Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
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Nr. 8.]

werde ich vergeſſen, wie grauſam Du mich hintergangen haſt. Deine Eiferſucht war grundlos; ich hätte Cora nie wiedergeſehen. Reue, ſie Deinem unedlen Anſchlage ge⸗ opfert zu haben, wird mirr jetzt die Erinuerung ihres ſanf⸗ ten Weſens und ihres ſchuldloſen Herzens zurückrufen; ſie hätte mich nie getäuſcht, wie Du es gethan haſt. Devereux's Frau erwiderte nichts; ſie vertraute darauf, daß die Zeit dieſe ſchmerzlichen Gedanken aus dem Ge⸗ müthe ihres Mannes verwiſchen würde; ſie täuſchte ſich: er ſuchte Troſt in den Liebkoſungen ſeines Kindes, an das er jetzt ſeine ganze Zärtlichkeit verſchwendete, und deſſen Lieblichkeit iym das Bild ſeiner einſt tändelnden, unſchul⸗ digen, zärtlichen Cora zurückrief.

Ein Jahr darauf wurde Herr Devereux benachrichtigt, daß ein Oheim von ihm in England geſtorben ſei, und ihm ein großes Beſitzthum und andres werthvolle Eigen thum hinterlaſſen habe. Seine Anweſenheit in England war zur Ordnung der Erbſchaftsangelegenheiten nothwen⸗ dig; er beſchloß, das Kind mitzunehmen; er wollte es nicht der Frau anvertrauen, die den frühen Tod ſeiner Mutter veranlaßt hatte; ebenſo wenig hätte er ſich freiwillig von ihm trennen können. Denn ſeitdem er die Treue Cora's nicht läuger in Zweifel zog, liebte er das Kind noch zärt⸗ licher als zuvor. Er zahlte ihm zehnfach jene Sorge und Obhut zurück, die er ſeiner Mutter ſo verhängnißvoller Weiſe vorenthalten hatte. Mit Kälte ſchied er von⸗ ſeiner Frau; ſie hatte ſeine Achtung und Liebe verwirkt, und er

war froh, einen ſo triftigen Grund, ſich von ihr zu trennen,

gefunden zu haben. Er verließ Amerika ohne Bedauern; das einzige Weſen, welches er liebte, war das Kind, welches ihn begleitete.

Er blieb zwei Jahr in Europa und übergab bei ſeiner Rückkehr nach Amerika ſeinen Sohn, welchen er für einen

adoptirten, verwaiſten Neffen ausgab, einer Predigers⸗

witwe zur Obhut. Bei ſeiner Rückkehr fand er ſeine Frau von der Schwindſucht, zu der ſie ſeit jeher hingeneigt,

Dritte Solge.

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ergriffen. Mitleid entzündete wieder einige Funken ſeiner früheren Liebe. Er pflegte ſie während ihrer Krankheit mit liebreicher Aufmerkſamkeit, und ſie hauchte ihren letz⸗ ten Seufzer in ſeinen Armen aus.

Ihr Tod zerriß das einzige Band, das ihn an Ame⸗ rika feſſelte; er wollte ſich aber von den Negern, welche auf ſeiner Pflanzung geboren und in der Abhängigkeit von ihm ergraut waren, nicht trennen; er ſtellte ſie unter den Be⸗ fehl eines zuverläſſigen Aufſehers und gab Befehl, ſie freundlich zu behandeln; der Ertrag ſeiner Pflanzung war für ihn von keinem ferneren Belang; ein reiches Bermögen erwartete ihn in Europa, und dort fand er auch ſein einziges Kind, das er zu ſeinem Erben beſtimmt hatte.

Herr Devereux ſtarb in Europa, als ſein Sohn ein Knabe von funfzehn Jahren war; er hatte ihm ſeinen eige⸗ nen Namen Devereux als Vornamen gegeben und als Geſchlechtsnamen Hammond hinzugefügt, den Namen des Oheims, von dem er ſein Beſitzthum in England er⸗ erbt hatte. Er hatte noch die Genugthuung gehabt zu er⸗ leben, daß ſein Sohn andern Knaben ſeines Alters in jeder Hinſicht überlegen war; er war, wie billig, ſtolz auf ſeine Schönheit und ſeine Fähigkeiten; er ließ ihm jeden Vorzug der Erziehung zu Theil werden, zu welcher das ihm zu hinterlaſſeude Vermögen ihn berechtigte; ſo oft er ſeinen ſchönen, geiſtvollen Sohn ſeine jungen Gefährten in jeder Probe von Kraft, Behendigkeit und Kunſt übertref⸗ fen ſah, erinuerte er ſich, nicht ohne ſich lebhaft zu beglück⸗ wünſchen, daß er dieſen ſtolzen Knaben dem Schickſale eines entarteten Sclaven entriſſen habe.

