Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
91
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Dritte

dem heiligen Stande der Ehe zu leben? Willſt Du ſie in Geſundheit oder in Krankheit lieben, unterſtützen und ehren und jede andere Perſon aufgebend, ausſchließlich ihr augehören, ſo lange ihr Beide lebt? Seine durchlauch tigſte Hoheit antwortete mit feſter Stimme:SIch will es. Der Prälat fuhr dann fort:Victoria, willſt Du Albert zum Manne nehmen, um mit ihm nach dem Willen Gottes in dem heiligen Stande der Ehe zu leben? Willſt Du ihm gehorchen, ihm dienen, ihn lieben und ehren und be⸗ wahren in guter Geſundheit oder in Krankheit, und jede andre Perſon aufgebend, ihm ausſchließlich angehören, ſo lauge Ihr Beide lebt? Die Königin blickte den Prinzen Albert mit vieler Zärtlichkeit an und antwortete mit einer ziemlich lauten Stimme, ſo daß man es in der ganzen Capelle verſtehen konnte:Ich will es. Se. durch⸗ lauchtigſte Hoheit wiederholte mit dem Erzbiſchof die fol⸗ gende Formel:Ich, Albert, nehme Dich, Victoria, zur Frau, um Dich, von dieſem Tage an, wohl oder übel, reich oder arm, krank oder geſund, zu behüten, Dich zu lieben und Dich lieb und werth zu halten, bis dem Willen Gottes gemäß der Tod uns trenut, und ich verſpreche Dir das auf Treue und Glauben. Die Köuigin wiederholte dieſe For⸗ mel in einer Art, welche bewies, wie tief ſie von der Hei⸗ ligkeit dieſer Ceremonie durchdrungen war. Der Prinz ſteckte hierauf den Ring an den Finger der Königin, indem er zu ihr ſagte:Nimm dieſen Ring, das Unterpfand meiner Treue, Huldigung und alles deſſen, was ich Dir geben kann und was ich Dir gebe.

So wurve dieſer Ehebund unter den glücklichſten Auſpicien geſchloſſen, daß nichts als der Tod ihn zu ſtören vermochte.

Kurze Zeit nach der Vermählung ſchwebte das Leben der Königin in einer großen Gefahr. Als ſie am 11. Juni ihre gewöhuliche Spazierfahrt mit dem Prinzeu Albert machte, näherte ſich plötzlich ein Meuchelmörder und feuerte ein Piſtol auf die Königin ab, und als er ſah, daß

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er ſie nicht getroffen hatte, ſchoß er ein zweites Mal, ohne daß ihm ſein Vorhaben beſſer gelang. Gleich nach dem erſten Schuß drängte der Prinz Albert die Königin in den Fond des Wagens zurück und ſtellte ſich zwiſchen ſie und den Meuchelmörder, ſo daß der zweite Schuß, hätte der Meuchelmörder ſicherer gezielt, unfehlbar ihn getödtet haben würde. Nach der erſten Aufregung zerſchmolz die Königin in Thränen, als ſie die Aufopferung ihres Ge⸗ mahls zu überblicken vermochte. Die Nachricht von dieſen Atteutat verbreitete ſich ſchnell durch ganz Englaud, und die öffentliche Meinung wußte dem jungen Prutzen für ſeine Kaltblütigkeit und ſeinen Muth unendlichen Dauk.

Obgleich das königliche Ehepaar in der ſchönſten Ein⸗ tracht lebte, ſo bildeten ſich doch zuweilen auch leichte Wol⸗ ken, die von dem gemeinſchaftlichen Leben unzertrennlich ſind; doch das diente nur dazu, die Zärtlichkeit der Gatten zu kräftigen und ihnen fühlen zu laſſen, wie unentbehrlich ſie einander waren. Eines Tages, als der Königin in ihrer Lebhaftigkeit einige Worte entſchlüpft waren, von denen der Prinz Albert ſich verletzt fühlte, zog ſich derſelbe in ſein Zimmer zurück. Nach einer kurzen Zeit folgte ihm die Königin und klopfte an ſeine Thür.Wer klopft?. ſagte der Prinz.

Die Königin.

Ich erſuche die Königin, meine Entſchuldigungen zu genehmigen, aber ich habe das Bedürfniß, allein zu ſein.

