Jahrg.
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Nr. 9.] Dritte
Du mir auch nicht ſpeciell Vorwürfe in Deinem Briefe machſt, ſo leſe ich ſie doch aus Deinen Klagen heraus. Aber Geduld! ich werde mich rechtfertigen, ich habe ein Mittel Dir zu helfen und Dich zu rächen. Wenn der Biſchof in vierzehn Tagen, wie ich höre, die Kirche inſpi⸗ cirt, in der ich noch hoffe, der Brautführer Deiner Vero⸗ nika zu ſein, ſo inſpicire Du nur die Muſik daſelbſt;— wenn es aber möglich iſt, ſo komme ich ſelbſt und höre Veronika ſingen.“
Matthias verſtand dieſen Brief nicht recht und ver⸗ lebte die Tage in einer peinlichen Stimmung. Zwar hatte er mit Veronika heimlich Briefchen gewechſelt, aber darin doch nur einen momentanen Liebestroſt gefunden. Er wußte nun wohl, daß ſie ihm den„Frevel“ verziehen, daß ſie ihn nie freiwillig laſſen werde, aber auch, daß der Dechant und der Vater ſie hart bedrängten, ſich ganz von Matthias loszuſagen, ja, daß ein Neffe des Dechanten, der jetzt zu dieſem zu Beſuch gekommen, ihr als Zukünftiger zugedacht ſcheine, und daß wahrſcheiulich auch um ſeinet⸗ willen der Dechant ſo gegen Matthias auftrete.
Der unglückliche Bräutigam, ſo doch der Treue ſeines Mädchens gewiß, begriff ſelbſt, daß es jetzt am beſten ſei, ein paar Wochen nicht vor den Augen des erzürnten Can⸗ tors zu erſcheinen, bis er Gewißheit habe, ob wirklich die Aufführung moderner Muſik ihm als ein großes Ver⸗ brechen angerechnet würde, daß er darüber ſein Amt ver⸗ löre, denn bis jetzt war es nur bei jener Verwarnung ge⸗ blieben. Erhielt er trotzdem die beſſere Lehrerſtelle, worüber in Kurzem eutſchieden werden mußte, ſo hoffte er ſchon wieder Alles in das rechte Geleis zu bringen, und auch von Jerwitz nicht als Schwiegerſohn verſchmäht zu werden.
Als der Sonntag ſich näherte, an dem der Biſchof von vem Dechanten erwartet wurde, erhielt Matthias von Honolka einige Zeilen, der ihm meldete, daß er ebenfalls zu dem feierlichen Ereigniß in der Nachbarſtadt eintreffen
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und in der Kirche ſein werde; dort möge ihn Matthias doch aufſuchen und ſich einmal vom eignen Kirchendienſt losmachen.
Matthias hatte ſchon ſelbſt dieſen Plan gefaßt und wunderte ſich nur, daß Honolka gerade abſichtlich an dieſem Tage kam, da er unmöglich des Biſchofs wegen die Reiſe machen konnte; denn derſelbe hatte in Honolla's Wohnort ſeinen eigentlichen Sitz und konnte alſo faſt allſonntäglich von ihm gehört und geſehen werden.
So war denn Matthias am beſtimmten Tage in der feſtlich geſchmückten Kirche. Ju der Anordnung der Blumengewinde, die ſie zierten, erkannte er Veronika's kunſtreichen Sinn, ihre fleißige Hand,— und jetzt ge⸗ wahrte er ſie ſelbſt, neben der jüngeren Schweſter Marie, oben auf dem Chor; duftiges Weiß umfloß ſie, und Roſen trug ſie an der Bruſt und im Haar— aus den hochge⸗ wölbten bunten Fenſtern fielen rothe und goldene Strah⸗ len verklärend auf ſie— es war Matthias zu Muthe, als müſſe er hinauf zu ihr eilen, ſie in ſeine Arme ſchließen oder ſeine Kniee vor ihr beugen wie vor einem Gnaden⸗ bilde.
Da fiel Honolka's Hand auf die Schulter des unglück⸗ lichen Glücklichen und weckte ihn aus ſeiner ſehnſüchtigen Verzweiflung. Herzlich erwiderte Matthias den unerwar⸗ teten Gruß.
„Aber erkläre mir Deine Anweſenheit!“ rief er fragend aus.
„Dazu iſt jetzt nicht Zeit,“ antwortete Honolka und deutete auf die Kanzel, welche eben der Dechant heſtieg.