Er hinterließ ihn als Erben ſeines geſammten Ver⸗ mögens in Europa und Amerika.

Devereux Hammond, der Held dieſer Erzählung, nahm den lebhafteſten Antheil an allen Einzelheiten, die er über das Leben ſeiner Mutter auffiuden konute. Er verglich ſeines Vaters Vernachläſſigung ihrer ergebenen Liebe mit

Hammelkeule und einige ganze Kuchen bei der Heimfahrt in den Wagen gepackt würden. Damil aber auch die Armen ſich freuen, die bei ſolchen Gelegenheiten nicht verfehlen in großer Zahl das Gehöft zu belagern, iſt es des Bräutigams, in einzelnen Gegenden

von ihnen eine reichliche Mahlzeit und ein Feſtbrod erhält.

Die ganze Umgebung eines weſtphäliſchen Bauergehöfts, das Haus, das Ackergeräth, Wagen, Pferdegeſchirr, ſelbſt die Pferde, die wegen des leichten Bodens und der mangelnden Kunſtſtraßen häufig ohne Beſchlag ſind, vor Allem die einfach gehaltenen und doch ſo ſehr ergiebigen Bienenſtände gewähren das Bild eines Volks, welches den Urzuſtänden ſpät und langſam, aber deßhalb um ſo kräftiger entwachſen iſt.

Höchſt einfach ſind die Landkirchen im Weſtphalenlande. Die Nachkommen der alten Sachſen hatten kein Bedürfniß, ihre Gotteshäuſer beſonders prächtig auszuſtatten, weil ſie familien⸗ weiſe abgeſchloſſen, auf weiten Strecken zerſtreut, auf dem Lande umherwohnten. Sehr viele dieſer Landleute hören ſelten an⸗ ders den Glockenklang und den Ton der Kirchenorgel, als wenn ſie Sonntags, oft ſtundenweit, durch Feld und Haide, was ſie auch zur ſtrengſten Winterszeit nicht verſäumen, zum Gotteshauſe des Kirchſpiels hin pilgern. Das Chriſtenthum zeigt ſich über⸗ haupt bei den weſtſächſiſchen Landleuten viel einfacher, als bei den Sachſen in Oſtdeutſchland. Aber bei weniger Schau tra⸗ gen ſie Gottes Wort um ſo tiefer im Herzen. Das zeigt unter andern ihr großer Wohlthätigkeitsſinn, ihre Gaſtfreundſchaft, ihre große Liebe zu der Familie und ihre An Nachbarn. Sie müſſen wenigſtens einige hören, wie es dem Johann Carſtens zur rechten

des Hochzeitsbitters Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß jeder

hänglichkeit an die Male im Monat Seite der Haide ſprochen.

oder Heinrich Cluſemann auf der linken, und wohnten ſie ſtun⸗ denweit getrennt, mit den Ihrigen ergeht und ob das liebe Vieh im Gedeihen iſt. Man ſieht dieſe wahrhaft altdeutſchen Tugenden unter den

Landbewohnern nirgends in ſo hohem Maße, als bei den Bauern in Niederſachſen. Man kann ihnen nur Glück wünſchen, daß ſie dach im Uebrigen die Einfalt altdeutſcher Sitte treu bewahrt haben.

Es gewährt ein lebensvolles Bild, Landleute zwiſchen Föhrenwäldchen und zu Fuß und zu Wagen aus allen Richtungen zum Vorſchein kom⸗ men, um rechtzeitig den Kirchſpielort zu erreichen. Zur Winter⸗ zeit maſchiren die, welche am fernſten wohnen, mit Laternen durch die oft pfadloſen Haiden; wer ſolche Pilgrimage etwa von einem Kirchthume zum erſten Male ſieht, wird jedenfalls an hüpfende Irrwiſche, wenn nicht an ein im Moor wandelndes Geiſterheer denken.

Eine Stunde vor Anfang der Kirche verſammeln ſich Jung und Alt bei den Kaufleuten des Kirchdorfs, die dann vor⸗ läufig auf ihre gute Waare aufmerkſam machen, gewöhnlich La⸗ denhüter, die ſie um ein Billiges auf der Braunſchweiger Meſſe ein⸗ gekauft haben. Die Frauen werden mit Kaffee und Zwieback, die Männer mit einem Glaſe Franſchen Franzbranntwein, der veim Landmann dort ſehr beliebt iſt bewirthet. Sobald das Geläute beginnt, verfügt ſich Alles ruhig in die Kirche, weil es für unſchicklich gehalten wird, der Letzte zu ſein. Die Männer, bis auf die jungen Burſchen, welche im Jahre confirmirt wurden, ſetzen die Hüte auf, ſobald das Vaterunſer vom Geiſtlichen ge⸗ Während des Segensſpruches ſtehen ſie mit unbedecktem

wenn Sonntags die umbuſchten Kämpen

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