Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
89
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1836 zum erſtenmal an dem Hofe des damaligen Königs von Großbritannien und Irland, Wilhelm IV., erſchien, machte er ſich dort eben ſo ſehr durch die Solidität ſeiner Unterhaltung wie durch ſeine perſönlichen Reize und die Eleganz ſeiner Manieren bemerkbar. Er wohnte damals mit ſeinem Vater in dem Palaſte ſeiner Tante, der Herzo⸗ gin von Kent, wo er natürlich recht oft Gelegenheit hatte, ſeine Couſine, die Prinzeſſin Victoria, im traulichen Fa⸗ milienkreiſe zu ſehen, und die beiden ſiebzehujährigen Herzen fühlten bald für einander eine gegenſeitige Sympathie, die den Anfang zu der tiefen Liebe bildete, welche ſie für ihr gan⸗ zes Leben mit einander vereinigen ſollte.

Dieſe Liebe war nicht ohne Miſchung einer aufrich⸗ tigen, delicaten und vorſichtigen Leidenſchaft, die ſich ge⸗ legentlich in ein weuig romantiſchen Höflichkeiten und Auf merkſamkeiten offenbarte. So fand Prinz Albert, als er im Jahr 1839 von einer Reiſe nach Italien zurückkehrte, in Coburg in ſeinem Schlafzimmer ein Portrait ſeiner Couſine, die bereits Königin von England war und die daſſelbe ohne Wiſſen ihres Couſins dort hatte aufſtellen laſſev. Und als die Königin etwas ſpäter ihn bei einem Beſuche in England davon in Kenutniß ſetzen wollte, daß ſie ihn zu ihrem Gemahl auserwählt habe, fiel ihr kein ein⸗ facheres und ausdrucksvolleres Mittel ein, als ihm mitten auf einem Hofballe während einer Quadrille, in der ſie zu⸗ ſammen figurirten, das Blumenbouquet zu geben, das ſie getragen hatte. Der Prinz autwortete auf dieſe Erklä⸗ rung, indem er mit einem Federmeſſer einen Schnitt in ſeine Uniform machte, um dem Geſchenke der Königin einen Platz auf ſeinem Herzen auweiſen zu können. Ende Decembers im Jahre 1839 kündigte die Königin ihrem Geheimrathe ihre Abſicht an, ſich mit dem Prinz Albert vermählen zu wollen, und ſie ſagte dabei:Ich habe die Ueberzeugung, daß Gott dieſen Ehebund ſegnen wird, der gleichzeitig mein Glück ſichert und den Intereſſen meines Landes am beſten dient. Am 16. Januar 1840 kün⸗

Dritte Folge.

digte ſie in ihrer Thronrede bei der Eröffnung des Parla⸗ ments ihre in der Kürze bevorſtehende Vermählung offi⸗ ciell an.

Mau hätte glauben ſollen, daß dieſer Entſchluß der Königin in England Jedermann gefallen werde, deun die Königin, die den Neigungen ihres Herzens folgte, genügte zu gleicher Zeit den Anſprüchen des Anſtandes und den Traditionen der engliſchen Politik. Dennoch zeigte ſich in beiden Häuſern des Parlameuts eine ſehr lebhafte Oppoſition, zu deren Organ ſich die Tories machten. Wäh⸗ rend der Discuſſion der Antworts⸗Adreſſe auf die Thron⸗ rede im Oberhauſe beklagte der Herzog von Wellington ſich darüber, daß die Köuigin bei der Ankündigung ihrer Vermählung nicht geſagt habe, daß der Prinz Albert ein Proteſtant ſei, und ſagte dabei:Ich weiß, daß der Prinz Albert ein Proteſtant iſt; ich habe die Ehre gehabt, meh⸗ rere Mitglieder ſeiner Familie zu kennen, und ich weiß, daß der Proteſtantismus die Religion des Prinzen iſt. Das Publicum war intereſſirt, es officiell zu erfahren, und man hätte durch eine im Miniſterrathe beſchloſſene Anzeige das Volk von dieſem Umſtande in Kenntniß ſetzen ſollen. Von den Augenblick au, wo der Prinz beſtimmt war, Ge⸗ mahl der Königin zu werden, mußte er Proteſtant ſein, weshalb haben die Miniſter Anſtand genommen, es zu er⸗ klären und laut zu proclamiren? Und der Herzog ſchlug ein Amendement zur Adreſſe vor, das ungeachtet des Wider⸗ ſtandes der Regierung und der Erklärungen der Miniſter angenommen wurde.

