Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
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Zlichen 8, und üchtete uſte er donn res Her⸗ nichigen n ſeiner als ſie ſich be⸗ un, mit ahe er⸗ dr Gatte und das ffallend n einen ich, wie e Wolke ruck war ſie em⸗ d Liebe din die ſich an welche

d,daß mnie ſtolz ige Lage rief ver⸗ nd zogen des pel⸗ Ganges, in einer hweſtern, Stromes, nur unge⸗ bezaubern aumenge⸗ hwieg die auf uns.

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Blätter V

Nr. 6.]

räth eine niedrige Geſinnung Ich werde ihr geben, was billig iſt, und nicht mehr. Seine Stimme nahm einen andern Ton au, als er fort⸗ fuhr:Ich bin begierig, jeden noch ſo geringen meine Mutter betreffenden Umſtand zu ermitteln; mein Vater ſprach über dieſen Punkt nur ein einziges Mal zu mir; da⸗ mols erzählte er mir, daß ſie nicht mehr auf dieſer Welt ſei; er war zu der Zeit ſo heftig erregt, daß ich nicht wagte eine Frage an ihn zu richten, obſchon mich ſeit meiner Kind⸗ heit verlangt hatte, etwas Genaueres über ſie zu erfahren. Ich werde jetzt an Frau Nelſon ſchreiben, um mich nach ihr zu erkundigen und die Briefe meines Vaters zu verlangen. Mary wagte auf dieſe Rede, welche in ihrem Herzen ein Schreckensbild heraufbeſchwor, nichts zu erwidern; hätte ſie den Muth gehabt, einen Rath zu ertheilen, ſo wäre es der geweſen: keine Fragen zu ſtellen, keine Erkundigungen einzuziehen, ohne Zögern an Frau Nelſon, deren Ver⸗ ſchwiegenheit um jeden Preis zu erkaufen ſei, Geld zu ſchicken und ſich zu beſtreben, die ſchmerzlichen ſeine Ge⸗ burt betreffenden Umſtände zu vergeſſen.

Devereux war weit davon entfernt, über dieſe Dinge wie Mary zu denken; er war in einem Lande aufgewachſen, wo ein ähnliches Vorurtheil nicht exiſtirt; ſein Geiſt war ſtärker und ſeine Gefühle unabhängiger als die ihrigen.

Ich kann, ſprach er,die Drohungen dieſer Frau verachten; ſollte ſie dieſelben zur Ausführung bringen, ſo würde Amerika nicht das Land für uns ſein. Wir köunten nach Europa gehen, Mary; dort brauchte mein Weib nicht ihres Mannes wegen zu erröthen; mein Sohn brauchte nie zu fühlen, daß das Blut in ſeinen Adern durch die Quelle, aus der es entſprang, beſudelt ſei. Eine ehrenvolle Stel⸗ lung und die Vorzüge des Vermögens erwarten uns dort. Doch nur ungern würde ich dieſes Land verlaſſen; hier habe ich drei Jahre ununterbrochenen Glücks verlebt; ich liebe Amerika und werde mich freiwillig nie von ihm trennen; ſollten aber unabänderliche Umſtände uns

Dritte Solge.

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und ein fühlloſes Herz. uöthigen, eine andere Heimath zu ſuchen könnteſt Du,

meine Liebe, in einem anvern Lande glücklich ſein? Könnte England Dir je werden, was Amerika mir geweſen?

Wenige Stunden zuvor würde Mary den Gedanken, Hei⸗ math und Freunde zu verlaſſen, als das größte Uebel be⸗ trachtet haben, das ſie hätte betreffen können; doch jetzt, von der einen ſchweren Sorge belaſtet, war ſie gegen jedes andre Unglück unempfindlich. Sie verſicherte, ſie ſei be reit ihm in jedes noch ſo entferute Land zu folgen;nur laß uns, ſagte ſie flehend,dieſen verhaßten Ort verlaſ⸗ ſen; laß uns nach New⸗Jerſey zurückkehren; dort, geliebter Devereux, werden wir wieder glücklich ſein! Devereux hätte vor der Abreiſe von Charlestown gern noch einen zweiten Brief von Frau Nelſon empfangen; er ſchrieb ihr, und ſein Brief war in dem Grade kalt, wie der ihrige roh und gefühllos geweſen war. Wenn ſie ſich, hieß es darin, au ihn als den Sohn ihres Bruders gewandt hätte, ſo würden ihre Wünſche bei ihm ein geneigtes Ohr gefunden haben; er könne nicht verſchweigen, daß die Drohungen, welche zu gebrauchen ſie für gut befunden, ſein Vergnügen an der Verbeſſerung ihrer dürftigen Lage um ein Gutes vermindert, ihn aber nicht haben vergeſſen machen können, was er ihr und ihrer Fanillie ſchuldig ſei. Er ſchloß ſeinem Briefe eine Geldſumme bei, welche die erſte Zah⸗ lung einer alljährlich zu wiederholenden Summe ſein ſollte. Er erſuchte ſie, ihr alle ihm bekannt gewordenen Umſtände über ſeine Mutter mitzutheilen.

