Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
102
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. 11m11 Pr b 102 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. V V hr Cora hatte heftige Leidenſchaften, aber ihre Demuth ſchmerzlichen Hochzeitsfeierlichkeiten zu entziehen; Alles, V machte ſie ſelbſt gegen dieſen Schlag geduldig; ſie hatte ſich was ihr Hern vorſchlug, ſchien ihr ſtets das Beſte zu ſein. kus. nie geſchmeichelt, der Gegenſtand der Liebe ihres Herrn zu Sie dankte ihm mit dem Gefühle aufrichtiger Erkenntlich⸗ 6 4

ſein; ſie tadelte ihn nicht, ſelbſt nicht in Gedanken; ſie war keit, und er nahm dieſen Dank, ohne zu empfinden, wie Dalü l. inuner ſanft und unterwürfig, ſie war unglücklich, aber ſie wenig er ihn verdient, von dem Opfer ſeiner ſelbſtſüchtigen füh V beklagte ſich nicht; ſie ſuchte nie unaufgefordert ſeine Ge⸗ Leidenſchaft an. kui genwart; ſie ſprach nie zu ihm, wenn nicht von ihm ange⸗ Cora verfügte ſich in Judith's kleine Hütte, und De⸗ V ſeid redet; doch war er abweſend, ſo harrte ſie ſtundeulang auf vereux's Braut nahm Beſitz von dem Hauſe, deſſen neue 3 ſein Kommen; wie gut kannte ſie den fernen Hufſchlag ſeines Herrin ſie nun war. Cora's Ueberſiedelung erfolgte au i Pferdes oder den Klang ſeines ſich nähernden Schrittes! einem Abeude; ſie wanderte aus dem Hauſe, das ihre hülf⸗ aber s Sie war zufrieden, ihn manchmal an ſich vorüber ſchreiten loſe Jugend geſchirmt und die Heimath aller Jahre ihres des zu ſehen, ſeine Stimme zu hören und zu wiſſen, daß ſie Glücks geweſen; ein ſchwarzer Knabe war ihr behülflich, d ſeine Sclavin und er ihr Herr ſei. die Kiſte, welche all' ihr irdiſches Gut umſchloß, zu tragen. de Devereux theilte ihr ſeine bevorſtehende Hochzeit mit Keiner ſah die Thränen, welche von ihren Wangen ſtröm⸗ V ſu und verſicherte ſie mit einem Anfluge der früheren Freund⸗ ten, als ſie ihre kurze, aber traurige Reiſe antrat. Ihr 3

13 lichkeit, daß er ſie immer beſchützen und ihre Wohlfahrt Herr befand ſich zu Hauſe; er hatte den Befehl zu ihrer unnd ihr Glück im Auge behalten werde.Deine neue Abreiſe gegegeben; er ſchickte ihr zwanzig Dollars, eine gir Herrin, ſprach er,iſt eine vortreffliche junge Dame;ich größere Summe, als ſie jemals beſeſſen; aber er kam nicht 1 bin überzeugt, ſie wird freundlich gegen Alle ſein, die mir ſie zu ſehen, er gab nicht ſeinen Abſchiedsſegen. Sie nahm ihe ngehören; doch augenblicklich, Cora, kann ſie Dich nicht das Geld mechaniſch; ſie bemühte ſich Dankſagungen gegen lne ſehen; wie könnteſt Du Dich in Deiner gegenwärtigen Lage ihren Herrn dafür zu ſtammeln, aber ihre Stimme ver⸗ W vor meiner Frau zeigen? Ich mache mir Deinetwegen hef⸗ ſagte. lad

1 tige Vorwürfe, aber was nützt es mir jetzt, der Vergangen⸗ Einige Tage nach dem Abzuge der arnien Cora brachte al heit zu gedenken? Ich habe in Erwägung gezogen, was am Devereux ſeine Braut in ihre künftige Heimath. Sie kam, lie 1 klügſten und beſten für Dich iſt; ſei nach wie vor ver⸗ begleitet von ihren nächſten Verwandten und einem zahl⸗ all

ſichert, daß ich mich nie von Dir trennen werde, daß Du reichen Gefolge von Hochzeitsgäſten, beſtehend aus lebhaf⸗

nie einem andern Herrn angehören ſollſt. Dann erklärte ten Mädchen und fröhlichen jungen Männern. Nichts als w

er ihr, daß ſich an einem ſehr entfernteu und abgelegenen die Stimme der Freude ließ ſich hören; nur der Schall des ſi

Orte ſeiner Pflanzung eine kleine Hütte befinde, wo ſeine Gelächters antwortete aus jedem Zimmer. Den Hoch⸗ V T

frühere Amme in Bequemlichkeit und Unabhängigkeit lebe, zeitsgäſten ſchien es, als beſtehe vas Leben nur aus einem 8

und allwöchentlich mit Lebensmitteln aus ſeinem Hauſe langen Sommertag der Freude; wer hätte glauben können, d

iedeln; Judith daß dieſe Räume, jetzt angefüllt von denen, die den Becher könne ſie bis zu ihrer Niederkunft pflegen und ſollte es an der Freude mit ſo vollen Zügen hinunterſtürzten, vor nichts fehlen laſſen, was für Geld zu beſchaffen ſei. Cora Kurzem die Seufzer eines verzweifelnden Mädchens wieder⸗

gefiel ſich im erſten Augenblicke in den: Gedanken, dem hallt hätten, welchem das Leben nur ein ödes Bild des

