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Jahrg. Nr. 5.]
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ger, dieſem Anſuchen zu willfahren, ſeit ſie devereux Ham⸗ mond kennen gelernt hatte, einen Fremden und Engländer, welcher den Winter in New⸗York zubrachte. War Deve⸗ reux ergriffen von Mary's Anmuth, Sanftmuth und Schönheit, ſo bewunderte ſie nicht minder ſeine hohe, ge⸗ bietende Geſtalt, ſein freies, ausdrucksvolles Geſicht und die ſüße Biegſamkeit ſeiner volltöuenden Stimme. Beide
ſchienen von der Natur ſelbſt fär einander beſtimmt, ſogar
durch den Unterſchied, den ſie zwiſchen ihnen geſchaffen— ein Unterſchied, der ebenſo in ihrem Charakter wie in dem Style ihrer Schönheit hervortrat. Seine klare, brünette
Geſichtsfarbe hob ſich prächtig von der ſeltnen Zartheit
der ihrigen ab; ſeine Züge waren regelmäßig; der Stolz der Männlichkeit ruhte auf ſeiner feingeſchnittenen Stirn, welche ſchon in früher Jugeud durch Nachdenken leicht ge⸗ faltet war; ſeine Augen waren ſchön, ihre Farbe der dun⸗ kelſte Schatten von Braun, und ihr gewöhnlicher Ausdguck ſanft, offen und edel; aber ihr Aufblitz, wenn ſein Zorn oder Unwille rege wurde, verrieth die Heftigkeit ſeiner Leidenſchaften ſowie eine tiefe Empfindung für alles Gute und Schlimme im Leben. Sein Lächeln war bezaubernd, Vertrauen erweckend für das Alter und Liebe gewinnend bei der Jugend. Keiner vermochte dem Einfluſſe der warmen, edlen Gefühle, deren innere Gluthen es ſo offen darlegte, zu widerſtehen; dem Greiſe rief es die brennenden Hoff⸗ nungen ſeiner Jugend zurück; es erweckte in dem Jüng⸗ linge das Bewußtſein, daß die höchſte Befriedigung menſch⸗ licher Natur einem gebildeten Geiſte und einem wohl⸗ wollenden Herzen zu Theil werde; er gewann inſtinct⸗ mäßig die Liebe der Kinder; braucht der Einfluß jenes Lächelns auf das Frauenherz angeführt zu werden? Mary liebte, während ſie dem Geliebten nur den Tribut der Be⸗ wunderung, welchen keiner verſagen konnte, darzubringen glaubte. Sie liebte, noch ehe ſie wußte, daß ſie ſelbſt der auserwählte Gegenſtand ſeiner Neigung war; als ſeine Aufmerkſamkeit für ſie augenſcheinlicher zu werden begann,
Dritte
Solge.
fürchtete ſie den in ihrem Buſen keimenden Hoffnungen zu vertrauen;„nein, nein! es iſt unmöglich!“ wiederholte ſie ſich oft;„er kann nicht an mich denken!“ Aber die Briefe an ihre Tante wurden von Tage zu Tage zurückhalten⸗ der, und der Gedanke an die Rückkehr war ihr peinlich. Devereux's hitzige Natur war nicht überlegt genug, langen Zweifel zu ertragen; er hatte nie ein ſo ſchönes Weib ge⸗ ſehen; er beobachtete ihren Charakter und glaubte in ihm die Vollendung weiblicher Trefflichkeit gefunden zu haben. Ihre Sanftmuth hatte einen Zauber, dem er keinen Wider⸗ ſtand entgegen zu ſetzen vermochte; ihre Einfachheit, Be⸗ ſcheidenheit und Unkenntniß der Welt waren Anziehungs⸗ punkte in ſeinen Augen; ſie war ihm wie eine liebliche Blume, deren Entfaltung förpern zu helfen er ſich entzückend dachte. Mit Begeiſterung nahm er die Leichtigkeit wahr, mit der ſie ſich die Anſchauungen ihrer Umgebung anzueignen und fremdem Geſchmacke den ihrigen anzupaſſen verſtand. Solch eine Frau würde auf ſeine Lebensan⸗ ſchauungen eingehen, würde ihm Freundin und Gefährtin ſo gut wie Gattin und Gebieterin ſein. Sein Vermö⸗ gen war groß und ſeine Lage unabhängig, doch wollte er kein Opfer von dem Weibe ſeiner Liebe fordern; ihre Freunde ſollten ſeine Freunde, und ihre Heimath ſeine Hei⸗ math ſein.
