Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
805
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. Jahrg

g. Jfundvierzig Haar war und in die

Knicht ſein, ene Körper Phantaſte üderglaſ'tes 1. Fäclte aben da

en ſich ſcheu ſeine Klei⸗ malzuſtande

ſchmuzigen lieb iſolirt;

kte. Sein lleyrand's, Rabig, als lten Augen⸗

Beobachter ereſſirte ſich den Agnes? derhändlers grblicken der

de, um den her wie lieh

Wute waren er ſah nach , lockte ſein

ennt mon die

des römiſchen Cbriſtenthum, te Bewachung

nM* iete gegendi⸗

Nr. 51.]

Windſpiel und ging, nachdem er ſeinen enormen Schirm grünem Tuche, hellgraue Pantalons und auf ſeinem kurz⸗

ausgeſpannt hatte.

geſchorenen blonden Haupte einen braunen Kaſtor nach der

Da bewegte ſich auch der graue Mann; er zog ſein be⸗ neuſten Mode. Zwiſchen ſeinen weiß behandſchuheten ſchmuztes Taſchentuch hervor, trocknete ſich die feuchte Fingern ſpielte der goldene Knopf eines zierlichen Rohr⸗

Stirn und ging. Sein langer Rock ſtreifte den Eckſtein am Thore.

Dorner hatte bemerkt, daß der Fremde einen Brief bei dem Herausziehen des Tuchs verloren. Mit einer Art Gier hob er das Papier auf und las die Adreſſe: An Herrn Edmund John, am Hafen Nr. 6.

Gut, dachte er,die Wohnung iſt angegeben, ich kann alſo durch dieſen Brief, der noch nicht erbrochen iſt, mit dem Manne anknüpfen; mir bietet ſich eine Veranlaſ ſung, ihm einen Beſuch abzuſtatten.

Unbeſtimmt, wie das erſte Glühen des Tages, dämmerte in ihm die Vermuthung auf, der Adreſſat ſtehe zu der ſchönen Antonie in Beziehung. Wir werden bald erfah⸗ ren, warum dies für Dorner von Wichtigkeit war. Durch Vorausſetzungen, die Auswahl der wahrſcheinlichen Ver⸗ muthungen und Befürchtungen kommen Richter, Liebhaber und Spione hinter die Wahrheit, die auf geradem Wege nicht zu erlangen iſt.

Die Zeilen waren offenbar von der Hand einer Dame

geſchrieben; Dorner kam es ſelbſt vor, als ob er die Züge

früher ſchon geſehen hätte. Der Rentier verbarg den Brief, ging in ſein Hôtel, ſpeiſete zu Mittag und kam um drei Uhr in dem Café turc an. Chriſtoph Ortelli und Agnes ſaßen an ihrem Tiſchchen. Beide laſen eifrig Journale. In ihrer unmittelbaren Nähe ſaß ein elegant gekleideter Mannz er beobachtete verſtohlen durch ſein goldenes Lorg⸗ non die beiden Perſonen, welche eifrig die Journale durch⸗ blätterten. Bemerkte er, daß Agnes aufblickte, ſo ſah er

empor oder nach einem andern Ziele. Dieſe

a bewies, daß der Elegant nicht zu der indis⸗

ereten Jugend der Stadt gehörte, die naſeweis die Schöne

anſtarrte. Der Elegant trug einen feinen Rock von ſtahl⸗

ſtöckchens.

Joſeph Dorner nahm ſeinen Platz ſo, daß er das Ge⸗

ſicht dieſes Beobachters ſehen konnte, denn für ihn hatte Jeder Intereſſe, der ſich für die Familie Ortelli's intereſſirte. Was iſt das? fragte er ſich überraſcht.

Er ſetzte ſein Glas an das Auge. Deutlich ſah er das Geſicht des grauen Mannes. Das war dieſelbe Stirn, das waren dieſelben Augen mit den welken Lidern und dem Talleyrandblicke; das war dieſelbe Naſe, derſelbe Mund, daſſelbe ſpitze Kinn das ganze hagere und bleiche Geſicht. Das lange Haar war verſchwunden ſtatt deſſen zeigte ſich kurzes hellblondes. Auch die Geſtalt war die des grauen Mannes nur ſchien ſie jetzt nicht ſo ent⸗ ſetzlich mager und lang zu ſein. Aber wie anders war das Benehmen, wie anders waren die Manieren! Der Elegant rauchte gemächlich eine feine Cigarre und blies mit Virtuo⸗ ſität den blauen Rauch empor. Den Mocca ſchlürfte er mit dem Hochgenuſſe eines Kenners.

