Jahrg. 4
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kunft und die Gefühle eines Gatten nahmen alle Gedanken ſeiner Seele und Wünſche ſeines Herzeus in Auſpruch.
Frau Devereux erlangte großen Einfluß auf ihren Gatten, der ihr aufrichtig zugethan war. Sie kanute ſein früheres Verhältniß mit Cora nicht, das ihr ſonſt große Sorge gemacht hätte, freilich überflüſſige, denn er ſah Cora ſeit dem Tage, wo ſie ſein Haus verlaſſen, nie wieder.
Im Laufe der Zeit hörte er von ihrer Niederkunft und freute ſich zugleich zu hören, daß es ihr wohl gehe; aber die Geburt ſeines Kindes flößte ihm kein Gefühl von Freude ein; er erkundigte ſich weder nach dem Geſchlechte deſſelben, noch verlangte er es zu ſehen; er gewährte für den Unterhalt von Mutter und Kind eine freigebige Geld⸗ ſumme und glaubte hiermit ſeinen etwaigen Verpflichtungen gegen ſie hinreichend genügt zu haben.
Bis zur Geburt ihres Kindes hatte ſich Cora der größten Muthloſigkeit überlaſſen; ſie war von der Gegen⸗ wart ihres theuren Herrn verbannt; ſie wußte nicht, ob ſie ihn je wieder ſehen würde; dies war der Grund ihres Kum⸗ mers. Keine Demüthigung ihres Stolzes vährte die Wunde ihres Herzens, keine Regung weiblicher Eiferſucht loderte in ihrer zarten Bruſt, nie gedachte ſie ſeiner Gattin als ihrer Nebenbuhlerin, ſie war nur ſeine Sclavin, ſie liebte ihn ohne Selbſtſucht und ohne Hoffnung, und litt allein an dem Schmerze, von ihm getrennt zu ſein.
Ihr Kind erweckte neue Gefühle in ihrem Buſen; es war ein ſehr ſchöner Knabe, und wie ſie es anblickte, belebte ſich ihr noch jüngſt ſo uiedergeſchlagenes Autlitz wieder mit dem Lächeln der Luſt und Liebe. Sie gab ſich ihrem Kinde mit leidenſchaftlicher Zärtlichkeit hin; dereinſt, in den Tagen des Glücks, hatte ſie Freude daran gefunden, ihre Perſon zu ſchmücken; ihre Herrin hatte dieſe Eitelkeit durch Geſchenke von Bändern und Zierrathen ermuthigt, und ihr Herr hatte bemerkt, wie ſauber und geſchmackvoll ſie ſich kleide; jetzt hatte ſie keine Veranlaſſung ihren frühe⸗ ren Staat zu tragen, und hatte ihn an die andern Neger⸗
Dritte Solge.
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mädchen verſchenkt. Ihre Eitelkeit hatte jetzt ihren Mit⸗ telpunkt in ihrem Knaben genommen; ſie kleidete ihn mit ängſtlicher Sorgfalt; ihn zu warten und mit ihm zu ſpie⸗ len, war ihr einziges Vergnügen. Die Liebe zu ihremn Herrn war immer eine Quelle von Sorge und Schmerz für ſie geweſen; ſelbſt wenn er ihr am freundlichſten ge⸗ ſchienen, hatte ſeine Güte der Zärtlichkeit ihres übervollen Herzens nicht genügen können. Aber ihr Kind! Sie konute es an ihr Herz drücken und ohne Rückhalt ihre überwallende Liebe ausſchütten; ſie brauchte nicht zu fürch⸗ ten, es durch ihre zärtlichen Liebkoſungen zu ermüden. Sehr bald lernte es ſie kennen; es erwiderte ihr Lächeln und gab ſeine Freude über ihre Liebkoſungen zu erkennen. Sie war ſtolz auf ſeine Schönheit und frühe Reife, aber was ſie am meiſten entzückte, war ſeine Farbe.„Wer würde glauben, daß er mein iſt, das Kind eines armen Negermädchens?“ ſagte ſie oft zu Judith, wenn ſie dieſe aufforderte, die Farbe ſeiner Haut zu bewundern.
Ein Wunſch allein beſchäftigte Cora's Herz, der Wunſch, daß ihr Herr das Kind ſehen möchte; es ihm ſelbſt zu zeigen, wagte ſie nicht, doch ſicher, meinte ſie, dürfe ſie wagen es ihm zu ſchicken. Selbſt wenn er es nicht als ſein Kind anerkennen wolle, könne doch ſein Auge auf ihm ruhen, wie es auf den Kindern anderer Sclaven ruhe; es würde ein Troſt für ſie ſein, wenn er es nur einmal ge⸗ ſehen hätte. Er war ſo gütig gegen Jedermann, ſie wußte, daß er ſauft zu ihm ſprechen würde; vielleicht würde er ſeine kleine Hand berühren oder ſeine Wange ſtreicheln. Wie glücklich würde ſie ſich bei dem Gedanken fühlen, daß der Anblick ihres Knaben ihn an ſie erinnern könnte! Monate lang hing ſie dieſem Plane nach, ohne den Muth zu haben, ihn auszuführen.