Mit dieſen Gefühlen ſchwärmeriſcher Ergebenheit machte Devereux Mary mit den Empfindungen ſeiner Liebe bekannt; er ſprach und fühlte ſo, als hänge ſein Leben von der Annahme des Antrags ab, und er zitterte vor der Antwort, welche er von dem ſchüchternen Mädchen vor ihm empfangen ſollte. Dieſe Antwort enthielt Alles, was er wünſchen konnte. Mary geſtand ihm, welchen Platz er in ihrem Herzen inne gehabt, und gelobte ſein Weib zu wer⸗ den. Ihr kam, in dieſem Augenblicke erregter Freude, kein Gedanke an ihren Vetter oder ſelbſt an die Wünſche ihrer Tante; Liebe allein erfüllte ihren Buſen, Liebe, Alles verſchlingende Liebe beſchäftigte ihre Gedanken. Als aber
Worte dieſe außerordentliche Bewegung hervorgerufen hatten. „Vielleicht wird Ihnen beſſer, wenn Sie einen Schluck zu ſich nehmen,“ fügte er hinzu, indem er ſich zu ihm hinüberneigte und ihm eine kleine Flaſche bot.
„Hebe Dich von mir, Satan!“ rief der Bedrängte, wo⸗ rauf er in ein leidenſchaftliches Gebet ausbrach, in welchem er alle erdenklichen Arten von Strafen auf Jene herabrief, die ab⸗
ſichtlich blind wären und die auserleſenen Propheten Gottes
nicht anerkennen wollten.
Glücklicher Weiſe waren keine Damen zugegen, ſonſt hätte es zu einem Auftritte kommen können. Trotzdem war die Auf⸗ regung ziemlich bedeutend, denn die ganze Sache gab großes Aergerniß, weil heilige Dinge dadurch in das Lächerliche gezogen wurden. Der allgemeine Ruf:„Hört ihn aus!“ machte ſich Er erhob ſich endlich und begann zu ſprechen, und ich erhielt dadurch zum erſten Male Gelegenheit, ſein Geſicht deut⸗ lich zu ſehen. Allein vergebens ſuchte ich in ſeinen Augen jenes Feuer, welches ein Merkmal des Fanatismus iſt, oder jenen
raſchen, nervöſen Wechſel des Ausdruckes, der ſo häufig den
enthuſiaſtiſchen Zeloten verräth. Seine Geſtalt war kräftig, das breite Geſicht trug das Gepräge der Dummheit, während aus den matten, ſich ſtets gleichbleibenden Augen weit mehr Schlauheit als Begeiſterung ſprach. Er glich weit mehr einem Speculanten, als einem Menſchen, der einen theuren Glauben auslegt und vertheidigt, kurz er hatte vollkommen das Ausſehen eines überlegten Schwindlers. 1
Der Prieſter nannte ſich Hyde, und es ging aus ſeinem ganzen Benehmen hervor, daß er ſich des größten Vertrauens
des berühmten Mormonenprieſters Smith erfreute. Er war in
jenem Augenblick auf einer großen Bekehrungsreiſe begriffen, die mit dem Staate Illinois begonnen hatte. Wie er uns erzählte, hatte er ſich, als er in ſeiner heiligen Miſſion die weiten Prairien jenes Staates durchwanderte, eines Abends mit von Blut durch⸗ näßten Strümpfen und gänzlich erſchöpftem Körper in das Gras gelagert; in dieſem Zuſtande hatte ſich ihm der Himmel geöffnet, und er ſah— aber ich will ihm nicht auf verbotenes Terrain folgen; es genüge zu ſagen, daß Alles, was Stephanus ſah, nichts war gegen die Offenbarungen, deren ſich Mr. Hyde zu erfreuen gehabt. Seine Miſſion war dadurch beſtätigt worden, und er fühlte den Beruf in ſich, herauszugehen und die ganze Erde zu bekehren; ſeit dieſer Zeit hatte er ſich denn auch mit dieſer ſchweren Aufgabe beſchäftigt. Auf die Frage, wie ihm dies bisher gelun⸗ gen ſei, entgegnete er, daß er ſich zwar in einigen der weſtlichen Theile von Canada eines bedeutenden Erfolges zu erfreuen ge⸗ habt hätte, daß aber die Liebe zu dieſer Welt in der jetzigen Generation zu mächtig ſei, um ſie für die Wahrheit empfänglich zu machen.
Ein Theil der Mormonenreligion beſteht in der Aſſociation und Gemeinſchaft der Güter, indem jeder Neubekehrte verpflich⸗ ttet iſt, ſein ganzes Hab und Gut zu verkaufen und mit dem Er⸗
lös nach dem neuen Jeruſalem überzuſiedeln, wo er dann ohne jenen Vorbehalt, welcher eine ſo furchtbare Rache über Ananias und Sapphira beſchwor, vertheilt wird. Dies war der ſchwache Punkt, an welchem die Mehrzahl der Convertiten des würdigen Mermonenprieſters geſcheitert waren, denn ihr Enthuſiasmus
ſchien täglich zu wachſen bis zu dem Augenblicke, wo ihnen der Vorſchlag gemacht wurde, ihr ganzes Beſitzthum zum Beſten des gemeinſamen Fonds zu verkaufen, wo ſie dann plötzlich eben


