Uovellen-Zeitung.
an,„liegt Sein Leben in meinen Händeu! Aber es iſt mir zu koſtbar, als daß ich es durch eine Kugel beenden möchte; weiß Er, was ich thun werde? Unſchädlich will ich machen und ſpäter, wenn Er von ſeiner Wunde geneſen iſt, Ihn meinen Hunden vorwerfen, das iſt die gelindeſte Strafe, die ich für Ihn, Mordbrenner, finden kaun!“—
Hätte der Graf ſofort abgedrückt, würde er ſeinen Zweck erreicht haben, durch das läugere Zielen aber, welches der Rauch, der immer dichter ins Zimmer drang, erſchwerte, gewann der junge Mann Zeit, unbemerkt bei⸗ ſeite zu weichen, und als der Graf endlich abfeuerte, traf die Kugel, wie wir geſehen haben, den zur Rettung ſeines Herrn herbeieilenden Förſter. Albert ließ dem Grafen keine Zeit, das zweite Piſtol zu ergreifen, im Nu ſtürzte er auf ihn zu, und ein kurzer, aber verzweifelter Kampf begann, der mit dem Tode des Schloßherrn endete.
Einen Blick voll tödtlichen Haſſes warf Albert auf ſein Opfer, danun wandte er ſich um und verließ unbemerkt das
ſchon zur Hälfte eingeäſcherte Schloß.———
Marie hatte ein Obdach für die Nacht bei der Bäuerin geſucht, welche derzeit beim Tode des Förſters um ſie ge⸗ weſen war. In mancher Beziehung war es ihr doch hart, das trauliche Häuschen verlaſſen zu müſſen, in deſſen hel⸗ len, luftigen Räumen ſie ſo oft dem fröhlichen Concert der gefiederten Waldbewohner gelauſcht hatte. Jetzt ſollte ſie hinaus in die Welt, im Dienſte fremder Leute ihr ſauer erworbenes Brod eſſen und Stürmen entgegen gehen, gegen die ihr bisher ſorgenfreies Herz nicht gewaffnet war. Doch die Nähe des Geliebten und der Gedanke, daß ſie an ihm eine Stütze haben würde, beruhigte ſie wieder, und von neuen Hoffnungen für die nächſte Zukunft beſeelt, wollte ſie ſich eben zur Ruhe begeben, als plötzlich der Ruf:„Feuer!“ im Dorfe erſcholl. Eine namenloſe Angſt bemächtigte ſich
Ihn der Geliebten deutlich ausgeſprochen hatte. Auch erinnerte
bei dieſem Rufe des Mädchens, die mit jedem Augenblicke größer wurde; ſie wußte, daß Albert im Schloſſe war,
(VIII. Jahrg.
kannte ſeinen glühenden Rachedurſt, den er kurz nach denn Tode ſeines Bruders, bei der letzten Zuſammenkunft mit
ſie ſich jetzt manches Wortes, welches Albert vor einigen Stunden flüchtig, anſcheinend harmlos, hingeworfen hatte, und das jetzt mit dem ſo plötzlichen und jedem Dorfbewoh⸗ ner unerklärlichen Braude im Einklang ſtand. Sie konnte faſt nicht daran zweifeln, daß er das Feuer angelegt hatte, und ſo verabſcheuungswürdig ihr dieſe Rache auch erſchien, zitterte ſie doch für das Leben des Geliebten, welches jetzt in doppelter Gefahr ſchwebte.
Ungefähr zwei Stunden waren ihr in dieſer peinlichen Ungewißheit verſtrichen, als Albert endlich erſchien. Er war bleich, ſeine Augen unſtät und roth unterlaufen, und mit ſchwankenden Schritten näherte er ſich raſch dem Mädchen, welches bei ſeinem Anblick erſchreckt zurückge⸗ wichen war und jetzt mit den Worten:„An Deinen Häu⸗ den klebt Blut!“ die dargebotene Rechte zurückſtieß. Albert ſank erſchöpft auf einen Stuhl.
