Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
36
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Uovellen-

Thüre des Schlafzimmers, daß ſie mit lautem Krachen aufſprang.

Das Zimmer war leer, doch gab der Förſter die Hoffnung nicht auf, das Mädchen zu finden. In dem Glauben, daß Maria ihr Schlafzimmer in einen andern Theil des Hauſes verlegt habe, ſtieg er noch eine Treppe höher, und erſt als er jeden Winkel durchſucht, jede Stube durchwandert hatte, witterte er den Verrath, den der Jude an ihm geübt. Er hatte nicht Luſt, ſeine Zeit mit län⸗ geren nutzloſen Nachforſchungen zu verlieren; ſeinem Grimme in derben Flüchen Luft machend, verließ er das Haus mit den feſten Vorſatze, dem Juden eine Strafe angedeihen zu laſſen, an die er Zeit ſeines Lebens geden⸗ ken ſolle. Schon im Walde fiel ihm eine ungewöhnliche Helle auf, doch ahnte er nicht, daß dieſelbe von einem Brande herrühren könne, um ſo größer war ſeine Be⸗ ſtürzung, als er, in's Freie gelangt, plötzlich das Schloß des Grafen in hellen Flammen lodern ſah. Ohne über die Entſtehung des Brandes, die er augenblicklich ſich nicht zu erklären wußte, lange nachzudenken, eilte er, ſo ſchnell es ſeine Beine vermochten, auf die Brandſtätte zu

Zeitung.

mand wußte ihm Auskuuft darüber zu geben, denn kurz

nach Beginu des Brandes war der Schloßherr zuletzt ge⸗

ſehen worden. Der Förſter begnügte ſich keineswegs hier⸗ mit, ihm lag viel daran, den Graf gerettet zu wiſſen, von deſſen Leben ſeine ganze Exiſtenz abhing, und ohne auf die warnenden Zurufe der Knechte zu achten, ergriff er eine Axt, eilte in das Schloß und erſtieg die ſchon krachende, rauchende Treppe. Er fand das Cabinet des Grafen verſchloſſen, ohne Zögern führte er mit der Axt einen kräftigen Hieb gegen das Schloß, die Thüre ſprang kra⸗

cheud auf, doch in demſelben Augenblick, als der Förſter

in das ſchon mit Rauch angefüllte Zimmer dringen wollte, ſank er, von einer Kugel durchbohrt, zu Boden.

Um die letzten Vorgäuge zu erklären, müſſen wir um einige Stunden zurückgreifen und zu Albert zurückkehren, den wir in dem Augenblicke verließen, als er mit der Pul⸗

vorräthen erſtieg. Oben angelangt, hatte er an vier Ecken zugleich Feuer angelegt, dann durch die Fachwand der Scheune ſich einen Weg in die Ställe gebrochen und auch hier an verſchiedenen Seiten die glimmende Lunte in

und kam gleichzeitig mit dem erſten Trupp Bauern, die zur Hülfe herbeigeeilt waren, dort an. mußte ſchon eine geraume Zeit gewüthet haben, denn die Scheune und Stallungen waren gärzlich eingeäſchert und im Innern des Schloſſes, deſſen Thürme geſpenſtiſch über die Flammen ragten, hatte das Feuer in dem morſchen Holzwerke deſſelben ſchon ſo reißende Fortſchritte gemacht, daß bei den ohnedies ſchlecht beſchaffenen Löſchgeräthſchaf⸗ ten an ein erſolgreiches Löſchen nicht zu denken war. Das Feuer iſt angelegt! waren die erſten Woree, die über die Lippen des Förſters kamen, dann die gaffen⸗ den Bauern zur Thätigkeit antreibend, eilte er über die Brücke auf den Schloßhof, wo er die Diener mit Aus räumen des Erdgeſchoſſes beſchäftigt fand. Seine Frage nach dem Grafen ward mit Achſelzucken beautwortet, Nie⸗