Matthias wollte den Freund ein wenig aus der Seh⸗ linie des Predigers zurückdrängen, um trotz deſſen ſal⸗ bungsreichen Worten ſich andere zuflüſtern zu laſſen— nimmt man es doch überhaupt nicht ſo genau mit der Auf⸗ merkſamkeit in katholiſchen Kirchen— da iſt ein ſtetes Kommen und Gehen, Flüſtern und Murmeln, ein immer⸗ währendes Geräuſch, das die Stimme manches Predigers
ſchallt es durch die Lüfte: Jage, Ritter, jage, jage; ſtich, ſchlage, verſtümmle den, ſchlag' mir dem den Fuß ab, hau dieſem die Hände ab, den ſollſt du mir hängen, dieſen reichen Mann fangen, der zahlt uns wohl hundert Pfund. So war es, denke ich, früher beſſer als jetzt. Erzähle du, mein Sohn, mehr von der neuen Sitte.“ 6
„Das will ich thun. Jetzt iſt der Hofbrauch: trink, Herr, trinke, trink; trink du dies, ſo trink' ich das. Man ſitzt nicht mehr bei den Frauen, nur bei dem Weine. Das Leben der Alten, glaubt mir, die da leben, wie ihr, das iſt jetzt bei Frau und Mann ſo verhaßt, wie der Henker. Bann und Acht iſt jetzt ein Spott.“
„Sohn,“ ſprach der Vater,„laß den Hofbrauch fahren, er iſt bitter und ſauer. Viel lieber bin ich ein Bauer, als ein armer Hofmann, der jederzeit um ſein Leben reiten muß und darum ſor⸗ gen, daß ihn ſeine Feinde fangen, verſtümmeln und hängen.“
„Vater,“ ſprach der Junge,„mir hat ein Reicher ſchweres Leid gethan; über die Saat meines Pathen, des Ritters, ſah ich ihn einſt reiten, er bezahlt mir's theuer, ſeine Rinder, ſeine Schafe und Schweine ſollen traben, weil er einem lieben Pathen von mir ſo den Acker zertrat. Ich weiß noch einen reichen Mann, der that mir auch ſchweres Leid; er aß Brod zu Kräpfeln, bei meinem Leben, das will ich rächen.“
Der Vater ſprach:„Ei! nenne mir doch die Knaben, deine Geſellen, die dich gelehrt haben, einen reichen Mann zu berauben, wenn er Kräpfen und Brod zuſammen ißt!“ Da nannte der Sohn ſeine zehn Geſellen:„Lämmerſchling und Schluckdenwidder, Höllenſack und Rüttelſchrein, Kühfraß, Knickekelch und Wolfs⸗ gaumen, Wolfsrüſſel und Wolfsdarm,— dieſem gab ſeinen
Hofnamen die edle Herzogin von Nonarra Narreia— das ſind meine Schulmeiſter.“
Der Vater ſprach:„Und wie nennen ſie dich?“
„Ich bin genannt Schlingdengau, bin nicht die Freude der Bauern, ihre Kinder müſſen den Brei aus dem Waſſer eſſen, was die Bauern haben, das iſt mein, dem einen drücke ich das Auge aus, dem andern haue ich in den Rücken, den binde ich in Ameiſenhaufen, den hänge ich bei ſeinen Beinen an die Weide.“
Da brach der Vater los:„Sohn, die du da nennſt und rühmſt, wie muthig ſie auch ſind, doch hoffe ich, wenn ein gerech⸗ ter Gott lebt, es kommt der Tag, wo der Scherge ſie faßt und von ſeiner Leiter hinabſtößt.“
„Vater, Gänſe und Hühner, Rinder und Futter habe ich dir oft vor meinen Geſellen bewahrt, jetzt thue ich’s nimmermehr. Ihr ſprecht zu ſehr gegen die Ehre frommer Geſellen. Eure Tochter Gotelind wollte ich meinem Geſellen Lämmerſchling zur Frau geben, bei ihm hätte ſie das beſte Leben gehabt. Das iſt jetzt vorbei, ihr habt zu gröblich gegen uns geſprochen.“
Und die thörichte Schweſter ſagte:„Lieber Bruder Schling⸗ dengau, mache, daß mich dein Geſelle heirathet, ich verlaſſe Vater, Mutter und Verwandte.“ Die Eltern vernahmen nic,t die Rede, der Bruder berieth heimlich mit der Schweſter.„Ich will dir meinen Boten ſenden, dem du folgen ſollſt, halte dich bereit. Gott behüte dich, ich ziehe dahin, der Hauswirth hier gilt mir ſo wenig, als ich ihm. Mutter, Gott ſegne dich.“ So fuhr er ſeinen alten Strich und ſagte ſeinem Geſellen den Willen der Schweſter. Der küßte ſich vor Freude die Hand und verbeugte ſich vor dem Winde, der von Gotelind herwehte.
Manche Witwe ud Waiſe ward ihres Gutes beraubt, als


