Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
139
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Jutröduction mit dem richtigen Titel.Das haben Sie heute aufgeführt!

Der unglückliche Cantor mußte bejahen aber er ſchwor hoch und theuer, daß er das nicht gewußt, und er⸗ zählte, wie er zu den Noten gekommen.

Honolka lachte.Niemand wird glauben, daß Sie der Betrogene ſind, ſondern der Betrüger, und es wird Ihnen ſchlimmer ergehen als dem Matthias, denn er hat die an⸗ ſtößige Muſik aufgeführt, als man noch gar nicht wußte, daß dergleichen nicht beliebt ward Sie aber haben nach dem Verbot daſſelbe gethan, Sie haben den Biſchof betrogen!

Der alte Mann rang die Hände.

Honolka empfand Mitleiden und fuhr ſchnell fort: Zum Glück iſt der Biſchof nicht ſehr muſikaliſch und hat alſo nichts von der Sache gemerkt, ſondern den Lohengrin für heilige Muſik genommen; nach dieſem Eindruck werden auch Sie zugeben, daß ſie dies wirklich iſt, und ſomit hat die Zukunftsmuſik ihren glänzendſten Triumph gefeiert. Ich will jedoch Matthiag' wegen auf die Verkündigung dieſes Triumphes verzichten, weun Sie ſich wieder mit ihm aus⸗ ſöhnen und auch bei dem Biſchof zu ſeinen Gunſten ſprechen.

Aber der Dechant? fragte Veronika zitternd.

Ihm ſagen wir die Wahrheit er muß ebenfalls ſchweigen und ſeinen Einſluß zu Matthias' Gunſten ver⸗ wenden, oder ich ſpreche, und er muß zugeben, daß der größte Scaudal der Zukuuftsmuſik gerade in ſeiner Kirche vorgekommen, erklärte Honolka.

Noch einige Hin⸗ und Widerreden und Jerwitz that, was ihm allein zu thun übrig blieb er ging erſt allein in die Dechanei, rief den Dechanten heraus und ſagte ihm Alles, was er eben vernommen auch der Dechant war wie vom Donner gerührt und konnte gleich⸗ falls nicht anders, als das einzige Rettungstau ergreifen, das Honolka ihm bot.

Folge.

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Veronika und Matthias folgten, wie verabredet wor⸗ den der Vater führte die Tochter vor den Biſchof, in⸗ deß Matthias noch draußen wartete.

Der Biſchof betrachtete das reizende Mädchen mit Wohlgefallen und ſagte die freundlichſten Worte.Haben Sie nicht einen Wunſch, mein liebes Kind? fragte er zu⸗ letzt,ſprechen Sie ihn aus, und wenn ich ihn erfüllen kann, wird es geſchehen.

Da beugte Verouika die Kniee vor ihm und ſagte: Dann geben Sie meinem Matthias die erſte Lehrerſtelle, um die er angehalten, damit wir dann ſie ſtockte er röthend.

Hochzeit machen können? ergänzte der Biſchof nun, und der Bräutigam iſt wohl auch gleich mitgebracht worden?

Der Cantor ſtellte den eintretenden Matthias vor der Biſchof ergriff in jovialer Laune ſein Weinglas und ſagte, es erhebend:Ich trinke auf das Wohl des Braut⸗ paares, das bald wird Hochzeit machen können!

Damit hob er aber auch die Tafel auf, wünſchte Alleu einen guten Abend und zog ſich in ſein Zimmer zurück, um etwas der Ruhe zu pflegen.

Alle Gäſte, die meiſt aus den geiſtlichen Herren und Lehrern der Umgegend beſtauden, beeilten ſich, Matthias zu ſeinem Avancement Glück zu wünſchen, das nun nicht mehr zweifelhaft war.

Wenig Tage ſpäter erhielt er daſſelbe in officieller Form zugefertigt, und wenig Monate darauf war ſeine Hochzeit mit Veronika.

Der Biſchof fühlte, daß er ſein Wort nicht wieder zu rücknehmen koante, und ließ ds alſo für Matthias bei jener Verwarnung bewendeu. Daß er, der Biſchof, ſelbſt Wag⸗ nerſche Muſit heilig geſprochen, blieb ihm verborgen, und ebenſo behielten auch der Dechant und Jerwitz die Genug⸗ thuung, daß man in ihrem Kreiſe nicht erfuhr, wie ſehr ſie ſich hatten myſtificiren laſſen.

einiger des Schillervereins wurde die Aufſtellung von ſieben leben⸗ den Bildern bewerkſtelligt aus Leſſing's Leben und Werken, die eine vortreffliche Dichtung von Theodor Apel zu einem kunſt⸗ reichen Ganzen verknüpfte.

