Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
811
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deren Worten das innre Leben zu ermeſſen! Seine Erzäh⸗ lung von einem Diner bei Rothſchild, dem großen orien⸗

= 4 1 rru* 5 Nr. 51. Dritte folge. 811

ſoft recht precairen Situation eines deutſchen Journaliſten.

taliſchen Geldfürſten, gleicht einem Bilde aus Tauſend und Abends einige Male aus der Geſellſchaft alter Kriegskame⸗

einer Nacht; ſo wie ein von ihm aſſiſtirtes Lever bei Ihrer Majeſtät an Ludwig's XIV. glänzende Hofhaltung erinnert, deſſen Ceremoniell bei ſolchen Gelegenheiten am Hofe von St. James noch immer ſehr ſcrupulös beobachtet wird. Das ſind magnifique Bilder in der That; aber der Fürſt geſteht es ſelbſt was das große Uebrige be⸗ trifft ſo ſchlüpfte er zu ſpät in die türkiſchen goldge ſtickten Pantoffeln, um den elektriſchen Funken zu gewah⸗ ren, welcher am Morgen das Leben der Rieſenſtadt erweckt und die öffentlichen und geheimen Getriebe des gewaltigen Staatsmechanismus bis zum allerkleinſten in Bewegung ſetzt. Was das Uebrige betrifft, ſo ſagt der Erlauchte ſelbſt, daß er ſtets zu müde geweſen ſei, den Anfang eines Lon⸗ doner Tages vor 12 Uhr zu erblicken.

Dagegen ſollte man von einem Schriftſteller, wie der, welcher unlängſt in einem vielgeleſenen Blatte eine Schilderung von einem Londoner Morgen geliefert deſſen Tagwerk, hochbezahlt, in unſeren Zeiten nicht viel mehr einbringt als das Eintrittsgeld im Coventgarden⸗ theater, vielleicht eine Kleinigkeit darüber, um ein kleines Auſterneſſen auf dem Rückwege in das private lodging im Strande oder Cheapſide einzunehmen, mit Fug und Recht erwarten, daß er nüchtern und munter genug ge⸗ blieben ſein müßte, um mehr als einen Morgen in London mit klaren, ungetrübten Augen betrachten zu können.

Was mich ſelbſt während meiner Anweſenheit in Lon⸗ don betrifft, ſo habe ich mich weder in der übercomfor⸗ tabel⸗ariſtokratiſchen Lage des edelen Herrn befunden, der,

dem Publicum eine recht deutliche Vorſtellung von

rrlichkeit zu geben, es nie unterläßt, ſich als Groß⸗ darzuſtellen, der nicht anders als im eleganten, mit M denklichen Bequemlichkeiten ausgeſtatteten Reiſe⸗ wagen durch die Welt fahren kann; noch in der zu Zeiten

Kurz, ich habe während meines letzten Aufenthaltes weder zu viel noch zu wenig in Caſſe gehabt. Höchſtens bin ich

raden etwas in high spirits zu Bett gegangen; indeſſen habe ich mit wenigen Ausnahmen einen wirklichen Morgen in London nicht gern verſäumt.

Gleich Morgengewittern zogen ſie am dämmernden Horizonte herauf. Wie ferne Meeresbrandung, die am Felſengeſtade ſich bricht, ſo verkündigte, näher und näher heranwogend, ein nicht zu beſchreibendes, die Nerven er⸗ ſchütterndes Getöſe das Erwachen ſämmtlicher dem Rieſen⸗ körper Unterhalt und Nahrung zuführenden Elemente. Wie vom Wirbelwinde umbrauſt, wurde es zum ſchmettern⸗ den Donner, der allmählich in ſämmtlichen Straßen der alten City bis hinaus zu dem fernſten der Docks, zu den für die Producte des Oſtens und des Weſtens beſtimmten Hafenpläͤtzen, zuſammen hallte. Es war nicht ein einzelnes, ſondern ein allgemeines Wogen mit gewaltigen Zu⸗ ſtrömungen, in denen das Volk zu den ſich ſelbſt und ſo viele fremde Millonen ernährenden Beſchäftigungen ſich drängte; zu Fuß und zu Roß, in zahlloſen leichten Cabs und in rieſigen kaum zu überſehenden Omnibus, die, vom Kutſcherſitz bis zum Verdeck mit Menſchen bepackt, ſich treibend und drängend durch und nebeneinander ſich hin⸗ wälzten, als gelte es einer Aus- oder Einwanderung für die Geſammtheit. Kein Unglück geſchieht; zu gut iſt der Mechanismus der Rieſenſtadt geordnet, als daß ſelbſt ein Greis auf der ihm bekannten Bahn einen Fehltritt thut. Das Sauſen und Brauſen abgerechnet, gewährt es den Anblick eines friſch aufgeſtörten Termitenhaufens, ſobald die donnernde Ouvertüre den großen Anfang des alltäg⸗ lichen Londoner-Spectakelſtückes verkündigte. Da war's nicht die Individualität eines noch etwas ſchläfrigen Blickes mit der nachbarlichen Servante liebäugelnden kleinen Laden⸗ dieners, während ſie zum Einkauf der Milch an die Thür tritt;

