Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
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Auch der Geſetzgeber Davis wurde von dieſem kriege⸗ riſchen Feuer ergriffen und in Folge deſſen eilte er, ſeinen Sitz im Congreß zu verlaſſen und dem Rufe ſeiner Mit⸗ bürger zu folgen, als das erſte Regiment Freiwillige im Staate Miſſiſſippi ihn einſtimmig zu ſeinem Obriſten wählte. Er ſchloß ſich demſelben in Neuorleans an und marſchirte mit ihm ab. Bei Buena Viſta und in allen Gefechten des mexicaniſchen Feldzugs, auf welche die Nordamerikaner ſo ſtolz ſind, zeichnete ſich Jefferſon Davis durch eine gläu⸗ zende Tapferkeit, den ſichern Blick eines Kriegers und eine durch nichts zu ſtörende Kaltblütigkeit aus.

Um ihn für ſeine kühnen Thaten zu belohnen, ernannte der Präſident Polk ihn zum Brigadegeneral ſeiner Frei⸗ willigen. Jefferſon Davis ſchlug dieſe Ernennung aus, und dieſe Weigerung war bezeichnend, denn er proteſtirte in dieſer Art zu Gunſten der Unabhängigkeit des Staates gegen die Centralautorität; er wies das zurück, was nach ſeiner Behauptung eine Uſurpation der Executivmacht war. Er antworkete dem Präſidenten Polk, die Conſtitution behalte den Staaten allein das Recht vor, ſolche Ernennungen vorzunehmen.

Im Jahre 1847 wurde er Mitglied des Senats und dann Präſident des Kriegsausſchuſſes, und in dieſer Stel⸗ lung nahm er einen thätigen Antheil an den politiſchen Debatten, wobei er jeden Tag ſeine neue Rolle deutlicher zeichnete. Die energiſche Behauptung der Unabhängigkeit jedes einzelnen Staats in der Mitte des Bundes und die warme Vertheidigung der Sclaverei als einer nothwen⸗ digen Inſtitution fand im ganzen Süden kein entſchloſſene⸗ res und populäreres Organ, als Jefferſon Davis es war. Die Partei der Demokraten(im amerikaniſchen Sinne ge⸗ nommen),, welche der Partei der Union oder Republikaner gegenüber ſtand und ihn als ihr Oberhaupt anerkannt hatte, verſuchte, ihn zum Gouverneur des Miſſiſſippiſtaa⸗ tes ernennen zu laſſen. Jefferſon Davis verließ für dieſe Candidatur ſeinen Sitz im Senate, wurde aber in dem

Uovellen-Zeitung.

Kampfe von einer Majorität von bloß 999 Stimmen be⸗ ſiegt, zwei Monate vorher war die Majorität der Repub⸗ likaner 7,500 Stimmen. Daraus erhellt am deutlichſten, wie ſehr die perſönliche Achtung und die Geſchicklichkeit von Jefferſon Davis ſeinen Credit vermehrt hatte und wie be⸗ deutend die Stärke ſeiner Partei gewachſen war. Er trat nun, wie es die meiſten amerikaniſchen politiſchen Männer zu thun pflegen, auf eine kurze Zeit ins Privatleben zurück, erſchien dann aber wieder auf der politiſchen Schaubühne und bewirkte durch ſeine Anſtrengungen den Triumph des demokratiſchen Geuerals Pierce bei der Präſidentenwahl, der dann von neuem alle Stellen, die er zu vergeben hatte, mit ſeinen Anhängern beſetzte. Jefferſon Davis wurde von ihm zum Kriegsſecretair ernannt, in welcher Stellung er alle Dienſtzweige verbeſſerte und dieſen Poſten bis 1857, wo Buchauan Präſident wurde, mit großem Glanz und Wirlſamkeit ausfüllte.

