Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
30
Einzelbild herunterladen

aur eine 337 ge⸗ als der König Prin⸗ od ihm vember jerund⸗

ui, der beſtiegen von dem

d heige lum und hrt h t. r Disci⸗

ann aber

en Prin⸗ unſeren größten

Politik en Oeko⸗

Dabei gen Re⸗ ementar ganz lei⸗ len fünf en daran jübliche ſicht im geben, mochten. aus eig⸗ wies er demie in

wieder, peatt auf 1 V n? d . 5. f 4

Sahrz. Nr. 2.]

Dritte

Liſſabon Lehrſtühle der Geſchichte und der nationalen und ausländiſchen Literatur zu errichten, und um die Vorleſun⸗ gen der Profeſſoren, denen dieſe Lehrſtühle übertragen worden waren, beſuchter zu machen, wohnte er denſelben oft ſelbſt bei. Er war feſt überzeugt, daß die Verbreitung von Kenntniſſen jedem Volke und der Menſchheit Segen bringe. In Folge deſſen liebte er die Bücher, ja er war ein förmlicher Bücherliebhaber mit den Eigenſchaften und den unſchuldigen Schwächen dieſes Metiers. Da er nicht ſelbſt Jagd auf ſeltene Bücher machen konnte, die ſich in Portugal in Folge der Aufhebung der Klöſter und der vie⸗ leu Kriege gar oft in den Händen eines Gewürzkrämers und der Antiquare finden, ſo hatte er einige discrete Freunde, die das für ihn beſorgten, und ſeine Freude war groß, wenu es denſelben gelungen war, ſeltene Werke oder koſtbare Manuſcripte aufzufinden und ſie für ihn zu er werben.

Der bekannte Pariſer Feuilletoniſt Xavier Raymond, der im Jahre 1860 Liſſabon beſuchte und dort zu dem Könige imein ſehr freundſchaftliches Verhältniß trat, ſpricht ſich über denſelben in folgenden Worten aus:

Diejenigen, welche den König Dom Pedro bloß 1855 während ſeiner Reiſe, die er nach ſeiner Volljährigkeits⸗ erklärung unternahm, geſehen haben, können ſich von dem, was er geworden war und wie er ſich eutwickelt hatte, als der Tod ihn der Erde entriß, kaum eine Vorſtellung machen. Wie verſchieden war er im vorigen Jahre, wo ich in Liſ⸗ ſabon mehrmals, die Ehre hatte, ihn zu ſehen, von dem, wie ich ihn früher in Paris ſah! Es war nicht mehr der Jüngling, der noch mit einiger Schüchternheit verſuchte, König zu ſein; er war ein ſchöner, junger Mann mit einer eleganten Taille, mit offenen und liebevollen Manieren, einer ausdrucksvollen Phyſiognomie, die ein wenig Ironie verrieth, wenn er gewiſſe Gegenſtände behandelte, ſehr be⸗ lebt, wenn er von Sachen ſprach, die ihm lieb waren, am häufigſten ſprach ſich darin aber der Charakter einer tiefen

Folge. 29 Melancholie aus. In ſeiner Traurigkeit zeigte ſich indeß nie Bitterkeit; es ſchien mir im Gegentheil, daß ſelbſt in dem Schmerze, den der Verluſt einer angebeteten Gemah⸗ lin ihm bereitet hatte, in ſeinem religiöſen und reſiguirten Herzen noch immer die Erinnerung au das Glück ſtrahlte,

deſſen er ſich an ihrer Seite leider nur ſo kurze Zeit erfreut

hatte. Er war dankbar für die glücklichen Tage, die ihm bewilligt worden waren; er wußte, daß das Leben nicht bloß ein Gewebe von Leiden iſt, aber er wußte, daß ſein Antheil an dem gemeinſchaftlichen Loos der menſchlichen Schmerzen ein großer ſei, und er bot ſeinem Geſchick in einiger Art Trotz. Die erſte Audienz, die er mir zu be⸗ willigen geruht hatte, mußte in Folge des plötzlichen Todes⸗ falles eines Adjutanten, der ihm ganz beſonders werth. war, des Generals Loureiro, dem ein heftiger Schlagan⸗ fall das Leben raubte, auf einen andern Tag verſchoben werden. Natürlich war dieſer Todesfall das Erſte, wo⸗ von er dann mit mir ſprach.Es ſcheint, ſagte er zu mir,daß ich Allen, die ich liebe, Unglück bringe: meine Mutter, meine Schweſter, meine Tante, die Herzogin von Nemours, meine Gemahlin, Alle ſind jung von dem Tode weggerafft worden! Dann zählte er die Granden des Königreichs, Miniſter, Staatsräthe und Generale auf, die er ſeit ſeiner Thronbeſteigung ernaunt hatte, und deren Stellen um ihn her ſchon erledigt waren. Dieſe ſchmerz⸗ lichen Erinnernngen verließen ihn nicht; in ſeiner letzten Stunde, als er ſich über ſeinen Zuſtand keiner Illuſion mehr hingab, ſuchte er noch die Anderen zu tröſten, indem er ihnen die Liſte dieſer Geſtorbenen wiederholte, aber hin⸗

Zzufügte, ſein Tod werde Portugal bald von dem traurigen

Einfluſſe befreien, der ohne Unterbrechung und Gnade un

unterbrochen auf der Exiſtenz ſeines Köaigs gelaſtet habe.

