Jahrg.
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üngeln der Dolch aus
Felben und
llen irdiſchen von Holz, die zu ſchliehin
ni überraſch onen, Kallel⸗ ever zu fnden. lat de Paſ uiſtdr War⸗ Ein Auf⸗
inem kleinen n und zwet gaſchtiſch mit
ihrer Form
1 lung un 1 Duadratzol
Kajüte wurde ein ungeheurer Tiſch gedeckt.
Schelmin,
Dritte
Der Schloßherr hatte keine Ahnung von der Gefahr, die gleich einem Damoklesſchwerte über ſeinem Haupte ſchwebte; durch den Feuerruf geweckt, war er aufgeſprungen und hatte dann vom Fenſter ſeines Schlafzimmers aus der Dienerſchaft die nöthigen Befehle ertheilt. Obgleich er nicht befürchtete, daß der Brand auch das Schloß ergreifen würde, hatte er ſich doch angekleidet und in ſein Cabinet begeben, um ſeine Werthpapiere und Juwelen einzupacken. Er hatte dieſe Arbeit eben vollendet und ſtand im Begriff, das Cabinet zu verlaſſen, als Albert plötzlich eintrat. Beim Aublick des bleichen Mannes, iin deſſen unſtäten Augen ein unheimliches Feuer glühte, wich der Schloßherr erſchreckt zurück und mit dem jedem Böſewicht innewohnen⸗ den Inſtinct fühlte er ſofort, daß die Stunde geſchlagen hatte, die ihn dem Arme ſeines Rächers überlieferte. Nur einen kurzen Augenblick ſtanden ſich die Beiden ſchweigend gegenüber, aber dieſer Augenblick genügte, Beide fühlen zu laſſen, daß es zwiſchen ihnen zu einem Kampfe kommen würde, der mit der Vernichtung Eines von ihnen ſchließen müſſe.
„Se habe ich Dich endlich, Schurke!“ waren die erſten Worte, die über die bebenden Lippen Albert's kamen, wäh⸗ rend er einen glühenden Blück auf ſein Opfer warf, deſſen Bewegungen er unverwandt überwachte.„Jahre lang haſt Du über uns Gericht gehalten, uns mit Deinen Hunden gehetzt, von Deinen Knechten peitſchen laſſen, jetzt iſt die Stunde der Vergeltung gekommen;— ein Bauer wird über Dich Gericht halten und die Rechnung ſchließen, die Du dort oben noch vor dem höheren Richter abzumachen haſt!“ 1 Der Schloßherr, der inzwiſchen ſeine ganze Energie wiedergefunden hatte, begriff wohl, daß, wenn er nur einen Schritt thun, eine Bewegung zur Vertheidigung machen würde, der gezückte Dolch ſeines Feindes in ſeine Bruſt
Folge.
legenheit biete, die Piſtolen, welche hinter ihm auf dem Se⸗ cretair lagen, zu ergreifen. Auf die Hülfe ſeiner Diener konnte er nicht rechnen, denn Albert hatte die Thüre des Cabinets hinter ſich verſchloſſen. „Hoho!“ lachte er jetzt höhniſch auf, als Albert ſchwieg,„weiß Er, was mit Ihm geſchieht, wenn ich Ihn greifen und binden laſſe? Als Mordbrenuer wird Er den Galgen zieren und ſein Fleiſch den Raben zum Futter die⸗ nen! Aber ich will Gnade für Recht ergehen laſſen und b denken, der Tod Seines Bruders, den Er ja ſelbſt erſchoſ⸗ ſen hat, hat Ihn wahnſinnig gemacht; ſcheere Er ſich zum Henker, bis morgen früh mag Er ungefährdet auf meinem Boden bleiben, dann aber laſſe Er ſich nicht mehr auf dem⸗ ſelbeun ſehen, ſonſt möchte ich auf Seinen Wahnſinn keine Rückſicht mehr nehmen!“
„Spart Eure Worte,“ fiel ihm Albert väher tretend in die Rede,„Ihr habt den Galgen tauſendmal verdient, nicht nur als Mörder, ſondern auch als Landesverräther! Aber das alte Sprüchwort: Die großen Spitzbuben läßt man laufen, die kleinen hängt man! hat ſich auch an Euch bewährt. Eure Gnade, von der zu ſprechen Euch jetzt die Angſt um Euer Leben zwingt, kenne ich, ich möchte lieber in eine Wolfsgrube ſtürzen, als Eurer Gnade anheimgegeben ſein! Wer hat meinen Bruder gezwungen, die Bahn des Ver⸗ brechens zu betreten? Wer hat meine Mutter getödtet und mich gezwungen, den unſeligen Schuß zu thun, der mir das Kainszeichen des Brudermordes auf die Stirne drückt?— Wer? frage ich.— Ihr und kein Anderer!“—
