Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
28
Einzelbild herunterladen

ahrg.

haben vekannt,

ete ihu tamens

Jude Förſter, deren Sachen ließ die vander Däuſer wunde, ne anzu blich den um Er⸗ etzte und der aber lugeud⸗ dete und ge ihres hne Zö⸗ rte nun Rn Ueu⸗ lich war. icke, des den die dſamen, eer Ge

ſchwei⸗ den des die alte berichtete e, die e us ſeinem Schlacht Com, von bei dieſer niſſe nie⸗ humori⸗

die Walter nglück des

nen galh nbheit und ihrend ein

u Unmög⸗

Albert der Geliebten das, was er ſeit ſeiner Abweſenheit dieſe Frage hatte er ſchon lange nachgedacht, als er eines

erlebt hatte. 1

Nach dem Vorfalle am Breslauer Gerichtshofe hatte

Dritte Folge.

ihn ein Bürger jener Stadt in ſein Haus aufgenommen,

einige Tage verborgen und ihn dann reich beſcheukt ziehen laſſen. Er ſah ein, daß er auf geſetzlichem Wege keine Genugthuung für die Ermordung des Bruders erhalten würde, und faßte den Entſchluß, nach Berlin zu wandern und dem Könige die Sache vorzutragen. Ohne langes Zögern trat er den Weg an und traf nach langer mühe⸗ voller Wanderung in der Reſidenz ein. Aber ſchon auf dem Hiugange war er, je näher er dem Ziel ſeiner Reiſe kam, von Tag zu Tag muthloſer geworden. Er kannte das ſtrenge, durchbohrende Auge und das barſche, kurz angebundene Weſen des großen Monarchen, und ihm baugte, der König würde eines unbedeutenden Laud⸗ manns wegen ſich mit einem mächtigen Grafen und einem ganzen Gerichtshofe nicht verfeinden wollen. Den⸗ noch verſuchte er eine Audienz zu erhalten, als aber der dienſtthuende Kammerherr, der an jenen Tage nicht bei guter Laune war, ihn barſch abwies, war er zu muthlos den Verſuch zu erneuern. Abergläubiſch, wie die Land⸗ leute der damaligen Zeit waren, ſah er das Fehlſchlagen ſeines Planes als eine Fügung des Geſchicks und deſſen damit deutlich ausgeſprochenen Willen an, daß er ſelbſt die Rache übernehmen und vollziehen ſolle. Vor allen Dingen ſuchte er nun, um ſein Leben friſten zu können, Beſchäftigung, dann, als er dieſe hatte, entwarf er den Plan ſeines Rachewerks. Daß er Rache nehm wollte, ſtand bei ihm feſt, aber über das Wie? konnte er nicht einig mit ſich werden. Vorerſt mußte er in ſeine Hei⸗ maty zurück, um zu ſehen, ob und was ſich ſeit ſeinem Fortgange dort geändert hatte, dann, glaubte er, würde ſich das Weitere ſchon finden. Wie aber ſollte er dieſe Rücktehr bewertſtelligen, ohne Gefahr zu laufen, ſofort erkannt und dem Grafen überliefert zu werden? Ueber

Da er von der Mutter Natur mit einer anſehnlichen

27

Tages einen polniſchen Juden über die Straße wandern ſah, und ſofort tauchte der Gedanke in ihm auf, daß deſſen Tracht eine paſſende Verkleidung für ihn ſein würde.

Naſe nach orientaliſchem Schnitt ausgeſtattet war, ſo bedurfte er nur noch einer Perrücke, eines falſchen Bartes und einiger Schminke, um ſeinen Zügen den Stempel des Judenthums vollſtändig aufzuprägen. Er wußte ſich dies, ſowie den nöthigen Talar, einen Hauſirerkaſten und Waaren zu verſchaffen und trat, nachdem er die zur Durchführung ſeiner Rolle nöthige Fertigkeit erlangt hatte, ſeine Wanderung nach der Heintath an, in welche der ge⸗ neigte Leſer ihn zu Anfang dieſes Capitels zurückkehren ſah. Es war ihm freilich ſchwer gefallen, während ſeiner Unterhaltung mit dem Förſter dem Charakter ſei⸗ ner Maske treu zu bleiben und den in ihm gährenden Zorn zu unterdrücken, doch der glühende Rachedurſt, dem alles Andere vorläufig weichen mußte, hielt den Zorn in Schranken, deſſen Ausbruch ſeinen ganzen Racheplan ver⸗ eitelt haben würde.(Schluß folgt.)

