Uovellen- wenn dies nicht mehr möglich war, zu Gunſten der Krone öffentlich verkauft.
Die Neuigkeitskrämer Breslau's, deren ja jede Stadt in ihren Mauern zählt, hatten ſich vergeblich Mühe ge⸗ geben, den geheimnißvollen Schleier zu lüften, der noch immer über jeuer Geſchichte lag, und eben dies mochte auch wohl ſchuld ſein, daß noch jetzt in den Schenken faſt täg⸗ V
lich darüber geſprochen wurde. So waren denn auch heute, an einem ſonnigen Nach⸗ mittage des Monats Mai, die Gäſte der Scheuke, in welcher Marie den perlenden Labetrunk kredenzte, in eif⸗ rigem Geſpräch darüber begriffen, und eben hatte ein be⸗ häbiger Spießbürger die Anſicht ausgeſprochen, daß nach Jahr und Tag der Mordbrenner doch noch eiumal den Galgen zieren müſſe, als plötzlich ein königlicher Courier auf ſchaumbedecktem Roſſe durch die Straße ſprengte. Im erſten Augenblicke vermutheten die Gäſte nicht anders, als daß der Krieg an Oeſterreich wieder erklärt worden ſei, und dieſe Vermuthung ward ſchon zur Gewißheit, als einige von ihnen, die dem Courier gefolgt waren und nun zurück⸗ V kehrten, die Nachricht brachten, derſelbe ſei an der Com⸗
mandantur abgeſtiegen und bald darauf der Commandant an der Spitze des Soldatenpiquets zum Rathhauſe und V
von da zum Gerichtsgebäude gegangen. Schon hatte die Mehrzahl der Gäſte die Flaſchen ge—
leert, um ſich nach Hauſe zu begeben und die traurige Kunde ihren Familien mitzutheilen, als juſt noch im rech⸗ b ten Augenblicke der Doctor Hammer eintrat. Im Nu hatie ſich ein Kreis um ihn gebildet, denn der Doctor brachte ſtets die erſte zuverläſſigſte Kunde von dem, was in deer Stadt ſich ereignet hatte. Er mußte heute ſehr Merk⸗ würdiges zu berichten haben, denn es dauerte geraume Zeit, bis er ſich ſo weit erholt hatte, daß er zu Wort kom⸗ men konnte, auch reinigte er heute länger und ſorgfältiger als gewoöhnlich die Gläſer ſeiner Brille, unbekümmert um
dieſe Worte mit Recht beſtürzten Gäſte.
(VIII Jahrg.
Zeitung. die Ungeduld der Umſtehenden, die ſeinem Berichte mit ge⸗ ſpannter Erwartung entgegen ſahen.
„Ja, ja,“ hob er endlich an,„wir leben in einer höchſt merkwürdigen Zeit, und mich ſoll es nicht wundern, wenn nächſtens der alte Fritz die geſammten Schlöſſer der Ade⸗ ligen Schleſiens einäſchern und die ſämmtlichen Beamten unſerer guten Provinz aufknüpfen läßt.“
„Aber, was iſt denn vorgefallen?“ fragten die über
„Was vorgefallen iſt?“ entgegnete der Doctor, indem er den ſpaniſchen Rohrſtock erhob, als wolle er dadurch die Aufmerkſamkeit zu verdoppeln ſuchen,„hört und ſtaunt! Soeben ſprengt ein Courier, direct vom Könige geſchickt, vor die Commandantur, ſteigt ab und übergibt dem Com⸗ mandanten ein königliches Handſchreiben. Der Comman⸗ dant lieſt, legt ſofort Degen und Schärpe an, beordert ein Piquet Soldaten und marſchirt mit dieſen zum Rathhauſe. Dort angekommen, arxretirt er ſofort im Naͤmen des Königs den Stadtſyndicus und mehrere Räthe, und damit nicht genug, ſetzt er ſeinen Weg fort, tritt in den Gerichts⸗ ſaal und verhaftet die ſämmtlichen Richter vom Präſiden⸗ ten an bis zum Schreiber.— Habt Ihr je ſo etwas ge⸗ hört?— Ihr werdet nun fragen, was den König dazu be⸗ wogen habe, und auch darüber kann ich Euch Auskunft. geben.— Ihr werdet Euch wohl des Proceſſes zu entſin— nen wiſſen, den vor einem Jahre ungefähr gegen den Gra⸗ fen, der im vorigen Sommer ermordet wurde, einer ſeiner Leute am hieſigen Gericht anhängig gemacht hatte, werdet Euch auch des Urtheils erinnern, welches damals unſere 1 Richter fällten, und mit dem wir Bürger durchaus nicht zufrieden waren. Nun, ſeht Ihr,“ fuhr er fort, als die Umſteheuden bejahend nickten,„jenes Spruches wegen ſind die Richter verhaftet worden, es liegen auch noch andere Beſchuldigungen gegen ſie vor, und wenn ich nicht irre, werden ſie heute noch ſämmtlich nach Spandau transpor tirt. Was der Stadtſyudicus und die Räthe verbrochen
—
vertauſchten, während Karl mit Amalie in der Bildergallerie
ſpricht; ich habe Babies ſchreien hören, während Moor im Keller Schwarzbrod ißt— ich habe das ganze Stück mit Zugabe ange⸗ ſehen und angehört. Aber jetzt bleibt mir, bitte, mit den Räubern vom Leibe. Wollt Ihr?
