Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
43
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Jahrg

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fähr acht Tage nach der Verhaftung der Richter wurde

wohl noch nie beſtraft worden.

Nr. 3.]

Begriffe, dem Könige zu Füßen zu fallen, um ihm zu danken, doch Friedrich der Große, der ſolche Scenen nicht liebte, kehrte ihm den Rücken und verließ das Cabinet.

Albert wanderte jetzt nach Schleſien zurück, um die Geliebte aufzuſuchen, deren Aufenthaltsort er in ihrer früherer Heimath zu ermitteln hoffte. Die Bauern in ſeinem Heimathsdorfe erſtaunten, als ſie den verſchollenen Geächteten ſo plötzlich in ihre Mitte zurückkehren ſahen, und der königliche Commiſſair, der noch immer dort weilte, mußte ſein ganzes Anſehen aufbieten, um den jungen Mann, der bei dem Brande von einigen Bauern bemerkt worden und deßhalb ſofort in den Verdacht der Brand⸗ ſtiftung und des Mordes gekommen war, vor ihren Angrif⸗ fen zu ſchützen.

Wohin Marie ſich gewandt habe, konnte er nicht er⸗ fahren, nur die Vermuthung hörte er ausſprechen, daß ſie wahrſcheinlich nach Breslau gegangen ſei, wo ein entfern⸗ ter Verwandter ihrer Mutter wohne.

Ohne länger im Dorfe zu weilen, ſchlug er, nach einem kurzen Abſchiede von den Gräbern ſeiner Eltern und des Bruders, den Weg nach Breslau ein, feſt entſchloſſen, die Spur der Geliebten zu verfolgen, bis er ſie gefunden habe, ſollte er darum auch ganz Schleſien durchwandern müſſen. Er kam in Breslau in demſelben Augeublicke an, als an der entgegengeſetzten Seite der königliche Courier in die Stadt ſprengte. Von der weiten Wanderung ermüdet, war er in der erſten Weinſchenke eingekehrt, wo er, wie der geneigte Leſer bereits geſehen hat, unverhofft die fand, welche zu ſuchen er ausgegangen war.

Nur wenig bleibt uns zu erzählen noch übrig.

Unge⸗

auf Befehl des Königs der Name des ermordeten Grafen an den Pranger geheftet und ſein Wappenſchild durch Hen⸗ kershand zerbrochen. Zahlreiche Verhaftungen fanden im Stillen noch ſtatt, und ſtreng, ohne Gnade, ſprach der König ſpäter über die Schuldigen das Urtheil. Albert

Dritte Folge.

weilte in Breslau nur kurze Zeit, er ſehnte ſich nach einem eignen häuslichen Heerde, und nachdem er mit dem aus der Landescaſſe erhaltenen Gelde ein Gut in Brandenburg an⸗ gekauft hatte, führte er ohne Zögern die ſchöne Förſters⸗ tochter, auf deren Wangen die Roſen wiedergekehrt waren, als ſein liebes Weib heim.

Ein halbes Jahrhundert zog ruhig an dem glücklichen Paare vorüber und wenn auch mitunter einmal eine leichte Wolke den heiteren Horizont ihres ehelichen Lebens trübte, ſo mußte ſie doch bald wieder dem Frieden weichen, der auf Liebe und Eintracht gegründet war.

Am Schluſſe jenes halben Jahrhunderts hatte Fried⸗ rich der Einzige ſchon längſt ſeine glänzende, ruhmreiche Laufbahn vollendet, Preußen ſchwere Tage der Prüfung und Demüthigung geſehen, aber auch die Kette der Knecht⸗ ſchaft mit kühner Todesverachtung wieder abgeſchüttelt, und an demſelben Tage, als unſer jetzt hochbetagtes Paar im Kreiſe ſeiner Kinder und Enkel das Feſt der goldenen Hochzeit feierte, kehrten, juſt wie damals nach dem ſieben⸗ jährigen Kriege Albert und deſſen Bruder, zwei Brüder, tapfere, ruhmbedeckte Soldaten, aus dem Lande des be⸗ ſiegten Unterdrückers ins Elteruhaus heim.

