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Nr. 1.] Dritte möchten, da aber Albert bei einem reichen Gutsbeſitzer arbeitete und guten Lohn erhielt, Karl ebenfalls den ganzen Tag außer dem Hauſe zubrachte und, wie er ſagte, dabei nicht müßig ging, ſie zudem auch auf ihre Fragen von den Söhnen ſtets die Antwort erhielt, das Geld ſei recht⸗ lich erworben, ſie ſolle ſich darum nur keine Sorgen
machen, ſo beunruhigte ſie dies auch nicht weiter, und je
mehr die Ctälle ſich füllten, mit deſto größerer Freudigkeit verrichtete ſie die gewohuten Arbeiten in denſelben.
Um ſo ſchwerer traf die plötzliche, ſchmerzliche Nach⸗ richt ihr ahnungsloſes Herz, daß der Wilddieb eingefangen und kein Anderer als ihr Erſtgeborener ſei. Anfänglich hielt ſie dieſe Kunde für ein von böswilligen, verleumde⸗ riſchen Zungen ausgeheudes Gerücht, als ſie aber in den düſteren Zügen des eben heimkehrenden Albert die Beſtä⸗ tigung der Nachricht las, fiel ſie ohnmächtig zuſammen. Eine Stunde ſpäter war ſie in den Armen ihres jüngſten Sohnes verſchieden, der Schlag war zu hart geweſen, er hatte ihr Herz gebrochen.
Albert wußte, daß er von den Dorfbewohnern kein Mitleid für den unglücklichen Bruder erwarten konnte. Er hatte ſich nicht verrechnet: als kurz nach dem Tode der Mutter die gräflichen Beanten unter dem Zulauf der Bauern Haus und Hof in Beſchlag nahmen, hörte er von allen Seiten nur die alte Frau bedauern, die jetzt für die Sünden ihrer Kinder mit büßen müſſe.
Albert ließ die Beamten ſchalten, brach ſich durch die gaffende Volksmenge eine Bahn und eilte dann in fliegen⸗ der Haſt den Berg hinauf, auf dem das Schloß lag. Er wollte wenigſtens den Verſuch machen, das Herz des Gra⸗ fen zu erweichen und den Bruder zu retten, obſchon er im Voraus wußte, daß derſelbe fruchtlos ſein würde.
Als er vor der Zugbrücke ankam, traten ihm vier Knechte entgegen, die einen Menſchen trugen. Raſch eilte er auf ſie zu und erkannie in dem zuckenden, blutigen Körper ſeinen Bruder. Er beſann ſich nicht lange, raſch lud er
Folge.
den Mißhandelten auf ſeine Schultern und ſchritt mit ſeiner Laſt ins Dorf hinab. Da ſein eigenes Haus für ihn verſchloſſen war, mußte er das Mitleid ſeiner Nach⸗ barn in Anſpruch nehmen, und willig wurde ihm eine Thüre geöffnet und eine Streu für den beſinnungsloſen
Verwundeten bereitet.—
Es dauerte geraume Zeit, bevor Karl wieder zur Be⸗ ſinnung kam, und Wochen vergingen, ehe die blutigen Striemen, die ſeinen Körper bedeckten, geheilt waren. Er konnte ſich lange nicht entſchließen, ſeinem Bruder Alles,
was mit ihm geſchehen war, zu berichten, und nur die Nach⸗
richt vom Tode der Mutter und dem Verluſt ihrer ganzen
Habe ſchien ihn dazu bewegen zu können.
Er berichtete, daß er, als er auf dem Anſtand gelegen habe, plötzlich von dem Förſter überfallen, gefeſſelt und ins Schloß geſchleppt worden ſei. Dort habe ihn der Graf ſofort ins Verhör genommen und, ohne ſeine Vertheidigung, ohne den Einwurf, daß er Soldat ſei und alſo nur vor ein militairiſches Gericht geſtellt werden könne, zu berück⸗ ſichtigen, ihn zu funfzig Peitſchenhieben verurtheilt. Aber keinem ſeiner Knechte habe er die Vollſtreckung dieſes Ur⸗ theils aufgetragen, weil er, wie er ſagte, befürchtete, ſie möchten nicht hart genug zuhauen, und ſchon habe er da⸗ von geſprochen, daß er zuvor den Henker aus der nächſten Stadt herbeiholen müſſe; da ſei plötzlich der Förſter vor⸗ getreten, um ſich freiwillig zur Ausführung der Schand⸗ that zu melden.
„Die Augen des Schloßherrn leuchteten unheimlich bei dieſem Anerbiten, er ſelbſt band mit teufliſchem Hohn⸗ lachen mich an den Pfahl,— das Uebrige erlaſſe mir,“— ſchloß der Unglückliche ſeinen Bericht, indem er das Antlitz in die Hände barg und mit den mühſam hervorgeſtoßenen Worten:„Rache, Rache!“ auf ſein Lager zurückſank.