Als Chef des Kriegsdepartement hatte Jefferſon Davis eine große Popularität erlangt und Beweiſe von großer Geſchicklichkeit und Energie gegeben. Er hatte alle mili⸗ täriſchen Reglements zeitgemäß umgearbeitet, das Syſtem der Schützen in der leichten Infanterie und eben ſo die An⸗ wendung der Präciſionsgewehre eingeführt. Seine Thä⸗ tigkeit und Vorausſicht ſchienen den nahen Ausbruch oder wenigſtens die drohende Möglichkeit eines Bürgerkrieges geahnt zu haben. Auf ſeine Anordnungen wurden vier

und ich!

neue Regimenter errichtet, die Küſten erforſcht, beſucht, aufe

genommen und mit Vertheidigungswerken verſehen; aus Afrika wurden Kameele eingeführt, mit denen die Feldge⸗ ſchütze beſpannt werden ſollten, und unter dem Vorwande der Geographie beendigte man die militäriſche Topographie aller Gegenden des Weſtens. Für eine Eiſenbahn, die bis ans ſtille Meer führen ſollte, um eine ſchnellere Verbin⸗ dung zwiſchen Amerika, Japan und China herzuſtellen, wurden die erſten Studien vorgenommen.

Nachdem Jefferſon Davis als Chef des Kriegsdeparte⸗

ters der neueren Aſtronomie gab, hatte bekanntlich ſein Leben⸗ lang mit der größten Noth und Entbehrung zu kämpfen, welchen denn endlich auch dieſerarme Gelehrte unſres ihn wie ſo Man⸗ che ſeines Gleichen zu ſpät nur durch Denkſäulen anerkennenden Vaterlandes erlag. Käſtner's ihm gewidmetes Epitaph iſt darum, kann man ſagen, von einer eben ſo ſchmerzlichen Wahrheit wie er⸗ habenen Styliſtik. Es lautet:

. Auf Kepler.

So hoch war noch kein Sterblicher geſtiegen,

Als Kepler ſtieg und ſtarb in Hungersnoth:*) Er wußte nur die Geiſter zu vergnügen,

Drum ließen ihn die Körper ohne Brod.

Ob dieſes Epitaph auf dem Monumente Kepler's, welches ihm der Fürſt von Dalberg⸗Regensburg errichtete, angebracht iſt, wiſ⸗ ſen wir nicht; es hätte ſich aber als eine conſtante Mahnung an die nachfolgenden Geſchlechter in Bezug auf d vorwandelnde Geiſtesträger wohl dazu geeignet. Auf die drei Kepler'ſchen Geſetze gründen ſich insbeſondere Newton's ſpätere aſtronomi⸗ ſche Entdeckungen, und ſo mag die Anführung von deſſen Epitaph, wie es auf ſeinem Monument in der Weſtminſter⸗Abtei zu leſen und welches in ſeiner Faſſung ebenfalls gelungen zu nennen, hier vielleicht ſchon aus dem Grunde ſtatthaft ſein, um vergleichsweiſe darzuthun, wie Britannien das Andenken ſeines großen Aſtrono⸗ men, den es aber nicht verhungern ließ, auch auf deſſen Grabſtei⸗ ne würdig feiert.

*)Auf einer Reiſe, die er thun mußte, um allergnädigſte Auszahlung

rückſtändiger Beſoldung allerunterthänigſt anzuhalten, lautet Käſtner's

Note hierzu.

Die lateiniſche Grabſchrift auf dem Monumente Sir Iſaak

Newton's in der Weſtminſter⸗Abtei lautet: H. S. E. Isaacus Newton, Eques Auratus, Qui animi vi prope divina Planetarum motus, figuras, Cometarum semitas, Oceanique aestus, Sua mathesi facem praeferente, Primus demonstravit. Radiorum lucis dissimilitudines, Colorumque inde nascentium proprietates, Quas nemo antea suspicatus erat, pervestigavit. Naturae, Antiquitatis, S. Scripturae Sedulus, sagax, fidus interpres Dei Opt. Max. majestatem philosophia asseruit, Evangelii simplicitatem moribus expressit. Sibi gratulentur mortales, tale tantumqué exstitisse

Humani generis decus. (Dr. Wilhelm Schröder.)

Worte für Welt und Haus.

Viel beſſer, der Leſer wird angeregt, an den kurzen Aufſatz eines Schriftſtellers noch eigene Gedanken anzuhängen, als der Autor hängt ſelbſt noch welche an, beſſer, viel beſſer, ſogar auf die Gefahr hin, daß des Leſers Ideen weit ſchwächer wären, als die, welche der Verfaſſer hätte geben können.

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