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Nr. 10.] gen werden mußte und der, da dies Geſchäft bereits abge⸗ macht, ſchon wieder im Hofe war.
Sofort befahl ich ihm Alarm zu blaſen, ließ aufſitzen und rückte den Freibeutern, obwohl ſie vielleicht daſſelbe Recht zu fouragiren haben mochten als wir, in Ach⸗ ung gebietender Haltung entgegen. Zum Glück wurden ſie von einem Officier befehligt, der einige Worte deutſch verſtand; ich begrüßte ihn als Cameraden, ſuchte ihn auf das freundſchaftliche Verhältniß und treue Zuſammen⸗ halten der Ruſſen und Preußen aufmerkſam und daun, ſo zut es gehen wollte, ihm begreiflich zu nlachen, daß die Vor⸗ räthe hier bereits erſchöpft, aber in einem nahe gelegenen Dorfe noch unangetaſtet ſeien. Der Philolog ſetzte ihm das in böhmiſcher Sprache, die mit der ruſſiſchen als Stammgenoſſin einige Aehnlichkeit hat, noch näher ausein⸗ ander und erbot ſich, ihn dahin führen zu laſſen.
Es gelang; nach einem tapferen Schluck Branntwein, der ihnen gereicht wurde, ſchieden ſie, uns freundlich gut⸗ müthig die Hände ſchüttelnd. Faſt reute mich mein nicht allzu cameradſchaftliches Verfahren, indeß erreichten ſie ohne Zweifel ihren Zweck, wenn auch mit einem kleinen Umwege; auch gab das gute Vernehmen, in welches die Bewohner des Dorfs ſich mit uns geſetzt hatte, ihnen ge⸗ wiß einigen Anſpruch auf unſern Schutz, und überdem, ich will es nicht leugnen, mochte auch meinerſeits die Eitelkeit mit im Spiel ſein, in der dankbaren Rolle des Befreiers zu debütiren.
Der Lohn blieb auch nicht aus, die Leute überſchütte⸗ ten mich mit Dankesworten, die ich mir ganz nach Gefal⸗ len auslegen konnte, da ſie mir durchaus unverſtändlich waren, und ich gebehrdete mich äußerſt würdig und herab⸗ laſſend dabei.
Der Schulmeiſter kam eben mich zum Eſſen zu rufen, ich entließ die Leute mit meinem huldreichſten Lächeln und begab mich in mein Hauptquartier. Als ich in die Stube trat, war ein Mädchen eben beſchäftigt, die Tafel zu ſer⸗
Folge. 149 viren. Sie bemerkte mich nicht gleich, und ich hatte Zeit, ſie, wenn auch nur flüchtig, zu muſtern, wie wir Militärs uns auszudrücken pflegen. Sie war für ein Weib faſt zu groß und kräftig gebaut, jedoch unbeſchadet des vollkomn menſten Ebenmaßes. Ihren Bewegungen fehlte es nicht an Anmuth und matürlicher Grazie. Die Tracht der dor⸗ tigen Gegend iſt ziemlich maleriſch, ihr Anzug war es aber vollkommen, da er ſehr nett und ſauber, von beſſerem Stoff als gewöhnlich und mit Geſchmack geordnet war. Ihr Geſicht hatte ich bis jetzt noch nicht ſehen können, indenn ſie ſich aber umwendtee, um noch etwas Fehlendes herbeizu⸗ holen, ſtanden wir uns beide überraſcht gegenüber, ſie wegen der unvermutheten martialiſchen Erſcheinung, ich ob des faſt ebenſo unvermutheten Anblicks ihres reizenden und edlen Geſichts.
So ſchön geſchnittene große braune Augen voll ſchwär⸗ meriſchen Feuers waren mir ſelbſt in Böhmen, deſſen Töchter deshalb berühmt ſind, noch nicht vorgekommen. Die längliche, unmerklich gebogene Naſe und der volle, ſchöngeſchweifte Mund hatten etwas Strenges, was aber durch einen weichen Zug um die Mundwinkel, ein rundes, in der Mitte etwas eingedrücktes Kinn und das ſanfte Oval des ganzen Geſichts ſehr vermindert wurde. Das warme, leichtgebräunte Colorit ward nur durch ein ſehr feines Roth tingirt, was ich aber erſt ſpäter bemerkte, denn in dieſem Augenblick war ſie durch die Ueberraſchung wie mit Purpur übergoſſen. Bald hatte ſie ſich jedoch gefaßt, trat mir näher, beugte ſich, faßte meine Hand und wollte ſie küſſen.
