Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
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Wie tief gekränkt und gereizt Charlotte dieſe Nachricht empfing, die ſie unter allen zuletzt erfuhr, iſt aus der lei denſchaftlichen Aeußerung erſichtlich, zu welcher ſie ſich gegen Schiller hinreißen ließ,er irre ſich ſehr, wenn er ihr jetziges Betragen mit jeuer Tollheit, mit jenem unge⸗ ſchickten Traum, der ſchon lange nicht mehr in ihrer Erin⸗ nerung ſei, zuſammenbrächte.

Es war eine ſchwere Zeit für ſie. Der Freundſchafts⸗ bund, unter deſſen Strahlen ſich die Blüthen ihrer Seele entfaltet, war zerriſſen; ſie war innerlich vernichtet, ihr Vertrauen zur Menſchheit begann zu wanken. Aeußeres Unglück und Mißgeſchick aller Art geſellte ſich dazu. Gegen Weihnachten 1789 waren die Gebrüder Kalb in Weimar erſchienen und auf eine gänzliche Trennung der Ehe eingegangen, jedoch nur unter der Vedingung, daß ſie ihnen ihren fünfjährigen Sohn Fritz mitgebe. Ihr Mut⸗ terherz konnte das nicht zugeben, und ſo unterblieb die Trennung. Unter dieſen Gemüthsbewegungen war ſie er⸗ krankt und in Zuſtände der Betäubung und halber Be⸗ wußtloſigkeit verfallen, von denen ſie ſchwer wieder genas. Ihr Augenlicht ſchwand immer mehr, und was das Schlimmſte, ſie fühlte ſich Mutter. Die Nachrichten von vem reißenden Fortgange der franzöſiſchen Revolution

zuleiten. Das koſtete bedeutende Summen, und ihr Beſitz ſchwand immer mehr.

Als ſie in dieſer trüben, troſtloſen Zeit ihre und Schil⸗ ler's Briefe ordnete, die Zeugen ihres vergangenen Glückes, die abgefallenen Blüthen, die abgewelkten Blätter von dem Baume des Lebens, erfaßte ſie Grauen und Weh⸗ muth.Inniges kann nur von dem Einen verſtanden werden, rief ſie aus,dem Andern verwandelt es ſich in Hohn! Ich ehre uns, wenn ich dieſe Blätter nun ver⸗ nichte!

So wurden dieſelben, erzählt ſie ſelbſt,den Flam⸗ men, nicht plötzlich, nach und nach geweiht, und die erſten riefen zu gleicher Opferung die letzten. Mit Wehmuth ſah ich uach dieſer Opferung, und zu ſpät habe ich erkannt, daß es nicht mir, daß es Vielen geraubt war.

Es war eine Verirrung von Charlotte, daß ſie ſpäter in ein Verhältniß zu Jean Paul in Weimar trat. Er hat nicht edel gehandelt, indem er ſie als Linde imTitan compromittirte. Gänzlich erblindet ſtarb ſie 82 Jahre alt im Schloſſe zu Berlin, wo ihre Armuth eine Stätte ge⸗ funden hatte. Sie dictirte ihr Lebensſchickſal bis zum Jahre 1791 in dem BucheCharlotte, und immer blieben Männer erſter Größe, wie Humboldt und Andere, die

überſtürzten ſich. Herr von Kalb eilte nach Paris, um mit Freunde ihres Geiſtes, die Theilnehmer an dem Unglück

Graf Ferſen die Flucht des Königs Ludwig

XVI. ein⸗ ihrer Schickſale. 5.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Runen finniſcher Volkspoeſie. Geſammelt und überſetzt von Julius Altmann. Oehme.

Aus der altdeutſchen oder vielmehr altnordiſchen Poeſie ſind faſt allen Leſern die Runen bekannt. Nicht aber etwa bekannte Erſcheinungen, denn dies würde die Lectüre der Runen ſelbſt vorausſetzen, ſondern nur dem Namen nach bekannt; die nordiſchen Dichtungen führen die Runen im Munde, das heißt, ſie weiſen auf ihr Vorhandenſein und ihre Bedeutung hin, ohne doch deren anzuführen, was nur äußerſt ſelten geſchieht, ſo daß der Laie davon keine Kennt⸗ niß hat. Weun ein heidniſcher Jüngling eine Jungfrau in Liebe an ſich feſſeln wollte, und er ſtieß dabei auf den Widerſtand eines ſpröden, kalten Herzens, ſo ſchnitt er geheimnißvolle Zauberrunen in einen Apfel oder in irgend ein Präſent, welches er dem Mädchen gab, und die ſtolzeſte Königstochter entbrannte zu ihm, und wenn er ein armer Hirt war, in unwiderſtehlicher, treuer Neigung.

Dies iſt nichts weiter als eine ſymboliſche Bezeichnung, die nur heißen ſoll, daß der Geiſt eine überſinnliche Ge⸗ walt über das Gemüth des Menſchen ausübe. Denn die Runen der alten Skandinavier und heidniſchen Deutſchen, Finnen und Eſthen waren keine dunkele, unverſtändliche Formen, kein Abracadabra oder Hexeneinmaleins, dem man, wie der Alraunenwurzel oder dem Wolfszahn und Krötenherzen, eine dämoniſche Geiſtermacht zuſchrieb; ſie

wareu vielmehr klar und verſtändlich ausgeſprochene dem heutigen Markte Sätze, wunderbare Poeſien, tiefſinnig und aus der Er⸗

fahrung des Lebens geſchöpft, wie jedes echte Dichter⸗ Leipzig, bei Guſtav wort, alſo keine damoniſche Geiſtermacht, ſondern eine moniſche Geiſtesmacht, ganz ſo

wie ſie immer die Literatur auf das Publicum ansüben ſoll und in ihren beſſeren Er⸗ zeugniſſen auch ausüben wird.

Die alten Druiden hatten ſich der Runen zu ihrem religiöſen Nimbus bedient, aber ſie hatten ſie nicht erfun den, ſondern nur von den Sängern, den Barden, über⸗ kommen, und nur im Fall ſie zu gleicher Zeit ſelbſt Bar⸗ den, das heißt ſchöpferiſche Geiſter waren, ſtand ihnen die Freiheit zu, ſelbſt Runen zu erſinnen.

Dieſe Fähigkeit hat denn auch fortgeerbt, da nicht die alte Zeit, ſondern das Talent die Möglichkeit gibt, Runen zu ſchaffen. So werden denn noch heute im Norden, be⸗ ſonders unter den weniger cultivirten Stämmen, deren Sprache mehr im Munde als in Büchern lebt, neue Ru⸗ nen zu den alten hinzugedichtet., Es kann uns das auch nicht Wunder nehmen, deun die Leſer wiſſen ja nun, daß die Runen ein literariſches Product ſind. Allerdings be⸗ dient ſich das Volk einer gewiſſen ſchematiſchen Methode, welche knechtiſch an den überlieferten alterthümlichen Rede⸗ weiſen feſthält und einen Anhalt für neue Sprüche gewährt. Doch iſt hierbei nirgends der freien Schöpfungskraft und Erfindung durch conventionelle Vorbilder des Denkens und Redens ein Kappzaum angelegt, und ſo taucht denn manche Erweiterung des Alten auf, weil es neu und auf des Lebens entſtanden iſt.

Ein altes Epos der Fivnen, das bis jetzt nur in Frag⸗

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