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„Wo?“ V „Ich gebe einem kleinen Kreiſe meiner Freunde in dem Rathskeller ein Feſt—“
„Ah, der Rathskeller birgt die berühmten Rheinweine?“
„Wir werden von dem älteſten und beſten trinken.“
„Gut, ich nehme Ihre Einladung an, Herr Roland.“
„Vortrefflich!“
„Wann muß ich erſcheinen?“ V
„Um neun Uhr. Die Nacht iſt unſer. Morgen iſt ein Sonntag— wir können ausſchlafen, denn das Comp⸗ toir bleibt geſchloſſen.“
„Abgemacht, ich komme um neun Uhr!“
„Sie werden einen Genuß haben, den Ihnen keine zweite Stadt Deutſchlands, vielleicht Europa's bietet.“
„Ich bin im Voraus Ihr dankbarer Schuldner!“ ſagte Dorner, ſich verneigend.„Kaffee!“ befahl er.
Die Taſſe dampfte vor ihm auf dem Tiſche. Nachdem er getrunken, fragte er, als ob ihn nur Neugierde reizte:
„Wer iſt der Stutzer mit dem goldenen Lorgnon?“
Eduard hatte ihn bis jetzt nicht bemerkt.
„Wo?“ fragte er.
„Er ſitzt der jungen Dame gegenüber, die Ihnen nicht gleichgültig zu ſein ſcheint— ich meine die Enkelin des alten Ortelli.“
„Ach, der Mann im grünen Rocke!“
„Ganz recht. Er betrachtet die Dame, ſo oft ſie lieſ't. Sieht ſie auf, wendet er das Glas nach einer an⸗ dern Richtung. Der blaſſe Elegant beſitzt Lebensart. Iſt er ein Kind dieſer Stadt?“
Der Sohn des Banquiers hatte den Elegant beob⸗ achtet.
„Ich ſehe ihn heute zum erſten Male. Ah, bah,“ fügte er hinzu,„dieſes Geſicht kann mir nicht gefährlich werden. Wie geſchmackvoll er ſeine dürren Knochen mit Flittern be⸗ hängt hat— dieſer Mann iſt ohne Zweifel ein Engländer,
Novellen⸗Zeitung.
Vermögen wieder in Ordnung zu bringen. Die Briten ſparen, wenn ſie unter uns leben. Das kurz geſchorene Haar iſt die neueſte engliſche Mode. Verlaſſen Sie ſich darauf, es iſt ein blaſirter Engländer!“
Eduard warf die Handelszeitung auf den Tiſch, die er in der Hand gehalten.
In dieſem Angenblicke entfernte ſich Ortelli mit ſeiner Nichte. Der EClegant ſah den Beiden ſo lange nach, bis ſie aus der Veranda verſchwanden. Dann machte er eine Promenade zwiſchen den Tiſchen hin. Er ſah die Handels⸗ zeitung. Artig fragte er mit einer klangvollen Stimme:
„Kann ich dieſes Blatt nehmen?“.
„Wenn Sie die Handelszeitung ſuchen,“ antwortete Dorner.
„Ja, mein Herr!“
„Ich bitte ſie mir zurück, wenn Sie geleſen haben.“
„Sie ſteht nach fünf Minuten wieder zu Dienſten.“
Der Fremde ſetzte ſich an den nächſten Tiſch, und las ſehr eifrig. Dorner hatte dieſes kurze Geſpräch eingeleitet, um ſeinen Mann näher kennen zu lernen. Dieſelbe Stimme hatte er in dem Bilderladen gehört, daſſelbe Ge⸗ ſicht hatte er in dem Thore geſehen. Waren der graue Mann und dieſer Elegant identiſch?
„Herr Dorner,“ flüſterte Eduard ihm zu.
„Was beliebt Ihnen, mein Herr?“
„Dieſer Menſch ſpricht ein zu gutes Deutſch, er kann kein Engländer ſein.“
„Ich halte ihn auch nicht dafür. nie geſehen?“
„Nie!“ verſicherte Eduard.
