Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
21
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Knechte mit der Ausführung des Befehls beſchäftigt waren,ſein Leben liegt jetzt alſo in ſeiner eignen Hand. Weder Albert noch deſſen Bruder hatten Zeit gehabt, über das Grauſame und Unmenſchliche dieſes Befehls nachzu⸗ denken, als die beiden Doggen, von den Kuechten dazu an⸗ gereizt, ſich auch ſchon auf den Verurtheilten ſtürzten.

Den erſten Hund traf ein Schlag ſeiner muskulöſen Fauſt derart auf den Kopf, daß er zurücktaumelte, bald aber raffte ſich dieſer wieder auf und kam nun, auf's Höchſte gereizt, ſeinem Cameraden zu Hülfe, der ebenfalls ſchon zu unterliegen drohte. Eine Zeitlang ſchwebte in dieſem un⸗ natürlichen verzweifelten Kampfe der Sieg, endlich aber ge⸗ lang es nach unſäglichen Anſtrengungen dem Wilddiebe, die Beſtien für den Augenblick kampfunfähig zu machen.

Albert, der, von zwei Knechten bewacht, dem Kampfe nur aus der Ferne hatte zuſehen dürfen, athmete er⸗ leichtert auf, mit einem Freudeuſchrei eilte er zu dem Bru⸗ der hin und ſchloß ihn in die Arme.

Dieſen Ausgang hatte der Schloßherr nicht erwartet, und weit davon entfernt, ſein Wort zu halten und dem Wilddiebe die Pforte des Schloßhofes zu öffnen, wandte er ſich jetzt zu dieſem und hob in rauhem Tone an:

Wenn Er glaubt, das Spiel ſchon gewonnen zu haben, irrt Er gewaltig, der Sieg iſt noch lange nicht eut⸗ ſchieden; ſind die Hunde für den Augenblick kampfunfähig, was ich nicht leugnen kann, ſo iſt Er es auch, mithin nur ein Waffenſtillſtand eingetreten. Sobald die Parteien friſche Kräfte geſammelt haben, muß der Tanz noch einmal angehen, erſt dann, wenn die Hunde oder Er die Flucht er⸗ greifen, kann der Sieg ein unzweifelhafter genannt werden. Bereite Er ſich alſo auf den zweiten Gang vor!

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trafen dieſe Worte die Herzen der Brüder, die ſich ſchon ganz der Freude über ihre Wiedervereinigung hingegeben hatten.

Jetzt hat alle Hoffnung ein Ende, murmelte Karl leiſe,ich bin zu erſchöpft, um dieſen Kampf noch einmal

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Dritte Folge.

beſtehen zu können, nur um Eins bitte ich Dich, wenn ich unterliege, laſſe mich nicht von den Hunden zer⸗ fleiſchen.

Noch ehe Albert antworten konnte, ſah er ſich durch die Knechte von dem Bruder wieder getrennt. In ſeinem Herzen durchbrach der Zorn die Schranken der Klugheit; auf den Grafen einen Blick voll tödtlichen Haſſes werfend, rief er mit donnernder Stimme:Gottes Fluch über Dich, wortbrüchiger Schurke! Iſt Dein Durſt nach Blut ſo groß, daß Du ſeinetwegen Dein adliges Wappen mit einem Meineid beſudelſt, ſo nimm auch meines hin; nach Deinen Geſetzen geben Dir meine Worte ja das Recht dazu!

Weshalb Worte verſchwenden? fiel Karl ihm in die Rede,wiſſen wir es nicht, daß er in den Feldzügen Freund und Feind verrathen, daß er ſich in zwei Lagern zum Spion hergegeben hat?

Die Hunde los! donnerte jetzt der Graf mit zorn⸗ blitzenden Augen,wir haben nicht Luſt, die boshaften Lügen eines ſolchen Vagabunden noch länger anzu⸗ hören.

Im Nu war der Befehl vollzogen und der Wilddieb, ehe er ſich deſſen verſah, von vier Bluthunden gefaßt und zu Boden geworfen. Noch einmal raffte er ſeine Kräfte zuſammen und machte den Verſuch, ſich den Zähnen der nach Blut lechzenden Beſtien zu entreißen, doch vergebens, kraftlos ſank er zurück, und mit erneuter Wuth fielen ſeine Gegner über ihn her. Ohne zu wiſſen, was er that, entriß Albert dem nächſtſtehenden Knechte die Flinte, legte an und ſtürzte, als der Schuß gefallen war, auf den Bruder zu, der mit brechenden, halb erloſchenen Augen ihn dankbar anblickte. 3

Vergib, vergib, ſtammelte er, neben dem Sterben⸗ den auf die Kniee ſinkend,nur ein unſeliges Verhängniß hat die Kugel, die den Hunden zugedacht war, den Weg in Deine Bruſt nehmnen laſſen.