„Nur Blut kann das Blut meines Bruders von dieſen Händen waſchen,“ entgegnete er, düſter zu Boden ſchauend. „Hat man mich nicht dazu gezwungen, ſelbſt die Rache zu üben? Die feilen Richter haben mir mein gutes Recht verweigert, vergebens rief ich den Schutz der Geſetze an, was blieb mir Anderes übrig, als ſelbſt das Richteramt zu übernehmen und gerechte Vergeltung zu üben?“
„Mein iſt die Rache, ſpricht der Herr,“ entgegnete Marie, die inzwiſchen nach einem kurzen, aber unſäglich yarten Kampfe mit ihrem Herzen einen ebenſo bitteren Entſchluß gefaßt hatte,„gaben Dir die Menſchen Dein Recht nicht, hätteſt Du dem Himmel vertrauen und das Gericht Gottes ruhig und geduldig abwarten ſollten.— Ich kann die blutbefleckte Hand des Mörders nicht mehr ergreifen,“ fuhr ſie nach einer Pauſe mit bebenden Lippen fort,„Du haſt eine Kluft gegraben, die uns für ewig trenut!“
„Do you speak English, Sir?“ fragte die halb betäubte
Dame mich. „Rozomym Czechki?“ ner Ohnmacht nahe ſah, ging ich mit Eva auf das Hurricanedeck. „Wir haben es wohl ein wenig zu arg getrieben,“ ſagte ich zu Eva, die noch immer in Ekſtaſe war und Bruchſtücke aus dem lieben Auguſtin ſummte.
„Ach was!“ antwortete ſie,„mit denen kann man gar nicht Damen, weil ich mir
zu arg verfahren. Ich habe Achtung vor einbilde, ſelbſt ein reſpectable Frau zu ſein; aber dieſe amerika⸗ niſche Affenkomödie mit Holy Bible, Sclavinnen, Pfauen⸗ ſchwänzen und ſo weiter geht denn doch über das Bohnenlied.— Sitzen ſie da ſtockſteif aufgedonnert wie die Pfingſtochſen und leſen in der Bibel, während ſie mich in den Abgrund der Hölle verwünſchen, weil ich eine Deutſche bin, und fallen gleich darauf in Ohnmacht vor Entzücken über die Muſik, mit der man in Deutſchland alle Ratten und Mäuſe auf eine halbe Umkreiſe vertreiben könnte.“
„Ich verſtehe von Muſik nichts; war das Inſtrument wirk⸗ lich ſo falſch geſtimmt?“
„Lauter halbe Töne, Peter, mich hätte der Nervenſchlag gerührt, wenn ich noch einen einzigen Takt gegriffen hätte.“
Wir waren übrigens auf dem Deck in keiner angenehmen Situation. Die Sonne war im Untergehen, i von Muskitos umſchwärmte uns. So lange wir auf⸗ und ab⸗ gingen und mit den Taſchentüchern fächelten, ſo wie wir uns aber ſetzten, wurden wir im Geſicht und auf den Händen gebiſſen und geſtochen. Hinabgehen mochten wir wegen
antwortete ich— und da ich ſie ei⸗ 5 Sve würde mich mitten in den Ladiesroom ſetzen und ſtricken, als
Meile im
und eine Wolke
hatten wir Ruhe;
der Ladies nicht, nicht, und in's Heckbauer zog es uns auch nicht.
„Hätte ich nur einen Strickſtrumpf,“ ſagte Eva.„Ich wenn ich einen Ducaten für jede Maſche bekäme. So ganz ohne Beſchäftigung halte ich es nicht aus.“. „In Deutſchland ſpielt man Schach, wenn einem die Zeit lang wird, oder man lieſt eine Novelle, ſpricht, ſingt oder treibt irgend etwas, ſich die Zeit zu vertreiben— kann man denn hier gar nichts anfangen? Weißt Du was, Eva? Laß uns ins The⸗ ater gehn! Es iſt nicht weit von hier, unjere Koje haben wir genommen, wir kehren um elf Uhr zurück, und legen uns dann
ruhig ſchlafen.“
oben bleiben mochten wir wegen der Muskitos
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„Peter, Du wirſt wirklich von Tag zu Tag geſcheidter. Einen beſſern Vorſchlag hätte ich Dir nicht machen können. Aber in's engliſche Theater gehen wir; ich habe die Räuber vong Schiller angezeigt geſehen; das wird der Mühe werth ſein.“
Wir eilten die Treppe hinab in'’s Theater. 3
Ein Theaterzettel von circa fünfzehn Fuß Länge und ſieben Fuß Breite war auf eine Art von Schilderhaus geklebt. Die Räuber von Schiller wurden aufgeführt, wie Eva richtig ange⸗ zeigt geſehen hatte.
Mr. Cocktail ſpielte den Franz. Fuß hohen Buchſtaben in rother Tinte gedruckt; er wurde the first Tragedian of the age genannt, the wonder of the world, the proud of the Universe.. 2
Neben ihm paradirte in gelber Tinie und zwei Fuß hohen
„ſtiegen an's Land und fuhren
Sein Name war mit drei
Buchſtaben Mr. Tallow, the favorite Tragedian of London,
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