Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
73
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Jahrg.

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wachte er bei dem Eindrucke, welchen das Bekenntniß ſeiner Geburt auf ſie machte. Daß er ein natürliches Kind ſei, wurde von der Welt nicht geargwöhnt, doch er ſelbſt war ſich dieſes Umſtandes bewußt und geſtand es freimüthig dem Weibe, das er liebte. Sie war entſetzt über die Kunde von dem Makel ſeiner Geburt, konnte ſich aber nicht gleich entſchließen, ihn aus ihrem Herzen zu verbannen; ſein Vermögen war dem ihrigen überlegen; der Rang, den er in der Welt einnahm, kant dem ihrigen gleich; doch ſein Rang und ſein Vermögen hatten allen Werth in ihren Augen eingebüßt; er hatte ja nicht einmal ein Recht auf den Namen, den er trug; er das Kind der Schande und konnte eines Tages der Entdeckung und Beſchimpfung ausgeſetzt werden. Liebe und Stolz kämpften lange in ihrer Bruſt, und der Stolz war ſiegreich über die Liebe des Weibes. Sie ſchrieb Devereux einen Brief, worin ſie ihm verſicherte,'nie für einen Andern das fühlen zu können, was ſie für ihn gefühlt habe; doch ſei unter den obwalten⸗ den Umſtänuden eine Verbindung mit ihm für ſie unmög⸗ lich; wahrſcheiulich werde ſie nie heirathen; ſie erörterte noch des Breiteren, was ſie ihrer Familie ſchuldig ſei und welches Opfer ihre Liebe der Pflicht bringen müſſe. Sie drückte warme Wünſche für ſem Glück aus und nahm von ihm Abſchied für immer.

Als Devereux Mary dieſe Umſtände berichtete, röthete ſich ſeine Wange vor Zorn, und der Blitz des Unwillens funkelte aus ſeinem Auge.Und ſolch ein Weib, rief er aus,glaubte ich zu lieben! Einem ſolchen kalten, fühlloſen Geſchöpfe konnte ich Herz und Hand bieten! Dem Himmel ſei Dank, ſie verſchmäht beide! Beim Leſen ihres Briefes wich alle Liebe aus meinem Herzeu; ich fühlte aur Verach⸗ tung und Gleichgültigkeit für ſie, die den Geliebten verlaſ⸗ ſen konnte, weil unverſchuldete Schmach ſich eines Tages an ſeinen Namen helfen könnte. Welche Gewalt kann Liebe über ein Herz haben, wenn ſie es nicht über die eitlen Vorurtheile der Menſchen zu erheben vermag? Wie ver⸗

Folge. 73 ächtlich iſt das Gemüth, welches dein Spotte der herzloſen Welt nicht zu trotzen wagt! Das Benehmen dieſes fühl⸗ loſen Weibes drückte mir den Stachel der bitterſten Ent⸗ täuſchung ins Herz, und doch ſollte ich ihr dankbar ſein, weil ich ihr für mein jetziges Glück verpflichtet bin. Ich war frühzeitig ins Leben getreten, und meine Augen wur⸗ den durch den Glanz der Welt, auf die ſie ſchauten, ge⸗ blendet. Ich ſtürzte mich in den Strudel eitler Vergnügen und glaubte das Leben zu genießen; ich hatte fröhliche Ge⸗ fährten, die meine Geſellſchaft ſuchten, und ich ſchmeichelte mir Freunde zu beſitzen. Die Uubeſtändigkeit derjenigen, welcher ich am meiſten vertraut hatte, raffte mich zu einer Prüfung meiner ſelbſt und meiner Gefährten auf. Ich ſpürte Gedanken in mir, welche ſie nicht verſtehen konnten, und Empfindungen, die ſie nicht zu theilen vermochten. Sie ſuchten meine Geſellſchaft, weil ich zu ihrer Unterhal⸗ tung beitrug; ſie würden mich verlaſſen haben, wenn meine Lage ſich änderte. Von den vielen luſtigen Gefährten, welche meine Tafel füllten, würde nicht Einer mein Freund im Mißgeſchick ſein; nicht Einer würde mich in der Stunde des Trübſals aufſuchen. Dieſer Gedanke verfolgte mich unabläſſig, und beraubte mich jeder Freude an den Ver⸗ gnügungen, welche bisher meine Zeit und meine Gedanken ſo vollſtändig ausgefüllt hatten. Ich beſchloß, Baude der Vertraulichkeit, welche weder durch Geiſtesverwandtſchaft noch durch Liebe befeſtigt waren, zu brechen. Ich ſuchte die Geſellſchaft von Männern gebildeteren Geiſtes und fei⸗ neren Geſchmacks; ich bewunderte ihre Fähigkeiten und er⸗ götzte mich an ihrem Witz; aber ſie geuügten mir für mein Glück nicht; ich konnte auf ihre Ideen eingehen, ihre An⸗ ſichten theilen, aber ſie empfanden nicht mit mir. Sie hatten ihre Familien, ihre Frauen, ihre Kinder; ſie behan⸗ delten mich mit Vertrauen und Achtung, aber ſie hatten keine Liebe für mich. Ich wollte nicht ein einſames, allein⸗ ſtehendes Daſein friſten, in unbefriedigtem Sehnen nach

Gefühlen, welche jetzt mein ganzes Glück ausmachen. Doch

pirung der Bäume betreffe, zum Theil noch den Vorzug ver⸗ iene.