440 ſehr gebirgig, ſie fällt oft 100 bis 600 Fuß ſteil wie eine Wand(Bluff) gegen das Meer herab, welches fortwährend da⸗ gegen tobt und eine Landung unmöglich macht. Weiter im In⸗ nern erhebt ſich das Land mehr und mehr, in dem Küſtengebirge an einzelnen Punkten bis über die Schneelinie hinaus. Alle Gewäſſer, welche von dieſem Gebirge kommen, haben ſich tiefe Schluchten gewühlt, in denen ſie in vielen Cascaden und Strom⸗ ſchnellen dem Hauptfluſſe Klamath und ſo dem ſtillen Ocean zueilen. Ddieſe ganze Küſte hat eine ſehr ſtarke Indianerbevölkerung, in viele Stämme getheilt, welche alle ſich ähnlich an Körper, aber verſchieden an Sprache und Sitten und einander feindlich (oder doch nicht freundlich) geſinnt ſind, daher, außer im Kampfe, nicht miteinander in Berührung kommen.

Ein ſehr volkreicher Stamm bewohnt die Ufer des Klamath⸗ Fluſſes, der von ihnen Requa genannt wird, und bei dieſen wohnten die erwähnten Landsleute faſt 2 Jahre als deren Gäſte und Gefährten, und hatten während der Zeit Gelegenheit, dieſe Indianer zu beobachten und die Bemerkungen zu ſammeln, aus denen folgende Beſchreibung genommen iſt.

Die Klamath⸗Indianer(oder Requas) ſind von allen In⸗ dianern Californiens bei Weitem die intelligenteſten und körper⸗ lich am ſchönſten entwickelt. Die Männer ſind ſchlank, groß und dabei kräftig; ihre Geſichtszüge find ſcharf markirt, und ihr lebhaftes feuriges Auge, dazu noch ausgebildete Muskeln und eine hohe Bruſt, gibt ihnen ein männlicheres Anſehen, als meiſtens bei den bartloſen Indianern angetroffen wird. Ihre ſtarken ſchwarzen Haare hängen ihnen über den halben Rücken herab. Ihre Zähne ſind geſund und Zahnlücken eine Seltenheit; da aber das Indianers Hauptſchneidezeug bei Verfertigung

ſeiner Waffen und Geräthe ſeine Zähne ſind, ſo ſchleifen ſie ſich mit den Jahren gleichmäßig ab, ſo daß ſie bei alten Leuten bis aufs Zahnfleiſch abgenutzt ſind. Hinſichtlich der Hautfarbe ſind

ſie ſehr verſchieden; die meiſten von heller Bronzefarbe, manche dunkel wie Neger, dagegen auch einige ſo hell, daß ſie den ſüd⸗ europäiſchen Bauern an Farbe ahnlich ſind, und viele von ihnen würden gewiß ſo hell werden, wie manche Europäer, wenn ſie ſich nicht fortwährend den Einwirkungen der Luft und der Sonne ausſetzten.

Die Männer gehen ganz nackt, nur wenn es kalt iſt, oder wenn ſie auf weitere Excurſionen ausgehen, hängen ſie eine Thierhaut um ihren Oberkörper..

Die Weiber ſind ebenfalls von ſehr kräftigem Körperbau und in ihrer Blüthezeit, die aber nur von verhältnißmäßig kur⸗ zer Dauer iſt, nicht ohne Reize. Sie haben eine ſehr wohlge⸗ formte Büſte, ſtarke Schenkel und Waden, kleine, man könnte ſagen zierliche Hände und Füße, und ihr ſtarkes ſchwarzes Haar hängt in zwei dicken Flechten am Körper herunter, Sie gehen ebenfalls ganz nackt, nur tragen ſie, ſo wie ihre Töchter, ſchon von der früheſten Kindheit an eine kleine Schürze oder zwei Büſchel aus Gras oder feinem Baſt, welche ſie an einer Schnur um den Leib binden, und wovon der Me vorne, der andere hinten herabhängt. Ihr Kinn iſt gewöhklich mit blauen Strei⸗ fen tättowirt.

Die Hütten erbauen ſie auf folgende Weiſe. Auf dem da⸗ zu auserſehenen Platze graben und kratzen ſie ein Loch von der entſprechenden Größe und 3 bis 4 Fuß tief. Dann ſetzen ſie

dieſes Loch ganz mit 4 bis 5 Fuß langen Bretern aus, die 1 bis 1 ½ Fuß in der Erde befeſtigt werden und verhüten ſollen, daß