—Qꝗʒʒʒᷓᷓᷓn—— 140 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Nr. Darum wird wohl auch nichts geändert werden, wenn des Romautiſchen zu geben, ſo daß oft ſchon die Frage in fröhlic auch jetzt die proteſtantiſche Welt durch dieſe Erzählung uns eutſtanden: ſtehen dieſe Burgen hier, weil die Gegend„San erfährt, welche Rolle bereits die Zukunſtsmuſik in der ka⸗ romantiſch iſt? oder iſt die Gegend romantiſch, weil die lichn; tholiſchen Kirche geſpielt hat. Louiſe Otto. Burgen hier ſtehen? Auch Sachſen iſt reich an ſolchen ſchen? Punkten, aber zu denen an der Mulde und Zſchopau dringt hinlän 1¼ ſelten der Fuß des Touriſten, der ſich immer nicht gar weit 3 7 6 von Eiſenbahnen und Dampfſchiffen entfernen mag. baaſe 3 Zuweilen aber drängt es uns doch gerade aus dem u 1 Gelärm einer bewegten großen Stadt, die von allen Seiten dis 4 hin und herbrauſende Locomotiven umpfeifen, aus dem Ge⸗ dern Sächſiſche Schlöſſer triebe unzähliger Menſchen, die uns oft uur heute begrüßen, ſ 5 um uns morgen wieder zu verlaſſen, fort in eine Gegend, in 894 5 der uns etwas von der heiligen Stille eines Urwaldes um⸗ fun Unſre Altvordern überall im deutſchen Land wußten gibt, oder von der Idylle des vorigen Jahrhunderts, oder 1Wo ſich immer die ſchönſten Punkte auszuſuchen, wo ſie ihre der Romantik des Mittelalters— und ſo warfen auch wir 3 Burgen erbauten, in denen ſie entweder ausruhten von uns an einem der ſchönſten Tage des Hochſommers in 6 auswärtigen Kriegszügen und Heldenthaten, oder von Leipzig in den Dampſwagen— um ihn ſo bald als mög⸗ das denen aus ſie den Nachbar befehdeten oder noch öfter da⸗ lich wieder zu verlaſſen und eine Fußwanderung zu Sach⸗ en heim Thaten verübten, die vielmehr in das Gebiet der ſens ſchönſten einſamen Burgen anzutreten. ait Räuber⸗ als der Heldengeſchichten gehörten. Finden wir Wir fuhren nach Altenburg— aber ſein Schloß war der nur auf den Bergkuppen an den Ufern unſrer heimiſchen es nicht, das uns feſſelte— wir begnügten uas dort mit geg Ströme, des Rheius, der Donau, Elbe u. ſ. w. ſolche alte einem Gang durch die kleine freundliche Reſidenz und be⸗ na Schloſſer oder ihre Ruinen, ſo kann es uns nicht befrem⸗ ſtiegen dann die Poſt, die nach Waldenburg abging. Süßer, ds den, da die Ströme lange Zeit die Bahnen des größten lockender Klang des Poſthörncheus, in welche verlorene die Handelsverkehrs waren und ſolch ein hoher Luginsland die Paradieſe verſetzeſt Du uns! Wie war das Alles ſonſt ſo ri mannigfachen Biegungen des Stroms weit genug be⸗ lieb und traut, wenn Du riefeſt und die Paſſagiere gemäch⸗ u herrſchte, um, wenn ſich ein Güterſchiff zeigte, noch zur rech⸗ lich daher kamen; neugierig, wen das Geſchick zu Gejährten f ten Zeit zu Roß oder zu Fuß an der Uſerſtelle anzulangen, beſchieden haben möchte und welchen Platz; mißver⸗ 1 von welcher das Fahrzeug am ſicherſten überfallen und gaügt, wenn es ein Mittelplatz war, der weniger als jeder durch Liſt oder Gewalt wenigſtens eines Theils ſeiner andere eine freie Bewegung der Glieder erlaubte— ſicher t0 Schätze beraubt werden konnte. Aber auch an den kleine⸗ muthig im Beſitz eines Eckplatzes, an dem man wenigſtens W ren Flüſſen, die nicht einmal ſchiffbar waren, in unweg⸗ von einer Seite vor gefährlicher Nachbarſchaft bewahrt n ſamen Gegenden, die vielleicht kaum erſt ſeit funfzig Jah⸗ war und das Fenſter beherrſchen konute— ſo weit es das d ren von fahrbaren Straßen durchzogen ſind, finden wir vis-Aà-vis zuließ!