Als die Krebſe in den Topf geworfen und über Feuer ge⸗ ſetzt wurden ſagte ein alter Krebs:„es wird Sommer.“„Ja,“ ſagten die andern, und wußten, warum ſie ſich todt ſchwitzten. Alſo ſie wußten den Grund. Nun habe ich aber dieſelben Rechte, die ein Krebs hat, und möchte demzufolge wiſſen, warum die
amerikaniſchen Schauſpieler ſo brüllen, mit den Armen um ſich ſchlagen, ſich ſo coſtümiren und überhaupt nicht wie andere
Mebertreibungen? dann gute Nacht, Publicum. Iſt hier Alles
Show, Alles Schein, A
wie die Conſtitution— die Theaterzette keitserklärung?
Wir gingen nach dem Theater auf das Schiff zurück und brachten eine furchtbare Nacht wegen der Muskitos zu.
Am. andern Tage ſtellte mir mein Freund Scott und Schmid, der treffliche Advocat, einen Amerikaner Herrn Dirtfinger vor, den gebildetſten Mann, welchen ich kennen gelernt habe. Er behauptete, daß ſein Vaterland am Vorabend der Auflöſung und beginnende Krieg mit einem vollſtändigen Ruin des Südens und mit einem vorwaltenden Bankerott des Nordens enden müſſe. Außerdem wird der Süden Monarchie werden und der Norden
ſich in beliebige Freiſtaaten trennen.
Wir hatten während unſeres Geſpräches g.
l wie die Unabhängig⸗
Schauſpieler auftreten! Wünſcht das Publicum dieſe craſſen
lles Humbug— das Theater ſowohl
in den vereinigten Staaten
des Verderbens ſtehe und dieſer
ar nicht bemerkt,
V daß ein zweites Dampſſchiff dicht hinter uns herfuhr, und daß wir ſchneller ſtromabwärts eilten als vorher. Die lebhaften Ausrufungen unſerer Mitreiſenden machten uns zuerſt darauf aufmerkſam, daß wir im Begriff ſeien, eine„Race“(Wettlauf) zu machen, und da ich die Bedeutung dieſes Unternehmens nicht kannte, überließ ich mich dem aufregenden Gefühle, welches die Bruſt des Menſchen ſo leicht beſeelt, wenn er zwei ebenbürtige Wettkämpfe entbrannt ſieht.„4
Da man vom Hurricanedecke das andere Schiff, welches James Lucas hieß, beſſer überſehen konnte, drängten ſich die Paſſagiere die enge Treppe hinauf, und bald ſtanden mehre hun⸗ dert Männer und Frauen in einem dichten Knäuel und iefen mit dem Capitän um die Wette den Heizern zu, cas nicht vorbei zu laſſen. Eva, meine Frau, und Schmid, Scott und Dirtfinger, meine Freunde, ſtanden dicht neben mir.
Dirtfinger war der Erſte, der mich auf die Gefahr des Wettlaufes aufmerkſam machte.„Sehen Sie,“ ſagte er,„die Herren und Damen wiſſen ſehr wohl, daß wir jeden Augenblick in Gefahr ſind, in die Luft zu fliegen,
bisher ſteif wie Marmorſtatuen daſaßen, den Heizern zu, Theer und Fett unter den Dampfkeſſel zu werfen. Im Zerſtören— und ſei es ihres eigenen Lebens, ihres Vermögens— ſind dieſe amerikaniſchen Damen wahrlich groß.“—
„Glauben Sie denn wirklich, daß wir in Gefahr ſind?“
fragte ich, indem ich meinen Arm um Eva ſchlang.„Wenn das wäre, ſo will ich den Capitän zwingen, den unſinnigen Wettlauf aufzugeben.“
„Thun Sie das nicht,“ ſagte
eine Kugel durch den Kopf jagen,
Dirtfinger,„er würde Ihnen oder wenn er es nicht thäte,
den James Lu⸗
und dennoch rufen ſie, die
Nr.
haben Splor richts ' unter ſuchen J bleibe ja ir venn Auch geu den Vei ſie tig er Her wüt ein
lebe der ein zu ſe derſe verw wand und Fühe dlſe eiſe
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