Und als ſie in den Armen des greiſen Großvaters lagen, der heute ein ſeltenes Doppelfeſt feierte, rief dieſer mit leuchtenden Augen:

Sieh, großer Friedrich, ſo habe ich Dir mein Wort gehalten! Ich pflanzte in die Herzen meiner Nachkommen den Keim jener Alles opfernden, Alles beſiegenden Unter⸗ thanenliebe, die Preußen ſo groß gemacht hat und, der ſchönſte Edelſtein in ſeiner Krone, nie ſein Banner ſinken laſſen wird!

in Saint Michel in den Holzkäfig. In den erſten Jahren ſei⸗ ner Gefangenſchaft vertrieb ſich der Zeitungsſchreiber die Zeit da⸗ mit, daß er mit einem Nagel unzählige Bilder in die Wände des Käfigs einſchnitt. Aber nach und nach machten Kälte und Näſſe den Unglücklichen am ganzen Körper contract, ſo daß er ſchließ⸗ lich kein Glied pihren konnte. Dabei behielt er doch das Gefübl in allen Gliedmeßen. Er ſtarb den ſchrecklichſten Tod, den man ſich denken kann. Die Ratten krochen aus den Höhlungen des Kerkers hervor und nagten an ſeinen angefaulten Füßen, ohne daß er im Stande geweſen wäre, irgend eine Bewegung zu ma⸗ chen, um ſich der Angreifer zu erwehren.

Entſetzlicher ſind ein paar unverſchämte Zeitungsartikel Dubourg's jahrelanges Sterben iſt einer der frappanteſten Belege dafür, wie gefährlich es ſei,

einen Despoten zu beleidigen.

In demſelben Käfig mußte ein armer Reimer einige Spott⸗ V worte, die er auf Frau Pompadour gemacht, theuer büßen. Doch ließ der königliche Liebhaber der Courtiſane diesmal bald Guade V für Recht ergehen, und die Thore von Saint Michel öffneten ſich dem Gewitzigten wieder in kurzer Zeit. Das Parlamentsmitglied Sabatier, ein Abbé, wurde nach Saint Michel gebrocht, weil er die Mißbräuche der Verwaltung allzu energiſch bekämpft hatte.

Ddie Revolution von 1789 ſprengte die Kerkerthüren auch in b dieſer zweiten Baſtille. Die Unglücklichen, die noch am Leben waren, krochen mit verkrümmtem Rückgrat, mit eingeſunkener Bruſt und erloſchenem Auge an das entwöhnte Licht der Sonne. Aber die Mehrzahl war in den unterirdiſchen Höhlen, wo ſich ſchließlich Niemand um ſie gekümmert, zu Grunde gegangen.!

Man ſchaffte Hunderte halbverfaulter Leichname aus den mit

menſchlichen Gebeinen bedeckten Schauerverließen an's Tages⸗ licht.

Entſetzlicher Gedanke es hatte in Saint Michel Gefan⸗ gene gegeben, die, wenn ſiee ſich niederſetzen oder ſchlafen legen wollten, ohne den feuchten Boden zu berühren, die Gebeine ihrer in demſelben Kerker verkommenen Vormänner ſammeln und zu Tabourets oder einer Art Polſter zuſammmenſchichten mußten!

Napoleon I. aber benutzte St. Michel wieder als Gefängniß und Ludwig XVIII. trat in die Fußſtapfen des Kaiſers und ſchickte die Staatsgefangenen nach dem einſamen Meeresfelſen.

Noch immer fielen Grauſamkeiten in dieſen Räumen vor.

Lecarpentier, das Conventsmitglied, welches 1793 Granville ſo tapfer gegen die Vendeer vertheidigt hatte, ſchmachtete neun Jahre in Saint Michel.

Lecarpentier war als Königsmörder durch die Reſtauration exilirt worden und hatte ſich nach Jerſey zurückgezogen. Aber das Vaterland, von dem er nur durch einen Meeresarm getrennt war, und das er ſo liebte, führte eine zu beredte, verlockende Sprache. Lecarpentier betrat Frankreich wieder, wurde als Bannbrecher verbaftet, zur Deportation verurtheilt und nach Saint Michel gebracht.

Ich habe das Zimmer geſehen, in welchem der muthige und ſein Schickſal mit Reſignation tragende Mann, der einſt für den

Tod des fechzehnten Ludewig geſtimmt, ernſten Studien oblag.

Auf dem Tiſche lag noch das Tagebuch aufgeſchlagen, welches er mit philiſtröſer Genauigkeit geführt und in welches er jeden Beſuch, den er empfangen, jede Unterredung von Bedeutung, die er gehabt, eingetragen. Lecarpentier war die Uneigennützigkeit

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