Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
101
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ſchließen, wenn nicht Cora zu ihren Füßen wachte; Cora trug ihre mürriſchen Lauuen mit Geduld; ſie hatte keine Ahnung von der Gefahr ihrer Herrin, aber ſie war Zeu⸗ gin ihrer Leiden, und dieſe erregten ihre ganze Theilnahme und ihren ganzen Eifer. Frau Devereux drückte vor ihrem Ende ihre Dankbarkeit für Cora's Aufmerkſamkeit aus und empfahl das arme Mädchen dem beſondern Wohlwol⸗ len ihres Sohnes.

Cora war tief ergriſſen von dem Tode ihrer Herrin; ſie war von Anſtrengungen erſchöpft und ſank, als ihre Dienſte nicht länger von Nöthen waren, und ihr Geiſt nicht mehr von Sorge und Hoffnung aufrecht gehalten wurde, unter der Entkräftung ihrer Natur zuſammen. Ihre Krankheit war eine langwierige und gefährliche; De⸗ vereux ließt ſie ſorgfältig warten und liebevoll behandeln; ſie genas und freute ſich ihrer Geneſung, um ihren Herrn wiederſehen zu können.

Sobald ſie das Zimmer verlaſſen durfte, hüllte ſie ſich in tiefe Trauer und ſtellte ſich ihrem Herrn, jetzt ihrenn einzigen Freunde und Beſchützer, vor. Die Schweſter ihres Herrn hatte ſich Jahres zuvor verheirathet und ihren Gat⸗ ten nach New⸗Orleans begleitet. Devereux war in Folge des Todes ſeiner von ihm aufrichtig geliebten Mutter weich geſtimmt, und als er Cora erblickte, magerer und blaſſer als gewöhnlich ein tiefes Erröthen, das ſeine Gegenwart für einen Augenblick auf ihre Wange rief, aus⸗ genommen erinuerte er ſich, daß ihre Krankheit durch die Pflege ſeiner Mutter hervorgerufen ſei, und daß dieſe ſterbend mit ihrem letzten Worte ſie unter ſeine beſondere Obhut geſtellt hatte. Er nahm freundlich ihre Hand, drückte die Theilnahme aus, welche ihre Trauer ihm vereite, und verſprach, ihre Aufmerkſamkeit gegen ſeine verſtorbene Mutter nie zu vergeſſen. Cora zitterte und brach in Thränen aus. Er hatte nur wenig Worte geſprochen, aber dieſe waren tief in ihr Herz gefal⸗ len; er hatte nur Empfindungen gewöhnlicher Menſchlich⸗

keit ausgeſprochen, aber es war mehr, weit mehr, als was ſie je von dem Gegenſtande ihrer Liebe oder vielmehr ihrer

Vergötterung gehofft hatte.

Der Verlauf dieſer Geſchichte läßt ſich nur zu leicht errathen. Devereux war nicht unempfindlich gegen die Neize Cora's; aber er fürchtete ſie nicht, denn ſie war ein Negermädchen! Er erwachte zu ſpät zu dem Bewußt⸗ ſein ſeiner Gefahr, und dann hatte er nicht mehr die Kraft, das liebevolle, unbefangene, zärtliche Mädchen zu vermei⸗ den, deſſen Augen ſolche Freude blitzten, wenn er ſich ihm näherte, deſſen Lächeln ſolche Zärtlichkeit verrieth, ſo oft er es anredete. Cora fühlte nichts als Stolz und Entzücken, Gnade vor ſeinen Augen gefunden zu haben; weder Scham noch Reue vermochten Eingang in ihre Bruſt zu finden; ſie war ein Negermädchen eine Sclavin; welchen Ruf, welche Selbſtachtung kounte ſie haben? Ach, andre Uebel ſollten ihr die Gefahr zeigen, auf die Stimme der Leidenſchaft gehört zu haben!

Einige Monate verſtrichen, und Devereux's Gefühle gegen Cora hatten ſich geändert; ihr Geiſt war zu wenig gebildet, um ihm geiſtige Auregung zu bieten, ſie verſtand keinen weiblichen Kunſtgriff, ſich ſeine Neigung friſch zu er⸗ halten; ſie war ihm immer ergeben, aber ſein Herz ermü⸗ dete an einer Liebe, die ſich nur in Gehorſam bekundete. Er ſehnte ſich nach der Geſellſchaft einer Ebenbürtigen; er wünſchte für ein gleiches Weſen das ſüße Vertrauen der Freundſchaft und das holde Entzückeu der Liebe zu em⸗ pfinden. Er dachte nicht darau, daß Cora ihm ein Opfer gebracht habe; er glaubte nicht, daß er ihr eine Erwide⸗ rung für die ihm dargebrachte Liebe ſchulde; er wurde nicht unfreundlich, aber kalt gegen ſie, er war oft abweſend, und zu Cora's Ohren draugen Gerüchte von ſeiner Ver⸗ mählung mit einer jungen Dame, deren Vater politiſchen Einfluß im Staate Süd⸗Carolina beſaß.