Dom Pedro V., König von Portugal.

Der eben ſo plötzliche als unerwartete Tod dieſes ju⸗ gendlichen Königs hat in ganz Europa einen ſehr ſchmerz⸗ lichen Eindruck gemacht, der übrigens nach Portugal un⸗ bedingt in Deutſchland am lebhafteſten war, das ihn als den Sohn des Prinzen Ferdinand von Sachſen Coburg und als Gemahl der ihm früh entriſſenen liebenswürdigen Prinzeſſin Stephanie von Hohenzollern⸗Sigmaringen halb und halb als den Seinigen betrachtete, und das dem

dem bekannten Redacteur desDictionary of Authors. Ir⸗ ving's liebenswürdige und gaſtfreundſchaftliche Natur ließ es nie zu, Gäſte unfreundlich zu empfangen; aber wenn er bei guter Geſundheit, in heiterer Stimmung und der Gaſt ihm geiſtig ver⸗ wandt war, zeigte er ſich als der unterhaltendſte und geiſtreichſte Geſellſchafter. Mit beſonderem Intereſſe ſprach er ſtets von Walter Scott. Wohl haben ſich nie zwei Schriftſteller gegen⸗ ſeitig mehr geſchätzt, als Scott und Irving. Noch ein Wort über Irving's Lebensweiſe. Der Eindruck, den Thackeray's Schilderung hervorruft, iſt ein durchaus un⸗ richtiger. Seine Beſchreibung von demeinen alten Pferde, dem kleinen einfachen Hauſe u. ſ. w. bringt auf die Vermuthung, daß Irving ein ſchwacher, gutmüthiger, alter Mann geweſen ſei, liebenswürdig aber ſparſam, um die nöthigen Cents für ſeine elf Nichten(?) zuſammenzubringen. Obgleich Thackeray ein gutes Auge für die Feinheiten des Lebens hat, ſcheint er doch nicht im Stande geweſen zu ſein, dieſe ſimple Würde, ſolide Be⸗

häbigkeit und jene beſcheidene Harmonie, die Irving's häusliche

Angelegenheiten charakteriſiren, zu würdigen.

Derr andere berühmte Romanſchreiber, Cooper, war lange nicht ſo offen, freundſchaftlich gegen Irving, als dieſer gegen ihn, bis ſie ſich endlich in einem längern Geſpräch näher an ein⸗ ander ſchloſſen.

Ein ſeltſamer, charakteriſtiſcher Zug Irving's war ſeine un⸗ geheure natürliche Beſcheidenheit und das Mißtrauen gegen ſeine eigenen ſchriftſtelleriſchen Verdienſte. Das zeigte ſich beſonders bei demLeben Waſhington's, das er vor mehr als dreißig Jahren angefangen hatte, um es, gegenüber anderen Werken deſ⸗ ſelben Inhaltes, aufzugeben, weil er dieſe für beſſer hielt. Eini⸗

ge Mal wurde er überredet, wieder fortzufahren, aber dabei drohte er oft, das Ganze ins Feuer zu werfen. Um ſo größer und kindlicher war ſeine Freude, als er ſah, daß der erſte Band mit verdientem, ungewöhnlichem Beifall aufgenommen war, und ich ſah ihn bei dieſer Gelegenheit wirklich gerührt bis zu Thränen. Das Manuſcript zuWolfert's Rooſt mußte ich ihm förmlich abbetteln, da er niemals geglaubt hatte, daß es der Veröffentli⸗

chung werth ſei. 4 Zur Literaturgeſchichte.

Sonette von William Shakeſpeare.

Dieſe Dichtungen eines Poeten, der in aller Welt Munde lebt, 156 an der Zahl, hat ſo eben Friedrich Bodenſtedt in einer trefflichen Ueberſetzung erſcheinen laſſen. Bis wir näher auf das Werk zurückkommen können, das zum Weihnachtstiſch für Freunde der Lyrik geeignet iſt, mögen ſich dieſelben hier drei einzelne Lie⸗ der als Proben empfohlen ſein laſſen: 3

Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern, Die wahrhaft gleichgeſtimmte Lieb iſt nicht Liebe,

Die Trennung oder Wechſel könnte mindern,

Die nicht unwandelbar im Wandel bliebe.

O nein! Sie iſt ein ewig feſtes Ziel,

Das unerſchüttert bleibt in Sturm und Wogen,. Ein Stern für jeder irren Barke Kiel;

Kein Höhenmaß hat ſeinen Werth erwogen.

Lieb' iſt kein Narr der Zeit, ob Roſenmunde