Feier im Theater, und wird nun für das ſtädtiſche Muſeum in Leipzig Leſſing's Büſte von Knaur in Marmor ausarbeiten laſſen. Endlich einmal ward hier ein ſeltenes ſchönes und erhe⸗ bendes Ziel auch auf die ſchönſte und erhebendſte Weiſe erreicht: Beredſamkeit, Dicht⸗ und Tonkunſt vereinigten ſich mit der Kunſt der Darſtellung und der bildenden Kunſt in ihren einzelnen Ver⸗ tretern und Leiſtungen zu einem Geſammtwerke die Kunſt vereinigte ſich mit der Fortſchrittspartei denn dieſe iſt es, welche im Schillerverein den Vorſitz führt, um einen Mann ſowohl im⸗

1 verk Auf allgemeinen Wunſch veranſtal⸗ tete man mit allſeitiger Bereitwilligkeit eine Wiederholung dieſer

mer neu als bleibend zu verherrlichen, der im Dienſt der Kunſt

einen Laokoon ſchrieb und im Dienſte der Nation und ihrer Ehre und Freiheit mit allen heuchleriſchen Fiaſterlingen und ihren Götzen kämpfte. Nicht ganz vereinzelt iſt Leipzigs Beiſpiel, duch in Berlin, Breslau, Prag, Wien u. ſ. w. feierte man diesmal Leſſing's Geburtstag, wenn es auch nirgends mit ſo viel Hinge⸗ bung an die Sache geſchah, wie in Leipzig.

Literatur.

Julius Cäſar, von William Shakeſpeare, über⸗ ſetzt von Adolph Kolb. Stuttgart, Verlag von Schaber. 1861. Es kommt nicht ſowohl darauf an, daß die einzelnen Ueber⸗ ſetzungen, welche von Shakeſpeare erſcheinen, vollkommen ſind,

ſondern vielmehr darauf, daß ſie mit Liebe und Aufmerkſamkeit verfaßt wurden. Jenes iſt nicht wohl, dieſes aber ſehr gut erreich⸗ bar, und gewährt immerhin den Vortheil, über einzelne Stellen und poetiſche Wirkungen mehr Licht zu gewähren. Was der Eine nur mangelhaft auszudrücken vermag, gelingt dem Andern durch eine treue Wiedergabe, und die Erkenntniß der Dichtungen wird mehr und mehr ausgebreitet. Den Tieck⸗ Schlegel'ſchen Ueber⸗ ſetzungen, an denen bekanntlich auch eine Dame mitgeholfen, haf⸗ ten natürlich manche Schwächen und Einſeitigkeiten an, und die Zeit wird näher rücken, wo eine neue Uebertragung im Sinne mancher neuen Enträthſelungen des Originals Bedürfniß wird.

Die Kolbeſche Ueberſetzung zeigt von Fleiß und, ohne ein beſonderes Talent für die poetiſche Sprache und den Jambus zu verrathen, arbeitet ſie doch mit gutem Erfolg auf Klarheit und flüſſige Natürlichkeit hin. Der Sinn ſtellt ſich durch kürzere, ein⸗ fachere Sätze leicht heraus, und ich glaube, es wird dieſe Edition in dieſer Beziehung den Schauſpielern bequem ſein. O. B.

Karl von Holtei' Schleſiſche Gedichte. Volks⸗ ausgabe. Breslau, Verlag von Trewendt.

Dieſe Volksausgabe iſt ungemein anſprechend und behaglich geſchmackvoll ausgeſtattet. Sie wird eine ſehr weite Verbrei⸗ tung finden und verdient dies wahrlich auch im vollſten Maße; denn es gibt in der That in unſerer geſammten Literatur nur we⸗ nig Dialektgedichte, die ſich in den beiden weſentlichſten Eigen⸗ ſchaften mit denen Holtei's vergleichen laſſen. Dieſe Eigenſchaf⸗ ten ſind Natürlichkeit einer geraden, gemüthvollen Redeweiſe und volksthümliche Auffaſſung des täglichen Lebens. Man vergißt,

was man vergeſſen ſoll: daß hier ein Dichter redet, deſſen Phan⸗