Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
29
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28 Uovellen-Zeitung.

Schmerze des Prinzen Ferdinand, der in Zeit von fünf rung gelangt, und die den Thron beſtiegen, ſaßen nur eine Tagen zwei ſeiner Söhne verler, während der dritte noch kurze Zeit auf demſelben. Am 16. September 1837 ge⸗ in Todesgefahr ſchwebte, die herzlichſte Theilnahme widmete. boren, war er nur wenig mehr als 16 Jahre alt, als der

In Portugal erregte dieſer plötzliche Todesfall eine ſo lebhafte Aufregung, wie ſie ſelbſt bei dieſen ſüdlichen Na turen zu den ſeltenen Erſcheinungen gehört. Es war dort nicht etwa bloß eine Trauer über den doppelten Todesfall, ſondern eine wahrhafte öffentliche Kataſtrophe. Das por⸗ tugieſiſche Volk ſuchte die Urſache dieſes unerwarteten Todesfalls in nichts Geringerm als in unmöglichen Com⸗ plotten. Die in großer Anzahl an der Erbauung der portugieſiſchen Eiſenbahnen beſchäftigten ſpaniſchen Arbei⸗ ter ſollten vielleicht durch böſe Künſte die Luft, welche die beiden Prinzen eingeathmet, vergiftet haben. Die abge⸗ ſchmackteſten Gerüchte, die ſich verbreiteten und ſogar zu Thätlichkeiten gegen die ſpaniſchen Arbeiter Veranlaſ⸗ ſung gaben, zeigten, wie tief die portugieſiſche Nation den Verluſt fühlte, den ſie durch den Tod dieſes Königs erlit⸗ ten hatte. Das erſcheint um ſo bemerkenswerther, wenn man berückſichtigt, daß der König nur erſt ſeit ein paar Jahren den Thron beſtiegen hatte, daß ſeine kurze Regie⸗ gierung durch kein Ereigniß bezeichnet worden war, welches die Einbildungskraft eines Volkes feſſelt, und daß er über dies nicht liebte, öffentlich zu erſcheinen, im Gegentheil die Zurückgezogenheit vorzog. Nur bei dem Ausbruch des gelben Fiebers in Liſſabon trat er öffentlich in einer Art auf, die ihm die Liebe ſeines Volkes auf immer erwarb, und die ſich nach ſeinem Tode mit einer ſolchen Kraft und Theilnahme ausſprach.

Dom Pedro V., der Sohn der Königin Donna Maria da Gloria und des Herzogs Ferdinand von Sachſen⸗Co⸗ burg, war das älteſte von acht Kindern, von denen jetzt uur noch fünf am Leben ſind, und wie alle Erſtgeborene des Hauſes Braganza mußte er ebenfalls früh ſterben und durfte die gewöhnlichen Grenzen des menſchlichen Lebeus nicht erreichen. Sehr Wenige von ihnen ſind zur Regie⸗

Tod ſeiner Mutter, im November 1853, ihn zum Köuig machte. Im Jahre 1858 vermählte er ſich mit der Prin⸗ zeſſin von Hohenzollern⸗Sigmaringen, welche der Tod ihm im folgenden Jahre entriß. Als er am 11. November 1861 ſtarb, hatte er erſt ſeit acht Wochen ſein vierund⸗ zwanzigſtes Lebeusjahr vollendet.

Dom Pedro wurde mit ſeinem Bruder Dom Luiz, der jetzt als Dom Luiz I. den portugieſiſchen Thron beſtiegen hat, unter der wachſamen Leitung ſeiner Eltern von dem achtbaren Vicomte de Carreira zugleich erzogen und zeigte von allem Anfang an eine Vorliebe für das Studium und die Arbeit, die er ſein ganzes Leben hindurch bewahrt hat. Es war bei ihm nicht Folge der Erzighung und der Disci⸗ plin, ſondern eine ihm angeborne Neigung; man kann aber auch von ihm ſagen, daß er zu den kenntnißreichſten Prin⸗ zen ſeiner Zeit gehörte, und bekanntlich wird in unſeren Tagen der Unterricht fürſtlicher Perſonen mit der größten Sorgfalt betrieben.