Mit Hülfe eines kleinen Mädchens, das uns ſeine Dienſte anbot, fanden wir das ſogenannteUhland heraus, das Haupt⸗ ſtück des Stenumer Waldes, in welchem die herrlichſten Eichen auf ſumpfiger Wieſe beiſammen ſtehen. Es iſt eine wundervolle Stelle für einen Maler, um Studien zu machen. Viele ſehr alte Bäume von zwanzig Fuß im Umkreiſe ſtehen hier, meiſtens noch im ſchönſten Laubſchmuck und mit unverſehrten Kronen, die einen kerzengerade wie Schildwachen, die anderen ſchief ausge⸗ legt wie der Borgheſiſche Fechter, die meiſten frei und in be⸗ quemen Abſtänden und Raumen nebeneinander geſtellt und mit den Spitzen ihrer weitausgeſtreckten Aeſte ſich berührend. In⸗ deß ſo ſchön und intereſſant dieſe Eichen des Uhland an and für ſich ſind, ſo verhalten ſie ſich doch zu ihren Brüdern in Haßbrook wie einer unſerer jetzigen ehrwürdigen Greiſe zum alten Methu⸗ ſalem. DieſeTauſendjäbrigen von Haßbrook bilden eine ganz aparte Claſſe, und wer ihnen nachjagt, braucht ſich im Uhland ſo wenig aufhalten zu laſſen wie ein Beſucher des großen Werkes von Cheops bei der Gruppe der kleineren Pyramiden in der Nähe. Wie die ganze Umgegend des Veſuvs vulcaniſcher Boden iſt, ſo hat auch Alles um den Haßbrook her einen alterthümlichen Anſtrich. Die Wohnungen, in denen die Bauern hauſen, liegen noch alle ſoweit verſtreut umher, wie Tacitus dies in ſeiner Ger⸗ mania beſchreibt. Auch ſind ſie gewiß noch heutzutage nicht viel anders eingerichtet als dazumal, etwa mit Ausnahme der Fenſter⸗ ſcheiben. Die Gehöfte, an denen wir zwiſchen dem Stenumer und Haßbrooker Walde vorüber kamen und in deren offene Thore und Thüren einzutreten ich nicht ſatt werden konnte,

hatten eben ſo alterthümlich klingende Namen als Einrichtungen. So hieß das eine Hohenbocken, das andere Ohlenbuſch und ein drittes Wupperhorſt. Jeder große Bauernhof hat hier ſo ſeinen eigenen Namenun het nie nich anners heten(und hat nie nicht anders geheißen). Die Bauernfamilien, die darauf wohnen, haben meiſt den Namen ihrer Reſidenz auch als Familiennamen angenommen, und dabei fügen ſie dann gewöhnlich den Local⸗ namen noch einmal hinzu. So kam ich z. B. zu einem Bauer Ohlenbuſch to Ohlenbuſch. Ein anderer hieß Hinrick Wupper⸗ horſt to Wupperhorſt. Da in neuerer Zeit ſo viele Gäſteim Bruche eingekehrt ſind, ſo wiſſen jetzt faſt alle Umwohner die Wege zu dendicken Oecken. Die dicken Eichen ſind im ganzen Walde überall zerſtreut. Viele ſtehen noch recht mitten im Dickicht und werden kaum von Fremden aufgeſucht. Erſt wenige ſind durch Wegräumung des Waldſchutts umher recht zugänglich gemacht. Einige wurzeln mitten auf breiten Waldwegen, wo man ſieausgeſpart hat, und ſie dann herrliche points de vue der Waldalleen abgeben. Bei andern hat man ringsumher eine offne Wieſe geſchaffen, dieſe dann mit einem Erdwall oder, wie man hier ſagt, mit einemHag verſehen und auf der Wieſe für die Bewunderer der Natur Bänke errichtet. So fand ich es namentlich bei demjenigen Baume, welcher hier bel den Wald⸗ leuten par excellencedie große Eiche heißt. Ich maß die Eiche in einem Abſtande von 2 ½ Fuß vom Boden und über⸗ zeugte mich, daß die Angabe meiner Leute, ſie habe 32 Fuß im Umfange, ganz richtig ſei. Dicht unter der Stelle, wo ich maß, ſchwoll ſie aber mit den hier breit auseinandergehenden Wurzel⸗ knorren noch gewaltiger an und die ganze Holzmaſſe wäre wohl dicht am Boden noch zwei oder drei Klafter dicker befunden wor⸗