„Der Mann intereſſirt mich.“ 4
„Sein Geſicht iſt claſſiſch!“ flüſterte der Commis. „Sehen Sie nur, wie er jetzt mit den Mundwinken zuest: wie er die unſchuldige Cigarre zerbeißt— vie fallen ihm die Courſe nicht— ah, er iſt ein Specuta
Der Fremde zog ein elegantes Taſchenbuch, legte es
der auf das Feſtland gekommen iſt, um ſein zerrüttetes
Bei Sonnenaufgang blickte der heilige Druon, der ſeine fer beendigt hatte, um ſich. Er ſah ſich in ſeiner Zelle rank wie vorher allein. Alles war verſchwunden, Engel, „ſelbſt die Vögel.
In Norwegen ſpielt in den Legenden über die Sternſchnuppen der heilige Olaf eine Rolle.
In einer Sommernacht bat der heilige Olaf in einem finni⸗ ſchen Dorfe um Gaſtfreundſchaft. In jener Gegend ſind die Sommernachte eben ſo hell und warm wie die Tage, weil die Sonne nicht untergeht. Man findet daher in den von Tannen⸗ holz erbauten Häuſern keine Kühle, und der heilige Olaf wendete ſich zuerſt an einen reichen Bauer, der an der Schwelle ſeines Hauſes ſein Abendeſſen genoß. Er ſchilderte ihm die Ermüdung, den Hunger, den Durſt, das Bedürfniß nach Ruhe ae f⸗ das er fuͤhlte, und bat ihn um ein Aſyl für dieſe Nacht. Der Bauer, der eben einen Krug Branntwein geleert hatte, wovon ſein Kopf etwas taumelte, fragte den heiligen Olaf in harten Worten, weshalb er ſo dumm ſei, ſein Kloſter zu verlaſſen und ſich auf den Landſtraßen herumzutreiben. Der Pilger antwortete mit ſoviel Sanftmuth und Geduld, daß der Pächter ihm erlaubte, mit zwei großen Jagdhunden die Reſtädes Abendeſſens, die ſich noch auf dem Tiſche fanden, zu theilen.
Als der heilige Olaf ſeinen Hunger geſtillt hatte, bat er um etwas zu trinken. Der Bauer reichte ihm ſpottweiſe den Brannt⸗ weinkrug, den er bis auf den letzten Tropfen geleert hatte, und fing an über ſeinen Witz laut zu lachen. Sein ſechsjähriges Töchterchen, welches Zeuge dieſer Grauſamkeit war, lief hurtig an die benachbarte Quelle, um dem Pilger eine Taſſe voll Waſſer zu bringen.
Mein liebes Kind,“ ſagte der Heilige zu ihr,„ſei geſegnet, daß Du ſo jung ein Werk der Barmherzigkeit, das Jeſus Phenus
uns ſelbſt in den Worten geboten hat: Ich bin durſtig geweſen
und ihr habt mich getränkt, ausgeübt haſt. Du haſt den Fehler
Deines Vaters gut gemacht.“.
Er nahm die Taſſe und goß das Waſſer, das ſie enthielt, in die Luft. In denſelben Augenblicke flogen Sternſchnuppen nach allen Richtungen des Himmels, und der von Licht glänzende heilige Olaf, deſſen Haupt von einer Strahlenkrone umgeben war, erhob ſich langſam nach dem Paradies. So lange man ihm mit den Augen folgen konnte, ſah man, wie er mit ſeinen Händen das barmherzige Kind ſegnete.
Der Bauer ſank auf ſeine Kniee, ſagte ſein Glaubensbe⸗ kenntniß her und gelobte, jährlich: an dieſem Tage den Armen ſoviel Geldſtücke zuzuwenden, wie er eben Sternſchnuppen gezählt hatte, und er hielt das, was er gelobt hatte. C.
Genrebilder. Ein freund der Wahrheit. Sir Walter Raleigh, der berühmte engliſche Seeheld, war ein Verehrer der ſtrengen Wahrheit. Ein Beweis, der ihm eines Tages von der Unmöglichkeit geliefert wurde, ſelbſt in Bezug auf Ereigniſſe, die ſich ſ
L unter unſern Augen zugetragen, zu einer ſtrengen Gewißheit zu gelangen, beſtimmte ihn, ein Geſchichts⸗ werk, mit deſſen Abfaſſung er ſich eben beſchäftigte, den Flammen zu opfern. Die Anekdote verdient mitgetheilt zu werden. Ein
engliſches Buch erzählt ſie in folgender Art. 1
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