Die Antwort der Frau Nelſon auf dieſen Brief war zuvorkommender; ſie fühlte einige Dankbarkeit und hielt es nicht unter ihrer Würde, ſie demjenigen auszuſprechen, welcher ſie und ihre Kinder den Entbehrungen der Dürftig⸗ keit entzogen hatte, deſſen ungeachtet ſogar, daß er der ver⸗ achteten Negerrace angehörte. Sie theilte ihm Alles, was ſie über ſeine Mutter wußte, mit; die Briefe ſeines Vaters boten einige fernere Anhaltepunkte, doch blieb die Geſchichte immer eine unzuſammenhängende. Da fand ſich Schuld

einer Coquetterie, die bei den Meiſten nicht ohne jene Anmuth war, welche die Natur der Jugend und Schönheit zur Gefährtin

gibt, ahnen, daß ſie es wohl verſtänden, Sinne und Herz eines

Mannes zu bezaubern. Heiter ſchienen Alle zu ſein, Viele waren voll ausgelaſſener Luſt und ſchienen nur ſchwer den ne⸗ ckenden Uebermuth zurückzudrängen. Iſt nicht das Loos, welches ſie erwartet, ein verlockendes? Freilich wird ſie der Jaſchmak und Feredſche den Blicken der Menge verhüllen, die Wände des Harems werden ſie umſchließen aber blitzende Steine werden ſie ſchmücken, der Duft des Roſenöls, des Moſchus und Ambra wird ſie umwallen, ſie werden tanzen und ſingen zum Schall der Handtrommel, zum Klange der Becken, Fächer von Sandelholz werden ihnen Kühlung zuwehen, reiche Speiſen, glänzende Ge⸗ wänder, rauſchende Luſt einen Tag wie den andern was wünſchen ſie noch? und hat der Jaſchmak nicht eine Oeffnung, um den verführeriſchen Blick ihrer Augen durchzu⸗ laſſen? und hat das Haremlik nicht eine Pforte, die für Gold und Liſt und Todesverachtung ſich öffnet?

Die Preiſe waren ſehr verſchieden; war das Mädchen leid⸗ lich hübſch, ſo koſtete ſie nicht unter 10,000 Piaſter(4 bis 500 Thaler), für ſchönere wurden 20, 30, 40, 60,000 Piaſter ver⸗ langt. Vergeſſen darf man bei dieſen Summen nicht, daß die Koſtſpieligkeit einer Odaliske weniger in ihrem Ankaufe als in ihrem Unterhalte zu ſuchen iſt. Während der Händler uns noch zum Kauf zu bereden ſuchte und von Gruppe zu Gruppe führte, flüſterte mein Begleiter mir zu:Er hat kürzlich eine ſeltene Schönheit bekommen, aber es ſcheint, daß er ſie nicht zeigen will. Dann ſagte er laut:Huſſein hat neulich ein ſehr ſchö⸗ nes Mädchen an.Paſcha verkauft. Huſſein behauptet, daß er

die herrlichſten Weiber des Morgenlandes habe. Die Augen des Händlers funkelten, und er ſtrich ſeinen Bart.Huſſein iſt der Sohn eines Juden und einer Hündin! rief er zornig; kommt mit mir, Herren, und ich will Euch ein Weib zeigen, neben dem Huſſein's Schönheiten nichts ſind als Kühe. Wir folgten ihm; er führte uns in ein ganz abgeſondertes Gemach, ließ uns allein und kehrte bald darauf mit einer in Jaſchmak und Feredſche gehüllten Frauengeſtalt zurück. Sie ſetzte ſich uns gegenüber auf einen Divan und warf dann langſam Schleier und Mantel ab. Sie trug die Kleidung reicher Türkinnen: ein hellſeidenes, tief ausgeſchnittenes Hemd mit weiten Aermeln, die bis an das Handgelenk reichen, ein dünnes Schleiertuch um den Buſen, eine goldgeſtickte blaue Jacke, um die Hüften den bunten Kuſchak(Shawl), welcher die ſeidenen Schalwars zuſammen⸗ hält(weite, buntfarbige Beinkleider, welche ſich unterhalb der Kniee verengen und feſtgebunden werden, die zierlichen Füß⸗ chen von den reich geſtickten Sammtpantoffeln nur halb verhüllt. Ein kleiner, rother Feß mit blauſeidener Quaſte war von einem Muſſelintuch umwunden, deſſen goldgeſtickte Enden gekreuzt auf die Jacke ſielen; darunter quoll in uüͤppiger Fülle ihr ſchwarzes Haar hervor, deſſen Flechten mit Perlenſchnüren durchzogen waren. Tiefes Schweigen herrſchte wohl eine Minute lang. iſt groß! ſprach unwillkürlich mein Begleiter.

Die ſchöne Tochter des Morgenlandes ſchien uns beachten, ihre Blicke waren zu Boden geſenkt..

Ihr Mund iſt eine Roſe, ihr Hals ein Jasminſtrauch, flüſterte der alte Juſſuf. 1

Bei den ſieben Himmeln Mohammed's und bei den vier

Allah

nicht zu

yͥᷓᷓqä̃̃̃̃ᷓ́;,