Das Antlitz des Grafen war kreideweiß geworden, die letzten Worte Albert's, ſowie der inzwiſchen vom Hofe ins Cabinet gedrungene Ruf:„das Schloß brennt an vier Ecken!“ ließen ihn jede Vorſicht vergeſſen, haſtig wandte er ſich um und ergriff, ehe Albert es verhindern konnte,
fahren würde; er nahm deßhalb zur Liſt ſeine Zuflucht, um den Feind ſo lange hinzuhalten, bis ſich ihm die Ge⸗
ein Piſtol. „Jetzt, Hallunke,“ donnerte er ſeinen beſtürzten Feind
auf; beim Schnapscounter ſaßen die Herren, in der Mitte der
Wir gingen in den„Ladiesroom“. Eine Eleganz, ein Ueberfluß von Teppichen, Vorhängen, Fauteuils, goldenen Rahmen—— und Bibeln blendete meine Augen. Sechzehnbis achtzehn Ladies hatten bereits Platz genommen. Einige ließen ſich von Sclavinnen mit Pfauenfedern Kühlung zufächern; an⸗ dere ſäugten auf gewiſſe Manier ihre Kinder, andere laſen in der Holy Bible— aber alle waren ſtumm. Bei unſerm Eintritt blickten ſie alle ſechzehn oder achtzehn auf; ſie prüften Eva's Toilette von Kopf bis zu Füßen, warfen ſich ſechzehn oder acht⸗ zehn Blicke zu, verzogen ſechzehn oder achtzehn Mundwinkel und ſtillten, fächelten, ſchaukelten und beteten weiter. Eiin Piano ſtand im Ladiesroom.„Kannſt Du ſpielen?“ fragte ich meine Frau.„Drei Stücke,“ antwortete ſie:„Herr Klink war ſonſt ein braver Mann, von Amt ein Stadtſoldate,“ „Lieber Mond, du gehſt ſo ſtille“ und„O du lieber Auguſtin.“
„Kannſt Du auch ſingen?“
ZJa, den Auguſtin kann ich, glaube ich. Wie iſt es doch? Hut iſt weg, Stock iſt weg— o——— Du lieber Auguſtin, Alles iſt weg!“ 5
„Spiele,“ ſagte ich—„ſpiele und ſinge.“ „ Erva ſetzte ſich an's Piano.„Es iſt ſo verſtimmt,“ flüſterte ſie,„daß man nicht darauf ſpielen kann. Es ſind lauter halbe
Töne.“
„Macht nichts.
Ich bitte Dich, ſpiele.“ Eva ſpielte. ch. ſyiele
Es war gräulich, ſündhaft. Sie ſang, die min, und legte einen Schmelz in den alten abgedroſchenen Auguſtin, der wirklich rührend war. 4...
Die Ladies legten die Bibeln weg, ſahen ſich verwundert an, ſtanden auf, faßten ſich unter den Arm und ſchloſſen einen Kreis um Eva.
„Delightful,“ flüſterte eine Dame in rothem Krepp—„ex⸗ ceedingly delightful.“
„Splendid,“ nickte eine Andere in weißem Mouſſelin.
„Dear me, how sweet,“ flüſterte eine kleine corpulente Lady in roſenrothem Taffet. 1
„I never heard the like,“ ſagte eine veilchenblaue Atlas⸗ dame.
Alle achtzehn Damen waren entzückt, Eva ſang und trillerte:„Hut iſt weg, Stock iſt weg, o— o— o— du lieber Auguſtin— Alles iſt weg.“ Zehn oder funfzehnmal hatte ſie dieſes Nationallied der Deutſchen geſungen, länger hielt ſie es nicht aus. Sie ſprang auf, faßte mich unter den Arm, biß ſich auf die Zunge und ſchritt wie die Königin von Golconda durch den Ladiesroom.
Eine Dame redete ſie an und bat ſie„to give a tone“— „Ich bin eine Deutſche,“ antwortete Eva.„Verſtehen Sie Deutſch?“
Die Dame lächelte verlegen.
„Parlez vous français?“¹
„Noch mehr Verlegenheit.
„Italiano?“
Neues Kopfſchütteln.
„Espanole?“ Tedesco? Popolsky?“ 3
Die Lady taumelte zurück. Eva mußte ihr wie ein Beel⸗ zebub erſcheinen. 4


