Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
55
Einzelbild herunterladen

dahrg.

geſchiſſ zu einer ländern mehrere tin das eutſchen ten uns t Spiel ſk, der unſenm d ganz Goſcrei end, dih atmäßig,

nun dicht gen wohl einander hrle dald

Anhäng⸗ auch gar rſchen zu de er ſich en, indem ggeſperrt, ntkam er en Leute, reizulaſ r unſern bei der ts dazu ves bald ngen für abei aber demarſche, in langge⸗ vor, um Sträuchern Sammeln. einbringen nd hell ge⸗ et ſie dann ifen. Die noch wich⸗ Wenlb ſie easberg aml wildwach⸗ uft, um ſie aufen. J

ine wenis⸗ Gebietes Orte von

den wir Jäger in Zügen oder Colonnen nach der Mitte im Trabe, nach franzöſiſcher Manier das Gewehr in der rech⸗ ten Hand en balance tragend, machten; bei dieſem ohne⸗ hin etwas beſchwerlichen Kunſtſtücke lief er gewöhnlich dicht am rechten Flügel der Colonne her und oft den dort befind⸗ lichen Officieren gerade unter die Beine.

In England ſcheinen die Patronen, die bei Manövers in das Blaue verknallt werden, noch viel weniger Werth zu haben als in unſern deutſchen Armeen, denn nichts konnte das militäriſche Auge unſerer engliſchen Vorgeſetz⸗ ten ſo ſehr entzücken als ein Pulverqualm, der uns die Thränen in die Augen trieb, und wir feuerten, in Linien aufgeſtellt, oft eine Viertelſtunde lang ohne Unterbrechung auf den gedachten Feind, der mindeſtens Koller von Elens⸗ leder gehabt haben müßte, um dieſer Mörderei Stand zu halten, oder blutwenig Courage, um nicht, durch die un⸗ durchdringlichen Dampfwolken begünſtigt, urplötzlich mit dem blanken Bajonnet dicht vor uns zu ſtehn. Hans war eil geborner Soldat, denn nie ſchien er ſich wohler zu füh⸗ len, als wenn es ſo nervenerſchütternd um ihn herum knallte; dann nur ſah man ihn zuweilen leichtfertige Ca⸗ priolen machen oder unſern Leuten, als ob ſie ſeine Feinde wären, mit den Hörnern in den Rücken fallen.

Einmal hatten wir eine Parade vor dem Oberbefehls⸗ haber der Armee, dem Herzog von Cambridge, und der Bock fehlte auch dieſes Mal nicht. Wir ſtanden zur Pa⸗ radeaufſtellung in Colonnen nach der Mitte nebeneinander, und mich trennten von dem andern Chef der Tétecompag⸗ nien nur drei Unterofficiere, welche die Fahnen vorſtellten, obgleich wir Jäger ſolche nicht führten. Eine Unzahl von Zuſchauern, unter denen die ſchöne Welt ſtark vertreten war, hatte ſich uns gerade gegenüber zu Wagen, zu Pferde und zu Fuß aufgeſtellt; die Trommeln der Infanterie wirbelten und unſere Hörner ſchmetterten, das Gewehr wurde präſentirt, und der Herzog mit ſeinem glänzenden Stabe ritt langſam vom rechten Flügel heran. Vorauf

Dritte

Folge.

ritt nachldortiger Sitte der Adjutant der Brigade, der ſo⸗ genannte Brigade⸗Major, mit großem Federhute und ge⸗ zegenem Säbel; der Moment war einigermaßen feierlich, und reglementsmäßig rührte ſich kein Glied, kein Auge im Kopfe.

Da plötzlich ſchießt mein guter Camerad, der vorer⸗ wähnte Compagniechef, ein kleiner, zierlicher Mann, der äußerſt dienſtſtreng war, vier oder fünf Schritte vor die Front hinaus, dem Brigade⸗Major gerade in den Weg, ſieht ſich blaß und eutſetzt um, unſere Blicke folgen na⸗ türlich allem Reglement zum Trotz dieſer auch ganz regle⸗ mentswidrigen Bewegung, und ſiehe da! am Flügel der Compagnie, die im Augenblicke vacant geworden, ſteht Hans felſenfeſt, blickt verwundert auf den kommenden Her⸗ zog und ſeine Suite und ſcheint ganz befriedigt, ſich durch ſeinen Bocksſtoß einen ſo guten Platz erworben zu haben. Alles lachte in ſich hinein, der vertriebene Officier hätte die Beſtie todtſtechen mögen, mußte aber zufrieden ſein, als ſie bei ſeiner haſtigen Rückkehr in das Glied nur einen halben Schritt zurückwich, und das geſchah gerade noch ſchnell genug, daß der Herzog den Vorfall nicht bemerken mußte, weun er nicht wollte. Auch an dieſem Tage nahm der Bock wieder am Parademarſche Theil, und die eng⸗ liſchen Herren wackelten vor Lachen auf ihren Pferden.

