Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
141
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fröhlich dahin durch das geſegnete Land der reichen Sammetbauern und beluſtigten uns an ihrer wunder⸗ lichen Tracht, die beſonders bei den Kindern einen komi⸗ ſchen Aablick gewährt, der von denFliegenden Blättern hinlänglich verewigt iſt.

Bald war das Altenburger Land mit dem der Schön⸗ burgſchen Receßherrſchaften vertauſcht und Waldenburg, das Ziel unſerer Poſtfahrt, aber nicht unſrer Wanderſchaft, erreicht. Die Stadt iſt eine der älteſten Sachſens, hieß ſonſt Wallmerich, und die Burg verſucht ihren Urſprung von Heinrich I. abzuleiten. Sie gehörte vom zwölften bis funfzehnten Jahrhunderte den mächtigen Dynaſten von Waldenburg, welche auch Nachfolger der Burggrafen von Chemnitz wurden und dadurch ihre Herrſchaft erweiterten. Jetzt freilich ſteht ein Schloß da vom neuſten Datum, da das frühere erſt 1848 von der blinden Lynchjuſtiz einer entfeſſelten Menge niedergebrannt und zerſtört wurde. Der alte Fürſt von Schönburg, ein Original der alten Zeit, der dies Schreckliche erleben mußte, iſt nun auch ſchlafen gegangen, und ein neues Schloß iſt die Reſidenz ſeines nachfolgenden Sohnes. Prächtige Parkaulagen umgeben es und gewähren im Mittelpunkt eiyer lieblichen Gegend die anmuthigſten Spaziergänge. Im Nordoſten ſteigt der rothe Berg mit ſeinen röthlich ſchimmernden Steinbrüchen und dem herrlichen Ausſichtspunkt der Kuppe empor. Die faſt hügelig gelegene Stadt mit ihrem gethürmten Rath⸗ haus, der hochgelegenen Kirche und dem neuen, wie aus einem Blumenbosquet ſich erhebenden Schloſſe, rings von einem coupirten Terrain umgeben, deſſen faſt unermeßliche Laubwälder in allen grünen Schattirungen prangen, die dazwiſchen friedlich hinfließende Mulde, die bald dies friſche Grün, bald das Blau des Auguſthimmels widerſpiegelt dies Alles machte einen überaus freundlichen Eindruck. Wir erinnern uns, daß hier der einſtige Redacteur der Abendzeitung und Dichter Theodor Hell(Hofrath Wink⸗ ler) geboren wurde 1775 und faſt wird uns durch die ſanfte Lieblichkeit dieſer Gegend, das idylliſche Städt⸗ chen, ja ſelbſt durch das, was die Verhältniſſe ſeiner Ein⸗ wohner zu dem Fürſtenhauſe an patriarchaliſchen Sitten und höfiſchen Rückſichten mit ſich brachten, die ſpätere Stel⸗ lung eines Schriftſtellers erklärt, der ſeiner Zeit in Dres⸗ den von größtem Einfluß war. Thecdor Hell war einer der ergiebigſten Belletriſten und rückſichtsvollſten Redac⸗ teure, die es jemals gegeben hat. Er war eine vollkom⸗ men harmloſe Natur, ein humaner Charakter ohne Ecken und Schroffheiten man kann freilich auch ſagen: ein Poet ohne Höhen und Tiefen. Ein Salonſchriftſteller allerdings, aber doch nicht im Sinne der heutigen Zeit, wo ſich damit immer Etwas von Raffinement und Blaſirtheit verbindet 9 ein Hofmann vielmehr, der ſich nicht allein vor dem Sereniſſimus, ſondern auch vor dem ganzen Publicum höf⸗ lich verneigte. Uud er hat immerhin ein großes gehabt. Die Abendzeitung war ein vielgeleſenes und nicht allein in Dresden allmächtiges Blatt, es gab eine Zeit, wo das Knäblein, das friſches Oel in ein antikes Lämpchen gießt, damit ſeine Flamme nicht verlöſche, in keinem Leſecirkel, keiner gebildeten Familie, keiner Reſtauratinn fehlen durfte, bis 1830 war ſie eines der Hauptorgane der Belletriſtik dann freilich, als wieder ein friſcher Luftzug von Weſten wehte und auch ein neuer Geiſt die deutſche Litera⸗

