, neckiſch, übermüthig, enfroh und doch ſo gütig, und ſpricht kein Wort;
ht, bis auf den Grübchenwangen oſenrothe Lichter prangen, Lacht und flieget fort.
3.
Bitte: weine, Lilian! Allzeit an der Freude nippen
Taugt nicht, kleine Lilian. Durch mein tiefſtes Herz es dringet, Wenn von deinen roſ'gen Lippen Silberhelles Lachen klinget,
Bitte: weine, Lilian!
4
Glaub': ich bin ein Mann! Singt das Vöglein gar zu ſchrill, Böſe Lilian, In dem Dunkeln wird es ſtill, Kleine Lilian.
„O komme nicht, wenn ich geſtorben bin.“
O, komme nicht, wenn ich geſtorben bin,
Um eitle Thränen auf mein Grab zu weinen,
Zu weinen und zu klagen: er iſt hin!
Und ach! wie ihn, ſo liebt ich keinen, keinen.—
Mir ſingt der Wind ein Schlummerlied, doch du— Laß mich in Ruh!
Kind, war es Laune, war es mehr als das,
Mir gilt es gleich, du biſt mir doch verloren,
Wenn über meinem Haupte nickt das Gras,
Heirathe dann, wen immer du erkoren.
Ich bin ſo müd', ſo müde, Kind! und du— Laß mich in Ruh!
Die Bettlermaid.
Mit zücht'ger Scham, im dürft'gen Kleid, Und ſchön, wie man noch keine ſah,
So trat die junge Bettlermaid
Vor deinen Thron, Cephetua.
Von ſeinem Thron der König ſtieg, Um ihr ins dunkle Aug' zu ſeh'n. Es iſt kein Wunder, ſagten ſie, Der helle Tag iſt nicht ſo ſchön.
Wie goldner Mond aus Wolkennacht, Glänzt ſie aus härenem Gewand,
Der pries ihr Haar und der die Pracht Des dunkeln Aug's und der die Hand.
So wunderhold, ſo lieblich war Kein Fräulein in dem Königsſaal. Cephetua ſchwur mit theurem Eid: Die Bettlermaid wird mein Gemahl.
behalten ihr Gallenfieber auf nge Zeit. Nun gibt es, außer anderm Unkraut, noch freche Schurken, die ſich durch nichts reizen
laſſen; ſie handeln nach einem immerwährenden tapfern⸗Inſtinct
der Bosheit und ſchaden uns aus allen Diſtanzen.
Sei mild gegen die Todten. Beurtheile aber auch Abweſende mit Schonung: ſie theilen es mit Jenen, ſich nicht vertheidigen zu können. 3
„Ich will lieber zwei Rachſüchtige als einen Neidiſchen, im Rücken haben.
Wenn ſich Feindſeligkeit in die Kritik miſcht, wird ſie gemein;
wenn ſie Freundſchaftsempfindungen hegt, dumm. In beiden Fällen ſchreibt der Kritiker nichts als Maculatur.
Etwas Heiteres mit Ernſt ſagen, iſt gewöhnlich nur eine kokette Angewohnheit und nicht bedenklich. Ernſtes ſtets mit Lächeln ſagt, dem mißtraue. ihm ſelbſt nicht Ernſt, oder er wünſcht, daß es Dir nicht Ernſt ſei. 4
Die Virtuoſität iſt eine launiſche Geliebte, niemals eine treue Gattin, deren man gewiß iſt. Wenn man ſie nicht täglich beſucht und ihr ſchön thut, wird ſie uns gram. Virtuoſität kann man nicht in einen Kaſten packen und aufbewahren, denn man beſitzt und behält ſie nur, indem man ſie fortübt. Die Kunſt zu leben iſt auch eine Virtuoſität, die wir im Alter verlernen„.
Wer Dir aber etwas Entweder iſt es
Mannigfaltiges.
Der Kurfürſt Johann Georg I. von Sachſen wurde im Jahre 1617 von dem Kaiſer Matthias und dem Erzherzog Fer⸗ dinand II. in Dresden beſucht. Als dieſe hohen Gäſte das kur⸗ fürſtliche Zeughaus beſahen, ſagte der Kaiſer Matthias:„Das Zeughaus iſt vortrefflich, aber....“ Der Kurfürſt merkte, daß dieſe abgebrochene Rede nichts anders heißen ſolle, als: zwar Waffen genug, aber nicht ſo viel Geld, um eine Armee auszu⸗ rüſten. große Menge der in der Schatzkammer befindlichen Silberplatten nicht genug wundern konnte, ſagte der Kurfürſt:„Allergnädigſter Kaiſer, hier liegt das Aber!“
3
Der 90jährige Fontenelle ging einſt bt iſche Madame Helvetius vorüber, ohne ſie zu bemerken.„
„Madame,“ antwortete Fontenelle,„wenn ich Sie angeſehen hätte, würde ich nicht vorüber gekommenſein.“
Pater Tellier, Beichtvater Ludwigs XIV., ſagte zu einem
jungen gasconiſchen Geiſtlichen, der ihn um eine Pfründe an⸗
ſprach:„So lange Ihr Herren etwas ſucht, iſt unſer Einer gut genug, hat man Euch aber geſättigt, ſo vergeßt Ihr uns.“— „Fürchten Sie das nicht,“ entgegnete der Bittende,„ich bin unerſättlich.“
ich,“ ſprach ſie,„was von Ihren Höflichkeiten gegen naie zu⸗ halten iſt! Sie gehen an mir vorüber, ohne mich anzuſehen.“—
Da hierauf der Kaiſer weiter ging, und ſich über die
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