Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
95
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Dritte

legenheit hatte zu halten, und mochte es ſich um rein mate⸗ rielle oder geiſtige Intereſſen handeln, ſo bewies er dabei ſtets, daß er ſeinen Gegenſtand gründlich erforſcht hatte, und ſein Urtheil war ſtets das eines ſcharf deukenden, dem vernünftigen Fortſchritt huldigenden Mannes. Dadurch hat er ſich aber auch in dem Herzen des engliſchen Volkes ein dauerndes ehrendes Andenken geſichert, und in den An⸗ nalen der engliſchen Geſchichte wird ſeiner nur lobend Er⸗ wähnung geſchehen. C.

Gedicht von Friedrich Dannemann.

An der Wiege.

Lächelnd liegſt Du in der Wiege, Schaueſt nach den Sternelein;

Mutter ſagt, daß es dort oben Lieber Engel Aeuglein ſei'n.

Draußen iſt's ſo ſtill, ſo dunkel, Engelsäuglein halten Wacht;

An der Wiege ſingt die Mutter: Schlaf', mein Söhnchen, gute Nacht! Gute Nacht! die kleinen Augen

Drückt Sandmänuchen ſacht Dir zu,

Auf dem Ofen ſingt der Keſſel:

Schlafe Kindlein, ſchlafe Du!

Und die Wanduhr in der Ecke

Flüſtert Tick Tack leis und ſacht, Ticke Tick Tack, immer leiſer, Endlich ſchweigt ſie; gute Nacht!

Lächelnd nun die Engelsköpfchen Nicken ſtill am Himmelsraum, Schweben ſachte zu Dir nieder, Und Du ſiehſt und hörſt es kaum.

Englein ſitzen an der Wiege, Ihre Aeuglein Sterne ſind, Wiegen ein Dich, leiſe ſingend: Gute Nacht, Du liebes Kind!

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Deutſche Dichter und Proſaiſten von Fried⸗ rich Paldamus. Leipzig, Teubner's Verlag.

Sie wiſſen, wie viele Romane und Novellen auf dem Büchertiſche liegen, und doch iſt es faſt eine Pein, einen davon zur Sprache zu bringen, ſich über einen derſelben kritiſch zu unterhalten.

Nur unendlich ſelten taucht in dieſem Gebiete der Li⸗ teratur eine Originalität auf, und doch iſt ſie nirgends

nöthiger, als in einer freien Dichtung. Um einer ſolchen

wahrhaften Werth zu geben, dazu iſt Originalität das Unerläßlichſte, und alle übrigen Eigenſchaften ſtehen in V zweiter Linie.

Wodurch werden nun aber die meiſten modernen Ro⸗ mane und Novellen geſchaffen, wenn ihnen die poetiſche Mutter alles Lebens, die Urſprünglichkeit, fehlt? Sucht man etwa durch die einzigen Hülfsmittel, die in der menſchlichen Gewalt ſtehen, durch Fleiß, durch Kenntniſſe, durch Pietät und Liebe zur Sache, jenen Mangel zu erſetzen?

In Bayern, wo man in der Ausdrucksweiſe vom nord⸗ deutſchen Sprachgebrauch oft recht weſeutlich abweicht und ſo manche beſondere Redensart gebildet hat, braucht man bei deſpectirlichen Dingen nicht die Phraſe:mit Reſpect

am melden, ſondern man wählt ſtatt dieſer ironiſchen in⸗ directen Redeweiſe die treuherzige directe:mit Verach⸗ tung zu ſagen. So entſtehen denn alſo die meiſten neueren

Romaue nicht durch Fleiß, Kenntniſſe, Pietät und Liebe

zur Sache, ſondern,mit Verachtung zu ſagen, aus Leicht⸗ fertigkeit, Uuwiſſenheit, Anmaßung und Liebe zur Eitelkeit.

Die Früchte, welche aus ſolcher Saat hervorgehen, können

daher nicht eben wohlſchmeckend für das Publicum und ehrenvoll für diejenigen ſein, welche ſie zur Reife bringen. Was kann es nun einem Kritiker gewähren, ſo un⸗ bedeutende, mißlungene Werke zu beleuchten? Ein Ver⸗ dienſt iſt nicht eben dabei zu finden, daß er Dinge ſieht, die ſehr plump zu Tage liegen, und den Verfertigern, man kann nicht ſagen Producenten, ſolcher Roman⸗Erzeugniſſe wird dadurch auch nur wenig genützt, denn da ſie entweder kein Talent oder keine Achtung vor der Literatur haben, ſo kann von einem Lernen oder Beſſermachen nicht viel die Rede ſein. Der einzige Vortheil beſteht im Ver⸗ nichten, wodurch aufgeräumt und dem Guten freie Bahn geſchaffen, der Geſchmack des größeren Publicums aber geſchult wird.

Doch dieſes Geſchäft iſt ermüdend für den Handelnden und für die Zuſchauer. Alle beſſern Kritiker, deuen es Ernſt um die Literatur iſt, ſollten es daher als einen Irrthuin zurückweiſen, daß man ſo oft glaubt, ſie griffen

abſichtlich nach den ſchwächſten Erzeugniſſen, um ihren Witz und ihre negirende Geiſteskraft daran leuchten zu laſſen. Im Gegentheil iſt es eine wahre gedankenbefruchtende Erquickung Werke von Gewicht und Bedeutung zu be ſprechen. Sie eröffnen neue Geſichtspunkte, gewähren noch in der kritiſchen Betrachtung einen Nachgenuß und befreien von der wehmüthigen Bitterkeit, die auf die Ner⸗ ven des Tadelnden zurückſchlägt und ihn als Anwalt der guten Sache im Namen derſelben verſtimmt.