Dritte

Folge.

tur zu beſeelen begann, dann freilich ward das Lämpchen, das zu keiner hellen Leuchte zu werden vermochte, von hel⸗ lerem Glanz überſtrahlt und bei Seite geſchoben, und Theodor Hell, ſelbſt zum Greiſe geworden, überließ es An⸗ dern ohne daß dieſe Andern jemals vermocht hätten, die Abendzeitung wieder zu ihrem früheren Anſehen zu bringen. Sie friſtete noch einige Zeit ein elendes Schein⸗ daſein, bis die ſtolze Dresdnerin in Leipzig ohne Sang und Klang zu Grabe getragen ward.

Aber kehren wir wieder zurück in die herrlichen Wäl⸗ der, die Waldenburg ſeinen Namen gegeben haben. Durch ſie hindurch, zuweilen über duftige Wieſen, dem Waſſer entlang führt eine wohlgepflegte Straße, die man erſt zu verlaſſen braucht, wenn man Wolkenburg zur rechten Seite ſchon hoch, eine Burg in Wolken, über den Wäldern hat thronen ſehen. Die Straße windet ſich immer durch Ge⸗ hölz den Berg empor, bis wir dicht vor dem Schloſſe an langen. Hochgethürmt und im Styl der alten Veſten er⸗ baut glauben wir gern der Chronik, die uns Wiprecht von Colditz als den Erbauer unter Heinrich I. nennt und die Burg zum Schutze gegeu die auch nach ihrer Beſiegung noch immer in den wilden Schluchten der Mulden- und Zſchopauthäler ungebändigt hauſenden Sorben errichtet werden läßt. Iſt dech die ganze Gegend noch reich an Erinnerungen an dieſe Zeit, in der unſere Altvordern ſich den Boden, den ſie urbar machten, erſt mühſam erkämpfen mußten.Der Räuberdie SchauzeZinn⸗ berg ſo heißen noch jetzt Punkte dieſer Gegend, die einſt Raubſchlöſſer trugen, welche die Sitze ſorbiſcher Für⸗ ſten waren, unter denen man beſonders den wilden Umichi neunt.

Schloß Wolkenburg liegt auf einem Granitfelſen, um den ſich die Mulde in einen düſtern Thalgrund windet; von Südweſten kommend wendet ſie ſich in einem engen, nach Oſten hiuausragenden Bogen; die mehr als 120 El⸗ len hohen Berge treten näher zu ihr heran, und wenn wir von dem Altan der Burg herabſchauen, haben wir nach der einen Seite hin ein Miniaturbild des Rheins am Lorley⸗ felſen wie jener Strom ſcheint hier die Mulde in einem Becken gefangen zu ſein, bis wir dann doch wieder an einer Stelle, wo wir es am wenigſten vermutheten, ihren Silberſpiegel zwiſchen den grünen Bergen hervorblitzen ſehen. Ein reiches Panorama breitet ſich hier vor uns aus, unzählige Dörfer und Fabriken ſchauen aus dem Grün empor, und weithin überfliegt der Blick eine blühende Landſchaft, roſenfarben ſchimmert der Sandſtein der Roch⸗ litzer Steinbrüche und trägt durch dieſe eigenthümliche Farbe nicht wenig dazu bei, das poetiſche Bild noch um einen zauberhaften Effect reicher zu machen. Rings um das Schloß zieht ſich ein reizender Park mit herrlichen Blumengruppen, geſchmackvollen Ruheplätzen, künſtlichen Höhlen und Kunſtwerken von Eiſeuguß, z. B. dem Apollo von Belvedere u. A., ſämmtlich hervorgegangen aus den Eiſenwerken der Beſitzer(Grafen von Einſiedel), Mücken⸗ berg und Lauchhammer. In der Nähe des Schloſſes be⸗ findet ſich auch die ſchönſte Dorfkirche nicht nur Sachſens, ſondern Deutſchlands, die der frühere ſächſiſche Miniſter Detlev von Einſiedel für 70,000 Thaler erbauen ließ. Sie bildet ein griechiſches Kreuz, deſſen Spitze in eine Kup⸗ pel ausläuft; über dem Fuß deſſelben erhebt ſich ein von