plötzlich auf den Gedanken kam, ſeinen jungen, ſehr aufgeweckten Der Marquis ver⸗

franzöſiſchen Pagen dabei zu verwenden. ſprach ihm eine Belohnung, wenn es ihm glücken würde, die ihn ſo ſehr intereſſirende Perſon zu entdecken, und gab ihm eine Be⸗ ſchreibung derſelben. Der Page durchſuchte mehrere Tage hin⸗ durch alle öffentliche Oerter ohne Erfolg; endlich eines Abends, im Theater, bemerkte er in einer Loge einen jungen Mann und eine junge Frau, die er mit Aufmerkſamkeit betrachtete; als er aber bemerkte, daß dieſelben, betroffen von ſeiner Aufmerkſam⸗

keit, ſich in den Hintergrund der Loge zurückzogen, zweifelte der

Page nicht länger an dem Erfolge ſeiner Nachforſchungen. Er ließ die Loge nicht aus den Augen und beobachtete alle Bewe⸗ gungen in derſelben. Kaum war das Stück geendigt, als er

nach dem Durchgange eilte, welcher von der Loge zur Thüre

führte, und bemerkte, daß der junge Mann, indem er vor ihm vorbeiging, ſich das Taſchentuch vor den Mund hielt, ohne Zweifel um ſich zu verbergen. Er folgte ihm ohne Aufſehen dis zum Gaſthofe, genannt Vicomte de Turenne, in welchen er ihn mit der Dame eintreten ſah. Sicher, gefunden zu haben, was er ſuchte, eilte er, den Geſandten davon in Kenntniß zu ſetzen. Der Marquis von St. Giles begab ſich ſogleich, in einen Mantel gehüllt und gefolgt von ſeinem Pagen und zwei Dienern, nach dem Vicomte de Turenne. Angekommen in dem Gaſthofe, bat er den Herrn des Hauſes, ihm das Zimmer zu zeigen, welches ſeit einiger Zeit ein junger Mann mit ſeiner Frau bewohne. Anfänglich machte der Gaſtwirth einige Schwie⸗ rigkeiten und wollte ihn nur dann davon unterrichten, wenn er jene mit ihrem Namen nenne; worauf ihn der Page bedeutete, daß er mit dem ſpaniſchen Geſandten ſpreche, der Urſache hätte

mit dieſen Perſonen zu reden. Der Gaſtwirth erwiderte, daß jene unerkannt zu bleiben wünſchten und daß ſie ihm verboten hätten, diejenigen bei ihnen einzulaſſen, die, ohne ihren Namen zu nennen, nach ihnen fragen würden; aber aus Achtung vor dem Geſandten zeigte er ihnen das Zimmer und führte ſie ganz oben unter das Dach in eins der armſeligſten Gemächer. Er klopft an die Thür, aber man zögert ihm zu öffnen; endlich, nach⸗ dem er von neuem ſtärker geklopft hatte, öffnet ſich die Thür zur Hälfte, doch beim Anblick des Geſandten und ſeines Gefolges wollte ſie derjenige, der ſie halb geöffnet, wieder ſchließen mit den Worten: man gehe falſch. Der Geſandte ſtieß aber die Thür auf, trat ein und befahl ſeinen Leuten draußen zu warten; allei geblieben fand er im Zimmer einen jungen Mann von ſehr gefäl⸗ ligem Aeußeren, deſſen Züge völlig denen glichen, die im Signale⸗ ment angegeben waren. Bei ihm befand ſich eine junge, ſchöne Frau, ebenfalls an Farbe der Haare, Wuchs und Profil des Geſichts derjenigen ähnlich, welche ihm ſein Freund, der Graf von Mon⸗ cada, beſchrieben. Der junge Mann nahm zuerſt das Wort und beklagte ſſich über die Gewalt, welche man angewendet, um bei einem Fremden einzudringen, der in einem freien Lande und unter dem Schutze der Geſetze lebe. Der Geſandte erwiderte, indem er ſich ihm näherte, um ihn zu umarmen:Es iſt nicht mehr Zeit, mein theurer Graf, ſich zu verſtellen; ich kenne Sie und komme nicht hieher, um Sie oder jene junge Dame, die mir ſehr anziehend ſcheint, zu beläſtigen. Der junge Mann erwi⸗ derte, daß man ſich täuſche, daß er nicht Graf, ſondern der Sohn eines Kaufmanns aus Cadix, daß dieſe junge Dame ſeine Ge⸗ mahlin wäre, und daß ſie zu ihrem Vergnügen reiſten. Der Ge⸗

ſandte überblickte die ſchlecht meublirte Stube in welcher ſich