Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
71
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1845 einen doßen Ver⸗

Nr. 5.]

ren werde. Mary wagte keine Einwendungen gegen ihre Rückkehr in Begleitung ihres Oheims zu machen, doch ſchied ſie mit tiefſtem Bedauern von Devereux, zumal da Dr. Temple, dem ſie ihn vorgeſtellt hatte, dieſem keine Ein⸗ ladung, ihnen nach Morristown zu folgen, gab. Deve⸗ reux, welcher die folgſame Sauftmuth ihres Gemüthes kannte, hatte tauſend Befürchtungen; ihm bangte vor dem Einfluſſe ihrer Freunde, ihrer Gewohnheit ſich den Wün⸗ ſchen derſelben zu unterwerfen und ihrer Neigung für William; die Kürze ihrer Bekanntſchaft beunruhigte ihn. Mary ſprach ihrem Geliebten Muth ein; ſie gelobte ihm häufig zu ſchreiben; ſie fühlte ſich durch ſeine Zweifel an ihrer Beſtändigkeit bekümmert und machte ihm über ſeinen Mangel an Vertrauen zu ihrer Treue zarte Vorwürfe. Er lauſchte ihren Worten, und jeder Zweifel ſchwand aus ſeiner Seele.

Mary kam auf dem Lorbeerhügel an und wurde von ihrer Tante mit gewohnter Zärtlichkeit aufgenommen. Keine Frau ſchiebt eine Erklärung, die ihr von Wichtigkeit iſt, lauge hinaus; Frau Temple zog ihre Nichte bald bei Seite, um tauſend Fragen an ſie zu richten, und ſtets be⸗ müht, ſie von der großen Ungehörigkeit, irgend einen An⸗ dern als ihren Vetter William zu lieben, zu überzeugen. Ihre Beredſamkeit war fruchtlos; Mary hörte ihr mit pflichtmäßiger Unterwürfigkeit zu, war aber nicht minder davon überzeugt, daß ſie niemals ein andres menſchliches Weſen ſo würde lieben können, wie ſie Devereux Ham⸗ mond liebe, und oft, wenn ſie, ihre volle Empfindung ſeiner Verdienſte zu ſchildern, nicht hinreichend ſtarke Worte finden konnte, ergriff ſie die Hand ihrer Tante mit dem Ausruf:O meine theure Tante, wenn Du ihn nur kennteſt!

Manchmal kam ihr der Gedanke, an ihren Vetter zu ſchreiben, wohl wiſſend, er werde als Freund und Bruder an ihr handeln, aber Liebe, ſprüchwörtlich ſelbſtſüchtig wie ſie ſonſt iſt, hatte ſie nicht gleichgültig gegen die Betrüb⸗

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niß Anderer gemacht, und von Tage zu Tage verſchob ſie es ihn von etwas zu benachrichtigen, das ihn beküm⸗ mern mußte. Ihr Briefwechſel mit Devereux war ihr alleiniger Troſt.

Frau Temple bemerkte die Veränderung, welche die Sorge auf Mary hervorbrachte; ſie beobachtete ihre bleiche Wange und wußte, daß ihr holdes Lächeln nicht von dem Frohſinn ihres Herzens herrühre; ſie machte ſich Vorwürfe wegen ihrer Grauſamkeit gegen ihre ſanfte Nichte und ging mit ihrem Gatten zu Rathe, ob ſie ihren Einfluß nicht zu weit ausgedehnt hätten, indem ſie Mary von einer Perſon trennten, für die ſie eine ſo ſtarke Anhänglichkeit bewieſe. Dr. Temple hatte Mary's Niedergeſchlagenheit nicht früher bemerkt, als bis er darauf aufmerkſam gemacht wurde, dann aber pflichtete er ſeiner Gattin völlig bei, daß ſie kein Recht hätten, Mary zu verhindern, ihre Hand einem Manne zu geben, den ſie liebe, deſſen Charakter vor der Welt tadellos ſei, und deſſen Benehmen, ſo weit es Mary betreffe, die uneigennützigſte Liebe bewieſen habe. Frau Temple verküudigte Mary die Aenderung ihres Entſchluſ⸗ ſes, und gab ihre Devereux mitzutheilende Einwilligung, daß er als erklärter Liehaber ihrer Nichte kommen könne. Maxry's Freude und Dankbarkeit kannte keine Grenzen; ihre Thräuen und Liebkoſungen ſprachen die Gefühle ihres Herzens aus. Sie ſchrieb Devereux, und ihre Gedanken verwirrten ſich vor dem Uebermaße ihres Glücks; ihr Lieb⸗ haber erkannte die Wichtigkeit des Briefes und wußte wohl, warum ihre Hand gezittert und ihr Herz geſchlagen hatte, als ſie jene Zeilen niederſchrieb, welche ihn in ihre Nähe riefen.

