt es aber feſt ſitzen und iſt durch keine Gewalt mehr vorwärts noch rück⸗ wärts zu bewegen. Es blieb nun nichts Anderes übrig, als ein zweites Rohr von geringerem Durchmeſſer durch das erſte, wel⸗ ches ſich feſtgeſetzt hatte, hindurchzuſchieben, um damit auf den waſſerführenden Grünſand vordringen zu können. Man wählte dazu ein Rohr von Eiſenblech, 26 ¼ Zoll im Durch⸗ meſſer, ¾ Zoll Blechſtärke und von 165 Fuß Länge, deſſen un⸗ terer Theil ebenfalls durchlöchert war; dies Röhrenſtück allein wog mit den Stangen gegen 600 Centner. Das Wagniß gelang; in der Tiefe von 1846 Fuß ſtieß man auf ein Thonlager und am 24. Fuß endlich auf das Waſſer, das nun ſogleich in einer Menge, welche die vorrausberechnete noch weit übertraf, hervorbrach. Das Waſſer⸗ quantum betrug ſchon in den erſten 24 Stunden 480000 Kubik⸗ folgenden Tage auf 800000, und beträgt jetzt
— Nr.
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