Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
24
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Volke ſchon Miene machten, ihm dieſelbe oder gar eine noch ſchlimmere Behandlung angedeihen zu laſſen.

Ungefähr ein Vierteljahr war nach dem Urtheilsſpruch des Breslauer Gerichtshofes verſtrichen. An einem drückeud heißen Nachmittage des Monats Auguſt kehrte ein alter, unter der Laſt ſeiner Jahre und des Hauſirer⸗ kaſtens gebeugter Jude mit ſichtlichen Zeichen der Ermü⸗ dung in dem Wirthshauſe des Dorfes, welches der Schau⸗ platz unſerer Erzählung iſt, ein, ſetzte dort ſeinen Kaſten, auf den ſchon manche Bauerndirne verlangende Blicke ge⸗ worfen hatte, auf die Bank, forderte ein Glas Bier und begann dann mit der ſeiner Nation eigenthümlichen Neu⸗ gierde und Verſchlagenheit, ſich nach den Verhältniſſen des Ortes und ſeiner Bewohner zu erkundigen.

Ihr ſeid wohl der Förſter hier? wandte er ſich an einen breitſchulterigen, noch ziemlich jungen Mann in grüner Uniform, der, das Haupt in die Hand geſtützt, am Tiſche ſaß und dem Beginnen des Juden gedankenlos zu⸗ ſchaute.

Ja, erwiderte dieſer barſch,was kann's Euch inter⸗ eſſiren?

Gott meiner Väter, entgegnete der Hauſirer,darf man denn nicht thun eine ſo unſchuldige Frage? Hab' ich mir doch gedacht gleich, daß der ſchöne, ſchmucke Herr kein gewöhnlicher Bauer ſein könne. Aber das muß man Euch laſſen, fuhr er in vertraulichem Tone fort, wäh⸗ rend er ſich zu dem Förſter hinſetzte,Ihr habt ein Weib ſo ſchön, wie man wohl zehn Meilen in der Runde keins findet! Als ich bin vorübergekommen heut Morgen an Eurem Hauſe und hab' geſehen Euer Weib ſitzen am Fen⸗ ſter, hab' ich gedacht: Abraham, ſchau' her, die Töchter Deines Volkes ſind ſchön, wie die ſternfunkelnde Nacht, aber die Töchter der Chriſten ſind noch lieblicher anzu⸗ ſchauen, ſie gleichen dem hellen, ſtrahlenden Morgen!

Spart Eure Worte, Jude, fiel ihm der Förſter

Uovellen-Zeitung.

(VIII. Jahrg.

mißmuthig in die Rede, indem er die ſteinerne Kanne zum Munde führte,die, von der Ihr ſprecht, iſt mein Weib nicht, ich habe keins.

Euer Weib iſt ſie nicht? entgegnete der Jude er⸗ ſtaunt,hab' ich doch geglaubt, es ſei geweſen das Förſter⸗ haus, an dem ich vorübergekommen bin. Daun, einen lauernden Blick auf den finſter vor ſich hinſchauenden Mann werfend, fuhr er fort:

Freund, ich merk's wohl, daß meine Worte Euch nicht ſo gleichgültig ſind, als Ihr mich glauben machen wollt; weshalb alſo wollt Ihr barſch ſein gegen einen armen, alten Juden, der Euch vielleicht gute Dienſte leiſten kann? Ein alter Hauſirer wie ich hat allenthalben Zutritt und hört mancherlei, was anderen Ohren ein Geheimniß bleibt. Deshalb nur heraus mit der Sprache, wenn Ihr was habt auf dem Herzeu, und wenn ich Euch helfen kaun, thue ich's gern.

Der Förſter hatte bei dieſen Worten erſtaunt aufge⸗ ſchaut, da aber der Jude ſeinen forſchenden Blick ruhig und feſt aushielt, ſchwand das Mißtrauen allmählich wie⸗ der, welchs in ſeiner Seele aufgeſtiegen war, und in ge⸗ dämpftem Tone erwiderte er:

Ich will einmal Eurer Hebräer⸗Phyſiognomie ver⸗ trauen, ſage Euch aber im Voraus, wenn Ihr mein Ver⸗ trauen mißbraucht, werdet Ihr ſo lange gepeitſcht, bis Euch der Athem für immer ausgeht, leiſtet Ihr mir aber den Dienſt, den ich verlange, ſollt Ihr gut belohnt werden. Wißt, die, welche Ihr heute Morgen oben im Förſterhauſe geſehen habt, iſt die Tochter des verſtorbenen Förſters, und es liegt mir viel darau, ihr Herz mir geneigt zu machen.

Ich meine, das könnte Euch doch nicht ſchwer fallen, unterbrach der Hauſirer ſeine Rede,ſeid Ihr doch ein ſchmucker junger Herr, dem's an nichts mangelt!

