Jahrgang 
01-14 (1862)
Seite
20
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rückgelehnt hatte,wenn Er aber im Jenſeits einen Richterau den Baum mit dem Hallunken, unſre Geduld hat nun

findet, deſſen Competenz Er anerkennen kann, mag er e gegen mein Urtheil appelliren, ſeine Appellation wird aber jetzt die Vollſtreckung des Urtheils nicht aufhalten. Mein Bruder iſt beurlaubter Soldat, ſiel hier bert, vom Zorne dazu angetrieben, dem Grafen ins Wort, und Se. Majeſtät unſer glorreicher König wird Euch l

keinen Dank wiſſen, daß Ihr einen ſeiner Soldaten wie Schurkerei wird Euch darauf, und der alte Fritz iſt nicht der Mann, der

viel Federleſens macht!

einen Vagabunden behandelt und ohne Recht und Urtheil eigenmächtig aufknüpft. Er fällt aus Seiner Rolle des Beichtvaters, höhnte der Graf, einen ſtechenden Blick auf den zornglühenden jungen Mann werfend;ſtatt in Demuth mein Mitleid au⸗ zuflehen, wagt Er es ſich gegen meine Regierung aufzuleh⸗ nen! Nehme Er ſich ja in Acht, daß ich Ihn nicht Seinem Bruder am Galgen Geſelſſchaft leiſten laſſe! Das Pochen auf Seinen glorreichen König wird Ihm nichts nützen, fuhr er in ſpöttiſchem Tone fort,überdies hat der preußiſche König auch andere Dinge zu thun, als ſich um das Schick⸗ ſal eines einzelnen Soldaten zu kümmern; er wird ſich hüten, die Naſe in das geſtohlene Land zu ſtecken, bevor er ſicher weiß, ob er im Beſitz deſſelben bleibt. Geſtohlen? warf der Verurtheilte trotzig ein, der wohl einſah, daß jetzt ſeine Stunde gekommen war, und deßhalb ſeinem Zorne keine Schranken mehr ſetzte,könn⸗ tet Ihr Euch rühmen, auch nur halb ſo rechtlich in den Be⸗ ſitz Eurer Güter gekommen zu ſein, wie der alte Fritz Schleſien erworben hat, möchte Euch Euer Gewiſſen weni⸗ ger drücken, als es jetzt thut. Uebrigeus ſeid verſichert, daß der alte Fritz Schleſien behält, und der öſterreichiſchen Krone gelingt es gewiß nicht, ihm das Land wieder zu ent⸗ reißen, wimmelte es auch von gräflichen Spionen und Ver⸗ räthern! Wie von einer Natter geſtochen, war der Graf bei den letzten Worten in die Höhe gefahren.He, holla, rief er den neben dem kühnen Sprecher ſtehenden Dienern zu,

Uovellen-Zeitung.

(VII. Jahrg.

Ende! 8 Ihr fühlt Euch wohl getroffen? höhnte Karl, einen

in

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verächtlichen Blick auf den Schloßherrn werfend,oder iſt Al⸗ es die Angſt vor dem Galgen, den Ihr verrätheriſcher Doppelgänger noch einmal zieren werdet, die Euch veran⸗

Mord zu beſchleunigen, den Ihr vorhabt? Eure

aßt, den doch einmal ans Licht kommen, verlaßt

He, wird's bald? ſchrie der Graf zornglühend den

ſäumigen Knechten zu, die jetzt den Verurtheilten ergriffen, oder ſoll ich Euch mit der Peitſche antreiben?

Albert hatte mit ſteigender Angſt dieſem Auftritte bei⸗

gewohnt, und die Hoffnung, das Leben des Bruders noch

einmal gerettet zu ſehen, war bei jedem Worte, welches derſelbe ſprach, mehr und mehr erloſchen, dennoch warf er ſich jetzt, in dem Augenblicke, als die Knechte den Verur⸗ theilten davon ſchleppen wollten, vor dem Grafen nieder und bat mit zitternder Stimme um Gnade.

Verzeiht ihm die kühnen Worte, flehte er,die er in wahnſinniger Todesangſt geſprochen hat, ſchenkt ihm noch einmal das Leben, und wir werden Euch ewig dankbar ſein!