Das Uuterhaus ging noch weiter. Die Regierung hatte den Autrag geſtellt, das Unterhaus möge dem künf⸗ tigen Gemahl der Königin eine lebenslängliche jährliche Apanage von 50,000 L. bewilligen, der Autrag wurde aber von den Tories, denen ſich in dieſem Fall die Radi⸗ calen anſchloſſen, bekämpft. Der radicale Hume erklärte,

es ſei ſehr gefährlich, die Taſche eines jungen Mannes ſo reich zu ſpicken, und auſ

tatt dadurch das Glück der Königin

zu allen dieſen Leiſtungen noch kommt, daß dieſe ſchöne junge Frau in der großen Welt lebt und viele Zeit auf ihre ausgezeichnete Toilette verwendet, ſo begreift man nicht, wie ſie zu Allem Zeit findet. Sie iſt die Tochter des engliſchen Geſandten Wyſe in Athen und der Lätitia Bonaparte, Tochter des Fürſten Lucian Canino, des freiſinnigen Bruders Napoleon's I. Marco Polo.

Zur Literaturgeſchichte.

Von der Liebe in den Trauerſpielen.

Wenn ein Luſtſpiel im Alterthume wie in der Gegenwart ohne einen Liebeshandel kaum denkbar erſcheint, ſo hat man im Trauerſpiele die ſüßeſte Leidenſchaft des menſchlichen Herzens erſt nach langen Bedenken und vielen Streitigkeiten zugelaſſen. Die alten griechiſchen Dichter brachten in ihren, Trauerſpielen, etwa die Phädra des Euripides ausgenommen keine Liebe an. Sie mochte ihnen zu geringfügig vorkommen, um als Haupt⸗ leidenſchaft des Theaters zu dienen, und ſie ließen daher ihre Charaktere meiſt nur durch große Gegenſtände in Bewegung ge⸗ ſetzt werden. Unter den neueren Völkern, die einerſeits keine ſolche Theilnahme des Einzelnen an den Angelegenheiten des Volkes und Vaterlands, andererſeits nicht das eingeſchränkte Leben der Frauen kannten, ſondern ſie in die Geſellſchaft und auf das Theater führten, wo ihre Rollen im Alterthume durch Männer dargeſtellt wurden, war man hierüber anderer Anſicht. Zwar Shakeſpeares Othello möchte hier noch kaum anzuführen ſein, da in ihm mehr ungeſtüme Wildheit, als zärtliche Leiden⸗

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ſchaft vorkommt; doch die vergnügungsſüchtigen Höfe Carl's II. von England und Ludwigs XIV. von Frankreich gaben den Dichtern beider Länder Anlaß, eine bisher nur in Luſtſpielen vorgeführte Herzensregung als Triebfeder in Trauerſpielen an⸗ zuwenden. In Frantreich bediente ſich Corneille der Liebe mit glücklichem Erfolge in ſeinemCid; einen häufigeren Gebrauch davon machte erſt Racine, rief aber auch hierdurch lebhafte, noch lange nach ſeinem Tode fortdauernde Streitigkeiten über die Statthaftigkeit dieſer Neuerung hervor. Während man hierbei auf der einen Seite, auf die ſich ſelbit Racine's Sohn ſtellte, es beklagte, daß man die tragiſche Bahn der Griechen zu verlaſſen anfange; während man es abgeſchmackt fand, daß der Held eines Trauerſpiels ſüß und klagend oder eiferſüchtig und raſend Herſcheine; während man väterliche, kindliche, eheliche Liebe, ja Liebe gegen die ganze Menſchheit oder eine Partei als tragiſche Leidenſchaft empfahl, wenn es nun einmal Liebe ſein müſſe; während man ſich ſogar auf das chineſiſche Trauerſpiel, welchem die Liebe ganz unbekannt ſei, und auf die Schauſpiele der alten Peruaner, die nur die Thaten der Inca's dargeſtellt, be⸗ rief: machte man von der andern Seite auf das Bedürfniß der alten Griechen nach ſchrecklichen Gegenſtänden, auf die Dar⸗ ſtellung der Frauen durch verlarovte Männer, in deren Munde Liebesworte nur einen komiſchen Eindruck würden hervorgeruſen haben, und auf die freiere Stellung der Frauen in der heutigen Geſellſchaft aufmerkſam; jedenfalls wollte man, wie namentlich Rouſſeau, zwiſchen tiefer, inniger Liebe und bloßer Galanterie (unterſchieden wiſſen. So drang denn die Liebe immer mehr in die Tragödien, auch der Italiener, Deutſchen u. ſ. w., und der Streit, ob ſie darin zu dulden oder daraus zu verbannen, wurde