Wenn's mir leicht fiele, würde ich Euch nicht ins Vertrauen ziehen, brauſte der Förſter auf,oder glaubt

Klamath⸗Jedianer iſt ſeines Stoßes mit der Lanze ſo gewiß, daß er nur ſelten ſeine Beute verfehlt, obgleich oft der Fiſch einem ungeübten Auge kaum ſichtbar ſein würde, namentlich wenn er 6 bis 8 Fuß tief unter der Oberfläche mit großer Schnelligkeit ſich fortbewegt.

Hochwild und Bären auf der Jagd zu erlegen, macht dieſen Indianern viele Mühe, da ihr Geſchoß von keiner großen Trag⸗ weite iſt, auch keine tiefen Wunden hervorbringen kann, woran ein ſo großes Thier gleich verenden könnte. Den Edelhirſch hetzen ſie gewöhnlich ſo lange mit Hunden, bis der Hirſch ſtehen bleibt und ſich gegen die Hunde wehrt. Dieſen Zeitpunkt benutzen die Jäger, um ſich ſo nahe als möglich hinanzuſchleichen und ihm ſo viele Pfeile, als ſie nur können, in den Leib zu ſchießen. Aber nicht immer fällt dieſes edle, kräftige Thier auf dieſe Weiſe ſeinen Verfolgern in die Hände; oft entflieht es, aus vielen Wun⸗ den blutend, noch meilenweit in's Dickicht. Nicht weiter ver⸗ folgt, verendet es doch in der Wildniß, den Geiern und Scha⸗ kaln eine Beute.

Ein höchſt intereſſantes Schauſpiel iſt es, zu ſehen, wie dieſe Indianer einen Hirſch, der über den Fluß ſchwimmen will, fangen und erlegen; dabei kann man am beſten ihre Schnellig⸗ keit und Gewandtheit bewundern. Wenn nämlich ein Hirſch im Fluſſe bemerkt wird, ſo gibt der Indianer, der ihn zuerſt er⸗ blickt, mit einem lauten Ruf ſeinen Brüdern ein Signal; er ſelbſt ſo wie alle, die ſich in der Nähe an beiden Ufern befinden, wer⸗ fen ſich in ihre Canoes und fahren dem Hirſche nach⸗ Sobald ein Canoe ihn erreicht, ſpringt ein Indianer dem Hirſche auf den Rücken und ſchlägt ihn mit einem Lachsklöppel ſo lange auf den Kopf, bis er betäubt und getödtet iſt. Sie werfen ihn dann

mit großer Geſchicklichkeit in's Canoe und bringen ihn an's Ufer, wo er ſogleich zerlegt und vertheilt wird.

Wie bei allen wilden Völkern, ſo iſt auch bei den Klamath⸗ Indianern die Frau das Laſtthier der Haushaltung. Oft ſieht man ſie bis zum Niederſinken mühſam unter der Laſt dahin keu⸗ chen, während der Mann, nur Bogen und Pfeile tragend, gra⸗ vitätiſch voranſchreitet. Wenn die Weiber, um Wurzeln zu graben oder um Eicheln und andere Früchte zu ſammeln, in die Berge gehen, ſind ſie immer von einigen Männern begleitet; dieſe helfen ihnen aber nicht bei der Arbeit, ſondern liegen müßig dabei und dienen nur als Schutzwache. 4 7

Obgleich dieſe Indianer wegen Blutvergießens oder Dieb⸗ ſtahls keine Gewiſſensbiſſe empfinden, tödten ſie doch keinen Menſchen, den ſie nicht als ihren Feind betrachten. Mit dem Stehlen verhält es ſich indeſſen ganz anders, indem dieſes bei ihnen eine Tugend zu ſein ſcheint, Hat aber der Beſtohlene ſein Eigenthum entdeckt, ſo macht es ihm keine Schwierigkeit, daſſelbe wieder zu erlangen, indem es ihm mit Lächeln zurückgegeben wird. Unter gewiſſen Umſtänden laſſen ſie auch fremdes Gut unbe⸗ rührt. So wird z. B. kein Indianer das verlaſſene Canoe eines andern ſtehlen, wenn der Eigenthümer vor ſeinem Fort⸗ gehen ein paar Hände voll grünes Gras oder Kraut hineingelegt hat. So lange das Kraut nicht trocken iſt, wird das Zeichen reſpectirt. 4

Möchte dieſes glückliche Völkchen noch lange mit den Beſuchen der Religions⸗ und Civiliſationsapoſtel verſchont bleiben, da⸗ mit es in dem ihm von der Vorſehung angewieſenen Zuſtande ſich noch lange ſeines Daſeins freuen kann.

Freilich wird es im Laufe der Zeit ſeiner Beſtimmung(ma⸗

Nr.2

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