Dorner hatte das ſtoiſche Geſicht des Grauen zu genau während des Gewitters betrachtet, als daß er nicht jedes charakteriſtiſche Kennzeichen in ſich aufgenommen haben ſollte hier fand er ſie alle wieder. Der Fremde gab ſich nicht einmal Mühe, ſie zu verbergen. Gleichgültig wie unter dem Thore ſah er auch hier den Rentier an, der nun an einem Verhältniſſe mit Antonien kaum noch zweifelte. Die Erſcheinung war für ihn von großer Wichtigkeit ge⸗ worden. Da ſah er Eduard Roland neben einem Olean⸗ der ſitzen. Grüßend trat er dem jungen Manne näher und

ließ ſich neben ihm nieder.

Ich habe Sie erwartet, Herr Dorner! ſagte Eduard. Sehr verbunden, Herr Roland. Wollen Sie dieſen Abend mein Gaſt ſein?

gen Himmel und goſſen dann ihre in einen feurigen Regen um⸗ er 2 Stück 2 ſa genommen und auf die Gefahr hin, ſelbſt ohne Nahrung zu ſein,

geſtaltete koſtbare Ernte über die ganze Eine heilige Patkcius ein Jahrhundert ſpäter das Evangelium ver⸗ kündigte. Die Irländer ſagen nun, zum Zeugniß dieſes Wunders falle vorzüglich am 6. Aug., dem Todestage des heiligen Sixtus, und am 10. Aug., dem Jahrestage des Märtyrertodes des heili⸗ gen Laurentius, ein Sternregen. In Flandern verdoppeln die Landleute zu derſelben Zeit ihre Gabete für die Verſtorbenen. Sie verſichern, daß im Auguſt

Oberfläche der Erde.

jeſer geſegneten Thränen fiel auf Irland, dem der

die im Fegefeuer zurückgehaltnen Seelen den Ort der Büßung und

Reinigung verlaſſen, um ins Paradies einzugehen. Nach ihrer

Anſicht ſind die Sternſchnuppen die Seelen, denen Verzeihung zu 3 3 Zu derſelben Zeit bekleideten ſie den heiligen Druon mit dem prieſterlichen Gewande, das ſo von Edelſteinen glänzte, daß der

Theil geworden iſt und die an dem Himmelsgewölbe dahinfliegen, um zu den Füßen Gottes zu eilen.

nigen von Greiſen bewohnten Hütten des Cambreſis ſich noch, der heilige Druon ſei in der Nacht vom 10.

g. durch eine ſchwere Wunde an ſeinem Fuße in ſeiner urückgehalten worden. Dieſe Wunde habe ihn ver⸗ hinvert, das Bret zu verlaſſen, das ihm zum Lager diente, und ſich

zu erheben, um vor Sonnenaufgang für die Seelen im Fege⸗ feuer das heilige Meßopfer darzubringen. Er habe darüber lange 2 1de p 5 ſchnuppen an dem Himmel dahin, an dem eben die Morgenröthe

und bitter geweint, dann aber, nachdem er viele Thränen vergoſſen hatte, gebetet und zu ſich geſagt:Da ich nicht im Stande bin, etwas zur Erleichterung der Seelen im Fegefeuer zu thun, ſo will ich wenigſtens das Loos der kleinen Vögel, die munter zu werden anfangen und um meine Einſiedelei herum ſingen, zu erleichtern

ſuchen.

Hierauf habe er das einzige Stück Brod, das er noch beſaß,

es gekrümelt und dieſe Krumen, ſo weit er vermochte, aus ſeiner Zelle und auf die Schwelle ſeiner Thür geworfen.

Eine Wolke von Vögeln habe ſich ſofort auf das Futter ge⸗ worfen; zwei der kühnſten ſeien ſogar bis in die Zelle geflogen, um zu Füßen des Heiligen die Brodkrumen aufzuleſen. Der heilige Druon ſei ihnen mit den Augen gefolgt, und habe mit Erſtaunen bemerkt, daß ſie immer größer würden und ſich end⸗ lich in Engel mit langen azurblauen Flügeln verwandelten.

Schneller, als ich es zu erzählen vermag, hätten dann die Engel neben dem Lager des Heiligen einen Altar von maſſivem Golde errichtet, auf dem ſie die brennenden Kerzen, ein Meßbuch und einen Kelch, wie menſchliche Augen ſie nie erblickt, aufſtellten.

Heilige nur mit ſeinen Augen blinzeln durfte, wenn er nicht blind werden wollte. Dann knieeten die beiden Geſandten des Heilandes nieder, machten das Zeichen des Kreuzes und ſagten mit einer ſüßen Stimme, die bis ins Innerſte der Herzen drang, die erſten Meßgebete, und der durch ein Wunder geheilte Heilige erhob ſich und feierte das heilige Meßopfer in der tiefſten Zerknirſchung. Als er die Meſſe beendigt hatte, flogen Tauſende von Stern⸗

erſchien, und aus jeder Sternſchnuppe rief ihm eine Stimme zu: Habe Dank, Druon, ich verdanke Dir das Paradies!

Der Heilige, der eben begonnen hatte, das De profundis zu leſen, unterbrach ſich, um ein Te Deum zu ſingen, und die Engel vereinigten ihre Stimmen mit der ſeinigen.