Seine Liebliugswiſſenſchaften waren Geſchichte, Politik und die ſocialen Wiſſenſchaften. Von der politiſchen Oeko⸗ nomie hatte er ſich genaue Kenntniſſe erworben. Dabei blieb er den Wiſſenſchaften ſehr zugethan. In ſeinen Re⸗ ſidenzen, in Neceſſidades und Mafra, hatte er Elementar⸗ ſchulen errichtet, in denen er den Unterricht faſt ganz lei⸗ tete, den Prüfungen der Schulkinder, die zuweilen fünf bis ſechs Stunden dauerten, beiwohnte und Gefallen daran fand, die Preiſe ſelbſt zu vertheilen und die dabei übliche Rede zu halten. Dabei hatte er beſonders die Abſicht im Auge, den Granden ſeines Reichs ein Beiſpiel zu geben, damit ſie daſſelbe als Gutsbeſitzer nachahmen möchten. Als er König geworden war, erniedrigte er ganz aus eig⸗ nem Antriebe ſeine Civilliſte, und aus derſelben wies er doch noch die nöthigen Fouds an, um an der Akademie in

Und Wangen auch verblüh'n im Lauf der Zeit Sie aber wechſelt nicht mit Tag und Stunde, Ihr Ziel iſt endlos, wie die Ewigkeit. Wenn dies bei mir als Irrthum ſich ergibt, So ſchrieb ich nie, hat nie ein Mann geliebt.

Die Zeit des Jahres kannſt Du an mir ſeh'n, Wo ſpärlich nur von gelbem Laub behangen Die Zweige zittern von des Nordwinds Weh'n, Ein Dom, verödet, drin einſt Vögel ſangen Du ſiehſt in mir des Tages Dämmerſchein, Will er im Weſt zum Untergang ſich neigen; Allmählich hüllt die ſchwarze Nacht ihn ein, Des Todes Bild, in Finſterniß und Schweigen. Du ſiehſt in mir des Feuers letzte Brände, Das auf der Aſche ſeiner Jugend liegt Wie auf dem Todtbett, wo ihm naht ſein Ende, Wo es am Stoff, der es ernährt, verſiecht. Du ſiehſt das, und erhöhte Liebe treibt Dich hin zu dem, was Dir nicht lange bleibt.

Kein Marmorbild, kein fürſtlich Monument Soll dieſe mächt'gen Reime überleben,

Die größern Ruhm und höhern Glanz Dir geben, Als was erzeugt aus ird'ſchem Element.

Wenn Kriegsgetös Denkmale niederrennt,

Im Aufruhrſturm die ſtärkſten Mauern beben Und Einſturz dräun ſollſt Du im Liede leben, Das Stahl nicht tödtet, Feuer nicht verbrennt.

Durch Tod und feindliche Vergeſſenheit Gehſt Du hindurch, bis in die ſpät'ſte Zeit, Gerühmt von den Geſchlechtern, die in's Nichts Hinſinken, bis zum Tage des Gerichts, Bis Gott dann ſelöſt Dich weckt zum Leben wieder, Lebſt Du durch meine Lieb' und meine Lieder.

Wir ſchließen mit einem Sonett, welches Shakeſpeare auf ſeine Art zu dichten gemacht zu haben ſcheint:

Was iſt ſo arm an Neuheit mein Gedicht,

Statt wechſelnd nach der Mode ſich zu ſchmücken? Warum verſuch ich's wie die Andern nicht, Prunkvoll, geſpreizt und neu mich auszudrücken? Warum trägt mein Gedanke immerfort

Ein und daſſelbe Kleid, ſchlicht und gewöhnlich,

Daß ich leicht kennbar bin, faſt jedes Wort

Auf ſeinen Urſprung zeigt, auf mich perſönlich? O wiſſe, ſüße Liebe, immer ſing' ich Von Dir allein, Du meines Liedes Leben! Mein Beſtes neu in alte Worte bring' ich, Stets wiedergebend, was ſchon längſt gegeben. Denn wie der Sonne Auf⸗ und Untergang, Alt und doch täglich neu iſt mein Geſang. 6.

[VIII. Jahrg. b

Nr. 2.

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