Auge ihrer neuen Herrin zu entgehen und ſich den ihr Jammers bot? Devereux dachte nicht an ſie; die neue Zu⸗

verſorgt werde; dorthin möge Cora überſ

5 nur ein einziges Bett und wenig armſeliges Gepäck befand, und nung beim Geſandten bezogen und ihm verſprochen habe nach ſagte:Hier alſo, mein liebes Kind erlauben Sie mir dieſe Spanien zurückzukehren. Die junge Frau ſcheint auf die Summe Benennung, zu welcher mich die zärtliche Freundſchaft zu Ihrem gar nicht zu achten, ſie denkt nur an den Geliebten, an den Vater berechtigt hier alſo ſoll der Sohn des Grafen von Schmerz ihn zu verlaſſen, an das grauſame Opfer, welches Moncada wohnen? Der junge Mann ſtellte ſich noch immer, Vernunft und Liebe zu bringen ſie nöthigen. Sie zieht hierauf als ob er dieſe Sprache nicht verſtehe. Endlich durch die drin⸗- aus einer kleinen Briefraſche das vom Grafen unterzeichnete genden Worte des Marquis beſiegt, geſtand er weinend, daß er Eheverſprechen und ſagt zum Marquis:Ich kannte ſein Herz der Sohn des Grafen von Moncada ſei, daß er aber nie zu zu gut, um dieſes Papiers zu bedürfen; ſie küßt es mit Inbrunſt Mal und übergibt es dem Geſandten, der, erſtaunt über daß ihr Wohl

ſeinem Vater zurückkehren würde, wenn er eine junge Frau, die mehrere ten, er anbete, verlaſſen müſſe. Die Dame, in Thränen zerfließend, ſolche Seelengröße, der jungen Frau verſpricht, daß ihr Wo ihm ſtets am Herzen liegen ſolle, und dem Grafen die völlige

4 4 warf ſich vor dem Grafen nieder, indem ſie betheuerte, daß ſie dem G 1 nicht die Urſache des Unglücks des Grafen Moncada ſein wollte, Verzeihung ſeines Vaters zuſichert. Mit offenen Armen, ſagt 4

und da ihre Großmuth oder vielmehr ihre Liebe den Sieg über er, wir. ihr eigenes Intereſſe davon trug, willigte ſie darin, ſich von ihm Schooß ſeiner troſtloſen Familie zurückkehrt; denn das Herz dert eine ſo edle Uneigen⸗ des Vaters iſt eine unerſchöpfliche Quelle der Zärtlichkeit. Wie groß wird das Glück ſeines ſo lange betrübten Freundes ſein, wenn er dieſe Nachricht erhält, und wie glücklich wird er ſelbſt ſich fühlen, das Werkzeug ſolcher Wonne geweſen zu ſein!

d er den verlorenen Sohn wieder empfangen, der in den

u trennen. Der Geſandte bewun V nützigkeit, aber der junge Mann iſt darüber in Verzweiflung, er

macht ſeiner Geliebten Vorwürfe, er will ſie nicht verlaſſen und die erhabene Großmuth ihres Herzens gegen ſie ſelbſt, gegen eine Me ge ſo theure Perſon wenden. Der Geſandte aber verſichert ihm, es So ungefähr waren die Reden des Geſandten, von denen der

ſei durchaus nicht die Abſicht des Grafen von Moncada, ſie ins Graf lebhaft ergriffen erſchien. Gleichwohl fürchtet der Geſandte, Unglück zu ſtürzen, er ſei vielmehr beauftragt, ihr eine ange⸗ daß die Liebe über Nacht alle ihre Herrſchaft wieder gewinne meſſene Summe zu geben, um nach Spanien zurückzukehren oder und über die großmütbige Entſagung der Dame triumphire; er zu leben, wo es ihr gefalle. Der Adel ihrer Geſinnung und die dringt daher in den Grafen, ihm in ſein Hötel zu folgen. Welche Wahrheit ihres Zartgefühls flößen ihm, wie er ſagt, das lebhaf- Thränen, welches Wehklagen dieſe grauſame Trennung verurſacht,

teſte Mitgefühl ein und bewegen ihn, die Summe, welche er be⸗ iſt ſchwer zu beſchreiben; ſie rührten den Marquis dermaßen, daß vollmächtigt iſt, ihr zu geben, ſo boch als möglich zu ſteigern; er der jungen Dame ſeinen fortdauernden Schutz zuſagte. Die 1 demgemäß verſpricht er ihr 30,000 Francs, die ihr in dem Augen⸗ wenigen Habſeligkeiten ließen ſich bald fortſchaffen, und am Abend blick ausgezahlt werden ſollen, wo ſie das ihr gemachte Heiraths⸗ fand er ſich einquartiert in einem der ſchönſten Gemächer des Ge⸗

verſprechen herausgibt, und der Graf von Moncada eine Woh⸗ ſandten, der faſt erdrückt wurde von der Freude, dem ſo erlauchten