— Wir waren ſo glücklich die einzigen— dieſe hochgegipfelten Ritterburgen, auf die ein Blick genügt, Paſſagiere zu ſein, die im Wagen Platz uahmen, zwei au⸗ A- um der ganzen Landſchaft, die ſie beherrſchen, den Anſtrich dere gaben dem Cabriolet den Vorzug. So rollten wir der ———— 4 4 die taſie es eigenilh uit 8 vrüchts, zu den 3 Prage kehenden Din⸗ V Miseellen. cher gen immer ein 5 Bezieh e ¹ 1 7 5. derlegton herareguſinden Das Bolk Pr Bäben uehth, eu de Mannigſaltiges. 4 wol ſich, wie Goethe ſagt, immer von vorn, iſt reich in der Armuth Michel Angelo's handſchriftlicher Nachlaß wurde von Herrn und des Ausdrucks, ſpricht nicht von einem träumeriſchen Schwan, Coſimo Buonarotti vor drei Jahren, ſammt dem Stammhauſe lan wenn es ſich um eine ſchmackhafte Gans handelt, und wirkt bered⸗ der Familie und den darin enthaltenen Kunſtſchätzen, der Stadt d ſam durch Kürze der Offenheit. Florenz vermacht. Es hat ſich herausgeſtellt, daß der Nachlaß d Deeſes dichteriſche Mittel verlangt eine bewundrungswerthe weit bedeutender iſt, als man vorausſetzte. Etwa 300 Briefe Reſignatlon, zumal von einem gedankenproductiven und an Er⸗ ſind von Michel Angelo ſelbſt geſchrieben; weit höher beläuft de findungskraft reichen Kopf, wie der Holtei's. Seine Natur hat ſich die Anzahl derer, die an ihn theils von Künſtlern, theils l es aber weniger durch Selbſtkritik, ſondern durch Liebe und Wärme von Staatsmännern und andern berühmten Perſonen gerichtet un zur Sache gefunden, und das ſind zwei Factoren, durch welche ſich ſind. Hierunter befinden ſich Briefe von König Franz I, h die echte Kunſt bei ſonſt ungewöhnlichen Begabungen am beſten Großherzog Cosmus 1, vom Gonfaloniere Pietro Soderini, als Facit ergibt. In demſelben Grade, in dem uns bei der Lectüre von Katharina von Medicis und Vittoria Colonna. Ueber die 1 der jetzt ſo zahlreich erſcheinenden plattdeutſchen Lyrik, die Klaus leidige Teſtamentsclauſel, daß weder Handſchriften noch Skizzen im Groth in unvernünftiger Citelkeit nachgeahmt iſt, ein Ekel vor veröffentlicht werden dürfen, haben die Behörden, noch zu ent⸗ 8 der literariſchen Speculation ergreift, in demſelben Grade wird ſcheiden. Jedenfalls iſt nunmehr das Leben Michel Angelo's uns beim Leſen dieſer echten Gelegenheitsgedichte durch ihre Un⸗ noch einmal zu ſchreiben; dies verlangt jedoch mehr Feinheit 1 befangenheit, Lebensfreude, herzliche Wehmuth oder humoriſtiſche und Sorgfalt, als Hermann Grimm in ſeinem erſten Bande be⸗ Komik wohl und harmlos zu Muthe. 4 wieſen hat.. 8 di den eſſchenueherg un ne ſen rſeineechnne uur 3 e ergeßlich..= 5 fonderd dera die 6 Alenvigen Wors Lehobn, Mlen, Worke für Welt und Jau⸗. 3 welche den Genuß hatten, den Verfaſſer einige dieſer Sachen mit Wem brave Eltern ſo zeitig geſtorben ſind, daß er ſie nicht 1d ſeinem unerreichten Recitationstalent redend oder ſingend vortra⸗ kannte, hat den herbſten Verluſt erlitten. Denn die Erinnerung gen zu hören. Möge er ſelbſt noch lange an ſo guten Stunden an die Eltern ſteigert ſich bei edlern Naturen von Jahr zu Jahr. b Freude empfinden! Otto Banck. Wir ſehen die Theuren immer lebhafter vor uns, und eine ſchmerz⸗ liche Wehmuth macht uns noch im Alter zu liebenden Kinse 1* 6
Jahrgang
01-14 (1862)
Seite
140
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