rechtmäßigen Regenten daraus entſtand. Die Nation fühlt ſich in der legitimen Nachfolge ihrer Monarchen intereſſirt, deshalb

verordnen die Geſetze, daß irgend eine Uebertretung, die zu dem

Gegentheil führen kann, in der ſtrengſten Weiſe beſtraft werden ſoll.

Nach dem Inhalte des Briefes des Königs zu urtheilen, hielt er Chom Choi nicht für ſo ſchuldig, als ihre Feinde ſie zu machen wünſchten, obwohl er ſehr naiv bemerkte:

Sie können ſie nicht jung nennen, wie Sie thun, denn ſie

iſt neunzehn Jahr alt; indeſſen ſoll ſie den Tod nicht leiden, ſie und andre Frauen werden vor einem Tode von Henkers Hand gerettet werden; aber ihre Einkerkerung für Lebenszeit oder für eine lange Zeit, je nach meinem Belieben, iſt doch unver⸗ meidlich.

Obwohl in dem Briefe ſich keine beſtimmte Verſicherung fand, daß alle in die Intrigue verwickelte Perſonen begnadigt werden ſollten ſo glaubte ich doch, es könne nicht anders ſein.

ſagen zu muſſen, daß ich mich in einem Irrthum be⸗ Der mit der Unterſuchung beauftragt geweſene Gerichts⸗

Es thut

Adeligen, deren Verwandte bei frühern Gelegenheiten oie feſtgeſetzte Todesſtrafe für ähnliche Anklagen erlitten hatten, 3 5 b

Alle verlangten ein Sühnopfer für die Beſchimpfung, die gegen das königliche Harem beabſichtigt worden war, und der König ſchenkte ihnen unglücklicher Weiſe Gehör. Ich vernahm nichts von dem Beſchluß des Raths, daß der Edelmann und ſeine Frau,

die beide in die Angelegenheit verwickelt waren, den Tod leiden

ſollten, als bis der Urtheilsſpruch bereits in einer empörenden Art ausgeführt worden war. Hinrichtungsplatz gebracht und als ſie daſelbſt angekommen

Die Verbrecher wurden nach dem

waren, erhielt es iſt ſchrecklich zu ſagen der Vater der Frau den Befehl, der Scharfrichter ſeiner eigenen Tochter zu werden. Er ſchreitet auf ſie zu, fühlt ſich außer Stande, ihr den Tod zu geben, und geht voller Schrecken zurück. Von denen, die

zugegen waren, um zu ſehen, daß das Urtheil in der feſtgeſetzten

Art vollzogen werde, gedrängt nein gezwungen, nähert er ſich ſeinem Kinde zum zweitenmal, verſetzt ihr den Hieb, der ſie leider nur verſtümmelt, und der eigentliche Scharfrichter, der bisher nur in der Nähe geſtanden hatte, tritt nun heran, um ſie zu enthaupten. Der Edelmann war verurtheilt worden, erſt die Hinrichtung ſeiner Frau anzuſehen, und dann einen ähnlichen Tod zu erleiden. Zum Glück für ihn fand er ſeinen Tod in einer weniger empörenden Weiſe. Doch damit war die Barbarei der Scene noch nicht zu Ende. Die Gefangenen waren mit eiſernen Feſſeln an den Knöcheln auf den Hinrichtungsplatz gebracht wor⸗ den. Der Scharfrichter nahm ſie nach der Hinrichtung nicht ab, indem er das Schloß öffnete, ſondern hieb die Ferſen der unglück⸗ lichen Frau ab, um die Feſſeln von den Füßen abſtreifen zu können.

Als die Hinrichtung ſtartgefunden hatte, wurde der Leichnam des Mannes an einer Art von Galgen in die Höhe gezogen, mit den Armen daran befeſtigt, worauf eine Compagnie Soldaten aufmarſchirte und ihre mit Kugeln geladenen Musketen auf ſei⸗ nen Leichnam abſchoß. Die beiden Leichname ließ man dann zur Warnung bis zum Sonnenuntergang aufgehängt auf dem Hin⸗ richtungsplatze.

Man erzählt, daß ähnliche Verbrechen, wie die der Verur⸗ theilten, welche, wie eben erzählt worden iſt, in einer ſo barbariſchen Art hingerichtet wurden, früher ihre Strafe in