Ihr Kind war ein Jahr alt, und eines Tages, als es lachend auf dem Schooße ſeiner Mutter ſpielte, ließ Judith die Bemerkung fallen, daß es ganz das Abbild ſeines Va⸗ ters ſei. Dieſe Worte ermuthigten Cora, den ſo lange ge⸗
Hauſe der Moncada den Erben ſeiner Größe und ſo vieler präch⸗ tiger Beſitzungen wiedergegeben zu haben. Am Morgen des nächſten Tages, bei ſeinem Erwachen, ſah ſich der junge Graf umgeben von Schneidern, Kaufleuten und Handwerkern mit Stof⸗ fen und Spitzen, ſo daß er nur zu wählen brauchte. Zwei Kam⸗ merdiener und drei Lakaien, die geſchickteſten und anſtändigſten Leute aus der Dienerſchaft des Geſandten, harrten im Vorzimmer auf ſeine Befehle. Der Geſandte zeigte dem jungen Grafen den Brief, welchen er ſo eben ſeinem Vater geſchrieben, in welchem er dieſen beglückwünſcht, einen Sohn zu haben, deſſen Geſinnungen und Eigenſchaften dem Adel ſeines Blutes entſprächen, und ver⸗ kündet ihm ſeine unverzügliche Rückkehr. Auch die junge Dame wird nicht vergeſſen; der Geſandte geſteht, daß er zum Theil ihrer Großmuth die Folgſamkeit ihres Geliebten verdanke, und zweifelt nicht, daß der Graf es bewilligen werde, ihr ein Geſchenk von 30,000 Frcs. gemacht zu haben. Dieſe Summe wurde auch am ſelben Tage dieſer edlen, anziehenden Perſon eingehändigt, die nicht ſäumte, abzureiſen. Indeſſen waren die Vorbereitungen für die Reiſe des Grafen getroffen, eine prächtige Garderobe und eine herrliche Equipage wurden zu Rotterdam auf ein nach Frankreich ſegelndes Fahrzeug eingeſchifft, und die Ueberfahrt des Grafen, welcher ſich aus dieſem Lande nach Spanien begeben ſollte, bedun⸗ gen. Man übergab dem Grafen eine hinreichend große Summe Paris; der Ab⸗ ſchied des Geſandten und des jungen Herrn war überaus rührend. Mit Ungeduld erwartete der Geſandte die Antwort des Grafen von Moncada und genoß, indem er ſich in ſeine Seele ver⸗ ſetzte, die Wonne ſeines Freundes. Dieſe ſo erſehnte Antwort erhielt er denn nach Verlauf von vier Monaten; aber wer ver⸗
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mag das Staunen des Geſandten zu ſchildern, als er folgende Worte las: „Der Himmel, mein lieber Marquis, hat mir niemals das Glück gewährt, einen Sohn zu beſitzen; überhäuft mit Ehren und. Glücksgütern, habe ich den Gram, ohne Erben zu ſein, und es erfüllt mein Leben mit Bitterkeit, zu ſehen, daß mit mir ein erlauch⸗ tes Geſchlecht ausſtirbt. Aber Ew. Excellenz ſollen nicht der Be⸗ trogene ſein. In Wahrheit iſt es der Graf von Moncada gewe⸗ ſen, den Ihr zu verpflichten beabſichtigtet, und dieſer muß das⸗ jenige bezahlen, was Ihr in großmüthiger Freundſchaft vorzu⸗ ſtrecken Euch beeifertet, um ihm ein Glück zu bereiten, das er ſo tief empfunden haben würde. Ich hoffe demnach, mein Herr Marquis, daß Ew. Excellenz keinen Anſtand nehmen wird, die in dieſem Briefe enthaltenen Wechſel über 3000 Louisd'or anzu⸗ nehmen.“— Wir entnehmen dieſe amüſante Erzählung einem ſo eben von George Heſekiel erſchienen Werkchen, worin er„abenteuerliche Geſellen“ der Vergangenheit ſchildert. Es ſtellt ſich darin die Meinung heraus, daß der räthſelhafte Graf St. Germain ein rechtmäßiger Sohn des Fürſten Franz Leopold Racoczy geweſen ſei. Die Kammerfrau der berüchtigten Pompadour du Hauſſet hat uns die vorſtehende Novelle von ihm aufbewahrt, wobei be⸗ merkt werden mag, daß St. Germain der größte Meiſter im Er⸗ zählen war und einen unerſchöpflichen Stoff reizend und ſtets neu zum Amüſement des Salons zu behandeln wußte. 8.


