Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
85
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Nr. 6.]

Devereux und Mary ſaßen eines Morgens wie gewöhnlich zuſammen; ſie au ſeiner Seite leſend und mit weiblicher Handarbeit beſchäftigt. Sie ſaßen in ſicherer Ruhe, ohne den Sturm zu ahnen, welcher ſich über ihren Häuptern zu entladen drohte. Ein Brief wird Devereux eingehändigt; er kam von New⸗Orleans, und die Handſchrift war ihm unbekannt. Beim Leſen änderte ſich ſeine Farbe. Mary erſchrak, und ihre Furcht verleitete ſie inſtinctmäßig zu der Aunahme, daß irgend ein Unglück ihren Freunden in New⸗ Jerſey zugeſtoßen ſei. Er beruhigte ſie darüber und theilte ihr den Abſendeort des Briefes mit, ohne von ſeinem In⸗ halt zu erwähnen.O Devereux, rief ſie auß,warum verbirgſt Du mir die Wahrheit? Gewiß, ich ſollte Alles ſei es gut oder böſe wiſſen, was Dich betrifft, oder Dir nahe geht. Du kaunſt kein Geheimniß vor mir, vor Deiner Mary, vor Deinem Weibe haben, fügte ſie hinzu, während ſie ihre weiße Hand zärtlich auf ſeinen Arm legte und ihn mit einem ſüß vertrauenden Lächelu anblickte.

Geliebte, nein; ich habe kein Geheimniß vor Dir, ſprach er und hielt ihr den Brief entgegen; doch ehe er ihn in ihre Hand legte, fügte er hinzu:Ich bekenne mich überraſcht, denn ich habe mich bis jetzt in völliger Unkennt⸗ niß über jeden mich ſelbſt betreffenden Umſtand befunden; dieſer Brief erklärt das Geheimniß, welches ich ſchon manchmal zu enträthſeln ſuchte; mancher Frau würde ich Bedenken tragen ihn zu übergeben, aber Dich, mein Leben, will ich nicht durch den Verdacht verletzen, er könne auf Dich einen ſchlimmen Eindruck machen, er könne Deine Gefühle gegen Deinen Gatten ändern.

Er lagte den Brief in ihre Hand, ſtand auf und ver⸗ ließ das Zimmer. Der Brief lautete:

Sie werden es begreiflich finden, daß ich mich mit einigem Widerſtreben an Sie wende; nichts als die verzweifelte Lage meiner Kinder hätte mich vermögen können, mich mit Ihnen in Verbindung zu ſetzen, nichts

Drute Lolge.

mich dazu veranlaſſen können, irgend einen Theil des Vermögens, das ich als mein volles Recht betrachte, ge⸗ ſchenkweiſe von Ihnen anzunehmen. Mein Bruder ver⸗ ſicherte mich immer, daß Sie mit den Umſtänden Ihrer Geburt unbekannt wären, daß Sie nicht im Entfernteſten ahnten, daß ein Negermädchen Ihre Mutter war; ich meines Theils hielt Ihre Bekanntſchaft mit jenem Um⸗ ſtande immer für höchſt wahrſcheinlich, und Ihr jetziger Plan, Ihre Sclaven frei zu geben und außer Laudes zu ſchicken, beſtätigt genugſam, daß Sie ſich bewußt waren, von demſelben Fleiſch und Blut mit jenen zu ſein. Gleichwohl weiß Niemand die Wahrheit, und ich höre, daß Sie eine junge Dame von guter Familie im Nor⸗ den geheirathet haben, und daß Sie beide von der erſten Geſellſchaft Charlestown's beſucht werden. Ich ſelbſt habe die Angelegenheit immer verſchwiegen gehalten, zu V Lebzeiten meines armen Bruders ihm zu Gefallen, und nach ſeinem Tode aus Achtung vor ſeinem Andenken. Jetzt hängt es von Ihnen ab, ob ich die Sache veröffent⸗ liche in welchem Falle Sie und Ihre Frau, wie V

Ihnen einleuchten wird, für immer gebrandmarkt ſind

oder ob ich das Geheimniß auch ferner in meiner

Bruſt begrabe. Ich befinde mich in dem Zuſtande äußerſter Dürftigkeit; mein Manu ſtarb im vorigen Jahre, nachdem er ſein Vermögen und das meinige, und ſelbſt das mir von meinem Bruder hiuterlaſſene Ver⸗ mächtniß verſchwendet hatte. Letzteres freilich war klein genug in Aubetracht ſeines großen Vermögens; doch er fand für gut, Ihnen nicht allein ſeine ausgedehnten eu⸗ ropäiſchen Beſitzthümer, ſondern auch ſein Eigenthum in dieſem Lande zu hinterlaſſen. Ich verlauge nicht viel von Ihnen; eine mäßige, jährlich zahlbare Geldſumme wird für meinen Unterhalt ausreichen, und meine Söhne, welche in Geſchäften unglücklich geweſen, ſiud jetzt, Gott ſei Dank, auf dem Wege beſſer verſorgt zu werden, nur haben ſie gegenwärtig keine Mittel zur Ver⸗

