Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
123
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. Jahrg. Pflanzung leberſiede⸗ war ein daß De⸗ chens ſä, vor dieſer Alter des n, Herrn Aen Kinde achtd. Er dignige te. Erer⸗ inzelheiten, V derholte die Dieſe Da⸗ en die Auf ſie lenkten n Styl der eburt. Es wurde leiſe atſache war Mary kehrte wichen die fflichteit be⸗ ung, zurück; ndie Gunſt z. Theile des zu durch⸗ te und zog Lann, und augen

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Orleans, die beiden andern in Vicksburg und Memphis.

Ich bitte Sie daher, ſich ſofort und ohne Aufſehen zu ent⸗ fernen. Der Blitz aus Devereux's Auge verlangte Auf⸗ klärung.

Ich muß Ihnen die Urſache dieſes unangenehmen Um⸗ ſtandes mittheilen; ein Bericht über Ihre Geburt iſt bekannt geworden; ſollte die Geſchichte, die wir gehört haben, wahr ſein, ſo werden Sie einſehen, daß Sie in dieſem Zimmer nicht verweilen dürfen.

Mit Mühe beherrſchte Devereux ſeine wachſende Lei⸗ denſchaft; er biß ſich heftig auf die Lippen, ehe er gehꝛe Antwort gab; als er es that, war ſeine Stimme leiſe, aber ihr Tou erſchreckte den Vorſteher; ſie war ſo tief, ſo voll zuſammengedrängter Leidenſchaft.

Ich werde anderswo, ſprach er,Genugthuung für dieſe Worte verlangen; wir werden uns wiederſehen; bis dahin will ich mich lieber eutfernen, als einen Auftritt in dieſem Zimmer veranlaſſen. Ihren Namen, Herr, wenn ich bitten darf! Sein Auge ſprach Entſchloſſenheit, ſeine Lippe drückte Verachtung der ihm widerfahrenen Belei⸗ digung aus.

Wenn ich falſch berichtet bin, Herr, ſo bitte ich offen um Ihre Verzeihung und biete Ihnen die Genugthuung eines Geutleman, erwiderte der Ballvorſteher;doch wenn, wie ich glaube, meine Worte wahr ſind, ſo kann ich mich nicht mit Ihnen ſchlagen; ich bedaure, daß Ihre Stellung dies unmöglich macht.

Dann iſt Ihr Betragen ein niederträchtig feiges, rief Devereux heftig aus,und Sie ſind ein elender Schurke, der ungereizt beleidigt und Genugthuung verweigert. Ich werde andre Mittel finden, ſolche Frechheit zu züchtigen. Ich werde das Zimmeer jetzt verlaſſen.

Er drehte ihm den Rücken zu und ging jeuem Ende des Zimmers zu, wo ſeine Frau ſaß. Sein Auge ſprühte Zorn; ſtolze Verachtung lag auf ſeiner Stirn, und Würde in ſeinem Schritt. Alles machte ihm Platz; er fand ſeine Frau auf ihrem veröveten Stuhle, die Augen auf den Bo⸗

Drute Folge.

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den geheftet und das Antlitz von Scham geröthet. Sie hatte die Urſache ihrer Vereinſamung geahnt; ſie fuhr bei ſeiner Annäherung vom Stuhle auf und ergriff ſeinen Arm; ſie ſprach nicht, ſie ſchmiegte ſich dicht an ihn, und er führte ſie haſtig aus dem Ballſaale.

Devereux und Mary ſaßen in ihrem Wagen, und ihre Pferde hatten die Stadt Charlestowu hinter ſich gelaſſen; ſie verharrten ſchweigend. Devereux brütete über Rachegedanken; er wollte den Schurken, der ihn beleidigt, züchtigen; er wurde zu ſanfteren Empfindungen zurückge⸗ rufen, als er das krampfhafte Schluchzen ſeiner Frau ver⸗ nahm, die in herzbrechende Thränen ausbrach.

Meine Theure, ſprach er,beruhige Dich; ſei nicht niedergeſchlagen, ich beſchwöre Dich; Deine Thräuen machen mich wahnſinnig; ich kann Alles ertragen, nur nicht Deinen Gram; mein Leben, meine theuerſte Mary, ſer ruhig! Während er dieſe Worte in dem Tone innigſter Zärtlichkeit ſprach, ſchlang er ſeinen Arm um ihren Leib und wollte ſie an ſeine Bruſt ziehen; es war ihm, als ſei ſie das Weſen, deſſen treue Liebe ihn für alle Mißgeſchicke des Lebens tröſten ſolle.