Indeſſen war die Seele des Königs keinesweges muthlos. Das bewies er im Alter von zwanzig Jahren, als er durch ein bewundernswerthes Beiſpiel von Feſtig⸗ keit und Aufopferung die durch den Ausbruch des gelben

Miscellen. Friedrich der große Kannte das Spiel auf der 6-Saite.

Friedrich der Zweite hat ebenfalls ſchon die Kunſt verſtan⸗ den, gleich Paganini, ein Concert auf der G⸗Saite zu ſpielen. Unter ſeinen Gedichten findet ſich die Erzählung von einem Künſtler Varcamini, dem, als er ein glänzendes Concert gab, ein Zudringlicher die Frage vorlegte, ob er es auch auf drei Saiten ausführen könne. Es geſchah, und nun trieb der Unverſchämte es ſo weit, daß der Künſtler auch noch die zweite Saite wegneh⸗ men mußte. Auch jetzt ging es noch recht leidlich. Selbſt die dritte Saite verlangte er endlich beſeitigt, und Varcamini ſpielte wenigſtens eine gewöhnliche Arie auf der zuletzt gebliebenen. Als auch dieſe weggeſchnitten wurde, konnte die Geige freilich keinen Ton mehr von ſich geben, denn:

Malgré tout le savoir faire

L'art reste court sans les moyens! Dob die Erzählung begründet oder erdichtet iſt, läßt ſich freilich wohl nicht nachweiſen, Friedrich der Zweite hatte aber ſich ſelbſt dabei im Sinne. Er ſchrieb die Erzählung 1761 am 28. December im Winterquartiere zu Breslau, nachdem ihm der⸗ Feldzug drei Armeen gekoſtet hatte und er mit ſeiner einzigen den Krieg dennoch ſiegreich fortzuſetzen hoffte. Aber freilich, die eine Armee, die vierte Saite, mußte ihm bleiben. Er ſpottete mit dem Schluſſe:

L'art reste court sans les moyens! der Thoren, die es ihm zum Verbrechen machten, wenn er Geld und Menſchen erpreßte.

Der König ſoll die Erzählung an Gellert geſchickt und dieſer geantwortet haben, daß er ſie lieber gedichtet, als die Schlacht bei Roßbach gewonnen haben wolle.

Eine Landplage des ſechzehnten Jahrhunderts.

Das ſechzehnte Jahrhundert hatte eine uns nur ſehr wenig bekannte Plage. In der Art, wie ſie damals herrſchte, können wir ſie uns kaum vorſtellen. Es gab eine übermäßige Zahl von verabſchiedeten Söldnern und Landsknechten, die nur auf Krieg und Werbung warteten;verwegene, zuchtloſe Geſellen nennt ſie H. Zſchokke in ſeiner trefflichen baieriſchen Geſchichte, 5tes Buchvon allerlei Sprachen, Volk und Glauben, wild und ſchreckhaft in Gebehrde, Wort und Leben. Als Ferdinand gegen die Türken warb und 3000 haben wollte, liefen 12,000 zu⸗ ſammen. Wo ſolche Rotten ſich ſammelten, war keine Stadt, geſchweige eine Dorfgemeine ſicher, denn ſie raubten, ſtahlen, zündeten die Häuſer an und kehrten rottenweiſe gewaltſam ein. Man mußte gegen ſie ganze Schaaren aufbieten, Lärmkanonen aufpflanzen, Streifjagen anſtellen, weil ganze Dorfſchaften von Bettlern, Gaetknechten, Strolchen, Landsknechten und Wande⸗ rern ohne Geleitbrief oder Reiſeſchein niedergebrannt wurden.

Die Gefangenen wurden ſogleich aufgeknüpft, oder auf die Galee⸗

ren geſchickt, wie z. B. von Baiern geſchah, das mit Venedig des⸗ halb Verabredung getroffen hatte. Sie wurden, wenn ſie ſich widerſetzten, auf der Stelle niedergeſchoſſen. Aber immer wollte ſich das Uebel nicht bändigen laſſen. Viele Wirthe auf fern gele⸗

genen Herbergen gaben ihnen Aufenthalt, und es wurden daher