Sclaven und Sclavinnen; unter dunklen Gallerien ſitzen ſchweig⸗ ſam und rauchend die Händler. An Einen derſelben wandte ſich mein Freund und ließ einige Schwarze aus ihren vergitterten Zimmern uns vorführen unter die Colonnade. Alle Arten von Waaren kommen zum Vorſchein: Knaben, Jünglinge, Männer, alte Frauen, größtentheils Neger; auch ein paar Weiße, aber nur

Männer, denn der Jeſſir⸗Bazari enthält nur die zur Arbeit be⸗

ſtimmten Sclaven. Dieſe Beſtimmungzur Arbeit darf man nicht allzu wörtlich nehmen; es iſt im Orient Sitte, daß jeder Diener in den Häuſern der Reichen nur zu gewiſſen Dienſtleiſtun⸗ gen verwandt wird. Der Eine hält die Pfeifen in Brand, der Andere hat den Kaffee zu bringen, ein Dritter bei Ausgängen die Pfeife nachzutragen. Trotz dieſer ſtrengen Sonderung der Aemter, vermöge deren alle Diener faulenzen, wird man ſehr gut bedient. Das Ausſehen dieſer Leute iſt daher keineswegs ein ſehr jammervolles; ſie wiſſen, daß ſie von ihrem künftigen Herrn wenig Arbeit, auskömmliche Koſt und ſchöne Kleidung bekommen werden, alſo Alles, was ſie zu ihrem irdiſchen Wohlergehen brauchen; hin und wieder ein paar Hiebe werden wohl nicht aus⸗ bleiben, aber vollkommen iſt nichts auf Erden und ſeinem Kis⸗ met(Schickſal) kann Niemand entgehen. Die Preiſe dieſer Sclaven ſind ſehr verſchieden und richten ſich nach ihrer Brauch⸗ barkeit, deshalb werden auch ſolche, die ſchon einen oder meh⸗ rere Herren hatten, theurer bezablt, als diejenigen, welche zum

erſten Male auf den Markt kommen. Uebrigens wird jeder Kauf

nach Probe geſchloſſen, d. h. der Sclave muß, ehe das Geld für ihn bezahlt wird, eine Zeit lang bei dem Käufer bleiben, damit dieſer ſich überzeugen könne, ob der neue Diener alle diejenigen

Fähigkeiten, die ihm zugeſchrieben werden, wirklich beſitze. Ihr

Aeußeres wird ſogleich bei Eingehung des Handels einer ſorg⸗ fältigen Muſterung unterworfen, welche auf den Zuſchauer einen widerwärtigen Eindruck macht. Der Kaufluſtige beſichtigt alle Gliedmaßen, öffnet den Mund der Waare, um ſich von der Be⸗ ſchaffenheit der Zähne zu überzeugen, läßt den Schwarzen oder die Schwarze denn ein Geſchlecht hat dieſer Handelsartikel für den Käufer nur inſofern, als die Arbeitskraft dadurch be⸗ dingt wird einige Schritte gehen, ſich bücken, eine Laſt auf⸗ heben und andere Proben ablegen; man wird lebhaft an das Verfahren auf Pferdemärkten erinnert. Aber die Sclaven und Sclavinnen ſelbſt ſcheinen, ſoweit der Zuſchauer es beurtheilen kann, gegen dieſe Behandlung gleichgültig zu ſein. Oder hält ſie nur die Furcht vor Strafe von Aeußerungen ihres Mißbe⸗ hagens ab?

Die Preiſe ſind ſehr verſchieden; ein Neger von erprobter Kraft und Geſchicklichkeit wird wohl mit 4000 und 5000 Piaſter,

auch noch höher bezahlt; ein Sclave, welcher zum erſten Male verkauft wird, iſt etwas billiger. Am niedrigſten im Preiſe ſtehen die alten Weiber; ich ſah eines, welches, wie der Händler ver⸗ ſicherte, zu 500 Piaſter zu haben war. Es war eine alte Aethio⸗ pierin, von abſchreckender Häßlichkeit, abgemagert wie ein Ske⸗ let. Eine zarte Europäerin hätte bei dem bloßen Anblick Nervenzufälle bekommen. Als wir auf ſie hinblickten, fletſchte ſie mit freundlichem Grinſen die noch wohl erhaltenen Zähne; die Arme merkte, daß von ihr die Rede war, und zeigte das Beſte, was ſie hatte, um damit zu ihrem Ankauf zu verführen. Möchte ſie bald einen guten Herrn finden! Dieſer Wunſch war V das Einzige, was ich für ſie thun konnte, denn die Freiheit wäre für ſie ein ſehr unwillkommenes Geſchenk geweſen. Was ſollte