Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
137
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Jahrg.

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Dritte

Folge.

Aber was ſoll mir denn das Alles helfen? rief rieth, mit der niedlichen Marie eine Stunde der Gegen⸗

Matthias.

Nun, die Liebe hat Dich in jeder Beziehung blind ge⸗ macht, wenn Du das nicht begreifſt! rief Honolka; übrigens thue ich nie etwas halb, ſondern habe auch noch andre Maßregeln getroffen. Daß Jerwitz in die Falle gehen und die geſandten Muſikalien benutzen würde, war vorauszuſetzen, eben ſo, daß Niemand von ſeinem Mu⸗ ſikchor den Betrug bemerken würde, da ihnenLohen⸗ grin noch nicht unter die Hände gekommen ſein wird; die Hauptſache iſt aber nun, daß der Dechant die Wahl, welche Jerwitz getroffen, beſonders hervorhebt und der Biſchof für ſolche würdige und Gott und allen Heiligen wohlgefällige Kirchenmuſik dem Cantor eine beſondere Belobung zu Theil werden läßt. Ich habe darum einen Bekannten, der ſich mit im Gefolge des Biſchofs befindet, aufgeſtachelt, dies zu thun natürlich ohne daß er meine Abſicht bemerkt und indem er ſelbſt von der Idee ausgeht, damit der Aufrecht⸗ haltung der Würde der Kirche in dieſer Beziehung einen großen Dienſt zu thun.

Honolka wollte dem Freund ſeine Hoffnungen noch weiter enthüllen, als ein Knabe ſich herbeidrängte und dem Letztern ein Zettelchen zuſteckte.

Es war von Veronika und lautete:

Herzliebſter Matthias! ich habe Dich geſehen, der Vater iſt zum Diner in die Dechanei beſchieden Nach⸗ mittags, wenn die hochwürdigen Herrn noch beim Weine ſitzen, wird Niemand auf uns achten, komm dann in die Hollunderlaube!

Honolka hatte ſeinen Freund in die Wohnung des Cantors begleitet. Die hübſchen Töchter deſſelben waren ihm nicht unbekannt, und wenn er auch unter ihnen Vero⸗ uika den Preis zuerkennen mußte, dachte er es ſich doch ganz angenehm, indeß Matthias mit dieſer nach langer Entbehrung wieder koſend über die umwölkte Zukunft be⸗

wart zu verſcherzen. Auch hatte er Matthias verhoten, Veronika mit in das Complot zu ziehen, damit ſie vor dem Vater ein reines Gewiſſen zeigen könne er hatte ſich ſelbſt das Alleinrecht vorbehalten, ſeiner Zeit die nöthigen Enthüllungen zu geben auch Matthias mußte beſchwören können, nicht eher etwas von dem Betrug gewußt zu haben, bis eszu ſpät geweſen.

Mit zärtlichem Ungeſtüm hatte Veronika den verbann⸗ ten Bräutigam empfangen; Honolla hatte ſie traurig die Hand gereicht und ihm geſagt:Daß Sie in ſo trauriger Zeit zu uns kommen, ich hatte geglaubt Sie in froheren Tagen zu begrüßen.

O, vielleicht gelingt es mir, die trüben Tage in frohe zu verwandeln! antwortete er.Sie haben ja heute ſo himmliſch geſungen, daß es Steine erweichen mußte warum nicht das Herz eines Vaters? Haben Sie nur guten Muth und verderben Sie ſich nicht die glücklichen Stunden des Wiederſehens durch übertriebene Sorgen! Ich werde indeſſen für Sie wachen!

Marie war Anfangs wenig erbaut von dem Herrenbeſuch in der Abweſenheit des Vaters und hatte darum Matthias nicht ſehr freundlich empfangen; aber Honolka ſagte ihr ſo viel Schönes und wußte ſie, mit ihr im Garten auf⸗ und abſpazierend, ſo gut zu unterhalten, daß ſie allen Groll vergaß und bald heiter plauderte und lachte.

Da auf einmal trat der Cautor eilig in den Garten.

Man ſah es ſeinem rothglühenden Geſicht an, daß er den Wein des Dechanten nicht verſchmäht hatte: die feurigen Gewächſe von Czernoſek und Melnik, ja, der edle Ungarwein brauſten noch in ſeinen Adecn, ſeine Stirn ſtrahlte von Stolz, ein heiteres Lächeln lagerte um ſeinen Mund, und Freudenfeuer flackerten in ſeinen unruhigen Augen.