Der Brand

die Strohhaufen geworfen. Eine halbe Stunde ſpäter ſtanden die Gebäude in lichterlohen Flammen und jetzt, bei der Verwirrung, die dies unter den von allen Seiten herbeieilenden noch ſchlaftrunkenen Kuechten hervorrief, war es ihm ein Leichtes, unbemerkt über den Schloßhof V ins Schloß zu ſchlüpfen, wo er in fliegender Eile die Trep⸗ pen erſtieg und unter dem Dachſtuhle des Schloſſes eben⸗ falls Feuer anlegte, welches das alte, morſche Holzwerk ſo⸗ fort ergriff und ſich mit raſender Schnelligkeit verbreitete. Ein Lächeln des Triumphs flog über die bleichen, düſteren Züge des jungen Mannes, als er ſein Werk ſo weit voll⸗ bracht ſah, einen Augenblick blieb er, dem Züngeln der Flammen zuſchauend, ſtehen, dann zog er den Dolch aus ſeinem Gürtel, prüfte ſorgfältig die Spitze deſſelben und ſchlug den Weg zum Cabinet des Grafen ein.

Feuilleton.

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Neueſte Streiflichter aus Amerika.

Was wir im Folgenden unſern Leſern als Probe mittheilen, iſt aus einem Werke zuſammengetragen, welches von allen Bü⸗ chern über Amerika am meiſten Epoche machen wird. Es iſt die einzige wahre Beleuchtung, welche uns über die letzten Zuſtände drüben geboten iſt.

Der Verfaſſer, der Graf von Baudiſſin, welcher ſich in die

humoriſtiſche Figur eines Herrn Peter Tütt aus Kurheſſen mas⸗ kirt hat, um objectiver zu erzählen, reiſt mit ſeiner Frau Eva,

ſeinem Freunde Scott und einem Advocaten Schmid auf dem

Miſſiſſippi von St. Louis nach Memphis und macht unterwegs Erlebniſſe mit, die echt amerikaniſch und köſtlich erzählt ſind. Der Steamer Carrier, U. S. Mail and Packetboat, war eins der größten und beſt eingerichteten Dampfſchiffe auf dem Miſſiſſippi. Er beſtand aus fünf Etagen: dem Packraum, dem Deck, den Kajüten, dem Hurricanedeck und dem Lootſenhauſe. Auf dem Deck ſtand die Maſchine mit den Keſſeln, über den Dampfkeſſeln waren die Kajüten, was mir gleich ungemein gut gefiel, weil bei einer etwaigen Exploſion die Paſſagiere mit

(Sicherheit darauf rechnen könnten, ſchnell von allen irdiſchen Sorgen erlöſt zu werden. zu beiden Seiten des Keſſels aufgeſpeichert war, zu ſchließen, ſtand uns ein Intermezzo bevor..

Wir betraten die Kajüte und waren nicht wenig überraſcht, auch hier ein Barroom mit halben und ganzen Citronen, Karten, Stückchen Kreide, Cigarrenkiſten und einem Barkeeper zu finden. Dem Counter gegenüber war die Office, wo ein Clerk den Paſ⸗ ſagieren die Nummern zu ihren Schlafgemächern nebſt der War⸗ nung übergab, ſich vor Dieben in Acht zu nehmen. Ein Auf⸗ wärter brachte uns nach Nummer achtzehn einem kleinen Kanarienvogelheckbauer mit zwei ſchmalen Betten und zwei großen Muskitonetzen. In einem Winkel ſtand ein Waſchtiſch mit Miſſiſſippi-⸗Waſſer und zwei Handtüchern, die ich ihrer Form wegen für Taſchentücher hielt; ſie waren acht Zoll lang und acht Zoll breit enthielten alſo vierundſechzig Quadratzoll Grundfläche.

Nachdem wir dieſes Heiligthum beſehen, gingen wir in die

große Kajüte zurück. Es war ein mehrere hundert Fuß langer

Raum, der durch einen Vorhang und eine Thür in zwei Theile getheilt wurde.

verbüchſe und dem Schwefelfaden die Leiter zu den Stroh⸗

auf;

Nach der Quantität von Holz, die uh lctt

In dem vordern Raum hielten ſich die Ladies

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