alten Caſtells Heristallum Saxonicum; ſo genannt von Kaiſer
wallung der zerſtreut liegenden Bauerhöfe, die ſo traulich aus dem
4 C r Sͤni 116 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. N. 1 und einen Gatten verließe, der ſo weit vergeſſen konnte, einwilligteſt fortzuziehen; ich werde ihm rathen, es für jetzt men, was er ſich ſelbſt und mir ſchuldet. Ich wollte ihm jedoch zu erlauben; einige Jahre ſpäter kannſt Du vielleicht zurück⸗ hatte. meine Lage nicht früher vorſtellen, bis ich mit Dir Rück- kehren, bis dahin mag jeder Verdacht geſchwunden ſein; er⸗ ſ30 ſprache geuommen hätte; an Dir liegt es jetzt, ob ich von führen die andern Neger den Grund Deines Fortgehens, Anſcl meinem Gatten ſcheiden ſoll, oder nicht.“ und daß ich Dir dazu gerathen habe, ſo würden ſie zu Je⸗ rchſen 1 Sie hielt inne, und Cora erwiderte lebhaft:„O was dermann davon ſprechen; die Sache würde ruchbar werden, vuin 8 kann ich thun, meinen Herrn von dieſem Mißgeſchicke zu und der Ruf meines Gatten wäre zerſtört; Du mußt mich Mäd 71 retten? Sagt es mir doch, theure Herrin!“ Sie faltete ihre Alles in der Stille ausführen laſſen, und ſelbſt Judith u der Hände flehend und fügte hinzu:„Bitte, ſagt Eurem Vater kein Wort an dem Geſchehenen mittheilen.“ W ausge nichts über meinen Herrn!“ Cora verſprach es, verſprach es feierlich, und Frau Keun „Ich werde es nicht,“ ſprach Frau Devereux,„wenn Devereup kehrte, zufrieden mit ihrem Erfolge und ſtolz auf Wer Du dieſen Ort verlaſſen willſt; kein Leids ſoll Dir ge⸗ ihre Geſchicklichkeit, nach Hauſe zurück. Um ſchehen; Du und Dein Kind ſollt gut aufgehoben und lieb⸗ Judith fand Cora mit gefalteten Händen, ein Bild der reich behandelt werden; ich fordre nur Deine Einwilligung, Verzweiflung, und zum erſten Male unaufmerkſam gegen el zu Frau Nelſon in New⸗Orleans zu gehen; Du weißt, ihr Kind, welches ſich vergebens bemühte, ihre Aufmerk⸗ end wie Fräulein Hannah warz ich will ihr ſelbſt ſchreiben und ſamkeit auf ſich zu lenken. Die alte Frau fragte ihren und ſie erſuchen, ganz beſonders freundlich gegen Dich zu ſein; Schützling, deſſen gute Laune und Sanftmuth ihr Herz ge⸗ Ou Du ſollſt nicht mit deu Feldnegern gehen; Du ſollſt keine wonuen, nach der Urſache ſeiner Betrübniß, aber Cora gab leid harte Arbeit verrichten, und Du wirſt dort viel glücklicher keine Antwort, gab keine Aufklärung ihrer Niedergeſchlagen⸗ Pyj ſein als hier, weil Du Dich dort nicht zu verbergen brauchſt heit, und ſchien die an ſie gerichteten Fragen nicht zu unt wie hier. Sorge nur, daß Du gehen willſt, und Du ſollſt hören. Nachdem Judith Alles vergeblich verſucht, ſagte, he das Geſchehene nie bereuen.“ ſie, ſie wolle ihren Herrn fragen, wie ihr zu helfen ſei; tru „Ja, ich will gehen,“ rief Cora mit Entſchiedenheit; dieſe Worte rüttelten Cora aus ihrem Dahinbrüten auf; zu „mein Herr wird glücklich ſein, und ich kümmere mich nicht„nein, nein, Judith,“ ſagte ſie,„Du darfſt ihm kein ein⸗ ru darum, was aus mir ſelbſt wird. O Herrin,“ fuhr ſie mit ziges Wort über mich ſagen. Er wird bald wiſſen, was es wi einem Tone des Zutrauens fort, der jedes andre menſchliche iſt, aber Du darfſt nicht mit ihm darüber ſprechen.