Man kennt bei uns im Norden nur den Brunetti von Rom,
gewöhnlich Ciceruacchio geheißen, der allerdings das rauhe Ele⸗
ment der Trasteveriner mit allem Glück des ſüdlichen Feuers und aller Geläufigkeit der römiſchen Zunge repräſentirte. Man kennt nicht die edlere, feinere und doch urgewaltige Erſcheinung des Nachfolgers der florentiniſchen Ciompi oder Tuchkratzer, den Giu⸗ ⸗ Dolfi im italieniſchen Athen, es ſei denn, daß irgend ein ſcher Neugierling die dummen Verleumdungen jenes alten ses geleſen habe, die in der politiſchen Welt den Titel„Depe⸗ an Lord. Normanby's“ führen. Wie über alle Dinge einer ihm gänzlich fremden Welt, ſo hat der edle Lord auch über die claſſiſche Figur des Giuſeppe Dolfi das Waſchwaſſer ſeiner böswilligen Unwiſſenheit ausgegoſſen.
Giuſeppe Dolfi— der dritte Giuſeppe, der den Giuſeppe Maz⸗ zini theoretiſiren läßt und es vorzieht, mit Giuſeppe Garibaldi zu handeln,— iſt ein einfacher Bäcker in Borgo San Lorenzo, nahe beim Dome zu Florenz. Er bäckt vortreffliches Brod, ſalzt es ſogar ausnahmsweiſe, was in Italien ſonſt nicht üblich iſt, fabri⸗ eirt ausgezeichnete Paſta, Macaroni, Nudeln, Vermicelli ꝛc. und ſitzt den ganzen Tag in ſeinem Comptoir im hinterſten Theil der Bottega. Dieſes Comtoir iſt ſo groß wie ein mobiler Pferdeſtall auf der Eiſenbahn, hat Platz für einen Stuhl, und der Stuhl iſt gerade groß genug für einen Mann. Auf dieſem Stuhle ſitzt ein Nann, wie 6 im Plutarch nicht ſtehen.
Kommt man in den Laden, ſo muß man oft längere Zeit warten; denn der Farnajo gibt beſtändig Audienz, in aufgeregten
Zeiten oft Hunderte an einem Morgen. Dringt man endlich bis voors Heiligthum— verſteht ſich von einer höchſt reſpectabeln Per⸗ ſon eingeführt,— ſo tritt Giuſeppe aus ſeinem Kaſten„„drückt
uns die Hand und offerirt uns ſeinen Stuhl, den natürlich kein Menſch annimmt. Er iſt ein großer, ſtark gebauter, ſchöner Mann von 43 Jahnen, deſſen offenes Geſicht von Wohlwollen er⸗ glänzt, hinter deſſen Stirn aber die politiſche Starrköpfigkeit ſitzt, und deſſen Mund wohl ausſieht, als ob er zur rechten Stunde das rechte Wort mit Entſchiedenheit ausſprechen könnte.
Wollte dieſer Mann Memoiren ſchreiben, ſo könnte ein Du⸗ tzend von eiteln Gecken und Hanswürſten der Selbſtberäucherung ihre Feder niederlegen. Aber Dolſi iſt ſo beſcheiden, er häͤlt ſich ſelbſt für ſo wenig im großen Vaterlande, daß er noch keinem Zeichner geſeſſen hat, daß die Illuſtrirten Zeitungen ſeine Züge zuſammenſtellen müſſen.
1853 fand die erſte Hausſuchung auf Befehl des Buon Go⸗ verno bei ihm ſtatt—„gute Regierung“ hieß damals in Florenz wie in Modena die Polizei, welche das Malgoverno oder die Juſtis beſtändig verbeſſerte.
Man fand aber nichts als Mehl, der beſte Beweis von der Weisheit unſeres Popolano. 1855 hatte das Buongoverno etwas beſſeren Erfolg; es entdeckte eine hochverrätheriſche Teigform und ſperrte den Inhaber auf zwei Monate ein. 1857, als die Livor⸗ neſer ihre Sympathie mit dem tragiſch edlen Piſacane an den Tag legten, ſpazierte unſer Bäcker wieder auf achtzehn Tage ins Gefängniß. 2
Dieſes gelinde Märtyrerthum verlieh dem Bäcker von San Lorenzo eine ſtets größere Popularität; er wuchs zum Helden und Apoſtel der Popolani heran, und die Patrizier fühlten bald, daß dieſer Mann nicht mehr zu umgehen ſei. Im Frühjahr 1859, als des ſich um die„Befreiung bis ans Adriatiſche Moer“ handelte, ward Giuſeppe Dolfi in den hohen Rath der patriotiſchen Führer von