Marie! rief er und erwiderte Honolka's ehrerbieti⸗

gründete, die Bürgerſchaften der ummauerten Städte reich und mächtig machte, beim Anfang jener wilden Zeit der Selbſthülfe, der freien Verbrüderungen der Städte wie des Adels. 9.

Aus der Geſchichte.

Die Rönigin Hortenſe und ihre Rinder.

d.den Memoiren der Königin Hortenſe entnehmen wir Fol⸗ gendes:

Die Herzogin von Baſſano gab eines Tages einen Ball zu Chren der Königin, und Hortenſe, obgleich ſie traurig und leidend war, verließ ihre longue chaise und ließ ſich ankleiden. Ihr ſchö⸗ nes Haar, das, wenn es nicht geflochten war, bis auf ihre Füße herabrollte, wurde nach der alten griechiſchen Mode coiffirt und mit einer Blumenguirlande geſchmückt. Es waren indeſſen keine natürliche Blumen, ſondern von Edelſteinen gemachte. Sie trug eine Robe von roſenfarbigem Krepp, mit einer geſtickten Guirlande von großen ſilbernen Hortenſien. Der Saum ihrer Robe und ihre Schleppe waren mit Veilchen und Roſen, die von Edelſteinen gemacht waren, verziert, und an ihrem Buſen glänzte ein Bouquet von diamantenen Hortenſien. Das Halsband und die Arm⸗ bänder waren von denſelben koſtbaren Materialien und ſtellten ähnliche Blumen dar. In dieſem glänzenden Anzuge einem Geſchenk ihrer Mutter, das erſt am Tage vorher für Hortenſe an⸗ gekommen war trat ſie, von den ebenfalls reich geſchmückten Damen und Herren ihres Hofſtaates gefolgt, die ſie auf den Ball begleiten ſollten, in das Geſellſchaftszimmer ein, das voll von

Damen, die von Diamanten glänzten, und Officieren in reichen uniformen einen ſchönen Anblick darbot. Die Söhne Hortenſe's, die in dieſem Augenblick in den Salon traten, um von ihrer bonne petite maman Abſchied zu nehmen, machten Halt, als ob ſie augenblicklich von ſoviel Glanz geblendet ſeien, und näher⸗ ten ſich dann ihrer Mutter beinahe furchtſam. Sie erſchien ihnen wie eine der Genien in den arabiſchen Tauſend und eine Nacht. Die Königin errieth die Gedanken ihrer Kinder, deren unbefan⸗ gene Geſichter einem offnen Buche glichen, in dem jedes ihrer Ge⸗ fühle zu leſen war. Sie ſtreckte jedem der beiden Knaben eine Hand entgegen und ging nach einem Seſſel, auf den ſie ſich nieder⸗ ließ. Den Jüngern, Louis Napoleon, der erſt in ſein ſechſtes Jahr getreten war, nahm ſie auf ihren Schooß, während Napoleon Louis, der zwei Jahre älter als ſein Bruder war, neben ſeiner Mutter ſtehen blieb, ſeinen Lockenkopf an ihre Schulter lehnte und mit einem gedankenvollen Auge in ihr blaſſes Geſicht blickte.

Nun, Napoleon, ſagte Hortenſe, ihre weiße, zierliche Hand auf

den Kopf ihres älteſten Sohnes legend,glaubſt Du nicht, daß ich heute ſehr ſchön geputzt bin? Würdeſt Du mich weniger lie⸗ ben, wenn ich keine Diamanten, ſondern nur ein einfaches, ſchwar⸗ zes Kleid trüge? Würdeſt Du mich dann weniger lieben?Nein, Mama, antwortete der Knabe, deſſen Geſicht ſich beinahe vor Verdruß röthete. Der kleine Louis Napoleon, der auf dem Schooß ſeiner Mutter ſaß, wiederholte mit ſeiner zarten Stimme die Worte ſeines Bruders:Nein, Mama. Die Königin lächelte und ſagte:Diamanten und ſchöne Kleider machen Niemanden glücklich. Wir Drei würden einander ganz eben ſo lieben, wenn wir keine beſäßen und arm würden. Aber ſage mir, Napoleon, was würdeſt Du thun, wenn Du nichts hätteſt und ganz allein

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