“ er Herz gerührt hätte,„wollt Ihr ihm ſagen, daß ich um ſeinet⸗ Eine Hoffnung hatte Cora noch; es war die Hoffnung, te willen gehe; daß ich Alles thun werde, ihm die Ruhe wieder⸗ daß ihr Herr nicht darein willigen werde, daß ſie nach g zugeben; es iſt billig ſo, denn er iſt mir immer ein guter New⸗Orleans ginge; vielleicht, dachte ſie, würde er ſie gr Herr geweſen.“ nach New⸗York oder Philadelphia ſchicken, aber ſicher nicht ſei Frau Devereux verſprach, die Botſchaft auszurichten, nach New⸗Orleans, ſelbſt trotz des Umſtandes, daß Fräu⸗ 18. und tröſtete Cora's Herz mit der Verſicherung, wie viel lein Hannah dort lebte. L Dank ihr Herr ihr ſchulde.„Eins noch mußt Du mir ver⸗ Sie ahnte die Hebel nicht, welche Frau Devereux in d ſprechen,“ ſprach ſie,„Niemandem zu verrathen,„daß ich Bewegung geſetzt hatte, nm die Einwilligung ihres Mau⸗ 3 Dich geſehen, ader was ich Dir geſagt habe. Ich werde nes zu erhalten. Wenig ließ ſich Cora, ſelbſt ſo ſchuldlos d Deinem Herrn die Beweggründe mittheilen, aus denen Du wie das Kind an ihrem Buſen, von dem Märchen träu⸗ n 1 9 2 4 I a * 3 a L t„* Tap Wah — e Herſtelle, die grenzſcheide von Weſtphalen, dem Altſaſſen⸗ Carl dem Großen, nach der Stammburg ſeines Ahnherrn Pipin, und Oſtſaſſenlande. dem fränkiſchen Heriſtal⸗Hericourt bei Lüttich. 1 4—. Auf geſchichtlichem Grund, iſt der denkwürdige Platz als die d An der Straße, die aus dem alten Weſtphalenlande, vom Grenzſcheide zwiſchen Weſtphalen und Oſtphalen, oder den p preußiſchen Städtchen Beverungen, nach Carlshafen im Heſſen- eigentlichen und ſpäter ſogenannten Sachſenländern d lande führt, erblickt man auf dem höchſten Kamme eines ſtarr zu betrachten. Gänzlich verſchieden wie in ihrer äußeren Er⸗ d aufragenden Felſens ein burgartiges Gebäude, das, aus der ſcheinung, ſind die Bewohner dieſer weſtlichen Landſtriche auch d Ferne geſehen, gleich einem Adlerhorſte, faſt in der Luft zu ſchwe⸗ verſchieden in Sprache, Wohnung und Lebensweiſe von ihren öſt⸗ ben ſcheint. Während ſein ſchwerer, zinnengekrönter Thurm lichen Grenznachbarn ſchon in der Entfernung weniger Stunden. wie ein Grenzwächter anzuſehen iſt, der nach zwei verſchiedenen Den Weſerſtrom abwärts, und je mehr man ſich von dem⸗ Seiten hin ins Land lugt, iſt der übrige umfangreiche Bau einem ſelben nach Weſten wendet, iſt auf dem Lande, ſelbſt in den gothiſchen Dome zu vergleichen. So auffallend derſelbe in ſei- Städten, die ſogenannte plattdeutſche, die alte niederſächſiſche ner Doppelform auf den erſten Blick erſcheint, kann man doch Sprache, die vorherrſchende. Der Grundton bleibt derſelbe, nicht lange zweifelhaft bleiben, welche Gedanken den Erbauer des von Herſtelle bis zu den Küſten der Nordſee. Lange, niedrige, erſt vor einigen 30 Jahren aufgeführten Burghauſes geleitet ha⸗ ſtrohgedeckte Hauſer ſind die üblichen Wohnungen auf dem Lande. ben, wenn man ſich die Urgeſchichte der umliegenden Gauen ins Auf den beiden Giebeln ſich aufbäumende ſchwarze Pferdeköpfe, Gedächtniß zurückruft. die Sinnbilder der altſächſiſchen Heeresbanner, mahnen an die Auf dem Fleck, wo dieſes eine große Vorzeit bezeichnende Urbewohner dieſer durch keine höheren Berge unterbrochenen wellen⸗ Schloß von der Freifrau von Zuidwick aufgeführt wurde, lagen förmig zum Occan ſich fort dehnenden Ebenen. Die in wunder⸗ viele Jabrhunderte hindurch die umfangreichen Trümmer des baren Arabesken grün und rotb angeſtrichenen Häuſer, die Um⸗