Mary entwand ſich ſeiner zärtlichen Umarmung mit einem kiudiſchen Gefühle der Empfindlichkeit gegen ihn, als die Urſache ihrer Schmach; ſie dachte nicht an das, was in ſeinem Herzen vorging; ſie war ganz von ſelbſtſüchtigem Kummer erfüllt. Devereux fühlte ihre Hand die ſeinige kalt zurückſtoßen; er machte keinen ferneren Verſuch, ſie auzureden, und während der noch übrigen Zeit verharrte er ſchweigend, während ſie laut weinte, in unverhaltenem Ausbruche ihres Grams.

Sie kamen zu Hauſe an, und es war der Diener, welcher Mary beim Ausſteigen half; ihr Gatte bot ihr keine Hand; ſie trat ins Sprechzimmer, und er folgte wie bewußtlos, einem Menſchen ähulich, der durch einen hef⸗ tigen Schlag betäubt iſt, und deſſen geſammte Bewegungen nicht unter dem Einfluſſe ſeines Willens ſind. Mary

an, deren Lage, nahe der Eiſenbahn, auf das Genaueſte beſchrie⸗ ben iſt. Bald gelangen ſie auch zu der bezeichneten Einzäunung, hinter welcher ſich ein ziemlich liederliches Blockhaus erhebt, und erhalten dort den tröſtlichen Beſcheid, daß der Alte zwar nicht zu Hauſe ſei, daß dieſem die Brauerei auch nicht gehöre, ſondern er ſich nur hier eine Schlafſtelle gemiethet babe, daß ſie ihn aber treffen könnten, wenn ſie die Eiſenbahn 2 Meilen weiter ver⸗ folgten, wo er Steine klopfe.

Weder eine Ohnmacht von Seite des weiblichen, noch ein Ausbruch der Täuſchung Seitens des männlichen Theils erfolgte der junge Mann durchblickte ſchnell, daß das Mädchen durch eine Lüge ihres Vaters nach Amerika gelockt worden war, und dringt nun auf ſofortige Rückkehr nach St. Louis und baldigſte Trauung.

In St. Louis werden die nöthigen Einkäufe zu einer kleinen Hauseinrichtung gemacht; bei einem Ausgange des Bräutigams Nr. 1 aber erſcheint plötzlich der frühere Bewerber Nr. 2 vor dem zurückgebliebenen Mädchen und theilt dieſer mit, daß ſie in die Schlinge eines der ſchändlichſten Menſchen gefallen ſei, der, wie ſich ſoeben herausſtellt, bereits drei Frauen habe, eine in New⸗ beſchwi. r Vich Er

eſchwört ſie ſtehenden Fußes, mit ihm nach Belleville zu gehen, wo er durch andere Leute die Beweiſe liefern werde, und das er⸗ ſchrockene Bauernkind folgt ihm. ihren Lun würde ſie durch ihren Begleiter ſo getäuſcht, daß ſie hen inühern udaieneinen Abſagebrief in beſter Form zu⸗ r ei Sanz it i jeßigen Begleiter ne Verlobungsanzeige mit ihrem

Der Brief iſt fort, mit dem nächſten Zuge geht das neu

formirte Liebespaar nach St. Louis zurück, und der glückliche Brautwerber ſchließt vei ſeiner Ankunft eben ſeine Auseinander⸗ ſetzung, daß ſie mit einander in ein Boardinghaus gehen würden, bis ſein Geld angelangt ſei, und ſodann die Hochzeit erfolgen könne, als ſie in das Gewühl der Paſſagiere, welche einem ſo eben angelangten Dampfboote entſtrömten, gerathen. Plötzlich wirft ſich eine Frau an des Mannes Hals, fünf große und kleine Kinder umringen ihn ſchreiend und jubelnd das Mädchen prallt zurück und hört aus den Rufen der Angekommenen, daß das die Familie ihres neuen Herzliebſten iſt, welcher dieſer in New⸗Orleans zu entwiſchen gemeint. Der Vorhang ſällt das Mädchen iſt hier in Dienſt gegangen. 1 Das iſt eine von den kleinen Geſchichten, wie ſie ſich alltäg⸗ lich im Treiben unſerer großen Städte ereignen, oft tragiſcher enden als die obige, aber nur ſelten zu weiterer Kenntniß ge⸗ langen..

Literatur.

Dramatiſche Werke von Karl Gutzkow. Leipzig, bei Brockhaus. 1862.

Der an Production ſo reiche, unermüdliche ſeine Edition der Dramenſammlung ſelbſt in ſo ruhig beſcheidener Weiſe ein, indem er ſagt:

Das Spiel iſt zu Ende, der Vorhang fällt, die Hörer ver⸗ laſſen das Haus; der Souffleur ſtürzt aus ſeiner Höhle, die Lampen⸗ putzer heben die Lichtſtänder von den Seitenwänden; Alles wird todt und ſtill, wo eben noch ſo viel Leben weinte und lachte, ſo viel Leidenſchaften raſten, ſo viel Worte ſchallend ausgeboten

Verfaſſer leitet geiſtreicher als