So edel unſeres Helden Charakter auch ſein mochte, hatte er doch einen böſen Zug, nämlich ein unauslöſch⸗ liches Rachegefühl; wer Hans einmal durch einen Schlag beleidigt hatte, konnte ſicher darauf rechnen, daß dieſer von ihm nie vergeſſen wurde und daß die Strafe früher oder ſpäter folgte. Gewöhnlich ſenkte er in ſolchem Falle zuerſt den Kopf, legte die Ohren zurück und nahm mit funkeln⸗ den Augen einen kurzen Anlauf, um dem Stoße ſeiner Hörner, der übrigens nicht gefährlich war, da dieſe mit den Spitzen rückwärts gebogen waren, mehr Kraft zu geben; oft mußte er aber ſein Angriffsverfahren aufgeben, weun mehrere Perſonen beiſammen waren und ſich ihm

wurden in Linz im Jahre 1859 für 15 bis 16,000 Thlr. Heidel⸗ beeren aufgekauft und das Pfund dabei mit nur 7 bis 8 Pfennigen bezahlt. Sie wurden theils zu Heidelbeerſaft, ſogenannter

Heidelbeer⸗Couleur ausgepreßt, der bei der Fabrikation der

künſtlichen Rothweine eine große Rolle ſpielt, theils in Körben von je 20 Pfund nach London verſendet.

In demſelben Grade, wie die Obſtbäume in den nördlicheren Ländern verſchwinden, gewinnen die, Beeren für die Bewohnerſchaft größere Bedeutung.

Zu den ſchönſten Baumfrüchten gehören unſtreitig die Orangen und ihre Verwandten. Obſchon bei uns allgemein Italien alsdas Land, wo die Citronen blühen, im dunkeln Laub die Goldorangen glühen, geprieſen wird, ſo ſcheinen jene Fruchtbäume doch ur⸗ ſprünglich im ſüdöſtlichen Aſien einheimiſch geweſen zu ſein. Für die Citronen iſt im Sanskrit ein Name(Bidſchapura) vorhan⸗ den, auch für die ſauern Limonen(Nimbuka) und die Pomeranze (Nagrunga). Letztere wurde von den Arabern ſeit dem 9. Jahr⸗ hundert gebaut und obſchon die griechiſche Sage die Hesperiden⸗ Aepfel durch Herakles vom Atlas erbeuten läßt, ſind dieſelben doch wahrſcheinlicher von Oſten her eingewandert. Die Pomeranze ward im Jahre 1002 nach Sicilien gebracht, und die Kreuzzüge trugen viel zur Verbreitung der geſchätzten Früchte im ſüdweſtlichen Europa bei. Die ſüße Orange iſt bei uns noch unter dem Namen Apfelſine, d. h. Apfel von China bekannt und deutet auf ihre ferne Heimath. Sie ſoll im ſüdlichen China und Cochinchina urſprüng⸗ lich wild gewachſen ſein. Im Beginn des 16. Jahrhunderts ward ſie bereits in Italien gebaut.

Der Bau der genanntenSüdfrüchte iſt für die europäiſchen Länder am Mittelmeer von der größten Bedeutung. In Süd⸗

ſpanien z. B. pflanzt man Orangen auf den Getreidefeldern an und beutet den Boden dadurch auf doppelte Weiſe aus. Sechzehn⸗

jährige Büſche geben in guten Jahren bis 2000 Früchte und ſchon

ſolche von 10 Jahren bringen durchſchnittlich bis 500 Stück. Als Beiſpiel, welche Bedeutung dieſe Früchte des Mittelmeergebietes

für das übrige Europa und für den Handel haben, führen wir nur

an, daß nach den ſtatiſtiſchen Tabellen allein in London jährlich circa 100 Millionen Orangen verkauft werden. 8.

Aus der Gegenwart. Caſtelli über den humoriſtiſchen Saphir.

Wer hätte nicht Saphir's Schriften zum Theil wenigſtens geleſen und ſich an ſeinen Scherzen und Witzen erfreut! Um ſo weniger richtige Darſtellungen ſind aber über ſeine Perſon ver⸗ breitet, und doch hatte dieſelbe etwas dämoniſch Intereſſantes. Caſtelli erwirbt ſich in ſeinen Memoiren das Verdienſt, ein Por⸗ trait von dem Wiener Satiriker zu entwerfen, von deſſen Ge⸗ ſicht Hieronymus Truhn einmal behauptete,es ſei unmöglich!

Saphir, ſagt Caſtelli, iſt erſt vor einem Jahre geſtorben, und ganz Wien kannte ihn, und doch kannte ihn Niemand ſo ge⸗ nau als ich. Ich kannte ihn 30 Jahre und kann ſagen, ich habe ihn ſtudirt. Ich konnte dies auch, denn verſchloſſen und zurück⸗ haltend war er überhaupt nicht, gegen mich aber am allerwenig⸗ ſten, denn ich habe mich nie geſcheut, ihm die Wahrheit und zwar manchmal recht derb in's Geſicht zu ſagen.

Saphir war ein häßlicher Mann, das wird Niemand