Der Schloßherr ließ eine Weile ſeinen ſtechenden Blick auf dem Bittenden ruhen, dann die Lippen zu einem höh⸗ niſchen Lächeln aufwerfend, erwiderte er:

Wohlan, es ſei, wir wollen von der Kruft und Ge⸗ wandtheit des Verbrechers ſeine Rettung abhängig machen. Holla, wandte er ſich alsdann zu den Knechten, die, den Gefeſſelten in ihrer Mitte, noch unſchlüſſig daſtanden, nehmt dem Menſchen die Feſſeln ab und hetzt die Blut⸗ doggen auf ihn, überwältigt er dieſe, mag er frei von dan⸗ nen gehn. Einem tapferen Soldaten des glorreichen Königs wird es wohl nicht ſchwer fallen, zwei Hunde zu bewältigen, fuhr er in ſpöttiſchem Tone fort, während die

Feuil

leton.

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Wahre Details aus dem Leben der Wilden.

Unendlich viel romantiſche Uebertreibungen über die Sitten und Gebräuche des rothen Menſchenſtammes ſind ſelbſt in den beſten Romanen, ja in gediegenen Reiſewerken verbreitet. Viele Widerſprüche laſſen dies auch den Leſer nach und nach merken, zu ſeinem Nachtheil und Verdruß. Und doch iſt das Thema ſo intereſſant! Um ſo feſſelnder wirkt es daher, ein kleines Portrait⸗ bild von ungeſchminkten Farben zu finden. Ein ſolches hat der verſtorbene Pajeken in ſeinen Abenteuern aus der neuen Welt ge⸗ geben. Wir ſtellen daraus eine kurze Schilderung der Klamath⸗ Indianer am Sacramento zuſammen.

Die Goldſucher in Californien hatten nämlich die Quellen des Sacramento⸗Fluſſes überſchritten und an der Weſtſeite des Gebirges goldhaltige Bäche gefunden, die eine weſtliche Richtung nahmen und ſich in einen Strom vereinigten, der nach dem ſtillen Meere fließen mußie. Beſchwerden und Gefahren machten ein weiteres Vordringen zu Lande damals unmöglich, deshalb ent⸗ ſchloſſen ſich einige küöhne Männer, die Mündung dieſes Fluſſes zur See aufzuſuchen. Aber auch das Vordringen gegen Norden war ſehr ſchwierig, denn der im größten Theile des Jahres we⸗

hende heftige Nordweſtwind und hohe Seegang läßt ein kleines Schiff nur langſam gegen Wind und Strömung laviren, und dabei iſt die Küſte faſt im ganzen Sommer wäbrend des Tages mit dichtem Höhenrauch bedeckt und ſchwer zu erkennen. Die Reiſe dieſer Forſcher fing ſehr bald an, ihnen langweilig zu werden; während einige die Hoffnung aufgaben, den Fluß zu finden, entſchloſſen ſich ſechs andere, unter denen vier Deutſche, mit einem leichten Boote, wie es die Wallfiſchfänger brauchen (whale-boat), ſich vom Schiffe zu trennen und damit einen Landungsplatz an der Küſte zu ſuchen. Dieſe ſahen nnr einen flachen Strand, auf welchem die Brandung des Meeres ſich hoch aufthürmte, und hinter welchem ſich das Land zu einer beträcht⸗ lichen Höhe erhob. Da nirgends eine Bucht oder Einſchnitt zu ſehen war, ſo landeten ſie auf gut Glück, wobei ihr Boot hoch auf den Strand geſchleudert und ſo beſchädigt wurde, daß es unbrauchbar blieb; doch retteten ſie ihre Waffen, den größten Theil ihrer Kleider und ihren Mundvorrath. Nach einigen kleineren Ausflügen in's Land beſchloſſen ſie gegen Süden zu wandern. Schon am zweiten Tage kamen ſie an die Mündung des unter dem Namen Klamath bekannten Fluſſes, welche auf ungefähr 41040/ N. B. gelegen iſt. Die ganze Küſte iſt bis zum

Knecht waren, Weder das G denken gereiz

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