Devereux kam, und Mary hatte richtig geurtheilt, daß ihre Freunde, einmal mit ihm bekannt geworden, ihre Wahl billigen würden. Selbſt die Mutterliebe verhinderte Frau Temple nicht, ſeine Ueberlegenheit über die andre

Zuſtände damals dort nichts veröffentlicht werden durfte einen Spiegel vorzuhalten. Jetzt hat ſie ſich große Verdienſte um die weiblichen Erziehungsanſtalten im Piemonteſiſchen er⸗ worben und außer andern trefflichen, von Patriotismus durch⸗ glühten Schriften auch ein größeres Werk über weibliche Erzie⸗ hung herausgegeben.

Chriſtiana, Fürſtin Vulgiopolo, geborene Markgräfin Tiorgio half in ihrer ZeitſchriftArſanio von Paris aus die italieniſche Revolution vorbereiten und errichtete ſelbſt in Neapel 1848 eine Freiſchaar. Ihre literariſchen Verdienſte er⸗ freuen ſich in Italien der allgemeinſten Anerkennung.

Frau Laura Beatrice Oliva Marcini wird für die erſte jetzt lebende Dichterin Italiens gehalten. Außer ihren größeren und kleineren Dichtungen iſt namentlich ihr TrauerſpielInes be⸗ kannt und hat hauptſächlich ihren Ruf begründet. Sie lebt in Neapel, und auch als Gattin und Mutter von zehn Kindern iſt ſie noch als Schriftſtellerin äußerſt thätig.

T rhereſe, Marcheſin Doria, geb. Marcheſin Durazzo ſtiftete in Genua mit ihrer Freundin Ribitto eine Erziehungs⸗ anſtalt für junge Mädchen. Sie hatten um ihres freiſinnigen Patriotismus willen mit der ariſtokratiſchen und clerikalen Part ei viele Kämpfe zu beſtehen, ermüdeten aber darum nicht in ihrer ſegensreichen Thätigkeit.

Frau Savia Roſſi in Turin iſt ebenfalls eine ausgezeich⸗ nete Dichterin, betheiligte ſich aber auch mit wiſſenſchaftlichen Aufſätzen an vielen bedeutenden Zeitſchriften und literariſchen Unternehmungen. Ihre Kinder erzog ſie zu ausgezeichneten Patrioten; leider hatte'ſie das Unglück, einen ihrer Söhne als

Officier vor Ancona und einen zweiten Sohn, gleichfalls Officier, vor Gaeta zu verlieren.

Frau Ternocci hat ſich durch pädagogiſche Schriften aus⸗ gezeichnet.

Fräulein Milli aus dem liche Improviſatorin.

Fräulein Thereſa Colonna in Palermo ſtarb 1848 als an⸗ erkannte Dichterin. Sie war eine Nichte des Patrioten Rug⸗ giero Settimo. Als Malerinnen zeichneten ſich namentlich aus: Frau Thereſa Gräfin Piolacentora in Turin und Friderica Giuliani in Mailand.

Damit iſt die Reihe verdienter italieniſcher Frauen der Gegenwart noch nicht geſchloſſen, wir beſchränken uns heute nur auf dieſe und gedenken ſpäter das Verzeichniß noch zu ver⸗ vollſtändigen und zugleich noch nähere Notizen beizufügen. 3

Neapolitaniſchengiſt eine vortreff⸗

Ruſſiſche Runſtſchätze.

Während alle Länder Europa's, welche für Kunſt und Kunſtgeſchichte von Wichtigkeit ſind, nach und nach von Kennern und Liebhabern gründlich durchforſcht ſind, liegt über den Kunſt⸗ ſchätzen Rußlands noch ein dichtes Dunkel. Freilich ſind die⸗ ſelben die entlegenſten und nur ſchwer zugänglich, und die bedeu⸗ tende Entfernung, die Schwierigkeiten des Fortkommens, die Rauhheit des Klima's ſchrecken ſelbſt die begierigſten Forſcher von einer Reiſe nach dem Czarenreiche ab, ſo daß der Reichthum,

an den werthvollſten Gebilden der Kunſt, durch welchen nament⸗ lich Petersburg und Moskau ſich auszeichnen, für das übrige