Die Königin erwiderte darauf mit ihrer zartlichſten Stimme:Albert, ich bin es, Deine Gattin. Sofort wurde die Thür geöffnet, der Prinz fiel in die Arme der Königin, und die Verſöhnung war hergeſtellt.

Daß die vorſtehende Anekdote, die von einigen Jour⸗ nalen mitgetheilt worden iſt, vollkommen wahr iſt, wurde von einer der Königin ſehr nahe ſtehenden Perſönlichkeit verſichert.

Trotz aller Vorzüge, welche Prinz Albert in ſich ver einigte, konnte er dennoch nicht der Feindſeligkeit eines

Denket nur immer, es ſei für den Freund.

Was er wohl macht? ob er lächelt, ob weint? Frage die Fädchen: er liebt mich gar ſehr Oder ach! Viele dort lieben nicht mehr.

Ruhen wohl längſt ſchon auf blumigem Pfühl, Ruhen nach heißem Gefechte nun kühl; Dachten der Lieben im brennenden Schmerz, Drückten ihr Bäuſchchen an's brechende Herz.

Komme, was kommen muß! Leben und Tod, Blumen auf Gräbern auch blühen ſchön roth. Siehe die Roſen auf Dornen der Au,

Hell aus dem Regen des Himmels winkt Blau.

Wenn aus der Nacht einſt der Morgen erwacht, Heiter der Himmel Germania's lacht, Grünen die Gräber der Helden friſch auf, Pflücken wir Blumen und ſtreu'n ſie darauf.

Freut euch, ihr Jungen! Auf, ſchaffet dazu!

Weine, mein Herzchen, und gib Dich zur Ruh! Leicht wird die Seele, ſind Thränen dabei,

Aber nur That macht das Vaterland frei!

Dditeſer poetiſche Erguß des Verfaſſers verdankt ſeine Ent⸗ ſtehung dem ſchleswig⸗ holſteiniſchen Kampfe in den Jahren 1848 und 49, welcher damals in Deutſchland eine ſo allgemeine Begeiſterung hervorrief, ein Umſtand, welcher zugleich bezeich⸗

nend iſt für die nationale Geſinnung des Königs, in deſſen Zimmer das Gedicht ſich aufgeſchlagen fand. Der zweile Theil des Werkchens iſt überhaupt ſehr reich und mannigfaltig, und manche der darin enthalkenen Dichtungen athmen wie die eben mitgetheilte einen tiefen poetiſchen Geiſt. Während dieſer Theil des Buches noch manche Anklänge an die nachſte Ver⸗ gangenheit enthält, beſchäftigt ſich die vorhergehende Abtheilung faſt ausſchließlich mit Erinnerungen an Weimar und die großen Geiſter, welche dort gelebt haben und mit welchen der Verfaſſer meiſt perſönlich verkehrt hat. Er war nämlich damals Pagen⸗ lehrer und der Nachfolger des bekannten Märchendichters Mu⸗ ſäus; zum Theologen beſtimmt, hatte er dieſe Stellung gewählt, um mehr Muße zu haben, den Muſen huldigen zu können.Prinz Tamino von Oberweimar iſt ein düſtres Nachtſtück aus den Myſte⸗ rien des Künſtlerlebens, und die Schilderung dieſes Sohnes des Unglücks iſt vortrefflich gelungen, Nicht minder anziehend iſt die Geſchichte vom Wallendorfer Müllermädchen, ſo wie die ver⸗ ſchiedenen Charakterzüge, welche ſich an das Leben der damaligen Künſtler und Gelehrten knüpfen. Den Schluß des Werkchens bildet eine Reihe dramatiſcher Dichtungen, die ebenfalls man⸗ ches ſchöne poetiſche Bild enthalten, obwohl wir gewünſcht hätten, daß der Verfaſſer mit ſeinen Gaben etwas ſparſamer du Werke gegangen wäre, da die dramatiſche Form zur Lectüre nur wenig geeignet iſt. Eine etwas ſorgfältigere Sichtung in der Fülle des Stoffes würde überhaupt dem Buche zu größerem Vortheil gereicht haben, ein Wink, der bei einer etwaigen zweiten Auflage die verdiente Beachtung finden möge⸗

Schließlich können wir es dem Zufalle nur Dank wiſſen,

daß er einen Reiſenden in die Zinmer des Königs Wilhelm in