Raſch zog ich ſie zurück, und meine erſte Intention war, das Spiel umzukehren und ihr, wenn auch nicht die Hand, doch den Mund zu küſſen, was mir in der Schnel⸗ ligkeit auch wohl gelungen wäre, aber da mußte mich der Henker plagen, erſt noch einen Blick in ihr frommes, ernſtes Auge zu thun, und— weg war mein Unterneh⸗
mungsgeiſt; verlegen, ja ſchüchtern— es war nur gut,
denſelben breitete man eine Lage von weicher Schlammerde aus, idi man einige Reispflanzen ſetzte, die dort gewachſen zu ſein ſchienen.
Zu Gunſten dieſer kriegeriſchen Unternehmung hatte unſer Schiffskoch ein Schaf zum Opfer gebracht, das als Lockſpeiſe dienen ſollte und das ſich dazu um ſo beſſer eignete, weil das arme Thier eben ſein Lamm verloren hatte, wesbalb es fort⸗ während die Luft mit ſeinem kläglichen Blöken erfüllte. Die Grauſamkeit iſt leider zuweilen eine Nothwendigkeit!
In einer Nacht, in der der Mond erſt um Mitternacht oder um ein Uhr aufgehen ſollte, verließen wir vier Mann ſtark, von denen Jeder mit einer Doppelflinte oder einer gezogenen Büchſe bewaffnet war, unſer Schiff und unter der Führung des armen Kouan, der trotz ſeiner frühern Heldenthaten an allen Gliedern zitterte, begaben wir uns an den Ort unſres künftigen Ruhms.
Es hatte geregnet, und der ſchon an ſich weiche Erdboden war ganz durchnäßt. Bald in den Reisfeldern bis an die Kniee verſinkend, bald durch mit Schilf bewachſene Felder dringend, das uns das Geſicht durchpeitſchte, rückten wir nur ſehr langſam voran. Der Nachtwind ließ das Laubwerk der großen Bäume erzittern, und auf uns ergoß ſich jener künſtliche Regen, der nach einem Platzregen bei der geringſten Luftbewegung ſich von den Bäumen ergießt. Es war viel für das Zündpulver unſrer Schießgewehre zu fürchten, aber wir waren in dem Grade mit den Beſchwerden unſres Weges und den Hinderniſſen, welche die Vegetation unſerm Vordringen entgegenſtellte, beſchäftigt, daß wir kaum daran und eben ſo wenig an das Ziel unſres Spazier⸗ gangs dachten. Als aber unſer Führer uns einen gebahnten Fußweg durch ein Gebüſch einſchlagen ließ, konnten wir mit
größter Bequemlichkeit marſchiren, und nun gingen uns doch eini⸗ ge ſeltſame Betrachtungen durch den Kopf.
Es war dunkel; dicke ſchwarze Wolken zogen langſam am Himmel vorüber; jeden Augenblick flog ein erſchreckter Pelikan in die Höhe, oder irgend eine lange, unter unſern Füßen ſchlei⸗ chende Eidechſe floh in die Waſſerpalmen, indem ſie die von den Bäumen herabgefallenen Blätter, welche das Erdreich bedeckten, rauſchen ließ.
Keiner von uns ſprach, und ſelbſt Kouan gab die Anweiſun⸗ gen, um unſre Colonne zu lenken, nur mit leiſer Stimme. Die Gebüſche wimmelten von Glühwürmern und Feuerfliegen, welche, glänzend und ſich abwechſelnd verdunkelnd, durch die ihnen eigen⸗ thümliche bizarre Bewegung das Klopfen unſrer Herzen zu be⸗ gleiten ſchienen, die vielleicht bei der Annäherung einer unbe⸗ kannten Gefahr ein wenig aufgeregter waren, als unter dem Donner der Kanonen oder den Kugeln der Feinde.
Endlich glaubte man ein entferntes Bloͤken zu hören. Wir blieben ſtehen und von der Stille der Nacht begünſtigt unter⸗ ſchieden wir bald die kläglichen Töne unſres armen Schafes, das von der Einſamkeit und den Banden, die es ſo fern von ſeinen Penaten hielten, doppelt erſchreckt war.
Wir überzeugten uns jetzt davon, ob unſre Gewehre noch in guter Ordnung ſeien, und ſetzten dann unſern Marſch wieder fort. Zehn Minuten ſpäter hielt Kouan uns am Arme feſt, denn ſeine Zeichen konnte man bei der Dunkelheit nicht wahrnehmen, und die Aufregung, worin er ſich befand, beraubte ihn der Sprache. Wir waren an Ort und Stelle. Zur Rechten war ein Gebüſch von Banyanen⸗ Feigenbäumen, in deren Mitte eine verlaſſene Pagode lag, zur Linken ein Wald von Arekapalmen; vor uns


